Die Private Krankenversicherung ist eine der komplexesten Versicherungen überhaupt – aus diesem Grund ist sie auch eine der am meisten diskutierten, sowohl positiv als auch negativ. Wie die private Krankenversicherung genau funktioniert, wer sich überhaupt privat krankenversichern kann und welche Vor- und Nachteile eine private Krankenversicherung mit sich bringt erfährst du in diesem Blog-Artikel oder im nachstehenden Video.

 

 

Im zweiten Video bekommst du dann mein komplettes Insiderwissen zur privaten Krankenversicherung (ich habe bei einer der größten privaten Krankenversicherungen meine Ausbildung gemacht) mit all den vermeintlichen Kleinigkeiten, die aber entscheidend sind für einen guten PKV-Tarif. Knapp 1 Stunde pures Wissen zur privaten Krankenversicherung. Was sorgt für stabile Beiträge? Wie sorgt man clever vor, um sich die Beiträge auch im Alter leisten zu können und und und. Für diese Infos müsstest du sehr sehr lange im Netz suchen, falls du sie überhaupt findest. Wenn das Thema private Krankenversicherung für dich relevant ist, dann solltest du dir unbedingt die Zeit nehmen, dieses Video anzuschauen.

 

So funktioniert die private Krankenversicherung

Bei der privaten Krankenversicherung erhalten Versicherte genau die Leistungen, die vertraglich vereinbart sind. Es gibt also keine Regelversorgung wie bei den gesetzlichen Krankenkassen und der Beitrag wird auch nicht wie in der gesetzlichen Krankenversicherung mit einem prozentualen Anteil von deinem Einkommen errechnet. Die Beiträge zur Versicherung sind aus diesem Grund von Kunde zu Kunde unterschiedlich. Je nachdem, welchen Umfang die gewünschten Leistungen haben, fallen die Beiträge höher oder niedriger aus. Hinzu kommt, dass auch der Gesundheitszustand und das Alter des Versicherten Einfluss auf die Versicherungsprämie haben. Aus diesem Grund ist die private Krankenversicherung besonders bei Menschen beliebt, die über ein gutes Einkommen verfügen, jung und gesund sind und dies durch entsprechende Leistungen, wie etwa umfangreiche Vorsorgemaßnahmen, bleiben wollen.

Wer kann sich privat kranken versichern?

Beamte

Wenn du Beamter bist, hast du grundsätzlich die Wahl, ob du dich privat oder gesetzlich versichern möchtest. Dein Dienstherr leistet dazu eine Beihilfe zu den Krankheitskosten von mindestens 50 Prozent. Beamte und andere Beihilfeberechtigte schließen daher in der Regel eine sogenannte Restkostenversicherung bei einem privaten Krankenversicherer ab. Wer auf Dauer verbeamtet ist und keine großen gesundheitlichen Probleme hat, sollte sich also privat versichern. Das gesicherte Einkommen und die hohe Beihilfe schützen dich vor den finanziellen Nachteilen der privaten Krankenversicherung.

 

Angestellte

Bist du Angestellter, muss dein Bruttoeinkommen oberhalb der sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegen, damit du zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung wählen kannst.. 2016 liegt diese Grenze bei 56.250 Euro jährlich, das entspricht einem durchschnittlichen Monatsverdienst von rund 4.688 Euro. In 2017 liegt diese Grenze bei 57.600€.  Dazu zählen auch regelmäßige Zahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, nicht jedoch Sonderzahlungen wie z.B. Gewinnausschüttungen. Die frühere Regelung, dass sich Angestellte erst nach drei Jahren Verdienst oberhalb der JAEG privat versichern dürfen, besteht nicht mehr.

 

Selbstständige

Wenn du zur Berufsgruppe der Selbstständigen gehörst, kannst du ebenfalls wählen, ob du dich privat oder freiwillig gesetzlich versichern möchtest. Als Selbstständiger kannst du dich immer privat krankenversichern, unabhängig davon, wie viel du verdienst – du musst es aber nicht. Eine Ausnahmen von dieser Regel bilden Freiberufler, die einer künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit nachgehen: Hier unterliegst du unter Umständen der Versicherungspflicht in der Künstlersozialkasse (KSK).

 

Studenten

Zu Beginn deines Studiums kannst du dich als Student für eine private Krankenversicherung entscheiden, bist dann aber für die Dauer der Hochschulausbildung an diese Entscheidung gebunden. Es gibt hierfür spezielle Studententarife. Wenn du dann zum ersten Mal eine hauptberufliche Tätigkeit aufnimmst, kannst du zurück zu einer gesetzlichen Kasse wechseln. Sinnvoll ist die private Krankenversicherung vor allem für Studenten, die Kinder von Beamten sind, da sie bis zu 80 Prozent Beihilfe erhalten.

Vorteile der privaten Krankenversicherung

Die Vorteile der privaten Krankenversicherung liegen eigentlich auf der Hand:

Eine deutlich bessere medizinische Versorgung als in der gesetzlichen Krankenversicherung, sowie eine bevorzugte, sprich schnellere Behandlung. Die Möglichkeit Medikamente oder Therapien bezahlt zu bekommen, die im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen erst gar nicht vorkommen.

 

Private Krankenversicherung >>> Die bestmögliche medizinische Versorgung (ein guter Tarif vorausgesetzt)

Gesetzliche Krankenversicherung >>> Die medizinisch notwendige, aber ausreichende Versorgung (nicht die Beste!)

 

Ist euch schon mal aufgefallen, dass gesetzlich krankenversicherte irgendwie immer recht schnell wieder das Krankenhaus verlassen sollen, privat krankenversicherte aber lieber noch ein wenig länger bleiben dürfen? Warum ist das so? Weil es fürgesetzlich krankenversicherte so genannte Fallpauschalen gibt. Das heißt, Krankheit X oder Unfall Y werden so oder so behandelt und dafür gibt es dann genau so viel Geld. Naja und wenn das Geld, dass dafür veranschlagt ist, aufgebraucht ist, dann macht das Krankenhaus oder der Arzt Minus. Bei Privatversicherten wird einfach das abgerechnet was gebraucht wird – und das gerne auch ein wenig länger als notwendig.

Jetzt würde der ein oder andere weitere Dinge zu den Vorteilen der privaten Krankenversicherung zählen. So z.b. Ein- oder Zweitbettzimmer im Krankenhaus, schnellere Facharzttermine, freie Krankenhauswahl, freie Arztwahl, Beitragsrückerstattung, bei Nichteinreichung von Rezepten etc. oder Chefarztbehandlung.

Das ist „nice to have“. Aber um diese Dinge geht es nicht bei einer privaten Krankenversicherung – DARUM GEHT ES SCHLICHTWEG NICHT!!!

ES GEHT DARUM, DASS DU, WENN ES BRENNT, DIE BEST MÖGLICHE MEDIZINISCHE VERSORGUNG BEKOMMST. PUNKT. FERTIG. AUS.

Klar gibt es auch hier Ausnahmen, z.b der Vorteil in der privaten Krankenversicherung bei Selbstständigen, dass sie keine hohen Nachzahlungen in der Krankenversicherung bekommen, was der Fall wäre in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn sie mehr verdient haben, als angegeben bei der gesetzlichen Krankenversicherung.

Nachteile der privaten Krankenversicherung

Nicht ganz so klar sind meist die Nachteile der privaten Krankenversicherung. Beziehungsweise werden hier oft Punkte aufgeführt, die dann als Nachteil ausgelegt werden, weil man sich entweder nicht richtig informiert hat oder die Motivation, in die private Krankenversicherung zu wechseln die falsche war – letzteres ist hier dann oft der Hauptgrund.

Das eine gute private Krankenversicherung auch Geld kostet sollte eigentlich klar sein – Fiat oder Mercedes? Nur wechseln eben viele in die private Krankenversicherung, weil sie denken, dass sie hier vor allem in jungen Jahren Beiträge sparen – und genau so wird eine private Krankenversicherung auch oft verkauft: „Hey, jetzt in die private Krankenversicherung wechseln, nur 130€ im Monat!! Schau was du dir hier an Beiträgen sparst und trotzdem bessere Leistungen bekommst!“

Das ist allerdings ein Trugschluss, der später im Alter dann ordentlich zurück feuern wird, wenn du hier nicht clever vorgesorgt hast, was die meisten –sorry- einfach nicht gemacht haben und jetzt mit sehr hohen Beiträgen im Alter rechnen müssen und diese dann zu finanziellen Engpässen führen. Wie man das cleverer macht erfährst du im Video „Insiderwissen private Krankenversicherung“.

Im Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung kannst du Kinder bei der privaten Krankenversicherung nicht kostenlos mitversichern. Auch gibt es keine Beitragsfreiheit während eines Mutterschafts- und Erziehungsurlaubs.

Dazu hast du auch oft eine Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung, die vor allem wenn der Beitrag sehr niedrig ist, wohl sehr hoch sein wird.

Der Wechsel von der privaten Krankenversicherung zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist mit einigen Stolpersteinen verbunden. Je nachdem ob du Angestellter bist oder Selbstständer unterscheiden sich die Möglichkeiten, wie du wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurück wechseln kannst. Hierzu werde ich aber noch mal gesondert einen Blogartikel schreiben, das würde hier sonst den Rahmen sprengen.

Wichtig ist: Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist möglich und der pauschale Spruch „einmal private, immer private“ ist wie alles andere was in diesem Zusammenhang an Meinungen da draußen rumfleucht schlichtweg BULLSHIT!

Gefährliches Halbwissen zur privaten Krankenversicherung

Anschließend an dieses „Bullshit-Gelaber“, hier noch ein paar weitere Punkte zum Thema „gefährliches Halbwissen“:

Andauernd hört man die tollsten Weisheiten zur privaten Krankenversicherung. Vorzugsweise am wöchentlichen Stammtisch oder in Talkshows im TV. Hier wird viel gelabert und oft wird die Meinung dessen, der am lautesten schreit für wahr empfunden. Und genau dadurch entsteht eine Meinung zu einem Thema, die absolut nicht der Realität entspricht. Hier an der Stelle auch noch mal ein fettes Danke an die ganzen Talkshows dieses Landes! Ihr leistet hier astreine Aufklärungs-Arbeit. Es geht praktisch nie um die Einschaltquoten sondern nur um den Mehrwert für den Zuschauer. *Hust*

Fakt ist, das es nicht darum geht, was ist besser, gesetzliche Krankenversicherung oder private Krankenversicherung. Diese Diskussion ist eine andere. Das größte Problem ist, dass viele Leute eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben, diese das aber hätten niemals machen sollen! Punkt! Weil die meisten davon es aus den falschen Motiven heraus gemacht haben! Und jetzt plötzlich bricht das ganze eben so langsam zusammen und die Motive von damals („ich spare Beiträge“) sind auf einmal nicht wirklich mehr tragbar.

 

Wisst ihr, wie die meisten Leute in den letzten Jahren überhaupt auf die private Krankenversicherung gekommen sind?

Durch die Werbung die man andauernd sieht durch Check24 im, Pop-Ups und Adds im Internet, Email-Werbung etc.

Und überall steht fett darüber: „JETZT SPAREN UND IN DIE PKV WECHSELN!“

Und genau das war und IST eben auch das Problem bzw. genau deshalb haben manche, die eine PKV abgeschlossen haben heute ein Problem mit teuren Beiträgen!

Das paradoxe ist: Du holst dir quasi krankenversicherungstechnisch den Mercedes ins Haus, willst aber dabei Geld sparen???? Das funktioniert nicht!!!

Um mich zu wiederholen: DAS EINZIGE MOTIV, DASS DU JEMALS HABEN SOLLTEST, UM IN DIE PRIVATE KRANKENVERSICHERUNG ZU WECHSELN IST, DASS DU IM FALL DER FÄLLE DIE BESTMÖGLICHE MEDIZINISCHE VERSORGUNG BEKOMMST FÜR DICH ODER DEINE FAMILIE. ALLES ANDERE IST ABSOLUTER SCHWACHSINN UND ENDET NICHT GUT.

Was ist dir also wirklich wichtig?

Und welche Punkte du dann beim Abschluss einer private Krankenversicherung beachten solltest, Punkte, die wirklich kriegsentscheidend sind, aber oft nicht mal als Detail wahrgenommen werden, genau darauf gehe ich im oben bereits angezeigten Video „Insiderwissen zur privaten Krankenversicherung“ ein!