truth 257159 1920 - Die 3 größten PKV Lügen

Die 3 größten PKV Lügen

Neben der Riesterrente ist wohl die private Krankenversicherung die Versicherungen um die sich die meisten Unwahrheiten und Lügen ranken.

Stammtisch-Parolen und typisches Besserwisser-Gelaber sorgen dafür, dass Menschen verunsichert werden und die tatsächlichen Fakten zur PKV nie auf den Tisch kommen. Und auf Basis dieser Unwahrheiten werden dann oft Entscheidungen mit weitreichenden Auswirkungen getroffen.

Damit ist nun Schluss!

Im folgenden Artikel räume ich mit den „3 größten Lügen zur PKV“ ein für alle Mal auf!

 


„Einmal private Krankenversicherung, immer private Krankenversicherung“

Wer hat diesen Spruch noch nicht gehört? Leider stimmt er schlichtweg nicht 🙂

Steht auch alles festgeschrieben in den ganzen Sozialgesetzbüchern, die wir haben. Das Problem ist, dass da einfach keine Sau reinschaut. Und schon gar nicht der Möchtegern-Versicherungsexperte, der dir diesen Spruch „einmal PKV, immer PKV“ gedrückt hat. Entschuldige die harten Worte, ist normal nicht meine Art, aber genau solche Aussagen sorgen dafür, dass sich solche Unwahrheiten dann festsetzen in den Köpfen der Menschen.

 

Wie sieht es genau aus:

 

Selbstständige:

  • können sich sozialversicherungspflichtig anstellen lassen Verdienst unter Versicherungspflichtgrenze (59.400 Euro 2018) und kommen so wieder in die gesetzliche Krankenversicherung.

 

  • Für Selbstständige über 55 Jahren, die ihr Gewerbe aufgeben müssen, gibt es die Möglichkeit, in die Familienversicherung des Ehe- beziehungsweise eingetragenen Lebenspartners zu wechseln (vgl. SGB 5 §10 Abs. 1 Punkt 5.). Voraussetzung ist, dass sie ihr Gewerbe aufgegeben haben und kein Gesamteinkommen haben dass regelmäßig im Monat ein siebtel der monatlichen Bezugsgröße nach §18 SGB IV überschreitet(hierzu zählen auch Mieteinnahmen und so weiter). Was ist diese Bezugsgröße? -> aktuelles Durchschnittlichsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung: 2018: 37.873 € / 12 = davon 1/7 = 450€.

 

Angestellte:

  • können ihr Einkommen verringern, damit es unter der Versicherungspflichtgrenze (59.400 Euro 2018) liegt, Stunden verringern etc.

 

  • ab dem Änderungszeitpunkt des Arbeitsvertrages versicherungspflichtig (gem. SGB 5 §5) und können dann zurück in die gesetzliche Krankenversicherung.

 

Für Personen über 55 Jahre:

 

  • fast unmöglich, wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln, aber eben nur fast 😉

 

  • Familienversicherung über den Ehepartner möglich, wenn eigenes Einkommen unter 425€ bzw. 450€ / Monat bei einem Minijob.

 

Eingeführt wurde diese Altersgrenze übrigens im Zuge der Gesundheitsreform im Jahre 2000 von der damaligen Gesundheitsministerin Andrea Fischer.

 


„Beiträge kann man im Alter eh nicht mehr bezahlen“

Der Klassiker 😀

Einmal einen Artikel mit bunten Bildern darüber in der Bild-Zeitung gesehen und schon hat sich diese Meinung in die Köpfe der Menschen eingebrannt.

Realitätsgehalt? Gleich null!

Gerade erst im letzen Jahr ist die bisher größte angelegte Studie über die Beitragsentwicklung in der PKV veröffentlich worden. Betrachtungszeitraum 20 Jahre beim größten deutschen PKV Versicherer. Hier findest du Details zur Studie.

Das Ergebnis:

Im Rentenalter gab es eben KEINE exorbitant hohen Beiträge.

Tatsächlich sind das immer nur Einzelfälle, von denen man hört, die dann aber medial extrem gepusht werden.

Eine Talkshow mit dem Titel „Heute haben wir Horst zu Gast und Horst zahlt für seine PKV trotz Rentenalter keine hohen Beiträge“ verkauft sich halt einfach nicht….

 

Dazu muss man eben aber auch sagen, dass es Einzelfälle mit hohen Beiträgen gibt, weil halt z.B. damals nicht wirklich genau geschaut wurde bei der Tarifwahl und man eben keine zusätzlichen Rücklagen gebildet hat für genau solch einen Fall.

 

Dazu hat man aber auch die Möglichkeit später mal in den Basis-Tarif oder Standart-Tarif zu wechseln, der von den Leistungen ungefähr den Leistungen der GKV entspricht und auch maximal nur so teuer sein darf, wie der Höchstbeitrag in der GKV. Welcher der beiden Varianten dann im Einzelfall mehr Sinn macht, muss man prüfen.

 


„Wenn ich zu viele Rechnungen einreiche schmeißen die mich eh raus“

Dies ist in § 206 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und § 146 Abs. 1 Nr. 3 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) geregelt.

Da steht nämlich drinnen, dass die das nicht dürfen. Nur in Ausnahmefällen – und zwar wenn du die PKV z.B. mit gefälschten Rechnungen bescheisst.

Ansonsten dürfen die das nicht, weil wir in Deutschland eine krankenversicherungspflicht haben.


Fazit:

Wenn du dich wirklich zum Thema PKV informieren möchtest, dann sprich mit den richtigen Leuten.

Und deine Freunde, Familie, Bekannte, Sportkollegen, Arbeitskollegen sind NICHT die richtigen Leute, sofern diese nicht PKV- oder Versicherungsexperten sind.

Wenn ich extreme Rückenschmerzen habe, dann frage ich auch nicht meine Freunde und wenn doch, dann werden sie alle sagen: „Ey Junge, was fragst du mich? Ich bin kein Arzt! Mach einen Termin beim Doktor und lass das abklären!“

Und genauso sollte es auch bei der PKV laufen.

Aber da heutzutage jeder meint, dass seine eigene Meinung so wichtig ist, gibt jeder überall seinen Senf dazu mit dem Endergebnis, dass der Fragende noch verwirrter und verunsicherter ist als vorher.

Du glaubst mir nicht? Stell mal eine Versicherungsfrage in einer Facebook-Gruppe…Hurra, da gehts ab!

Deshalb nie vergessen:

Erst verstehen, dann versichern!

 

Euer Bastian von Versicherungen mit Kopf

 

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