gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw== - Grundfähigkeitsversicherung – Alternative zur BU (2021)

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Was ist eine Grundfähigkeitsversicherung?

Die Grundfähigkeitsversicherung gehört zu den Arbeitskraftversicherungen. Wie die Berufsunfähigkeitsversicherung, zahlt sie dir im Leistungsfall eine monatliche Rente bis zum vereinbarten Endalter.

Allerdings ist der Leistungsauslöser ein anderer wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn wie der Name schon sagt, bekommst du dann die vereinbarte monatliche Rente gezahlt, wenn du eine oder mehrere elementare menschliche Grundfähigkeiten (z.B. Sehen, Sprechen, Sitzen) verloren hast.

Je nach Anbieter unterscheiden sich hier die versicherten Grundfähigkeiten. Dadurch wird die Grundfähigkeitsversicherung zu einer ernstzunehmenden Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wie funktioniert eine Grundfähigkeitsversicherung?

Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist bei der Grundfähigkeitsversicherung nicht ausschlaggebend, ob du deine zuletzt ausgeübte Tätigkeit noch weiterhin ausführen kannst oder nicht.

Verlust einer oder mehrerer Grundfähigkeiten ist entscheidend

Der Verlust von elementaren menschlichen Grundfähigkeiten ist hier der Leistungsauslöser, der die Auszahlung der vereinbarten Grundfähigkeitsrente auslöst. Dazu wird bei richtig guten Anbietern die Grundfähigkeitsrente auch dann ausbezahlt, wenn du pflegebedürftig oder dement wirst.

Je nach Anbieter, müssen eine oder mehrere menschliche Grundfähigkeiten nicht mehr vorhanden sein, damit es zur Auszahlung der versicherten Rente aus deiner Grundfähigkeitsversicherung kommt. Zudem gibt es starke Unterschiede, welche Grundfähigkeiten versichert sind bei den jeweiligen Anbietern. Dazu gleich mehr.

Dauer des Ausfalls der Grundfähigkeit

Auch hierbei gibt es wieder starke Unterschiede zwischen den Versicherern und Tarifen. Viele Versicherer verlangen, dass die versicherte Grundfähigkeit für voraussichtlich mindestens 12 Monate wegfallen muss, bevor eine Leistung gezahlt wird. Bessere Anbieter verlangen hier z.B. nur 6 Monate.

Welche Grundfähigkeiten sind versicherbar?

Wie bereits erwähnt, hängt dies sehr stark von der Wahl des Versicherers und des Grundfähigkeitstarifs ab. Nachfolgend haben wir versicherte Grundfähigkeiten direkt aus den Bedingungen eines – in unseren Augen – sehr guten Versicherers aufgelistet. Somit solltest du einen ersten Eindruck bekommen, welche Grundfähigkeiten grundsätzlich in einer Grundfähigkeitsversicherung versicherbar sind.

  • Sehen: Du kannst auf jedem Auge höchstens zu 5% sehen. Oder dein Gesichtsfeld umfasst auf jedem Auge höchstens 15 Grad vom Zentrum.
  • Hören: Du kannst auf beiden Ohren höchstens zu 20% hören.
  • Sprechen: Du kannst dich nicht mehr verständlich über die Sprache artikulieren.
  • Geistige Leistungsfähigkeit: Du kannst keine Alltagstätigkeiten nicht mehr ausführen, weil zum Beispiel dein Gedächtnis oder deine Konzentration stark eingeschränkt sind.
  • Eigenverantwortliches Handeln: Ein Gericht hat für dich eine gesetzliche Betreuung angeordnet. Grundlage ist ein psychiatrisches Gutachten.
  • Herzfunktion: Die Pumpleistung deines Herzens ist wegen einer Erkrankung oder Verletzung stark eingeschränkt.
  • Lungenfunktion: Deine Lungenfunktion ist wegen einer Erkrankung oder Verletzung erheblich gemindert.
  • Sitzen: Du kannst nicht mehr 20 Minuten sitzen. Auch nicht, wenn du deine Position veränderst oder dich auf Armlehnen abstützt.
  • Schreiben: Du kannst sowohl mit der linken als auch mit der rechten Hand keine 5 Worte mehr schreiben, die mindestens 10 Buchstaben haben.
  • Hand- und Fingerfertigkeit: Du kannst mit links oder rechts keinen Wasserhahn auf- und wieder zudrehen oder eine Wäscheklammer
    befestigen. Auch hier würde diese Grundfähigkeitsversicherung leisten.
  • Gehen und Treppensteigen: Du kannst keine 400 Meter gehen oder eine Treppe mit 12 Stufen hinauf- und hinabgehen – auch nicht mit einer Pause.
  • Stehen: Du kannst keine 10 Minuten mehr stehen, ohne dich abzustützen. Auch nicht, wenn du deine Körperhaltung änderst.
  • Knien und Bücken: Du kannst dich nicht mehr hinknien oder bücken, um den Boden mit den Fingern zu berühren und dich danach wieder aufrichten.
  • Gleichgewicht: Du kannst Leitern, Treppen, Gerüste oder Dächer nicht mehr hinaufklettern, ohne dass eine stark erhöhte Unfallgefahr besteht.
  • Gebrauch eines Arms: Du kannst den linken oder rechten Arm nicht mehr vor und seitwärts 10 Sekunden auf Schulterhöhe abspreizen, halten und drehen.

Würde bei diesem Versicherer EINE der erwähnten Grundfähigkeiten für voraussichtlich mindestens 6 Monate wegfallen, würde die Grundfähigkeitsversicherung die vereinbarte Rente auszahlen.

Zusatzbausteine möglich

Oftmals kannst du auch noch zusätzliche Fähigkeiten versichern, z.B.

  • die Psyche (z.B. Erkrankung an einer schweren Depression für mind. 12 Monate)
  • Führerschein (wenn dieser aus gesundheitlichen Gründen entzogen wird)
  • lebenslange Pflegerente

Für welche Personen ist eine Grundfähigkeitsversicherung sinnvoll?

In der Regel ist die Berufsunfähigkeitsversicherung immer noch die erste Wahl, wenn es darum geht, deine Arbeitskraft vollumfänglich abzusichern. Aber eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist in vielen Fällen schlichtweg nicht möglich, weil z.B.

  • schon zu viele Vorerkrankungen vorliegen (v.a. psychische Vorerkrankungen)
  • der ausgeübte Beruf in der Berufsunfähigkeitsversicherung in eine hohe Risikogruppe eingestuft wird und somit die Beiträge unbezahlbar hoch sind

Menschen mit Vorerkrankungen und handwerklichen Berufen

Hier wird dann der wirkliche Vorteil der Grundfähigkeitsversicherung klar. Denn über diese bekommen Menschen mit diversen Vorerkrankungen (v.a. psychischer Natur) und Menschen mit Berufen, die körperlich sehr anspruchsvoll sind, eine gute Absicherung der Arbeitskraft zu einem adäquaten Preis.

Weniger Gesundheitsfragen als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Vor allem die Gesundheitsfragen sind bei einigen Anbietern bei weitem nicht so umfangreich, wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. So konnten wir zum Beispiel schon viele Menschen bei einer Grundfähigkeitsversicherung unterbringen, die bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung absolut keine Chance hatten.

Grundfähigkeitsversicherung Kosten

Bei einem guten Anbieter muss eine 30-jährige Krankenschwester für 1.500 Euro Grundfähigkeitsrente bis zum Endalter 67 mit einem Monatsbeitrag von ca. 65 Euro rechnen.

Selbstverständlich gibt es auch günstigere Angebote, jedoch sind dort dann diverse Grundfähigkeiten nicht bzw. nur zu erschwerten Bedingungen versichert.

Achte in jedem Fall darauf, dass die für deinen Beruf wichtigen Grundfähigkeiten versichert sind. Zudem sollte der Verlust dieser Grundfähigkeiten in den Versicherungsbedingungen verständlich formuliert und nicht völlig unrealistisch zu erreichen sein.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten Grundfähigkeitsversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung

Unterschiede

  • Die vereinbarte monatliche Rente wird bei der Grundfähigkeitsversicherung bei Verlust von einer oder mehreren Grundfähigkeiten und bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn du deine zuletzt ausgeübte Tätigkeit nur noch zu 50 Prozent ausüben kannst, gezahlt.

Gemeinsamkeiten

  • Bei beiden Formen wird eine monatliche Rente gezahlt.
  • Sowohl eine Grundfähigkeitsrente als auch eine Berufsunfähigkeitsrente wird theoretisch bis zum vereinbarten Endalter (in der Regel 67) gezahlt.
  • Die Rente aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung aus der 3. Schicht wird wie die Rente aus einer Grundfähigkeitsversicherung als abgekürzte Leibrente behandelt und nur mit dem Ertragsanteil besteuert.
  • Die voraussichtliche Dauer der Beeinträchtigung muss bei beiden Formen mindestens 6 Monate sein.