arbeitsunfähigkeitsversicherung

Arbeitsunfähigkeitsversicherung | Das musst Du wissen!

Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung wird sehr oft als ein Synonym für Berufsunfähigkeitsversicherung verwendet. Allerdings ist dies nicht ganz korrekt. Vielmehr ist die Arbeitsunfähigkeitsversicherung in der Regel ein Teil der Berufsunfähigkeitsversicherung. Die genaue Bezeichnung wäre dann Arbeitsunfähigkeitsklausel oder auch kurz AU-Klausel genannt. Die genaue Funktionsweise der Arbeitsunfähigkeitsklausel und auf welche Punkte du hier bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung achten solltest, erfährst du im nachfolgenden Artikel. Wahlweise kannst du auch das nachfolgende Video anschauen vom größten Versicherungs-Youtube-Channel in Deutschland.



Wie genau funktioniert die Arbeitsunfähigkeitsklausel?

Eine reine Arbeitsunfähigkeitsversicherung in der Form gibt es nicht. Sie kann vielmehr Bestandteil einer Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Ist dies der Fall, spricht man von einer sogenannten Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel). In den meisten Fällen muss die AU-Klausel separat vereinbart werden, wenn man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt. Nur wenige Versicherer haben standardmäßig die Arbeitsunfähigkeitsklausel vereinbart in ihren BU-Tarifen.

AU-Klausel ermöglich vereinfachte Auszahlung der BU-Rente

Ist eine Arbeitsunfähigkeitsklausel vereinbart in der Berufsunfähigkeitsversicherung, dann könnte der Versicherte schneller und einfacher eine Leistung aus seiner Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen. Denn im Gegensatz zur “normalen” Leistung aus der BU-Versicherung (hier muss “Berufsunfähigkeit” vorliegen), reicht bei vereinbarter AU-Klausel eine “Arbeitsunfähigkeit” als Leistungsauslöser aus.

Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit

Auch wenn diese beiden Begriffe immer wieder in einen Topf geschmissen werden, sind sie dennoch sehr unterschiedlich. Und bedeuten entsprechend auch jeweils etwas komplett anderes:

Berufsunfähigkeit:

Berufsunfähig bist du, wenn du (laut den meisten Bedingungen der BU-Versicherer) deine zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr zu 50% ausüben kannst, für voraussichtlich mindestens 6 Monate.

Hier wird davon ausgegangen, dass die Berufsunfähigkeit nicht vorübergehend ist und länger besteht.

Arbeitsunfähigkeit:

Arbeitsunfähig dagegen bist du, wenn du den klassischen “gelben Schein” vom Arzt bekommst. Eine so genannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Dies reicht aus, um eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen.

Allerdings wird hier immer von einem vorübergehendem Zustand ausgegangen. Anders wie bei einer Berufsunfähigkeit.


Auszahlung der BU-Rente auf Grund von Arbeitsunfähigkeit

Hast du in deiner Berufsunfähigkeitsversicherung nun eine Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) vereinbart, dann kann es sein, dass du bereits Anspruch auf eine Leistung aus deiner BU-Versicherung hast, obwohl du noch nicht berufsunfähig bist.

Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist entscheidend

Relevant ist hier dann, wie lange du bereits arbeitsunfähig bist.

Ein Auszug einer sehr guten AU-Klausel eines Versicherers soll das Ganze ein wenig verdeutlichen:

Der Versicherte ist arbeitsunfähig, wenn ein Arzt Folgendes bescheinigt:

– Der Versicherte ist seit mindestens vier Monaten ununterbrochen arbeitsunfähig. Außerdem muss ein Facharzt bescheinigen, dass der Versicherte voraussichtlich ununterbrochen bis zum Ende eines insgesamt sechsmonatigen Zeitraums arbeitsunfähig sein wird.

– Der Versicherte ist seit sechs Monaten ununterbrochen arbeitsunfähig. Hierbei muss eine der Krankmeldungen durch einen Facharzt ausgestellt worden sein. 

Wäre nun einer dieser Punkte erfüllt, zahlt der Versicherer die vereinbarte Rente aus. Rückwirkend und in voller Höhe.

Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit sind zeitlich begrenzt

Allerdings sind die Leistungen auf Grund einer Arbeitsunfähigkeit zeitlich begrenzt. Zum Beispiel auf maximal 18 Monate, 24 Monate, etc. Je nach Bedingungen des BU-Versicherers.

Berufsunfähigkeit tritt ein

Man kann zwar nicht davon ausgehen, aber in vielen Fällen ist dann bestimmt nach langer Arbeitsunfähigkeit auch eine Berufsunfähigkeit eingetreten. Diese wiederum würde dann die (weitere) Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente bedingen.

Je nach Versicherer muss man einen Antrag auf Leistungen auf Grund von Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit gleichzeitig stellen.

Entweder Arbeitsunfähig oder Berufsunfähig

Es kann übrigens immer nur entweder Arbeitsunfähigkeit vorliegen oder Berufsunfähigkeit, bzw. immer nur eines der beiden kann Grund für eine Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente sein.


Arbeitsunfähigkeitsversicherung kostet Mehrbeitrag

Nicht vergessen werden darf auch der Faktor, dass der separate Einschluss einer Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) auch den Beitrag der BU-Versicherung erhöht. Somit muss du abwägen, ob dir der Einschluss der AU-Klausel den Mehrbeitrag auch Wert ist.


Ist eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung (AU-Klausel) sinnvoll?

Diese Frage kann man pauschal nicht beantworten. Allerdings kann man festhalten, dass eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung (Bzw. korrekt: eine BU-Versicherung mit AU-Klausel) vor allem für Arbeitnehmer ohne private Krankentagegeldversicherung sinnvoll sein kann.

Private Krankentagegeldversicherung eventuell sinnvoller

Ist eine private Krankentagegeldversicherung (Nr. 1 YouTube-Video) vorhanden (nicht zu verwechseln mit dem Krankengeld der Krankenkassen), dann würde diese ebenfalls das vereinbarte Krankentagegeld für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit zahlen. Und dies sogar unbegrenzt und in den meisten Fällen bereits ab dem 43. Krankheitstag.

Selbstständige haben in der Regel eine private Krankentagegeldversicherung. Somit würde eine AU-Klausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung weniger Sinn machen.


Kostenlose Online-Beratung in Anspruch nehmen

Bist du nun auf der Suche nach einer passenden Arbeitsunfähigkeitsversicherung, bzw. Berufsunfähigkeitsversicherung mit AU-Klausel, macht es Sinn, sich professionelle Hilfe dazu zu holen.

Vor allem, wenn diese nichts kostet und der Preis der Versicherung der gleiche ist, als wenn du diese auf eigene Faust z.B. bei Check24 abschließt.

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Häufig gestellte Fragen | Klärung Fachbegriffe

Was bedeutet Arbeitsunfähigkeit?

Arbeitsunfähig ist man offiziell, wenn man von einem Arzt die entsprechende AU-Bescheinigung ausgestellt bekommt. Oft wird aber auch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von einem Facharzt verlangt.

Was bedeutet Berufsunfähigkeit?

Berufsunfähig bist du in der Regel (je nach Definition in den AGB des Versicherers), wenn du deine zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr zu mindestens 50% ausüben kannst. Und zwar für voraussichtlich mindestens 6 Monate. Geprüft wird dies durch diverse Fragebögen und natürlich auch ärztliche Befunde.

wie lange wird eine rente wegen arbeitsunfähigkeit gezahlt?

Je nach Bedingungen des BU-Versicherers wird eine Rente wegen Arbeitsunfähigkeit in der Regel zwischen 18 und 24 Monaten gezahlt.

Was passiert wenn aus einer arbeitsunfähigkeit eine berufsunfähigkeit wird?

Hier gilt es zu beachten, dass man nicht gleichzeitig eine Leistung aus Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit bekommen kann. Entweder das eine oder das andere. Die Leistung würde dann, je nachdem, wann die Berufsunfähigkeit festgestellt wird, als BU-Rente weitergezahlt werden. Nur das nun eben nicht mehr Arbeitsunfähigkeit der Leistungsauslöser ist, sondern eben die Berufsunfähigkeit.

Was muss man bei antragstellung beachten?

Möchte man Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung auf Grund von Arbeitsunfähigkeit erhalten, so muss man in der Regel auch zeitgleich einen Antrag auf Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente auf Grund von Berufsunfähigkeit stellen. Damit man Leistung aus der “Arbeitsunfähigkeitsversicherung” erhält, muss die Arbeitsunfähigkeit – je nach Bedingungen des Versicherers – z.B. bereits 4 bis 6 Monate bestanden haben.

Wie muss die arbeitsunfähigkeit bewiesen werden

Die Arbeitsunfähigkeit muss offiziell von einem Arzt bestätigt werden. Dieser stellt dann die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus (“gelber Schein”, “gelber Zettel”).

Was ist bei Abschluss einer “arbeitsunfähigkeitsversicherung” zu beachten?

Wie so oft bei Versicherungen liegt der Teufel im Detail. Nur weil außen “Arbeitsunfähigkeitsversicherung” bzw. Berufsunfähigkeitsversicherung mit AU-Klausel drauf steht, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass du auch genau das bekommst, was du dir darunter vorstellst. Eine Beratung beim Experten ist hier ratsam, damit keine Fehler bei der Wahl des Versicherers und BU-Tarifs gemacht werden.

Für wen lohnt sich eine “arbeitsunfähigkeitsversicherung”?

Eine “Arbeitsunfähigkeitsversicherung” (BU-Versicherung mit Arbeitsunfähigkeitsklausel) macht vor allem für Arbeitnehmer Sinn, die kein privates Krankentagegeld versichert haben. Dort kann die Arbeitsunfähigkeitsklausel bei längerer Krankheit helfen, da der Versicherte dann bereits eine Leistung erhält, obwohl noch keine Berufsunfähigkeit vorliegt. Hier immer die Leistungs-Voraussetzungen des jeweiligen BU-Tarifs beachten.

Was bedeutet vorvertragliche anzeigepflichtverletzung

Wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchtest, werden auch immer Gesundheitsfragen oder Fragen zu Hobbies, etc. gestellt. Diese Fragen musst du wahrheitsgemäß beantworten. Sollest du unwahre Angaben machen und du wirst später berufsunfähig (oder arbeitsunfähig) und der Versicherer findet heraus, dass du im Antrag falsche Angaben gemacht hast, kann dieser vom Vertrag zurücktreten. Du bekommst dann keine Leistung. Deshalb ist es so immens wichtig, die Gesundheitsfragen sehr sorgfältig zu bearbeiten. Verletzungen der vorvertraglichen Anzeigepflicht sind einer der Hauptgründe, warum ein Versicherer Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung verweigert. Und zwar leider völlig zurecht.

Wann macht eine anonyme risikovorabanfrage (RIVO) sinn?

Eine anonyme Risikovorabanfrage (RIVO) ist immer dann empfehlenswert, wenn nicht sicher ist, ob der Antragsteller auch wirklich vom Versicherer aufgenommen wird. Dies kann z.B. daran liegen, dass bereits diverse Vorerkrankungen bestehen. Deshalb prüft man in diesen Fällen die Versicherbarkeit des Antragstellers im Vorfeld über eine Risikovorabanfrage. Hier erhält der Versicherungsvermittler dann ein Votum, welches er dem Antragsteller mitteilt. Ist dieses positiv ausgefallen, kann offiziell der Antrag gestellt werden. Würde man einfach so direkt einen Antrag auf BU-Versicherung stellen und der Versicherer lehnt diesen ab, läuft man Gefahr, dass diese Ablehnung im so genannten Hinweis- und Informationssystem der Versicherer gespeichert wird. Ist dies passiert, greifen alle anderen BU-Versicherer auf diese Information zu und es wird nahezu unmöglich bei einem anderen BU-Versicherer erneut einen Antrag zu stellen und angenommen zu werden.

Sind meine Hobbies und beruf relevant

Sowohl deine Hobbies, als auch dein Beruf spielen bei Antragstellung bzw. auch bereits bei Erstellung des Angebotes eine wichtige Rolle. Je nach dem, was du arbeitest, wirst du in eine gewisse Risikogruppe eingestuft. Diese bestimmt dann maßgeblich den Beitrag den du zahlen musst. Gleiches gilt auch für Hobbies. Vor allem gefahrenerhöhende Hobbies sind unbedingt anzugeben.

Welche berufe sind besonders teuer bei der arbeitsunfähigkeitsversicherung?

Manche Berufe haben ein höheres Risiko, dass die betreffende Person berufsunfähig wird, manche Beruf eine niedrigeres Risiko. Leider ist es so, dass genau die Personen, die in einem der risikoreicheren Berufe arbeiten, unbedingt eine BU-Versicherung haben sollten. Auch wenn diese eventuell etwas teurer ist. Deshalb macht es so unglaublich viel Sinn, eine Berufsunfähigkeitsversicherung z.B. bereits als Student abzuschließen.
Risikoreiche Berufsgruppen sind u.a.:
– Köche
– Krankenschwestern
– Physotherapeut
– Fitnesstrainer
– Dachdecker
– Fließenleger
– Piloten

Wie viel kostet eine “arbeitsunfähigkeitsversicherung”?

Die Kosten einer “Arbeitsunfähigkeitsversicherung” hängen von mehreren Faktoren ab:

– Alter
– Beruf
– Gesundheitszustand
– Hobbies
– Laufzeit des Vertrages
– Höhe der vereinbarten BU-Rente

Auf Grund der vielen verschiedenen Einflussfaktoren ist eine pauschale Aussage zu den Kosten einer “Arbeitsunfähigkeitsversicherung” nur schwer möglich.

Ein 30-jähriger Informatiker (akademischer Abschluss), der gesund ist und eine BU-Rente in Höhe von 2.000€ absichern möchte bis zum 67. Lebensjahr wird – je nach Anbieter zwischen 65€ – 100€ zahlen müssen.

Eine 20-jährige Krankenschwester, die 1.000€ absichern möchte bis zum 67. Lebensjahr dagegen, wird bereits hier bei 100€ oder mehr Beitrag liegen.

Wann sollte man eine “arbeitsunfähigkeitsversicherung” abschließen?

Hier gibt es eine goldene Regel: je früher, desto besser. Denn je jünger man ist, desto günstiger der Beitrag. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man in jungen Jahren auch noch gesünder ist und eher eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt, als im bereits fortgeschrittenen Alter.

Wie hoch sollte die versicherte BU-Rente sein?

Je nach individuellen Ausgaben/Einkommen sollte sich auch die BU-Rente anpassen. 80% des Netto-Einkommens ist aber eine durchaus sinnvolle Größe, an der man sich orientieren kann.

Wie relevant sind testergebnisse bei der auswahl der passenden “arbeitsunfähigkeitsversicherung”?

Sehr oft findet man im Internet oder auch in Printmedien diverse Testergebnisse zu “Arbeitskraftversicherungen”. Diese Testergebnisse sind aber mit Vorsicht zu genießen. Schaut man sich nämlich mal genau an, wie Testergebnisse zustande gekommen sind, so wird schnell klar, dass hier der Fokus oft mehr auf dem Preis und Service des Versicherers liegt, als auf den eigentlichen Leistungen des Tarifs. Selten spiegeln sich die AGB der Versicherer in den Testergebnissen wieder. So finden sich dann leider sehr oft Versicherer auf dem Treppchen in den Testergebnissen, welche dort eigentlich nichts verloren haben. Lieber einen Experten dazu holen, der sich wirklich mit den BU-Tarifen auskennt.

Wie viel kostet der Einschluss einer arbeitsunfähigkeitsklausel?

Möchte man in seiner Berufsunfähigkeitsversicherung auch eine Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) einschließen, dann kostet dieser Einschluss meist um die 4-10€ mehr im Monat. Je nach Höhe der versicherten Berufsunfähigkeitsrente.

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