Bausparvertrag jetzt noch abschließen? Clever oder Schwachsinn? (2021)2021-09-10T14:43:10+02:00

Vielleicht ist dir der Begriff Bausparvertrag durch deine Eltern bekannt. Noch vor wenigen Jahrzehnten war das ein Must-Have für jeden, der später einmal eine Immobilie erbauen oder erwerben wollte. Gerade nach der Wende gab es Hypothekenzinsen von bis zu unfassbaren 10%. Ein Bausparvertrag mit niedrigen Zinsen war sinnvoll.

Doch lohnt sich das heute in einer historischen Niedrigzinsphase immer noch oder sind Bausparen und „Schaffe, schaffe, Häuslebaue“ mittlerweile out?

Wir nehmen den Traum vom Eigenheim unter die Lupe.

Was ist ein Bausparvertrag?

Das Ziel eines Bausparvertrags ist es, dir Eigenkapital für einen Immobilienkauf in der Zukunft zu beschaffen. Es ist also ein Vertrag, der dir beim Sparen hilft und dich ab einem gewissen Betrag mit einem Darlehen unterstützt. So soll dir neben deinen Rücklagen auch ein Kredit zur Verfügung stehen, der dir den Immobilienkauf erleichtert.

Wie funktioniert Bausparen?

Bausparen funktioniert in zwei Phasen: Ansparphase und Darlehensphase.

Du überlegst dir, wie viel du monatlich bei Seite legen kannst und möchtest, um auf deine zukünftige Immobilie zu sparen. Wenn du beispielsweise jeden Monat 150 Euro übrig hast, kannst du das als Sparrate festlegen. Je nachdem wie lange dein Bausparvertrag läuft, sparst du dementsprechend viele Jahre und zahlst monatlich ein. In der Regel sind es sieben oder acht Jahre. Allerdings gibt es verschiedene Tarife mit jeweils unterschiedlicher Ansparphase bzw. Vertragsdauer.

Neben der Sparrate legst du auch die sogenannte Bausparsumme fest. Letztere ist die Summe, die du nach Ablauf deines Bausparvertrages zur Verfügung hast: Es ist dein Gespartes plus dem Darlehen der Bank. Mit diesem Geld kannst du dann in ein Eigenheim investieren.

Wenn die Bausparkasse dir die Bausparsumme auszahlt, befindest du dich in der Darlehensphase.

Das bedeutet: in der Ansparphase musst du 40% deiner Bausparsumme eingezahlt haben, um dein Darlehen zu erhalten.

Achtung!

Einige Bausparkassen achten darauf, dass sie vor der finalen Gewährung des Darlehens deine Bonität nochmal überprüfen (z.B. deine SCHUFA-Auskunft).

Gibt es Kosten, die ich bedenken muss?

Tatsächlich solltest du diverse Kosten im Kopf haben. Das sind unter anderem diese:

Abschlussgebühr:

In der Regel solltest du mit einer Abschlussgebühr von mindestens 1% kalkulieren, manchmal sogar bis 1,6%. Sie orientiert sich an der Bausparsumme. Bei einer Höhe von 100.000 Euro, musst du also mindestens mit 1.000 Euro rechnen.

Agio:

Desweiteren gibt es ein Aufgeld, das häufiger erworben wird, das sogenannte Agio. Das ist ein Zinsbestandteil, der auf die Summe des Darlehens noch zusätzlich aufgeschlagen wird.

Kontoführungsgebühren:

Die Kontoführungsgebühren liegen zwischen 9 und 24 Euro.

Wichtig!

In der Darlehensphase dürfen keine Kontoführungsgebühren erhoben werden. Das bedeutet, dass du diese Gebühren nur dann zahlen musst, wenn du dich in der Ansparphase befindest. Bereits bezahlte Gebühren können zurückgefordert werden.

Servicepauschale: 

Als Reaktion auf die Unzulässigkeit der Darlehensgebühr verlangen einige Bausparkassen eine Servicepauschale. Sie beläuft sich auf bis zu 24 Euro und soll während der Ansparphase gezahlt werden.

Achtung!

Solltest du die Kontoführungsgebühren nachträglich erstattet bekommen, ist es gut möglich, dass du auch die Servicepauschale nachträglich bezahlen musst.

Was bedeutet beim Bausparen Regelsparbeitrag?

Der Regelsparbeitrag ist der monatliche Sparbeitrag in der Ansparphase, also in der Zeit zwischen Vertragsabschluss und der Zuteilung. Je nach Tarif beträgt er zwischen drei und zehn Promille der Bausparsumme. In Zahlen sind das 3 bis 10 Euro pro 1.000 Euro Bausparsumme.

Wann ist der Bausparvertrag zuteilungsreif?

Ein Bausparvertrag ist dann zuteilungsreif, wenn du mindestens eine gewisse Summe selbst angespart hast. Diese Hürde ist nicht bei jedem Bausparvertrag gleich. Am gängigsten ist die 40%-Hürde, allerdings gibt es auch eine Schwelle von 30% oder 50%. In deiner Ansparphase musst du mindestens diese vorher festgelegte Hürde erreichen, um in die Darlehensphase überzugehen.

Was sind die Vorteile des Bausparens?

Aufbau von Eigenkapital

Durch deine festgelegte, monatliche Sparrate musst du jeden Monat einen gewissen Betrag auf die Seite legen. Dieses Geld kann nicht anderweitig verwendet werden, da es in deinem Bausparvertrag fest liegt. Erst bei Erreichen des Schwellenwerts (meist 40%-Hürde), kannst du auf dein Angespartes zugreifen. Je mehr Eigenkapital du mitbringst, desto geringer ist dein Darlehensbedarf inklusive aller dazu gehörenden Kosten.

Fester Darlehenszins

Sicher dir schon heute den Darlehenszins für deine Traumimmobilie von morgen. Unabhängig davon wie lange die Laufzeit deines Bausparvertrags angesetzt ist, erhältst du einen festen Zinssatz bei Vertragsabschluss. Du musst also keine Sorgen vor steigenden Zinsen zu haben, die dich finanziell in die Enge treiben könnten.

Flexibilität

Bauen, kaufen oder umbauen? Du entscheidest, wofür du dein Bauspardarlehen verwendest. Möglicherweise möchtest du es auch zum Modernisieren einsetzen? Die Entscheidung liegt ganz bei dir. Solange es dabei rund um die Immobilie geht.

Tipp:

Wer jung mit dem Bausparen beginnt, profitiert von Extra Vorteilen. Jugendliche und junge Erwachsene, die bei Vertragsabschluss zwischen 16 und 25 Jahren sind, können im Gegenzug zu älteren Bausparen ihr Geld frei verwenden – es ist nicht an ein wohnungswirtschaftlichen Zweck gebunden. So kannst du zum Beispiel auch dein erstes Auto damit finanzieren. Solltest du vorher eine Wohnungsbauprämie erhalten haben, kannst du sie sogar behalten, selbst wenn das Geld schlussendlich anderweitig verwendet wird.

Förderung

Sie sind das Sahnehäubchen eines jeden Bausparvertrags: Förderungen. Ein Bausparvertrag unterstützt, wie der Name schon verrät, beim Sparen. Doch nicht nur das, er bringt noch weitere Vorteile mit sich:

Wohnungsbauprämie (WoP):

Erklärung:
Wer fleißig spart, wird belohnt. Und zwar in Form einer Wohnungsbauprämie. Sie wurde bereits 1952 eingeführt und ist damit die älteste Variante der staatlichen Förderung von Wohnimmobilien. Die Wohnungsbauprämie unterstützt vor allem Menschen mit geringerem Einkommen und muss nicht zurückgezahlt werden. Das ist insbesondere interessant für Jüngere, die bei Vertragsabschluss zwischen 16 und 25 Jahre alt sind. Denn für sie gilt eine Ausnahme: Sie dürfen ihr Bausparguthaben nach mindestens sieben Sparjahren schlussendlich frei verwenden und es muss nicht wie ursprünglich geplant für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen eingesetzt werden.

Höhe:
Seit dem 01. Januar 2021 beläuft sich die Wohnungsbauprämie auf 10% der jährlichen Einzahlungen. Auch die maximal förderbare Sparleistung wurde angehoben. Sie liegt nun bei 700 Euro für Alleinstehende und 1.400 Euro für Verheiratete bzw. Lebenspartner.
Wenn du beispielsweise als Single 700 Euro oder mehr in deinen Bausparvertrag einzahlst, erhältst du pro Jahr eine Wohnungsbauprämie von 10% der maximal geförderten Sparleistung, also 70 Euro. Bei Verheirateten bzw. Verpartnerten beläuft sie sich bei einer Einzahlung von jährlich 1.400 Euro und mehr auf maximal 140 Euro.

Voraussetzung:
Allerdings musst du gewisse Voraussetzungen erfüllen: du musst in Deutschland unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig und mindestens 16 Jahre alt sein. Desweiteren ist auch die Höhe deiner Sparrate nicht unermesslich: mindestens 50 Euro pro Jahr musst du einzahlen und dein jährlich zu versteuerndes Einkommen (nicht Bruttoeinkommen!) darf 35.000 Euro nicht übersteigen. Bei Verheirateten oder Verpartnerten liegt die Einkommensgrenze doppelt so hoch, und zwar bei 70.000 Euro.

Vermögenswirksame Leistungen (VL):

Erklärung:
Sie beschreiben zusätzliches Geld vom Arbeitgeber, das dich bei der Ermöglichung deines Bauvorhabens unterstützen soll. Normalerweise gibt der Arbeitgeber diese Leistungen für deinen Bausparvertrag freiwillig, außer wenn er durch einen Branchentarif dazu verpflichtet ist.

Höhe:
Die Höhe dieses Zuschusses liegt bei mindestens 6,65 Euro und höchstens 40 Euro pro Monat. Maximal kannst du also 480 Euro im Jahr erhalten. Der Betrag hängt nicht vom Einkommen ab, sondern wird entweder durch einen Branchentarif geregelt oder im Arbeitsvertrag festgelegt. Mindestens sechs Jahre zahlt der Arbeitgeber ein, das siebte Jahr ist normalerweise ein Ruhejahr.

Voraussetzung:

Regulär haben alle fest angestellten Arbeitnehmer, Beamten, Richter und Soldaten, genauso wie Auszubildende Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen. Nicht nur darauf, sondern auch auf die Arbeitnehmer-Sparzulage:

Arbeitnehmer-Sparzulage (ASZ):

Erklärung:

Wenn deine vermögenswirksamen Leistungen in einem Bausparvertrag angelegt sind, bekommst du ebenfalls eine Sparzulage. Das bedeutet, dass nicht nur dein Arbeitgeber dich unterstützt, sondern auch der Staat.

Höhe:
Letzterer schenkt dir einen Bonus von 9% auf die Beiträge, die du von deinem Arbeitgeber als vermögenswirksame Leistung erhältst. Fördert dich zum Beispiel dein Arbeitgeber monatlich mit 40 Euro, erhältst du eine Arbeitnehmer-Sparzulage von 3,60 Euro.

Voraussetzung:
Allerdings gilt hier zu beachten, dass dein Nettoeinkommen als Single nicht über 17.900 Euro und als Ehepaar nicht über 35.800 Euro liegen darf.

Bei Alleinstehenden liegt die maximal geförderte Sparleistung, genau wie bei verheirateten oder verpartnerten Paaren mit einem Arbeitnehmer, bei 470 Euro pro Jahr, bei verheirateten oder verpartnerten Paaren mit zwei Arbeitnehmern bei 940 Euro pro Jahr.

Tipp:

Wenn du vermögenswirksame Leistungen erhältst, jedoch oberhalb der Einkommensgrenze für die Arbeitnehmersparzulage liegst, kannst du für deine vermögenswirksamen Leistungen auch die Wohnungsbauprämie beantragen.

Zusatz-Tipp:

Dein Arbeitgeber fördert dich nicht mit dem Maximalbetrag von 470 Euro pro Jahr, du möchtest allerdings trotzdem nicht auf die Arbeitnehmer-Sparzulage verzichten? Dann kannst du ihn darum bitten, den Differenzbetrag von deinem Gehalt abzuziehen und dir dafür als vermögenswirksame Leistung in deinen Bausparvertrag zukommen zu lassen. So erhältst du auch ohne maximal geförderter Sparleistung durch den Arbeitgeber den meisten Vorteil der Arbeitnehmer-Sparzulage.

Die Beantragung erfolgt in der Regel mit der Einkommenssteuererklärung, die die Elektronische Vermögensbildungsbescheinigung voraussetzt.

Riester-Zulage

Erklärung:

Seit 2008 gibt es den sogenannten Wohn-Riester, welcher auch als Eigenheimrente bezeichnet wird. Das Ziel davon ist es, einen bestehenden Immobilienkredit schneller abbezahlen zu können. Dadurch wirst du schneller schuldenfrei und kannst im Alter mietfrei wohnen. Wer aktiv wohn-riestert, erhält beim Bausparen die staatliche Riester-Förderung.

Höhe:

Wenn du also in einen zertifizierten Riester-Vertrag einzahlst und berechtigt bist, bekommst du als Arbeitnehmer maximal 175 Euro pro Jahr als staatliche Förderung noch dazu. Das nennt sich die Grundzulage.
Zudem bekommst du eine Kinderzulage:
Für Kinder, die vor 2008 geboren sind, gibt es 185 Euro pro Kind pro Jahr.
Im Fall, dass die Kinder nach 2008 geboren sind, gibt es sogar 300 Euro pro Kind pro Jahr. Wenn du noch nicht älter als 25 Jahre bist und im ersten Ausbildungs- oder Berufsjahr einen Riester-Bausparvertrag abschließt, bekommst du einmalig einen Bonus in Höhe von 200 Euro.

Voraussetzung:

Die Riester-Förderung kannst du auch dann nutzen, wenn du eine Abschlussfinanzierung oder Entschuldung planst oder deine Immobilie barrierefrei umbauen möchtest und die jeweiligen Bedingungen dafür erfüllt sind.
Du musst mindestens 4% deines Jahresbruttoeinkommens, maximal jedoch 2.100 Euro, sparen – abzüglich staatlicher Zulagen. Mindestens jedoch musst du pro Jahr 60 Euro in den Riester-Bausparvertrag einzahlen. Eine Einkommensgrenze gibt es nicht.
Wenn du außerdem zum Beispiel als Selbstständiger nicht direkt förderberichtigt bist, kannst du potentiell die Förderung indirekt über deinen Ehe-Partner nutzen.

Tipp:

Solltest du dich dazu entscheiden, einen Bausparvertrag abzuschließen, lohnt es sich immer, dass du dich bezüglich Förderungen informierst. Zu viele Vorteile werden nicht genutzt, weil sie nicht bekannt sind. Zudem gilt: Die Höhe der Raten kannst du selbst zum Vertragsabschluss festlegen. Das wiederum bedeutet, dass du auch mit kleinen Raten von den Förderungen profitieren kannst und keine Mindestsparrate vorweisen musst.

Welche Anbieter gibt es?

Wenn du einen Bausparvertrag abschließen möchtest, benötigst du dazu einen Anbieter. Das sind die Bausparkassen. In Deutschland gibt es zwei Arten davon, die sich vor allem rechtlich unterscheiden:

  • Private Bausparkassen:

Davon gibt es neun Stück. Sie gehören nicht nur fast ausschließlich den Banken oder Versicherungsgesellschaften, sondern auch dem Verband der Privaten Bausparkassen an. Grundsätzlich sind sie als Aktiengesellschaften strukturiert.

  • Landesbausparkassen:

Hiervon haben wir in Deutschland acht Stück. Die Abkürzung LBS ist den meisten ein Begriff. Sie ist auch als „Bausparkasse der Sparkassen“ bekannt. Mit mehr als neun Millionen Kunden ist sie die größte Bausparkasse in Deutschland.

Private Bausparkassen

Bausparkasse Schwäbisch Hall:

  • Gründung: 1931
  • Sitz: Schwäbisch Hall
  • Kunden: 7,2 Mio.
  • Auszeichnungen unter anderem von €uro am Sonntag (09/2015),
    n-tv (02/2016) und Focus Money (05/2016)

Tarife im Angebot:

  • FuchsImmo 1
  • FuchsImmo 2
  • FuchsChance
  • FuchsStart

 Vorteile:

  • Hohe Tarifauswahl
  • „Junge Leute Bonus“ bei jedem Tarif
  • Maximale Fördermöglichkeiten

Nachteile:

  • Zinsplus von Tarif abhängig
  • SofortBaugeld von Tarif abhängig

Alte Leipziger Bauspar:

  • Gründung: 1986
  • Sitz: Oberursel
  • Auszeichnungen unter anderem von €uro am Sonntag (09/2015) und Focus Money (05/2016)

Im Angebot:

  • Bauspartarif AL_Neo (in drei verschiedenen Varianten)

 Vorteile:

  • Drei Tarife zur Auswahl je nach Nutzungsziel
  • Maximale Fördermöglichkeiten

Nachteile:

  • Hohe Abschlussgebühr
  • Niedrige Guthabenverzinsung

Wüstenrot Bausparkasse:

  • Gründung: 1921
  • Sitz: Ludwigsburg
  • Kunden: 3 Mio.
  • Auszeichnungen unter anderem von €uro am Sonntag (09/2015), n-tv (02/2016), Focus Money (05/2016) und der Welt (02/2021)

Im Angebot:

  • Wohnsparen Kompakt
  • Wüstenrot Wohnsparen für junge Leute
  • Wohnsparen-Premium

Vorteile:

  • Jugendbonus und Generationen Bausparen
  • Niedrige Sparraten
  • Maximale Förderraten

Nachteile:

  • Niedrige Guthabenzinsen
  • Darlehen nur mit Agio

BHW Bausparkasse:

  • Gründung: 1928
  • Sitz: Hameln
  • Kunden: 2,8 Mio.
  • Auszeichnungen unter anderem von n-tv (02/2016), Focus Money (05/2016) und €uro am Sonntag (09/2016)

Im Angebot:

  • BHW WohnBausparen
  • BHW WohnBausparen Plus
  • BHW FörderBausparen Flex

Vorteile:

  • Sparprämie möglich
  • Jugendbuni möglich
  • Maximale Fördermöglichkeiten

Nachteile:

  • Hohe Abschlussgebühr
  • Hohe Sparrate
  • Jährliche Kontoführungsgebühr

Deutsche Bausparkasse Badenia:

  • Gründung: 1925
  • Sitz: Karlsruhe
  • Kunden: 1,1 Mio.
  • Auszeichnungen unter anderem von €uro am Sonntag (09/2015 und 09/2016) und Focus Money (05/2016)

Im Angebot:

  • Badenia Immostart
  • Badenia ImmoFit

Vorteile:

  • Tarif mit Bonus-Zinsen für Sparer
  • Maximale Fördermöglichkeiten

Nachteile:

  • Hohe Abschlussgebühr
  • Jährliche Kontoführungsgebühr

Debeka:

  • Gründung: 1974
  • Sitz: Koblenz
  • Kunden: ca. 0.9 Mio.
  • Auszeichnungen unter anderem von Handelsblatt (08/2019) und €uro am Sonntag (09/2020)

Im Angebot:

  • Tarif BS5 (in drei verschiedenen Varianten)

Vorteile:

  • Zinsbonus
  • Rückerstattung der Abschlussgebühr möglich
  • Maximale Fördermöglichkeiten

Nachteile:

  • Geringe Tarifauswahl

Bausparkasse Mainz (BKM):

  • Gründung: 1930
  • Sitz: Mainz
  • Kunden: 0,5 Mio.
  • Auszeichnungen unter anderem von FHM Finanzberatung (2008), Focus Money (05/2016), €uro am Sonntag (05/2016 und 09/2016) und der Welt (10/2020)

Im Angebot:

Vorteile:

  • Günstige Abschlussgebühr bei Online-Vertragsabschluss
  • Keine Kontoführungsgebühr
  • Maximale Fördermöglichkeiten

Nachteile:

  • Hohe Sparrate
  • Zinsboni gebunden an Sparzeit

Signal Iduna Bauspar:

  • Gründung: 1969
  • Sitz: Hamburg
  • Auszeichnungen unter anderem von €uro am Sonntag (09/2015) und Focus Money (05/2016)

Im Angebot:

  • Freiraum Tarif (in unterschiedlichen Varianten)

Vorteile:

  • Flexible Tarifgestaltung
  • Hoher Guthabenzins
  • Maximale Fördermöglichkeiten

Nachteile:

  • Gebühr bei Erhöhung der Bausparsumme
  • Hoher Tilgungsbeitrag

start:bausparkasse:

  • Gründung: 1972 (ehemals „Deutscher Ring)
  • Sitz: Hamburg
  • Kunden: 2,8 Mio.
  • Auszeichnungen unter anderem von €uro am Sonntag (09/2015 und 09/2016) und Focus Money (05/2016)

Im Angebot:

  • Finanzierungstarif F1
  • Flexi-Tarif XT

Vorteile:

  • Niedrige Mindestansparsumme
  • Keine Kontoführungsgebühren
  • Maximale Förderungsmöglichkeiten

Nachteile:

  • Hohe Abschlussgebühr
  • Lange Mindestsparzeit bei Finanzierungs-Tarif FT

Landesbausparkassen (LBS):

  • Korrekt wäre nicht die LBS, sondern die LBS-Gruppe bzw. die Bausparkassen der Sparkassen:
    • Gründung: 1930
    • Bundesgeschäftsstelle: Berlin
    • Regional aktive Bausparkassen:
      • LBS Bayern
      • LBS Hessen-Thüringen
      • LBS Nord
      • LBS Ost
      • LBS Saar
      • LBS Schleswig-Holstein-Hamburg
      • LBS Südwest
      • LBS West
    • Kunden: 8,5 Mio.
    • Auszeichnungen unter anderem von €uro am Sonntag (2x 09/2016) und Focus Money (05/2016)
    • Tarifauswahl bzw. -kategorien:
      • Zur Immobilienfinanzierung
      • Für flexibles Sparen
      • Für die Altersvorsorge
      • Für Modernisierungen
      • Für Kinder und Enkelkinder
    • Vorteile:
      • Anpassung an regionale Besonderheiten
      • Vorteile für Bausparer unter 25 Jahre
      • Maximale Förderungsmöglichkeiten
    • Nachteile:
      • Sehr unübersichtlich, da große Tarifauswahl
      • Abschlussgebühr (1% der Bausparsumme)

Ehemalige Bausparkassen:

HUK-Coburg Bausparkasse:

Auch sie fusionierte vor einigen Jahren und zwar mit der Aachener Bausparkasse. Daher ist auch sie nicht mehr aktiv.

BSQ Bausparkasse:

2009 hat sie das Geschäft für Neukunden eingestellt. Seitdem werden nur noch Bestandskunden betreut.

Leonberger Bausparkasse:

Obwohl sie mit dem „Leonberger Weg“ neue Maßstäbe setzte, ist sie mittlerweile seit 20 Jahren nicht mehr selbst aktiv. Denn sie wurde von der Bausparkasse Wüstenrot AG übernommen.

Deutsche Bank Bauspar AG:

Im Mai 2019 fusionierte sie mit der BHW Bausparkasse. Seitdem dient sie nur noch als Vermittler und ist nicht mehr selbst aktiv.

Aachener Bausparkasse:

Im Dezember 2018 wurde sie von der Wüstenrot Bausparkasse gekauft. Im Juni 2020 verschmolzen die beiden dann vollständig zur Wüstenrot Bausparkasse.

Ist ein Bausparvertrag sinnvoll oder sinnlos?

Du träumst von den eigenen vier Wänden und willst clever sparen? Doch macht es zu einer Zeit von historisch niedrigen Zinsen immer noch Sinn einen Bausparvertrag abzuschließen?

Wenn du einen Bausparvertrag abschließt, gehst du eine Wette ein. Und zwar wettest du darauf, dass die Zinsen in Zukunft steigen, weshalb du dir vorab die niedrigen Zinsen sicherst. In den 1990er und Anfang der 2000er Jahre war das eine sinnvolle Entscheidung. Damals lagen die Zinsen bei mindestens 5% und als Sparer konntest du dir diverse Vorteile durch das Bausparen sichern. Niemand weiß was die Zukunft bringt. Doch zum heutigen Standpunkt sehen die Aussichten bei Weitem nicht mehr so rosig aus wie damals. In manchen Situationen kann ein klassischer Kredit sinnvoller sein.

Doch ob ein Bausparvertrag in deinem Fall günstiger ist als die Finanzierung über ein klassisches Bankdarlehen kann nur im konkreten Vergleich und auf deine individuelle Situation abgestimmt ermittelt werden:

  • Wie hoch ist deine Bausparsumme?
  • Wie lange ist deine Bauspardauer?
  • Wie hoch ist deine Sparrate?

Zudem ist auch deine Einschätzung wichtig:

  • Wie risikofreudig bist du?
  • Wie viel garantierte Sicherheit benötigst du?

FAQ

Kann ich meinen Bausparvertrag kündigen?2021-03-30T22:26:50+02:00

Ja, du kannst deinen Bausparvertrag jederzeit kündigen. Die Kündigungsfrist beläuft sich in der Regel auf drei bis sechs Monate.
Beachte: Solltest du deinen Vertrag in den ersten sieben Jahren kündigen, fällt die staatliche Wohnungsbauprämie weg.
Ein Tipp von meiner Seite: Du kannst statt zu kündigen auch deinen Vertrag teilen oder die Bausparsumme reduzieren. So musst du auf deine Förderungen nicht zwingend verzichten.
Denn die Kündigung selbst ist an sich kostenlos, doch häufig wird dann eine Entschädigungsgebühr fällig.

Was bedeutet „Bausparsumme“?2021-03-30T22:26:50+02:00

Die Bausparsumme beschreibt den Geldbetrag, über den der Bausparvertrag abgeschlossen wird. Sie setzt sich zusammen aus dem von dir anzusparenden Bausparguthaben und dem Bauspardarlehen von der Bank. Meist musst du rund 40% selbst ansparen, den Restbetrag erhältst du als Darlehen.

Was passiert, wenn ich das Mindestguthaben in der Ansparphase nicht erfolgreich anspare?2021-03-30T22:26:50+02:00

Deine Ansparphase läuft solange bis du dein Mindestguthaben erfolgreich angespart hast. Dabei hängt die Dauer von dir ab. Solltest du zum Beispiel dein Mindestguthaben in der geplanten Zeit nicht erfolgreich ansparen, läuft dein Vertrag trotzdem weiter. Möchtest du nicht weiter einzahlen, kannst du kündigen und dir das Geld auszahlen lassen. Allerdings kannst du nicht direkt darüber verfügen.

Was ist die Bewertungszahl?2021-03-30T22:26:50+02:00

Je höher deine Bausparsumme ist und je schneller du die Hürde erreichst, desto höher ist deine Bewertungszahl. Umso höher wiederum diese ist, desto schneller bist du an der Reihe. Da die Bausparkassen nur eine bestimmte Anzahl von Bausparern bedienen können, ist es von Vorteil eine hohe Bewertungszahl zu haben.

Was bedeutet „zuteilungsreif“?2021-03-30T22:26:50+02:00

Vor der sogenannten Zuteilung musst du mindestens eine gewisse Summe selbst angespart haben. Diese Hürde des Mindestsparguthaben ist nicht bei jedem Bausparvertrag gleich. Am gängigsten ist die 40%-Hürde, allerdings erfordern manche Bausparkassen auch ein Mindestguthaben von 50%, andere hingegen nur von 30%. Hast du dein Mindestguthaben erfolgreich angespart, wird dein Bausparvertrag „zuteilungsreif“. Dann kannst du in die Darlehensphase übergehen. Den Kredit bekommst nicht automatisch und musst du ihn auch nicht sofort annehmen. Allerdings kann dir die Bausparkasse deinen Vertrag zehn Jahre nach der Zuteilung kündigen.

Wie lange läuft ein Bausparvertrag?2021-03-30T22:26:50+02:00

Normalerweise läuft ein Bausparvertrag rund sieben bis acht Jahre. Allerdings kannst du die Vertragsdauer individuell festlegen.

Sind Sonderzahlungen möglich?2021-03-30T22:26:49+02:00

Jain, das hängt von deinem Vertrag ab. Sofern es vertraglich nicht ausgeschlossen ist, kannst du Sonderzahlungen tätigen. Dadurch kannst du die Zuteilung des Darlehens beschleunigen.

Kann ich mein Bausparguthaben auch für etwas anderes wie zum Beispiel ein Auto verwenden?2021-03-30T22:26:49+02:00

Jain, normalerweise ist das Bausparguthaben an wohnungswirtschaftliche Maßnahmen gebunden. Junge Erwachsene haben allerdings einen Vorteil: Wer bei Vertragsabschluss zwischen 16 und 25 Jahre alt ist, kann sein Guthaben frei verwenden. In diesem Fall ist es nicht an ein Eigenheim gebunden. Zum Beispiel kannst du dir damit deinen Führerschein oder das erste Auto finanzieren. Dieses Bausparprivileg kannst du nur für einen Vertrag, welcher mindestens sieben Jahre läuft, nutzen.

Kann ich mit meinem Bausparvertrag nur ein Eigenheim finanzieren oder auch ein Immobilieninvestment?2021-03-30T22:26:49+02:00

Du kannst deinen Bausparvertrag nicht nur für den Kauf oder den Umbau eines Eigenheims verwenden, sondern auch zur Ablösung von Krediten, die im Rahmen der Baufinanzierung laufen. Dabei ist ausschlaggebend, dass der Kredit für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen aufgenommen wurde.

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