Die gesetzliche Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist die wichtigste Versicherung für einen Menschen. Sie leistet für alle Krankheitskosten, die zum Beispiel nach einem Unfall oder bei einer schweren Krankheit anfallen. Diese Kosten können schnell in die 10.000 Euro und noch höher gehen. Deshalb ist eine gute Krankenversicherung so enorm wichtig.

Dazu ist die Krankenversicherung in Deutschland eine Pflichtversicherung, das bedeutet, dass sich jeder krankenversichern muss, im Umkehrschluss muss eine Krankenkasse auch jeden aufnehmen, egal wie krank die oder derjenige ist.

In Deutschland müssen alle gesetzlichen Krankenversicherungen / Krankenkassen eine festgelegte Mindestleistung erbringen. Diese ist bei allen Krankenkassen gleich. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Krankenkassen in ihren Zusatzleistungen. Also Leistungen, die nicht verpflichtend sind, welche die Krankenkasse aber zusätzlich anbietet. Diese werden dann oft durch den so genannten Zusatzbeitrag finanziert.

Wie die gesetzliche Krankenversicherung, bzw. deine Krankenkasse genau funktioniert, welche Leistungen hier erbracht werden und welche Annahmen hier zu Grunde gelegt werden, erfährst du in folgendem Video:

Wie setzten sich die Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung zusammen ?

Grundsätzlich teilen sich der Arbeitnehmer sowie der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge genau zu 50%.

Zu den Sozialversicherungsbeiträgen zählt:

-Die Pflegeversicherung (2,55 %)

-Die Rentenversicherung (18,7 %)

-Die Arbeitslosenversicherung (3 %)

sowie die Gesetzliche Krankenversicherung mit 14,6% (Stand 2016). Diese unterliegt der oben beschriebenen „50%-Regel“. Sprich die Hälfte (7,3 % ) übernimmt der Arbeitnehmer und die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber.

Oftmals ist es jedoch so, dass der Arbeitnehmer noch einen Zusatzbeitrag zahlt. Dieser kann zwischen 0,8% und 1,3% variieren. Dies hängt von deiner jeweiligen Krankenkasse ab. Nun wirst du bereits feststellen, dass alle Prozentzahlen von deinem Einkommen abhängig sind. Eine große Rolle spielt hierbei die Beitragsbemessungsgrenze.

 

Was ist  die Beitragsbemessungsgrenze?

Bei der Beitragsbemessungsgrenze handelt es sich um eine Berechnungsgrenze, welche der Gesetzgeber eingeführt hat. Diese beträgt 52.200€ also 4.350€ monatlich (Stand 2017). Sollte dein Einkommen über dieser Grenze liegen, beziehen sich deine Versicherungsbeiträge dennoch nur maximal auf die festgesetzte Bemessungsgrenze.

Wenn du jedoch unter der Beitragsbemessungsgrenze liegst mit deinem Einkommen, richten sich deine Beiträge immer nach deinem aktuellen Bruttoeinkommen. Die Beitragsbemessungsgrenze passt sich jedes Jahr meist nach oben hin an, dies ist dann auf ein steigendes Lohnniveau zurückzuführen.

 

Wann kannst du in die private Krankenversicherung wechseln ?  

Hierbei solltest du als erstes einen Blick auf deinen Gehaltszettel werfen, denn es gibt eine so genannte Versicherungspflichtgrenze, beziehungsweise die Jahresengeltgrenze. Diese liegt 2017 bei 57.600€/4.800 € mtl. Erst wenn dein Einkommen überhalb dieser Grenze liegt, kannst du dich Privat versichern. Darunter ist dies nicht möglich.

 

Gibt es Unterschiede zwischen den Gesetzlichen Krankenkassen?

Grundsätzlich nicht, denn die Leistungen der Krankenkassen variieren nahezu minimal, beziehungsweise existieren erst überhaupt nicht. Das heißt für dich, du kannst bei der Wahl deiner Krankenversicherung pauschal nichts falsch machen, denn es gibt sogenannte Regelleistungen die jede Gesetzliche Krankenkasse erbringen und auch zahlen muss. Laut Gesetzbuch ist genau definiert, wie diese Leistungen auszusehen haben:

 

„Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein, sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“ -Auszug aus dem Gesetzbuch §12 SGB

 

Fakt ist, du bekommst nicht die beste Leistung welche es am Markt gibt. Sondern eine ausreichende Leistung, die zweckmäßig sein muss, wirtschaftlich und welche das Maß des Notwendigen nicht überschreiten darf.

Ich persönlich finde diese Regelung grenzwertig. Denn es geht hier schließlich um eine ganz wichtige Versicherung. Nun wirst du davon ausgehen, dass dir immer die bestmögliche medizinische Versorgung sichergestellt wird. – Dies ist aber per Definition nicht der Fall.

 

Zusatzleistungen sind bei einer Krankenkasse entscheidend

Deshalb sollte man sich diese Zusatzleistungen genau anschauen, um die Mehrleistungen zu bekommen, auf die man selbst Wert legt bei einer gesetzlichen Krankenversicherung. Oder man sucht sich gezielt die günstigste Krankenkasse heraus und „upgraded“ seine Leistungen dann mit dem eingesparten Beiträgen durch private Krankenzusatzversicherungen. Kleiner Insider-Tipp an dieser Stelle 😉

Was deine Gesetzliche Krankenkasse natürlich nicht zahlt, sind die privatärztlichen Leistungen. Diese darfst du zwar in Anspruch nehmen, musst diese jedoch aus eigener Tasche bezahlen.

TIPP: Der Abschluss privater Zusatzversicherungen für gewisse Leistungsbereiche, deren Kosten du sonst selbst tragen müsstest:

  • Chefarzt
  • Zweibettzimmer
  • Zahnzusatzversicherung
  • Brille etc.

Diese zusätzlichen Absicherungen können durchaus Sinn machen.