2020 wurden in Deutschland über 5 Millionen Fahrräder verkauft – so viele wie zuletzt im Jahr 2000. Radfahren liegt wieder im Trend. Doch im Gegensatz zu früher, musst du heute häufig weniger Muskelkraft aufwenden. Grund dafür sind motorisierte Fahrräder – die so genannten E-Bikes. Fast 2 Millionen davon wurden im letzten Jahr verkauft. Wie du siehst haben mittlerweile 4 von 10 verkauften Fahrrädern einen Motor. Eine beeindruckende Zahl, wenn du bedenkst, dass die elektrifizierten Fahrräder alles andere als günstig sind. Die preiswertesten Modelle beginnen meist im höheren dreistelligen Bereich, wobei Premiummodelle sogar mehr als 10.000 Euro kosten können. Mittelklassemodelle liegen häufig im Bereich zwischen 3.000 bis 4.000 Euro. Bei solchen Summen ist es verständlich, dass du dir Gedanken über einen möglichen Versicherungsschutz machst. Welche Versicherung brauchst du? Muss es eine E-Bike-Versicherung sein oder reicht die Fahrradklausel in der Hausratversicherung?

Was erwartet dich in diesem Artikel?

Zunächst erklären wir die verschiedenen Arten von E-Bikes. Im Anschluss gehen wir darauf ein, welche Versicherung für die jeweilige Art des E-Bikes benötigt wird. Zum Abschluss beantworten wir die Frage, ob eine zusätzliche E-Bike-Versicherung sinnvoll ist. Viel Spaß :)

Inhaltsübersicht

Definition E-Bike

Pedelec bis 25 km/h

Der Begriff E-Bike wird im allgemeinen Wortschatz mittlerweile für alle Arten von Elektrofahrrädern genutzt. Wenn wir von einem E-Bike sprechen, meinen wir in der Regel jedoch ein Pedelec (Pedal Electric Cycle). Hierbei handelt es sich um das meistgenutzte Elektrofahrrad. Der Motor unterstützt den Fahrer nur, wenn dieser selbst tritt – mit Ausnahme der Anfahrhilfe von gewissen Modellen. Bis zu einer Geschwindigkeit von 6 km/h beschleunigt der Motor selbstständig aus dem Stand, was bei Steigungen sicher hilfreich ist. Der Elektroantrieb, welcher maximal 250 Watt haben darf, arbeitet auch nur bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25km/h. Alles darüber hinaus ist reine Muskelkraft. Da es sich rein rechtlich um ein normales Fahrrad handelt, benötigst du für ein Pedelec keine zusätzliche Fahrerlaubnis oder Versicherung und auch keinen Helm. Fahrradwege kannst du ganz normal benutzen.

S-Pedelec bis 45 km/h

Der große Bruder von einem Pedelec ist das S-Pedelec (Speed Pedelec). Diese Variante funktioniert wie ein Pedelec, darf jedoch bei maximal 4000 Watt, Geschwindigkeiten von bis zu 45 km/h erreichen. Aufgrund dessen gehören Speed-Pedelecs zu Leichtkrafträdern und werden rechtlich wie Roller oder Mopeds behandelt. Neben einem Führerschein der Klasse AM oder B wird auch eine Betriebserlaubnis und eine KFZ-Haftpflichtversicherung inkl. Kennzeichen benötigt. Fahren darfst du ein S-Pedelec ausschließlich auf der Straße und ein Helm ist selbstverständlich Pflicht.

E-Bike bis 20 km/h, 25 km/h und 45 km/h

Neben den beiden Pedelecs gibt es noch die dritte Variante – das eigentliche E-Bike. Hierbei ist der große Unterschied, dass so ein E-Bike auch ohne Muskelkraft Geschwindigkeiten von über 6km/h erreicht. Die Geschwindigkeit wird anders als bei Pedelecs nicht über die Pedale, sondern über einen Gas- oder Beschleunigungshebel gesteuert. Je nach Höchstgeschwindigkeit sind auch folgende Bezeichnungen geläufig: bis 20 km/h (Leichtmofa), bis 25 km/h (Mofa) und bis 45 km/h (Kleinkraftrad). Benötigt werden Führerschein, Betriebserlaubnis und eine Versicherung. Lediglich bei Leichtmofas besteht keine Helmpflicht, wobei bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h (Mofa) auch Radwege benutzt werden dürfen.

Übersicht Pedelec vs. S-Pedelec

(Für eine bessere Lesbarkeit der Tabelle auf dem Smartphone, bitte im Querformat anschauen.)

 PedelecS-Pedelec
Höchstgeschwindigkeit25 km/h45 km/h
maximale Leistung250 Watt4000 Watt
KategorieFahrradLeichtkraftrad
Führerschein erforderlich?NeinJa (AM, B)
Betriebserlaubnis erforderlich?NeinJa
KFZ Haftpflichtversicherung erforderlich?NeinJa
Helmpflicht?NeinJa
Radwege erlaubt?JaNein

Versicherungen für E-Bikes bzw. Pedelecs

Nachdem nun klar ist, welche verschiedenen Arten von E-Bikes es gibt, gehen wir nun auf dein Lieblingsthema Versicherungen ein. Hierbei liegt das Augenmerk auf der Absicherung von Pedelecs, da wir uns sicher sind, dass du dir deshalb diesen Artikel durchliest.

Haftpflichtversicherung für Pedelecs

Solltest du mit deinem Pedelec einer dritten Personen einen Schaden zufügen (z.B. bei einem Unfall), besteht in der Regel Versicherungsschutz über deine normale Haftpflichtversicherung. Da die Unfallgefahr nicht zu vernachlässigen ist, macht es auf jeden Fall mehr als Sinn eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Unabhängig davon sollte meiner Meinung nach jeder Mensch in Deutschland eine normale Haftpflichtversicherung besitzen. Die Gründe und alles weitere zur Haftpflichtversicherung kannst du hier nachlesen.

Haftpflichtversicherung für S-Pedelecs

Für S-Pedelecs ist es in Deutschland Pflicht eine KFZ Haftpflichtversicherung abzuschließen, da es sich um ein Leichtkraftrad handelt. Hierbei ist es meiner Meinung nach sinnvoll zusätzlich eine Teilkaskoversicherung einzuschließen, damit dein S-Pedelec u.a. auch gegen Diebstahl versichert ist. Gute Versicherer wie die Helvetia bieten diese Kombination für weniger als 100 Euro im Jahr an. Doch aufgepasst: Bei Teilkaskoschäden gibt es eine Selbstbeteiligung von 150 Euro und dein E-Bike ist nur zum Wiederbeschaffungswert und nicht zum Neuwert versichert.

Hausratversicherung für Pedelecs und S-Pedelecs

Pedelecs mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h sind als normaler Hausrat in deiner Hausratversicherung mitversichert. Sollte dein Fahrrad also z.B. bei einem Einbruchdiebstahl gestohlen werden, besteht Versicherungsschutz.

Wichtig! Für S-Pedelecs über 25 km/h gilt dies nicht. Eine Absicherung über die normale Hausratversicherung ist nicht möglich.

Aufgrund der hohen Anschaffungskosten, möchtest du dein Pedelec möglicherweise auch gegen normalen Diebstahl versichern. Dies ist mit der Fahrradklausel in der Hausratversicherung möglich. Das heißt es besteht auch Versicherungsschutz, wenn du mit deinem Fahrrad unterwegs bist und dieses gestohlen wird, wenn du z.B. gerade im Restaurant sitzt.

Mittlerweile kannst du bei den meisten Versicherern den kompletten Wert des Pedelecs versichern. Achte hier darauf, dass du einen Tarif mit Rund-um-die-Uhr-Schutz wählst, sodass dein Fahrrad auch Nachts versichert ist. Wichtig! Das Rad muss immer ordnungsgemäß abgeschlossen sein, damit die Versicherung leistet. Weitere Informationen zur Hausratversicherung und einen Vergleichsrechner findest du hier.

Für S-Pedelecs ist keine Fahrradklausel abschließbar. Um den Diebstahlschutz trotzdem zu versichern, benötigst du eine Teilkaskoversicherung. Alles darüber hinaus kann mit einer separaten E-Bike-Versicherung abgesichert werden. Warum diese auch für dein normales Pedelec sinnvoll sein kann, erfährst du im nächsten Abschnitt.

E-Bike-Versicherung für Pedelecs und S-Pedelecs

Der Ferrari unter den Versicherungen für Elektrofahrräder ist die E-Bike-Versicherung. Hiermit kannst du dein Pedelec oder S-Pedelec gegen diverse Gefahren absichern, welche deutlich über den Leistungsumfang der Hausratversicherung inkl. Fahrradklausel hinausgehen. Im Folgenden gehen wir genauer auf die verschiedenen Leistungsbausteine ein.

Diebstahl

Dieser Baustein ist wichtig für Besitzer von S-Pedelecs und für Besitzer von Pedelecs ohne Hausratversicherung mit Fahrradklausel. Bei einem Diebstahl handelt es sich um das größte finanzielle Risiko, welches bei einem E-Bike passieren kann. Demnach sollte meiner Meinung nach der Anschaffungswert zu 100% versichert sein.

Bei einem S-Pedelec ist der Diebstahl über die Teilkaskoversicherung nur zum Wiederbeschaffungswert versichert, sodass du auf einem Teil der Kosten sitzen bleibst, wenn du dir ein neues E-Bike kaufen möchtest.

Mit dem Diebstahlschutz in der E-Bike-Versicherung ist dein Rad in Höhe der vereinbarten Versicherungsumme zum Neuwert versichert – häufig auch ohne Selbstbeteiligung.

Wenn nicht das gesamte Fahrrad, sondern nur fest mit dem Rad verbundene Teile gestohlen werden, sind diese in der Regel ebenfalls mitversichert.

Kasko

Hierbei handelt es sich um das Alleinstellungsmerkmal der E-Bike-Versicherung, quasi um dem Premiumschutz für dein Elektrofahrrad. Da der Kaskoschutz auch ohne Diebstahlschutz versichert werden kann, macht dieser Baustein auch Sinn, wenn du bereits eine Fahrradklausel in deiner Hausratversicherung eingeschlossen hast. Mit dem Kaskoschutz sind Reparaturleistungen an deinem E-Bike bei folgenden Gefahren versichert:

  • Unfall
  • Transportmittelunfall
  • Vandalismus
  • Fall- und Sturzschäden
  • Sturm/Hagel
  • Überschwemmung
  • Lawinen/Erdrutsch
  • Brand/Blitzschlag/Explosion
  • Bedienungsfehler
  • Material- und Konstruktionsfehler, welche nach der gesetzlichen Gewährleistungspflicht entstehen
  • Verschleiß
  • Feuchtigkeitsschäden z.B. am Akku
  • Elektronikschäden z.B. am Akku

Versicherungsschutz besteht bei gewissen Gefahren auch für das Fahrradzubehör. Das Rundum-sorglos-Paket also.

Schutzbrief

Was du schon für dein Auto kennst, ist auch bei einem E-Bike möglich. Mit einem zusätzlichen Schutzbrief kannst du z.B. bei einer Panne dein Fahrrad nach Hause oder zur Werkstatt abschleppen lassen.

Solltest du eine zusätzliche E-Bike-Versicherung abschließen?

Du hast nun viel über E-Bikes und die unterschiedlichen Versicherungen gelernt. Doch solltest du nun eine zusätzliche E-Bike-Versicherung abschließen?

Wir würden sagen, je teurer dein Fahrrad ist, desto mehr Sinn macht so eine Versicherung. Gerade bei einem E-Bike für mehrere 1000 Euro, ist die Absicherung aus der Hausratversicherung inkl. Fahrradklausel häufig nicht ausreichend. Klar, der Worst-Case Diebstahl ist abgesichert. Jedoch bietet eine E-Bike-Versicherung einen Rundumschutz, welcher deutlich über den Umfang der Hausratversicherung hinausgeht.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass die Entscheidung für oder gegen eine zusätzliche E-Bike-Versicherung, zu 100% bei dir liegt.

Falls wir dein Interesse an der E-Bike-Versicherung geweckt haben sollte, kannst du im unten verlinkten Rechner von Covomo diverse Tarife miteinander vergleichen und ggf. direkt dort abschließen. Covomo hat sich auf Spezial- und Nischenversicherungen spezialisiert, weshalb wir den Anbieter gerade für dieses Thema sehr empfehlen können.

Bitte beachte, dass S-Pedelecs bei gewissen Tarifen nicht versicherbar sind.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.covomo.de zu laden.

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