Der ultimative Guide zur Pflegeversicherung (2021)

Vorab die wichtigsten Informationen für dich zusammengefasst:

  • Der allgemeine Beitragssatz 2021 zur gesetzlichen Pflegeversicherung beträgt 3,05% vom Bruttogehalt und wird hälftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Kinderlose ab 23 Jahren zahlen zusätzlich 0,25%.
  • Der Beitrag zur privaten Pflegepflichtversicherung richtet sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand.
  • Die Pflegebedürftigkeit wird seit 2017 nicht mehr in 3 Pflegestufen, sondern in 5 Pflegegraden bemessen.
  • Zwischen der gesetzlichen und privaten Pflegepflichtversicherung gibt es keine Leistungsunterschiede. Die vorhandenen Leistungslücken sind deshalb identisch.
  • Mit dem verlinkten Pflegelückenrechner kannst du deine individuelle Leistungslücke kinderleicht berechnen.
  • Leistungslücken können durch private Pflegezusatzversicherungen geschlossen werden.
  • Private Pflegezusatzversicherungen kannst du zudem mit unserem Vergleichsrechner ganz einfach vergleichen.

Wie funktioniert die gesetzliche und private Pflegepflichtversicherung?

Kurz und kompakt die wichtigsten Fakten auf einen Blick.

  • Sowohl bei der gesetzlichen als auch privaten Pflegeversicherung handelt es sich um eine Pflichtversicherung.
  • Das heißt jeder Mensch in Deutschland ist pflegeversichert, egal ob er gesetzlich ober privat krankenversichert ist.
  • Krankenversichert? Träger der Pflegeversicherung ist die jeweilige gesetzliche Pflegekasse, welche an die entsprechende Krankenkasse angeschlossen ist oder die jeweilige private Krankenversicherung.
  • Bei der gesetzlichen und privaten Pflegepflichtversicherung handelt es sich um 2 separate Systeme.
  • Finanziert wird das Ganze durch die Beiträge der Versicherten.
  • Sollte eine Pflegebedürftigkeit festgestellt werden, können Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung bezogen werden.

Beitrag

Gesetzliche Pflegepflichtversicherung

Versicherungspflichtig Beschäftigte

Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Pflegeversicherung liegt im Jahr 2021 bei 3,05% vom Bruttogehalt und ist bei jeder Krankenkasse identisch.

Versicherungspflichtig Beschäftigte teilen sich diesen Beitrag hälftig mit dem Arbeitgeber, d.h. jeder zahlt 1,525%.

Kinderlose ab 23 Jahren müssen zusätzlich den Kinderlosenzuschlag von 0,25% zahlen. Dieser Beitrag wird zu 100% vom Arbeitnehmer gezahlt. Die Gesamtkosten belaufen sich dann auf 1,775%.

Der Maximalbeitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung ist bei einem monatliches Einkommen von 4.837,50 € (Stand: 2021) oder mehr zu zahlen. Diese Zahl nennt sich Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung und wird jährlich nach oben hin angepasst.

Um ein Gefühl für die Kosten der gesetzlichen Pflegeversicherung zu bekommen, haben wir euch den Beitrag anhand des durchschnittlichen Monatsbruttogehalts von einem vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer ausgerechnet. Dieses lag 2020 bei 3.975 €. Bei diesem Verdienst kostet dich die gesetzliche Pflegeversicherung als Angestellter monatlich 60,62 € bzw. 70,56 € (inkl. Kinderlosenzuschlag).

Rentner

Im Gegensatz zu versicherungspflichtig Beschäftigten müssen Rentner den Beitrag zur Pflegepflichtversicherung vollständig selbst tragen, d.h. es werden 3,05% bzw. 3,30% (bei Kinderlosen) fällig.

Entwicklung des Beitragssatzes

Seit der Einführung der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung im Jahr 1995 hat sich der Beitrag verdreifacht. Durch steigende Pflegeaufwände ist davon auszugehen, dass sich der prozentuale Beitrag in der Zukunft weiter erhöhen wird. Zudem führen mögliche Gehaltssteigerungen zu nochmals höheren Beiträgen.

Private Pflegepflichtversicherung

Als Privatversicherter muss eine Pflegepflichtversicherung bei einem privaten Krankenversicherer abgeschlossen werden – nicht zu verwechseln mit einer freiwilligen privaten Pflegezusatzversicherung. Im Gegensatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung richtet sich der Beitrag nicht nach dem Einkommen, sondern nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand. Ob der Versicherte Kinder hat oder nicht, ist für den Beitrag nicht relevant.

Das führt dazu, dass der Beitrag für junge, gesunde Menschen deutlich geringer als in der gesetzlichen Pflegeversicherung ist. Die private Pflegepflichtversicherung für einen gesunden 30-jährigen Arbeitnehmer kostet nur ca. 20 € pro Monat. Beachte: Je höher das Eintrittsalter, desto höher der Beitrag.

Der Beitrag zur privaten Pflegepflichtversicherung kann vom Versicherer zu Versicherer abweichen, da jeder die Kosten anhand seines eigenen Versichertenbestandes kalkulieren muss. Die Abweichungen sind jedoch vergleichsweise gering.

Die steigenden Pflegekosten gehen selbstverständlich auch an den privaten Krankenversicherern nicht vorbei, sodass auch die Beiträge für die private Pflegepflichtversicherung in Zukunft weiter steigen werden. Anders als in der gesetzlichen Pflegeversicherung kann hier nicht der Prozentsatz, sondern direkt der monatliche Beitrag erhöht werden.

Pflegegrade

Bis Ende 2016 wurde die Pflegebedürftigkeit in den Pflegestufen 1-3 eingestuft. Seit der Pflegereform 2017 wurden die 3 Pflegestufen durch 5 Pflegegrade abgelöst.

Neben der neuen Bezeichnung und der erhöhten Anzahl an Abstufungen, wurde hierbei auch das Kriterium für die Pflegebefürftigkeit geändert.

Vor 2017 war der zeitliche Aufwand für die Pflege relevant. Seit der Pflegereform wird die Pflegebedürftigkeit durch den Grad der Selbstständigkeit bestimmt.

Definition Pflegebedürftigkeit nach SGB XI

Pflegebedürftig (…) sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 festgelegten Schwere bestehen.

Wer bestimmt die Pflegegrade?

Das kommt darauf an, ob du gesetzlich oder privat versichert bist.

Solltest du gesetzlich versichert sein, musst du oder deine Angehörigen bei deiner Pflegekasse (entspricht deiner Krankenkasse) einen Antrag auf Pflegebedürftigkeit stellen. Diese beauftragt dann den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) oder einen unabhängigen Gutachter, um ein Pflegegutachten zu erstellen.

Bei der privaten Krankenversicherung läuft es ähnlich. Nachdem du oder deine Angehörigen einen Antrag auf Pflegebedürftigkeit bei deinem Versicherer gestellt haben, lässt dieser durch den Medizinischen Dienst MEDICPROOF die Pflegestufe feststellen.

Wie läuft so ein Gutachten ab?

Vorab: Der Gutachter (Pflegefachkraft oder Arzt) wird niemals unangemeldet vorbeikommen, sondern immer einen Termin mit dir oder deinen Angehörigen vereinbaren.

Anhand der vorliegenden Unterlagen, wie z.B. Arztberichten und eines Gesprächs mit dem potenziellen Pflegefall und den Angehörigen wird die Selbstständigkeit und Fähigkeit in den folgenden 6 Lebensbereichen beurteilt.

  • Mobilität
  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Für jeden dieser 6 Lebensbereiche werden Punkte vergeben, aus denen sich schlussendlich der Pflegegrad ergibt.

Nach der Beurteilung wird das Gutachten an die jeweilige Pflegekasse bzw. private Krankenversicherung weitergeleitet, welche die abschließende Entscheidung über den Antrag auf Pflegebedürftigkeit trifft.

Pflegegrad 1-5

(Für eine bessere Lesbarkeit der Tabelle auf dem Smartphone, bitte im Querformat anschauen.)

 Grad der SelbsständigkeitPunktzahl
Pflegegrad 1geringe Beein­träch­tigung12,5-27
Pflegegrad 2erheb­liche Beein­träch­tigung27-47,5
Pflegegrad 3schwere Beein­träch­tigung47,5 bis unter 70
Pflegegrad 4schwerste Beein­träch­tigung70 bis unter 90
Pflegegrad 5schwerste Beein­träch­tigung mit beson­deren Anfor­derungen an die pfle­gerische Versor­gung90-100

Im Internet gibt es diverse Pflegerechner, um eine erste Einschätzung des Pflegegrades zu erhalten. Einen guten Rechner findest du z.B. bei pflege.de.

Leistungen

Du hast gelernt, dass es mit der gesetzlichen und privaten Pflegepflichtversicherung 2 separate Systeme gibt, welche sich u.a. hinsichtlich der Beitragsermittlung unterscheiden.

Bei den Leistungen hingegen gibt es keine Unterschiede. Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung entsprechen den Leistungen aus der privaten Pflegepflichtversicherung.

Die Höhe der Leistungen hängt im wesentlichen vom ermittelten Pflegegrad ab. Nachfolgend haben wir dir eine Übersicht über die Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung zusammengestellt.

(Für eine bessere Lesbarkeit der Tabelle auf dem Smartphone, bitte im Querformat anschauen.)

LeistungPG1PG2PG3PG4PG5
Pflegegeld (monatlich)-316 €545 €728 €901 €
Pflegesachleistungen (monatlich)-689 €1.298 €1.612 €1.995 €
Tages- und Nachtpflege (monatlich)-689 €1.298 €1.612 €1.995 €
Kurzzeitpflege (jährlich)-1.612 €1.612 €1.612 €1.612 €
Verhinderungspflege (jährlich)-1.612 €1.612 €1.612 €1.612 €
Vollstationäre Pflege (monatlich)-770 €1.262 €1.775 €2.005 €
Betreuungs- und Entlastungsleistungen (monatlich)125 €125 €125 €125 €125 €
Zum Verbrauch best. Pflegehilfsmittel (monatlich)bis zu 60 €bis zu 60 €bis zu 60 €bis zu 60 €bis zu 60 €
Hausnotruf (monatlich)23 €23 €23 €23 €23 €
Wohnraumanpassung (je Gesamtmaßnahme)4.000 €4.000 €4.000 €4.000 €4.000 €
Wohngruppenzuschuss (monatlich)214 €214 €214 €214 €214 €

Wichtig: Pflege ist immer sehr individuell. Mit dieser Übersicht wollen wir nur grob die Leistungen der Pflegepflichtversicherung darstellen. Bei einem tatsächlichen Pflegefall unterstützen dich die Experten der Pflegekassen und privaten Krankenversicherer bei der Wahl der richtigen Maßnahmen.

Anhand der Übersicht wird jedoch noch nicht klar, wie die Höhe der Leistungen einzuschätzen ist.

Was bedeuten 2005 € bei Pflegegrad 5 bei einer vollstationären Pflege in der Realität? Reicht das überhaupt?

Leistungslücken

Was für Pflegekosten können in der Realität auf dich und deine Angehörigen zukommen?

Reichen die Mittel aus der Pflegepflichtversicherung, um diese Kosten zu decken?

Anhand von ausgewählten Beispielen werden wir diese Fragen beantworten.

Stationäre Pflege

Bei einer vollstationären Pflege erhältst du bei Pflegegrad 3 aus der Pflegepflichtversicherung monatlich 1.262 €. Die tatsächlichen Kosten für einen Heimplatz liegen jedoch bei ca. 3.640 € im Monat. Es bleibt eine Lücke von monatlich 2.378 €.

Ähnlich sieht es auch bei den anderen Pflegegraden aus, wobei der Eigenanteil bei Pflegegrad 1, aufgrund der fehlenden Leistung aus der Pflegepflichtversicherung, noch etwas höher ausfällt.

Ambulante Pflege

Auch bei der ambulanten Pflege wie der Tagespflege gibt es Leistungslücken, welche jedoch geringer als bei der stationären Pflege ausfallen. Logisch, denn die Erstattung aus der Pflegepflichtversicherung ist nahezu identisch, die Kosten jedoch deutlich niedriger.

Die Kosten für eine ambulante Tagespflege liegen bei ca. 1700-2300 € im Monat (je nach Pflegegrad). Große Leistungslücken entstehen hier v.a. bei niedrigen Pflegegraden. So müssen bei Pflegegrad 1 die Kosten von ca. 1700 € vollständig selbst finanziert werden.

Häusliche Pflege

Zwischen der stationären und ambulanten Pflege gibt es noch den Mittelweg der häuslichen Pflege. Die Kosten liegen hier bei Pflegegrad 5 bei ca. 3.360 €, sodass auch hier fast 1.400 € Eigenleistung übrig bleiben.

Unser Fazit zu den Leistungslücken

Vorab: Alle dargestellten Kosten sind selbstverständlich nur Beispiele. Die Preise varrieren u.a. je nach gewünschter Versorung und Bundesland. Aber unsere Übersicht bietet trotzdem einen ersten Einblick in die möglichen Kosten.

Wie du siehst ist die Pflegepflichtversicherung nicht so konzipiert, dass alle Kosten abdeckt werden. Je nach Pflegegrad und gewünschter Versorgung muss ein nicht unerheblicher Teil selbst getragen werden.

Diese Lücke kann durch eine private Pflegezusatzversicherung geschlossen werden.

Pflegelückenrechner

Mit dem Pflegelückenrechner von Valke kannst du deine individuelle Leistungslücke kinderleicht berechnen.

Da wir im Abschnitt Leistungslücken andere Quellen verwendet haben, kann es zu Abweichungen der Lücken kommen. Das zeigt nochmal, dass das Thema Pflegekosten sehr individuell ist.

Wie funktioniert die private Pflegezusatzversicherung?

Kurz und kompakt die wichtigsten Fakten auf einen Blick.

  • Um die Leistungslücken der Pflegepflichtversicherung zu schließen, bieten private Versicherer Pflegezusatzversicherungen an.
  • Der Abschluss dieser Zusatzversicherungen ist selbstverständlich freiwillig.
  • Es spielt keine Rolle, ob du in der gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversichertung versichert bist.
  • Die Leistungen richten sich wie bei der Pflegepflichtversicherung nach den Pflegegraden.
  • Unterschieden wird zwischen der Pflegetagegeldversicherung, der Pflegerentenversicherung und dem Pflege Bahr.

Pflegetagegeldversicherung

Leistungen

monatliche Rente

Der relevanteste Leistungsbestandteil einer Pflegetagegeldversicherung ist die monatliche lebenslange Rente, welche in der Regel als Tagessatz angegeben wird. Das heißt du schließt z.B. einen Tarif mit einem Tagessatz von 50 € ab. Das bedeutet, dass du eine monatliche Rente von 1.500 € erhältst.

Ähnlich wie bei der Pflegepflichtversicherung steigen die Leistungen entsprechend dem Pflegegrad. Das heißt, je höher der Pflegegrad, desto höher die Leistungen. Wenn wir beim o.g. Beispiel von 1.500 € bleiben, kann dies bedeuten, dass die Maximalsumme nur bei Pflegegrad 5 gezahlt wird. Bei geringeren Pflegegraden ist die Summe entsprechend niedriger. Das Ganze ist jedoch sehr individuell. Es gibt sogar Tarife, die auch schon z.B. bei Pflegegrad 2 die Maximalsumme auszahlen.

Auch gibt es Unterscheidungen je nach Art der Pflege. So werden z.B. bei ambulanter Pflege geringere Summen als bei stationärer Pflege ausgezahlt. Macht ja auch Sinn, da die Kosten bei der stationären Pflege in der Regel höher sind.

Einmalzahlung

Bei vielen Tarifen ist eine Einmalzahlung mit eingeschlossen bzw. kann hinzuversichert werden. Bei gewissen Pflegegraden wird dann zusätzlich zur monatlichen Rente eine Einmalzahlung ausgeschüttet, um z.B. Renovierungen am Haus vorzunehmen.

Beitragsfreiheit

Ein wichtiger Leistungsbestandteil einer Pflegetagegeldversicherung ist die Beitragsfreiheit. Das bedeutet, dass ab Erreichen eines bestimmten Pflegegrades keine Beiträge mehr zu zahlen sind. Dies ist je nach Tarif schon ab Pflegegrad 1 möglich.

Wartezeiten

Eine Pflegetagegeldversicherung beinhaltet in der Regel keine Wartezeiten.

Gesundheitsprüfung

Ja, es müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden. Der Umfang variiert je nach Versicherer und Tarif.

Kosten

Die Kosten variieren je nach gewünschtem Leistungsumfang. Relevant ist v.a. die Höhe des Tagessatzes und die Abstufungen je Pflegegrad. Das heißt je höher der Tagessatz und je höher die prozentuale Auszahlung bei einem geringen Pflegegrad, desto höher der Beitrag.

Im Durchschnitt kannst du bei 50 € Tagessatz in Pflegestufe 5 mit Kosten von rund 40 € rechnen.

Pflegerentenversicherung

Wie bei der Pflegetageldversicherung ist die lebenslange monatliche Rente der Hauptleistungsbestandteil einer Pflegerentenversicherung. Das Thema Pflegerente haben wir bereits ausführlich in diesem Blogartikel erklärt.

Pflege Bahr

Beim Pflege Bahr handelt es sich um eine staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung, welche keine Gesundheitsprüfung beinhaltet. Auch zum Pflege Bahr haben wir bereits einen umfangreichen Blogartikel verfasst.

Unser Fazit

Respekt, wenn du es bis hierhin durchgehalten hast. Bereit für unser abschließendes Fazit?

Ist eine private Pflegezusatzversicherung überhaupt sinnvoll?

Es steht fest, dass große Leistungslücken in der gesetzlichen Pflegeversicherung vorhanden sind. Um diese Lücken zu schließen, machen private Pflegezusatzversicherungen auf jeden Fall Sinn.

Contra

Die Frage ist jedoch, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass du auch wirklich ein Pflegefall wirst. Die offiziellen Zahlen zeigen, dass die meisten Pflegefälle erst im hohen Alter auftreten. Bei den unter 60-jährigen waren 2019 nur ca. 1% der Menschen in Deutschland pflegebedürftig.

Als junger Mensch ist die Wahrscheinlichkeit ein Pflegefall zu werden also sehr gering. Von daher macht eine private Pflegezusatzversicherung zumindest für einen jungen Menschen auf den ersten Blick wenig Sinn. Auf den zweiten Blick gibt es jedoch auch Argumente für den Abschluss in jungen Jahren.

Pro

Auch wenn es unwahrscheinlich ist, kannst du niemals sagen, ob du nicht doch z.B. durch einen Unfall in jungen Jahren zu einem Pflegefall wirst.

Und selbst wenn dieser Worst Case nicht eintritt – und das hoffen wir natürlich alle – gilt bei einer private Pflegezusatzversicherung, je jünger du bei Abschluss bist, desto geringer ist der Beitrag. Zudem bist du jetzt wahrscheinlich noch gesund und die Frage ist eben, ob das mit 50 noch der Fall ist, sodass du überhaupt noch eine private Pflegezusatzversicherung abschließen kannst.

Conclusion

Wir möchten dir mit diesen Argumenten keine Angst machen, doch du solltest sie kennen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Zusammenfassend ist eine private Pflegezusatzversicherung für all die jenigen etwas, die ein Risiko für sich sehen und sich die Pflege wahrscheinlich nicht leisten können. Dann geht das Thema nämlich auch deine Kinder etwas an, denn diese müssen ggf. für die Kosten aufkommen, wenn du als Mutter oder Vater zum Pflegefall wirst.

Welche private Pflegezusatzversicherung solltest du abschließen?

Falls du eine private Pflegezusatzversicherung abschließen möchtest, stellt sich natürlich noch die Frage, welche denn genau.

Das kommt natürlich immer auf deine individuelle Situation an, doch mit einer Pflegetagegeldversicherung oder eine Pflegerentenversicherung machst du grundsätzlich nichts falsch. Wichtig ist hier, dass die monatliche Rente angemessen hoch ist. Pauschal empfehlen wir ca. 1500 € bei Pflegegrad 5, da hierdurch ein Großteil der Eigenleistung abdeckt ist.

Solltest du aufgrund deines Gesundheitszustandes keine der beiden Versicherung abschließen können, ist der Pflege Bahr eine ordentliche Alternative. Die Leistungen sind zwar deutlich geringer, jedoch entfällt die Gesundheitsprüfung, sodass ein Abschluss in jedem Fall möglich ist.

Eine völlig andere Alternative wäre der Abschluss einer ETF-Rentenversicherung oder eines ETF-Sparplans. Hier hast du den Vorteil, dass die Beiträge nicht weg sind, wenn du niemals ein Pflegefall wirst. Jedoch hast du natürlich auch das Risiko, dass der Pflegefall früher als gedacht eintritt und das angesparte Geld nicht bis an das Lebensende ausreicht.

Vergleichsrechner

Mit dem Vergleichsrechner von Valke kannst du ganz einfach Pflegetagegeldversicherungen und Pflege Bahr Versicherungen vergleichen.