Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Photovoltaikanlagen werden immer beliebter. Da die Anlagen nicht günstig sind, macht es in vielen Fällen Sinn, die Anschaffungskosten zu finanzieren. Zudem solltest du deine teure Photovoltaikanlage auch korrekt versichern. In diesem Experten-Artikel erklären wir dir, wie du deine Photovoltaikanlage versichern und finanzieren kannst. Der Finanzierungsteil kommt vom Immobilien-Experten Henry Werner von Immoliebe, welcher auf unserem Blog bereits einen coolen Artikel über Wohnung kaufen und vermieten geschrieben hat. Wir können an dieser Stelle schonmal verraten, dass Immoliebe eine einzigartige Möglichkeit gefunden hat, deine Photovoltaikanlage bestmöglich zu finanzieren. Also bleib gespannt.


Inhaltsübersicht


Photovoltaikanlage versichern

Grundsätzlich bist du nicht dazu verpflichtet eine Photovoltaikanlage zu versichern. Solltest du jedoch vorhaben eine Photovoltaikanlage zu finanzieren, werden die meisten Banken eine entsprechende Versicherung verlangen. Doch auch ohne diese Verpflichtung empfehlen wir dir die Photovoltaikanlage zu versichern, denn Schäden z.B. durch Sturm, Überspannung und Feuer können schnell sehr teuer werden.

Du hast 2 Möglichkeiten deine Photovoltaikanlage zu versichern. Einerseits über einen Zusatzbaustein in deiner Wohngebäudeversicherung und andererseits über eine separate Photovoltaikversicherung. Wichtig: Die Photovoltaikanlage ist nicht automatisch in deiner Wohngebäudeversicherung mitversichert.


Wohngebäudeversicherung

Bei einer Absicherung über die Wohngebäudeversicherung hast du den Vorteil, dass im Schadensfall alles über einen Versicherer läuft. Sollten also bei einem Sturm auch Schäden am Haus entstanden sein, kannst du alles über einen Versicherer regeln. Bei 2 Policen muss in einem solchen Fall ein Gutachter entscheiden, welche Kosten von der Wohngebäudeversicherung und welche Kosten von der Photovoltaikversicherung getragen werden müssen.

Aufgepasst: In manchen Wohngebäudeversicherungen sind Photovoltaikanlagen gar nicht bzw. nur bis 10 Kilowatt versicherbar. Und häufig sind dann auch nur die Risiken der Wohngebäudeversicherung und nicht die speziellen Risiken einer Photovoltaikanlage versichert.


Photovoltaikversicherung

Eine separate Photovoltaikversicherung ist speziell auf die Gegebenheiten einer Photovoltaikanlage ausgerichtet, weshalb hier in der Regel auch Gefahren wie Bedienungsfehler und Tierbiss mitversichert sind. Häufig sind solche separaten Tarife etwas teurer, als der Zusatzbaustein in der Wohngebäudeversicherung.


Was sollte eine Versicherung für deine Photovoltaikversicherung beinhalten?

Unabhängig davon, ob du dich für eine Absicherung über die Wohngebäudeversicherung oder eine separate Photovoltaikversicherung entscheidest, sollte der Vertrag bei folgenden Gefahren leisten:

  • Brand, Blitzschlag & Überspannung
  • Sturm & Hagel
  • Elementargefahren wie Schneedruck
  • Diebstahl
  • Bedienungsfehler
  • Kurzschluss
  • Wasser & Frost
  • Tierbiss
  • Ertragsausfall bei einem Schaden
  • grobe Fahrlässigkeit

Fazit

Im Prinzip spielt es keine Rolle, ob du deine Photovoltaikanlage über die Wohngebäudeversicherung oder eine separate Photovoltaikversicherung absicherst. Wichtig ist nur, dass der jeweilige Tarif den Großteil bzw. im besten Fall alle von uns genannten versicherten Gefahren beinhaltet.

Für eine separate Photovoltaikversicherung können wir den Tarif Solarprotect der VHV Versicherung empfehlen. Mit Ausnahme von grober Fahrlässigkeit (es ist nur normale Fahrlässigkeit versichert) beinhaltet dieser Tarife alle von uns genannten versicherten Gefahren. Hier findest du die Produktübersicht vom Tarif Solarprotect.

Für eine Absicherung über die Wohngebäudeversicherung kannst du unseren Vergleichsrechner (ganz unten im Artikel) nutzen.


Photovoltaikanlage finanzieren

Es gibt verschiedene Beweggründe, sich eine Photovoltaikanlage auf das eigene Dach zu bauen. Neben der Nachhaltigkeit möchten sich Investoren unabhängig von stets steigenden Strompreisen machen. Häufig ist der Gedanke bzw. das Ziel, ohne Eigenkapital in Summe weniger monatliche Kosten zu haben, als Stromkosten vor der Investition. Also werden gern 100% der Anschaffungskosten finanziert. Die Liquiditätsrechnung vieler Anbieter von Photovoltaikanlagen ist auf 20 Jahre ausgelegt. 20 Jahre Einspeisevergütung, 20 Jahre Garantie auf die Bauteile – also auch 20 Jahre Finanzierungslaufzeit!? Klingt plausibel – ist es auch! Es gibt jedoch kaum Banken, die eine Finanzierung von Photovoltaikanlagen mit einer Laufzeit von 20 Jahren anbieten. Im Folgenden möchte ich aber zunächst darauf eingehen, welche 3 grundsätzlichen Möglichkeiten es gibt, eine Photovoltaikanlagen zu finanzieren.


KFW

Die KFW bietet Förderkredite zu günstigen Konditionen an, auch mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Das entsprechende Förderprogramm für Photovoltaikanlagen ist das Programm 270.

3 tilgungsfreie Jahre

Allerdings gibt es bei dieser Finanzierungsmöglichkeit 3 tilgungsfreie Jahre. In den ersten 3 Jahren werden nur Zinsen gezahlt – das Darlehen selbst bleibt konstant, es erfolgt keine Rückzahlung. Dadurch ist die komplette Rate in den Jahren 4-20 höher, als wenn von Beginn an eine Rückzahlung erfolgen würde.

Hoher Aufwand und lange Bearbeitungszeiten

Zudem ist die Beantragung eines Kredites bei der KFW mit relativ hohem Aufwand verbunden, da der Kreditantrag nicht direkt bei der KFW eingereicht werden kann. Die Bearbeitungszeiten sind dadurch verhältnismäßig hoch. Vor allem, wenn der Baubeginn zeitnah erfolgen soll, ist die KFW häufig nicht die erste Wahl.

Unterschiedlich gute Konditionen

Die KFW bietet auch nicht jedem gleich gute Konditionen. Es wird unterteilt in die Preisklassen A bis I. A stellt dabei das geringste Risiko dar. Die Zinsen variieren abhängig vom Risiko erheblich und bewegen sich in einer Spanne von 1,59% bis 7,99% bei einer Laufzeit und Zinsbindung von 20 Jahren.

Wenn folgende Voraussetzungen vorliegen, ist die KFW für dich eine gute Option:

  • Baubeginn liegt noch in der Zukunft und ist nicht konkret geplant.
  • Höhere Raten ab dem 4. Jahr sind für dich okay.
  • Du hast kein Problem mit bürokratischen Prozessen.

Finanzierung über Bausparkassen

Dies ist die wohl gängigste Möglichkeiten, Photovoltaikanlagen zu finanzieren. Generell sind Photovoltaikanlagen, wie schon erwähnt, gar nicht so leicht zu finanzieren. Bausparkassen sind in der Kreditvergabe generell etwas lockerer, da bei dieser Finanzierungsform gleich 2 Verträge abgeschlossen werden – was natürlich im Interesse der Bank ist! Bei den 2 Verträgen handelt es sich um ein so genanntes endfälliges Darlehen und um einen Bausparvertrag.

Ich versuche das Anhand der folgenden Grafik anschaulich zu erklären:

bausparvertrag 600x379 - Photovoltaikanlage versichern und finanzieren | Top Konditionen (2021)

 

Oben siehst du das endfällige Darlehen. Du bekommst also 20.000 Euro Kredit. Diese 20.000 Euro werden nicht zurückgezahlt, du zahlst monatlich nur Zinsen für dieses Darlehen.

Unten in der Grafik siehst du den Bausparvertrag. In den ersten 10 Jahren zahlst du jeden Monat Geld in den Vertrag ein. Wenn im Bausparvertrag eine gewisse Summe angespart ist, kannst du den Bausparvertrag „aktivieren“. Die Bausparsumme beträgt 20.000 Euro. Das bedeutet, dir werden 20.000 Euro ausgezahlt. Von diesen 20.000 Euro wird das endfällige Darlehen abgelöst. 10.000 Euro davon waren bereits in den Bausparvertrag eingezahltes Geld. Du hast in diesem Moment also 10.000 Euro Bauspardarlehen von der Bank bekommen. Die weiteren 10 Jahre wird nur noch dieses Bauspardarlehen zurückgezahlt.

Diese Finanzierungsform hat mehrere Nachteile:

  1. Durch den Abschluss von 2 Verträgen sind die Kosten sehr hoch! Das sieht man anhand der Effektivzinsen, in welchen per Gesetz alle Kosten berücksichtigt werden müssen. Bausparkassen werben häufig mit niedrigen Zinsen, zum Beispiel 1,45%. Gemeint ist damit der Sollzins (Zins OHNE Kosten des Vertrages). Der Effektivzins ist dann aber schnell bei über 3,5%.
  2. Ein weiteres Risiko ist, dass bei Aktivierung des Bauspardarlehens eine neue Bonitätsprüfung erfolgt. Wenn dein Einkommen gesunken ist oder du durch blöde Umstände zu einem Schufa-Eintrag gekommen bist, kann die Bank dir das Darlehen verwehren.
  3. In den ersten 10 Jahren sparst du Geld an, welches nicht verzinst wird bzw. mit 0,01% pro Jahr. Nach Inflation machst du also Verlust. Außerdem wird in den 10 Jahren das endfällige Darlehen nicht getilgt – die Zinslast sinkt entsprechend auch nicht und bleibt 10 Jahre konstant.

Solarkredit

Der Solarkredit ist ein klassisches Darlehen, welches durch monatliche Zahlungen zurückgezahlt wird. Die monatliche Rate, welche du an die Bank zahlst, setzt sich zusammen aus Zins und Tilgung – die Restschuld wird also von Monat zu Monat geringer. Dadurch zahlst du auch jeden Monat weniger Zinsen (da du ja Zinsen nur auf die Restschuld zahlst). Die Zinszahlung wird also jeden Monat geringer. Um den gleichen Betrag nimmt die Tilgung aber zu – sodass die Gesamtrate die Laufzeit über konstant bleibt. Die Tilgungsgeschwindigkeit nimmt zu und du zahlst dadurch jeden Monat etwas mehr zurück im Vergleich zum Vormonat.

Schwierige Verhandlungen mit den Banken

Da es am Kreditmarkt keinen Solarkredit mit spannenden Konditionen zu finden gab, haben wir mit Banken gesprochen und Konditionen verhandelt. Der Verhandlungen haben sich teilweise als schwieriger erwiesen, als ich mir vorgestellt hatte.

Darlehen ohne Grundbucheintrag

Banken tuen sich natürlich schwer, Darlehen zu guten Konditionen rauszugeben ohne Sicherheiten dafür einzufordern. Die beliebteste Sicherheit ist dabei der Grundbucheintrag. Bei Darlehen unter 50.000 Euro lohnt sich aber aus Sicht der Bank der Grundbucheintrag wegen des hohen Aufwandes nicht. Ich musste also den Banken „schmackhaft machen“, warum sie uns trotzdem gute Konditionen für unsere Kunden geben sollten – auch ohne Grundbucheintrag! Ein Argument war dabei, dass die finanzielle Situation der Kreditnehmer sich nicht verschlechtert. Was in Zukunft an monatlicher Belastung durch den Kredit hinzukommt, spart der Kunde sich an Stromkosten. Außerdem habe ich mit dem Argument versucht zu überzeugen, dass es sich um einen riesigen Wachstumsmarkt mit großem Potential handelt.

Einige wenige Banken haben genau dieses Potential erkannt – und sich mit mir an einen Tisch gesetzt

Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

  • 10 Jahre Laufzeit: 1,99%
  • 15 Jahre Laufzeit: 2,19%
  • 20 Jahre Laufzeit: 2,49%

Die Kosten sind gering, was am Effektivzins zu sehen ist. Der Effektivzins bei 20 Jahren Laufzeit beträgt 2,52%. Die Beantragung des Kredites ist unkompliziert und dauert in der Regel ca. eine Woche.

Nachteil dieser Finanzierungslösung

Das Darlehen kann nicht beliebig frühzeitig zurückgezahlt werden. Dies ist jedoch auch nicht das Ziel der meisten Investoren, die sich eine Photovoltaikanlage kaufen. Die Anlage soll in 20 Jahren zu gleich bleiben günstigen Raten zurückgezahlt werden. Pünktlich, wenn die Einspeisevergütung und die Garantie enden, ist das Darlehen dann vollständig zurückgezahlt. Nach 10 Jahren kann im Übrigen jeder Kreditvertrag gekündigt und getilgt werden.


Vergleich der 3 Finanzierungsformen

Nun noch ein kleiner Vergleich der drei Optionen für die Zahlen-Menschen unter uns. Wir gehen von 20.000 Euro Darlehensbetrag aus.vergleich kfw bausparkasse solarkredit photovoltaikanlage finanzieren - Photovoltaikanlage versichern und finanzieren | Top Konditionen (2021)


Fazit

Meiner Meinung nach haben wir mit dem Solarkredit eine einzigartige Möglichkeit gefunden, wie du deine Photovoltaikanlage zu bestmöglichen Konditionen finanzieren kannst. Für diesen Kredit benötigst du von der Bank aus keine Versicherung für die Photovoltaikanlage. Ich würde dir jedoch trotzdem eine solche empfehlen.


Jetzt kostenloses Erstgespräch mit Immoliebe zum Solarkredit anfordern