wall 3087292 1920 - Unfall auf der Toilette | Gesetzliche Unfallversicherung greift nicht

Unfall auf der Toilette | Gesetzliche Unfallversicherung greift nicht

 

Stelle dir mal folgendes vor:

Du bist auf der Arbeit, musst zum stillen Örtchen und rutschst dann auf dem nassen oder seifigen Toilettenboden aus und verletzt dich.

Ist ja jetzt gar nicht mal so unrealistisch.

Klarer Fall von Arbeitsunfall und Leistungsanspruch aus der gesetzlichen Unfallversicherung, oder?

Tatsächlich ist dem NICHT so. Das hat nun das Landessozialgericht (Az.: L 9 U 445/18) entschieden.

 

Was war genau auf der Toilette passiert?

Ein Mechaniker ist bei der Arbeit auf dem seifigem Toilettenboden ausgerutscht und mit dem Kopf gegen das Waschbecken geknallt. Er erlitt dabei eine Gehirnerschütterung und musste vier Tage im Krankenhaus verbringen. Er forderte für den Unfall Schadenersatz vom Arbeitgeber.

Doch die gesetzliche Unfallversicherung greife hier nicht, urteilte das Sozialgericht Heilbronn.

 

Die Begründung des Sozialgerichtes

„Bei Verletzungen auf der Toilette der Arbeitsstelle greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Diese Entscheidung hat das Sozialgericht Heilbronn getroffen, wie es am Mittwoch mitteilte (Az.: S 13 U 1826/17).

Eine Anerkennung als Arbeitsunfall lehnte die Berufsgenossenschaft Holz und Metall ab. Der Besuch der Toilette sei privater Natur. Das Sozialgericht bestätigte diese Auffassung.“

 

Ein nasser Toilettenboden stellt keine außergewöhnliche Gefahr dar

Der Arbeiter hatte argumentiert, dass der seifige/nasse Boden zum Unfall geführt hat und die Sicherstellung eines trockenen Toilettenbodens in der Obliegenheit des Arbeitgebers liegen würde, welcher dieser Verpflichtung aber nicht nachgekommen sei.

Das Gericht sah dies allerdings anders. In seiner Begründung sagt das Gericht, dass auch in öffentlichen und privaten Toilettenräumen die Fliesen nass und seifig sein könnten und daher keine besondere betriebliche Gefahr vorliege. Der Mechaniker legte gegen das Urteil bereits Berufung vor dem Landessozialgericht ein (Az.: L 9 U 445/18).

Das erwähnte Gericht in Heilbronn hatte bereits in 2012 die Klage eines Daimler-Mitarbeiters abgelehnt, der in der Firmenkantine auf Salatsoße ausgerutscht war und sich dabei den Arm gebrochen hatte.

Auch hier wertete die Berufsgenossenschaft dies nicht als Arbeitsunfall und wurde vom Gericht bestätigt. „Die Nahrungsaufnahme sei dem privaten und damit nicht versicherten Lebensbereich zuzurechnen“, hieß es damals.

Das heißt für dich, dass du künftig am besten eine besondere Sorgfalt und Umsicht beim Toiletten- oder Kantinenbesucht auf der Arbeit an den Tag legen solltest.

 

Oder du hast eben eine private Unfallversicherung, die hier dann einspringen würde 😉

 

Euer Bastian von Versicherungen mit Kopf

 

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