Der einzige Beitrag, den du zur Berufsunfähigkeitsversicherung lesen solltest

Stell dir vor, du gehst morgen um 10 Uhr zum Arzt. Um 12 Uhr weißt du, dass du für sehr lange Zeit oder sogar für immer nicht mehr arbeiten gehen kannst und dass dein gesamtes Einkommen wegfällt. Wie viel Geld bräuchtest du dann monatlich für ein würdevolles Leben? Was ist das wirklich Wichtigste bei deiner Berufsunfähigkeitsversicherung? Wie findest du die Versicherung, die deinen Lebensstandard tatsächlich absichert?

Die Antworten auf diese Fragen findest du im folgenden Beitrag: Dem einzigen Artikel, den du zur Berufsunfähigkeitsversicherung lesen solltest!

Wichtige Infos auf einen Blick

  • Bist du berufsunfähig, kannst du vom Staat keine Leistungen erwarten. Nachdem das gesetzliche Krankengeld wegfällt, bekommst du maximal eine Erwerbsminderungsrente – das aber auch nur, wenn du weniger als sechs Stunden pro Tag in irgendeinem Beruf arbeiten kannst!
  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir genau die Rente, die du zum Leben brauchst und entsprechend vereinbart hast. Die Leistung bekommst du bereits dann, wenn du deinen letzten Beruf (nicht irgendeinen, sondern genau den!) aufgrund deiner Gesundheit, wegen eines Unfalls oder Kräfteverfalls für voraussichtlich mindestens sechs Monate nicht mehr ausüben kannst.
  • Eine BU-Rente unter 1.000 Euro ist Quatsch – genau wie eine BU-Versicherung, die nicht bis zum Rentenalter läuft. Denn die Berufsunfähigkeitsrente wird auf verschiedene Sozialleistungen wie das ALG angerechnet. Außerdem entsteht eine Lücke, wenn du bei Ablauf der Versicherung immer noch berufsunfähig bist, aber noch keine staatliche Rente bekommst.
  • Achte unbedingt auf eine wirklich gute Nachversicherungsgarantie, die zu deinem Beruf und Gesundheitszustand am besten passt. Mit ihr kannst du deine BU-Rente später noch erhöhen, ohne dass der Versicherer erneut Gesundheitsfragen stellt.
  • Bist du aktuell in Ausbildung, denke bei Vereinbarung deiner BU-Rente daran, was du wirklich zum Leben brauchst. Ausgangspunkt sind deine laufenden Ausgaben, auch die in der Zukunft, nicht dein Einkommen!
  • Beantwortest du Gesundheitsfragen nicht wahrheitsgemäß, kann der Versicherer später leistungsfrei sein. Die Anforderung der Krankenakte ist bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung daher obligatorisch, denn hier könnte immer etwas drinstehen, was du nicht (mehr) weißt.
  • Vergleiche mindestens 10 Versicherer, bevor du dich entscheidest. Nur so stellst du sicher, dass du wirklich den Tarif gefunden hast, der zu deinem Gesundheitszustand und deinem Leben passt.
  • Eine Unfallversicherung ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung und umgekehrt. Nur rund 10 Prozent aller Berufsunfähigkeiten beruhen auf einem Unfall.
  • Kombi-Versicherungen (etwa Berufsunfähigkeit + Rürup Rente) sind meist keine gute Wahl. Denk einfach kurz darüber nach, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der für dich beste BU-Versicherer auch gleichzeitig die optimale Altersvorsorge mit dem besten Verhältnis aus Kostenquoten, Fondsauswahl und garantierten Rentenfaktoren anbietet.
  • Für bestimmte Berufsgruppen, etwa Handwerker, kann die Grundfähigkeitsversicherung eine gute Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Allerdings nur dann, wenn die BU-Versicherung für dich zu teuer ist oder du wegen des Risikos schlicht keine bekommst. Hier gilt: Immer erst die Möglichkeit der BU-Versicherung prüfen und dann weiterschauen!

Alle Infos zur Berufsunfähigkeitsversicherung auch im Video

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Die wichtigsten Basics zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Bevor wir richtig in die Tiefe gehen, geben wir dir einige Anregungen und Fragen mit auf den Weg. So kannst du selbst “vorsondieren” und prüfen, wie wichtig eine Berufsunfähigkeitsversicherung für dich ist. Über die jeweils verlinkten Begriffe kommst du ins Tiefenwissen, in dem wir nochmal ausführlicher auf die Einzelheiten eingehen!

Allgemeine Grundsätze

Viele Menschen versichern ihr Auto Vollkasko. Bei einem Totalschaden, der etwa 30.000 Euro kostet, entstehen zweifelsohne hohe Kosten. Doch was ist mit einem „Totalschaden“ deiner Arbeitskraft? Hast du noch 40 Berufsjahre vor dir und verdienst 2.500 Euro netto, fehlen dir in Summe 1.200.000 Euro! Anders als der Schaden an deinem Auto, kannst du diesen Ausfall nicht einfach wieder „reinarbeiten“.

Vollkasko für deine Arbeitskraft

Ob du eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchst oder nicht, kannst du dir also selbst beantworten. Stell dir dazu die Frage aus der Einleitung oder die folgende:

„Von heute auf morgen geht mein gesamtes Erwerbseinkommen verloren. Kann ich dann weiterhin ein Leben in Würde führen?“

Wenn du etwa ein großes Vermögen hast und so hohe Dividenden bekommst, dass du nicht mehr auf deinen Job angewiesen bist, brauchst du keine Berufsunfähigkeitsversicherung!

Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Form der Lebensversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Form der Lebensversicherung. Das mag zwar auf den ersten Blick etwas seltsam klingen, versteht man unter „Lebensversicherungen“ doch normalerweise etwas anderes. Allerdings reicht ein Blick ins Versicherungsvertragsgesetz und in die Definition der Lebensversicherung vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aus:

💡 Insiderwissen

„Lebensversicherung ist der Oberbegriff für Versicherungen, die […] biometrische Risiken wie Tod oder Invalidität absichern.“

Vereinfacht gesagt gehören die meisten Policen, die dein Leben oder deinen Lebensunterhalt absichern, zu den Versicherungen auf biometrische Risiken und damit zu den Lebensversicherungen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kannst du als eigenständige Police und in Kombination mit einer anderen Versicherung, etwa einer kapitalbildenden Lebensversicherung oder einer Rürup Rente, abschließen. Warum wir grundsätzlich von letzterem abraten, erfährst du im FAQ.

Antrag und Gesundheitsfragen

Um eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten, stellst du einen Antrag beim Versicherer. Neben Angaben zu deinem Beruf und Einkommen spielen die Gesundheitsfragen dabei die zentrale Rolle. Im Rahmen der Gesundheitsprüfung (Tiefenwissen) ermittelt der Versicherer das individuelle Risiko von dir als versicherter Person.

Dazu erhältst du einen Fragebogen, den du ausfüllen und an den Versicherer zurücksenden musst. Der Abfragezeitraum liegt bei ambulanten Behandlungen üblicherweise bei 5, bei stationären Behandlungen bei 10 Jahren.

Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten

Beantworte die Fragen unbedingt vollständig und wahrheitsgemäß! Versicherer fordern im Leistungsfall bzw. wenn du Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung beantragst deine Krankenakten und Behandlungsberichte an. Stellt der Versicherer dann fest, dass du etwas nicht angegeben hast, gefährdest du deinen Versicherungsschutz. Denn die Berufsunfähigkeitsversicherung kann dann leistungsfrei sein.

Hier gilt ein einfacher Grundsatz: Du hast eine Anzeigepflicht nach § 19 Abs.1 Versicherungsvertragsgesetz. Kommst du deinen Pflichten nicht nach, muss der Versicherer das ebenfalls nicht tun.

Der Haken ist, dass du manchmal gar nicht weißt, was alles in deiner Krankenakte steht und welche Diagnosen der Arzt mit der Kasse abgerechnet hat, ohne es dir mitzuteilen.

Niemand kennt seine komplette Krankheitsgeschichte auswendig. Gehe daher unbedingt sorgfältig vor, nimm dir Zeit und fordere alle Unterlagen von Ärzten und der Krankenversicherung an.

Berufsunfähigkeit – der Versicherungsfall

Eine Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn folgende Voraussetzungen gemeinsam auf dich zutreffen:

  • Du kannst deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich für mindestens 6 Monate zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben.
  • Ursächlich für den „Ausfall“ sind gesundheitliche Gründe, also eine Krankheit oder ein Unfall. Auch „mehr als altersbedingter Kräfteverfall“ ist ein meist versicherter BU-Grund.

Achtung bei alten Tarifen: Hier ist der Kräfteverfall oft noch nicht mitversichert!

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Die gesetzliche Definition findest du in § 172 Abs.2 Versicherungsvertragsgesetz. Der GDV hat das Gesetz um obige Merkmale ergänzt. Nahezu alle Versicherer setzen daher auf diese einheitliche Definition, wobei es im konkreten Einzelfall immer Unterschiede geben kann.

Für das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit (Tiefenwissen) ist es völlig irrelevant, wie sie entstanden ist. Es spielt keine Rolle, ob du dich im Fitnessstudio verletzt, Krebs bekommst oder durch eine Erbkrankheit deinen Job nicht mehr ausüben kannst. Versichert sind generell alle Krankheiten, der Kräfteverfall und berufliche sowie private Unfälle.

Entscheidend ist nicht, wie die Berufsunfähigkeit zustande kam, sondern einzig und allein, dass sie vorliegt!

Dass du keine Leistung bekommst, wenn du die Berufsunfähigkeit vorsätzlich selbst herbeiführst, sollte klar sein. Grobe Fahrlässigkeit ist bei den meisten Versicherungsgesellschaften aber mitversichert.

Die Berufsunfähigkeitsrente

Die monatliche Rente, die du im Fall der Berufsunfähigkeit vom Versicherer ausgezahlt bekommst, legst du selbst beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung fest. Beachte dabei grundsätzlich, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht dazu da ist, dich am Existenzminimum „über Wasser“ zu halten. Ihre Aufgabe ist vielmehr, dir deinen Lebensstandard weiterhin zu ermöglichen, auch wenn du in deinem Job nicht mehr arbeiten kannst.

“Normales Leben” trotz Berufsunfähigkeit

Du bist nicht „kaputt“, nur weil du berufsunfähig bist. Diese drei Beispiele zeigen gut, was wir damit meinen:

  • Du bist Grafikdesigner, kannst aber wegen eines Tremors (Zittern in der Hand) nicht mehr arbeiten. In den Urlaub fahren, deine Kinder großziehen oder Arbeiten im Haus vornehmen kannst du aber weiterhin.
  • Als Führungskraft erleidest du einen Burnout, bist außerdienstlich aber absolut fit. Nur wenn du an deinen Arbeitsplatz kommst, nimmt die Überlastung zu.
  • Du hast Krebs und brauchst Zeit, um wieder gesund zu werden. Was dir hier gerade noch fehlt, sind finanzielle Nöte.

Fragen zur Bemessung der BU-Rente

Dementsprechend solltest du dir bei der Bemessung der BU-Rente diese Fragen stellen:

  • Welche Kosten verursacht mein aktueller Lebensstandard? Unterteile hier in fixe und variable Ausgaben.
  • Bist du privat krankenversichert, fällt der Arbeitgeber-Anteil bei Berufsunfähigkeit weg. Diesen Fakt solltest du unbedingt berücksichtigen und deine Rente entsprechend erhöhen, wenn du es bisher nicht getan hast!
  • Inwieweit werden die Ausgaben in Zukunft steigen oder sinken? Denke hier an Aspekte wie Familiengründung, Eigenheim, Urlaube und Co.
  • Wie hoch ist die Nettorente nach Steuern und Krankenkasse und welchen Einfluss hat die Inflation, wenn ich heute berufsunfähig werde und die BU-Rente die nächsten 20 Jahre zum Leben reichen muss?
  • Wie viel muss ich monatlich für meine Rente und Altersvorsorge sparen, um auch nach der BU-Zahlung noch abgesichert zu sein?

Die Nachversicherungsgarantie

„Nachversicherungsgarantie“ ist zugegebenermaßen ein etwas sperriger Begriff. Daher eine kurze Definition in normalem Deutsch:

Enthält deine Berufsunfähigkeitsversicherung eine Nachversicherungsgarantie (Tiefenwissen), kannst du deine BU-Rente später erhöhen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Ereignisabhängige und ereignisunabhängige Erhöhungsoption

Einige Versicherer machen die Garantie an deinem Alter fest. Erreichst du etwa das 35. Lebensjahr, kannst du deine Rente erhöhen. Andere Gesellschaften legen fest, dass ein bestimmtes Ereignis eintreten muss. Dazu können gehören:

  • Geburt eines Kindes
  • Bau oder Kauf eines Eigenheims
  • Einkommenserhöhung

Tritt einer dieser Fälle ein (sog. ereignisabhängige Erhöhungsoption), teilst du dies dem Versicherer mit. Er ermöglicht dir dann, deine Rente anzupassen. Erreichst du einen vorgegebenen Stichtag, etwa das Alter 35 (sog. ereignisunabhängige Erhöhungsoption), äußerst du deinen Erhöhungswunsch ebenfalls gegenüber dem Versicherer. Beachte bei der Nachversicherungsgarantie generell, dass die Erhöhung der Rente meist an einen Höchstbetrag gebunden ist (etwa 50 Prozent der bisher vereinbarten BU-Rente, 500 Euro, etc.).

Die Nachversicherungsgarantie ist einer der wichtigsten Bausteine einer jeden Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn nicht sogar der wichtigste! Denn du weißt nie, was später noch auf dich zukommt und ob du vielleicht mehr Geld zum Leben benötigst.

💡 Insiderwissen

Neben der Rente kannst du bei guten Versicherern auch die Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung verlängern, wenn sich das Renteneintrittsalter etwa von 67 auf 70 verschiebt.

Denke unbedingt daran, deine BU-Rente von Anfang an bis zum 67. Lebensjahr abzuschließen. Denn die “Verlängerungsoption” gibt es nur, wenn der Gesetzgeber tatsächlich das Renteneintrittsalter anpasst – nicht aber, weil du deine Versicherung schlicht mit einer zu kurzen Laufzeit abgeschlossen hast.

Die AU-Klausel („Gelber-Schein-Klausel“)

Stell dir vor, du bist voraussichtlich für mehr als sechs Monate krankgeschrieben. Hier könnte zwar eine Berufsunfähigkeit vorliegen, diese Prüfung ist aber für dich als versicherte Person und für den Versicherer mit viel Aufwand verbunden. Wenn daher nicht bereits feststeht, dass du definitiv berufsunfähig bist, sondern zunächst nur eine Krankschreibung („gelber Schein“) hast, kommt die AU-Klausel ins Spiel.

Der Versicherer führt also in diesem Fall schlicht keine ausführliche und aufwendige Prüfung der Berufsunfähigkeit durch.

Höhe AU-Rente gleich Höhe BU-Rente

Mit ihr leistet der Versicherer, wenn du für voraussichtlich mehr als sechs Monate krankgeschrieben bist. Als Nachweis reicht der gelbe Schein aus. Der Versicherer führt keine Prüfung der Berufsunfähigkeit durch. Die „AU-Rente“ entspricht exakt der vereinbarten BU-Rente, da aber noch keine Berufsunfähigkeit festgestellt wurde, wird sie nicht „BU-Rente“ genannt.

Stellt sich später heraus, dass du von Anfang der Krankschreibungsphase an berufsunfähig warst, rechnet der Versicherer die bereits gezahlte AU-Rente auf die BU-Rente an. Dies ist für dich aber mit keinerlei Nachteilen verbunden, da beide Ansprüche der Höhe nach identisch sind.

Wir halten die AU-Klausel für äußerst sinnvoll, da sie dir ermöglicht, erstmal schnell an die benötigte Leistung der Versicherung zu kommen.

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Die einzelnen Berufsgruppen

Es gibt eine allgemeine Definition der Berufsunfähigkeit, die du oben bereits gelesen hast. Alle Versicherer treffen in ihren Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) aber zusätzliche Regelungen für einzelne Berufsgruppen. Dies ist nur logisch, denn je nach Art der Beschäftigung entsteht auch mit Blick auf die Berufsunfähigkeit ein anderer Bedarf.

Arbeitnehmer

Als Angestellter musst du vergleichsweise wenig beachten. Für dich gilt die genannte Definition ohne Einschränkungen. Bei der Höhe deiner Berufsunfähigkeitsrente solltest du eventuelle Zusatzansprüche, die sich etwa aus einer Betriebsrente ergeben, berücksichtigen. Richte die Rentenhöhe im Übrigen an deinen monatlichen Gesamtkosten aus.

Beachte besonders, dass eventuelle Leistungen deines Arbeitgebers wegfallen. Dazu gehören etwa:

  • Der Arbeitgeber-Anteil zur Krankenversicherung
  • Vermögenswirksame Leistungen und geldwerte Vorteile
  • Erwerb weiterer Ansprüche auf Betriebsrenten (er endet mit Ausscheiden aus dem Betrieb)

Bist du gesetzlich versichert, bemisst sich dein KV-Beitrag stets nach dem Einkommen. Dies gilt auch für BU-Renten, sodass die monatliche Rente neue Bemessungsgrundlage ist. Bei Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung zahlst du nun den doppelten Beitrag, denn der AG-Anteil fällt weg und die monatliche Prämie richtet sich gerade nicht nach dem Einkommen.

Selbstständige

Auch wenn du selbstständig tätig bist, egal ob als Handwerker oder Unternehmensberater, gilt für dich die allgemeine Definition der Berufsunfähigkeit. Klar ist natürlich: Auslöser müssen gesundheitliche Gründe, ein Unfall oder Kräfteverfall sein. Hast du schlicht keine oder zu wenig Aufträge, liegt keine Berufsunfähigkeit vor.

Achte als Selbstständiger besonders auf die sogenannte Umorganisationsklausel (Tiefenwissen). Sie findet sich in nahezu allen Berufsunfähigkeitsversicherungen und sagt folgendes aus:

„Kannst du zwar deine ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr ausüben, deinen Betrieb aber so umorganisieren, dass du weiterhin in ihm arbeiten kannst, liegt keine Berufsunfähigkeit vor.“

Das Problem hier: Wann eine Umorganisation „zumutbar“ ist, entscheidet der Versicherer und im Zweifel ein Gericht. Bist du hauptberuflich selbstständig, solltest du daher auf eine genaue Definition der Zumutbarkeit in der Umorganisationsklausel achten. Einige Versicherer geben beispielsweise vor,

  • ab welcher Summe eine Umorganisation nicht mehr zumutbar ist (zum Beispiel, wenn sie mehr als 10.000 Euro kostet).
  • wie groß der prozentuale Anteil der Kosten für die Neuorganisation an deinem Einkommen sein darf (zum Beispiel maximal 10 Prozent des durchschnittlichen Gewinns der letzten drei Jahre).
  • wie hoch der maximale Einkommensausfall sein darf (beispielsweise 20 Prozent des Durchschnittseinkommens der letzten Jahre).

Beispiel: Du stellst einen Mitarbeiter ein, der die Arbeiten, die du nicht mehr ausführen kannst, übernimmt. Dieser Mitarbeiter kostet dich aber 30 Prozent deines jährlichen Gewinns. Die Umorganisation ist dann nicht zumutbar, weil der Versicherer vorgibt, dass du maximal auf 20 Prozent verzichten musst.

Bist du dir nicht sicher, ob deine Berufsunfähigkeitsversicherung perfekt zu dir passt? Wir checken es für dich!

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Beamte, Richter und Soldaten

Auch wenn Richter und Soldaten keine Beamten sind, finden auf sie die meisten beamtenrechtlichen Vorschriften entsprechende Anwendung. Daher behandeln wir die Berufsgruppe der „Staatsdiener“ in einem, wobei Tarifbeschäftigte im Öffentlichen Dienst eine Sonderrolle einnehmen. Für sie gelten dieselben Grundsätze wie für „normale Angestellte“.

Beamtinnen und Beamte (Tiefenwissen) werden nicht berufs-, sondern dienstunfähig, da sie keinen Beruf ausüben, sondern einen „Dienst“ erbringen. Deine Berufsunfähigkeitsversicherung muss daher eine „echte“ Dienstunfähigkeitsklausel enthalten. Mit ihr verzichtet der Versicherer auf die Prüfung der Berufsunfähigkeitsvoraussetzungen, wenn dich dein Dienstherr aus gesundheitlichen Gründen entlässt oder in den Ruhestand versetzt.

Die entsprechende Verfügung oder der Bescheid deines Dienstherrn gilt für den Versicherer dann als Beweis, dass eine Berufsunfähigkeit vorliegt.

Achtung: Bei einer „unechten“ Dienstunfähigkeitsklausel wird das Urteil deines Dienstherrn eben nicht ohne Weiteres anerkannt. Der Versicherer prüft dann nochmal selbst, ob wirklich die Voraussetzungen für eine Berufsunfähigkeit vorliegen. Und wenn das nicht der Fall ist, gibt es keine Leistung, obwohl du wegen Dienstunfähigkeit entlassen bzw. in den Ruhestand versetzt wurdest.

Schüler und Studenten

Auch als Schüler und Student kannst du bei vielen Versicherern eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Die Tätigkeiten „Schulbesuch“ und „Studieren“ sind in diesem Fall die versicherten Berufe. Ist das nicht mehr möglich, etwa wegen einer Krankheit oder aufgrund eines Unfalls, wird die vereinbarte Rente gezahlt. Im Übrigen gelten identische Voraussetzungen, die Einschränkungen müssen also mindestens 50 Prozent betragen und voraussichtlich für sechs Monate bestehen.

Da du als Schülerin oder Studentin kein Einkommen hast, legen viele Versicherer pauschale BU-Renten, etwa maximal 2.000 Euro monatlich, fest.

Die Vorteile, wenn du die Berufsunfähigkeitsversicherung bereits im jungen Alter abschließt:

  • Die meisten Versicherer stufen die Schul- oder Studiumstätigkeiten als nicht besonders riskant ein. Du erhältst somit eine gute Einordnung in der Berufsunfähigkeitsversicherung, die sich auch nicht ändert, wenn du nach der Schule oder Uni in einen als riskant bewerteten Job einsteigst.
  • Du bist jung und hast in der Regel keine bis wenig Vorerkrankungen. Dadurch sinkt das Risiko und entsprechend die Prämie.

💡 Insiderwissen

Weißt du bereits jetzt, dass du später einen Beruf ausübst, den Versicherer als riskant einstufen (etwa im Handwerk), solltest du dich möglichst früh versichern. Denn die günstige Einstufung „von damals“ als Schüler und Student gilt dann auch beim Einstieg in einen riskanten Job.

Berufseinsteiger – Starter-Tarife

Viele Versicherer bieten für Berufseinsteiger sogenannte Starter-Tarife an. Hier ist der Beitrag in den ersten Jahren besonders niedrig und später etwas höher, als er üblicherweise wäre. An solchen Modellen gibt es grundsätzlich nichts auszusetzen, da sie dich in der weniger einkommensstarken Phase entlasten, du solltest aber eine Gefahr im Hinterkopf behalten:

Liest du die Versicherungsbedingungen beim Abschluss nicht genau, kann es passieren, dass du nach Ablauf der günstigen Konditionen aktiv auf den Versicherer zugehen und deine Rente erhöhen musst. Denkst du nicht daran, bleibt es zwar beim günstigen Starter-Beitrag, deine Rente wird aber halbiert!

Oft geht diese Information des Versicherers im hektischen Alltag zum jeweiligen Zeitpunkt unter, sodass du erst etwas von der Halbierung der Leistung merkst, wenn du berufsunfähig bist. Dass es dann bereits zu spät sein kann, brauchen wir hier nicht nochmal betonen.

Unser Tipp daher: Wähle einen Starter-Tarif, bei dem sich die BU-Rente später nicht halbieren kann. Sondern in jedem Fall stattdessen der Beitrag angepasst wird, wenn Du ohnehin nach der Starterphase auch besser verdienst.

Sonderfall: Kammerberufe (Ärzte, Anwälte, Notare)

Sogenannte Kammerberufe wie Ärzte, Steuerberater, Notare und Rechtsanwälte sind über ihre Kammer auch bei Berufsunfähigkeit abgesichert. Allerdings gibt es hier einen großen Haken: Die Kammer bzw. das berufsständische Versorgungswerk leistet nur, wenn du deinen Titel (etwa „Steuerberater“ abgibst)! Du kannst dann nicht mehr als Steuerberater arbeiten.

Daher brauchst du zwingend eine Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn du die erhebliche Einschränkung nicht in Kauf nehmen möchtest. Und glaub uns: Das möchten die wenigsten!

💡 Insiderwissen

Einige Versicherer bieten spezielle Tarife für Kammerberufe an. Die Besonderheit dabei ist, dass in diesen Tarifen auf jegliche Form der Verweisung (abstrakt und konkret) (Tiefenwissen) verzichtet wird.

Abstrakte und konkrete Verweisung bei Berufsunfähigkeit

Bist du berufsunfähig, bekommst du Leistungen aus deiner Berufsunfähigkeitsversicherung. Nun prüft der Versicherer, ob du

  • einen anderen Beruf, der deiner Ausbildung und Lebensstellung entspricht, theoretisch ausüben könntest (abstrakte Verweisung) oder
  • einen anderen Beruf tatsächlich ausübst und dieser deiner bisherigen Lebensstellung entspricht (konkrete Verweisung).

In beiden Fällen stellt der Versicherer die Leistung ein, da du durch die Verweisung nicht mehr als berufsunfähig im Sinne der Bedingungen giltst.

Bemerkst du den Unterschied? Bei der abstrakten Verweisung musst du gar nicht wirklich arbeiten, um keine Leistungen mehr zu erhalten. Es reicht, dass du theoretisch arbeiten könntest. Die konkrete Verweisung ist hingegen nur möglich, wenn du dich tatsächlich aktiv für einen neuen Job entscheidest.

Alle guten Berufsunfähigkeitsversicherungen enthalten heute keine Klausel zur abstrakten Verweisung mehr. Auch wir würden dir niemals eine solche Versicherung empfehlen, denn mit der abstrakten Verweisung kann sich der Versicherer fast immer um seine Leistungspflicht herumdrücken. In alten Verträgen sind solche Klauseln aber durchaus noch zu finden.

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Arbeitsunfähigkeit vs. Erwerbsunfähigkeit

Zwei Begriffe, die immer wieder mit dem der „Berufsunfähigkeit“ verwechselt werden. Die Unterschiede, auf die wir im Tiefenwissen noch genauer eingehen, erläutern wir hier kurz:

  • Arbeitsunfähigkeit: Du bist vorübergehend außerstande, zu arbeiten. Grund dafür ist eine Krankheit oder ein Unfall.
  • Erwerbsunfähigkeit: Du kannst weniger als sechs Stunden pro Tag in irgendeinem Beruf arbeiten (teilweise Erwerbsminderung) oder maximal drei Stunden (volle Erwerbsminderung).

Warum der Staat dich nicht ausreichend absichert!

Die staatliche Absicherung reicht besonders bei Arbeitnehmern und Selbstständigen (Beamte haben hier einen anderen Status) in keiner Weise aus. Warum das so ist, zeigen wir dir hier kurz und genauer im Tiefenwissen:

  • Arbeitnehmer: Kannst du krankheits- oder unfallbedingt nicht arbeiten, zahlt der Arbeitgeber zunächst deinen Lohn weiter (sechs Wochen). Daran schließt sich das Krankengeld an, das von der gesetzlichen Kasse für 72 Wochen gezahlt wird. Kannst du weiterhin nicht arbeiten, bleibt nur noch das Arbeitslosengeld I oder II. Eine Erwerbsminderungsrente bekommst du nur unter den strengen Voraussetzungen des SGB.
  • Selbstständiger: Kannst du nicht mehr arbeiten, geht von heute auf morgen dein gesamtes Einkommen verloren. Die Krankenversicherung sorgt nur für dich, wenn du das Krankengeld mitversichert hast. Es wird nach sechs Wochen für maximal 72 Wochen gezahlt.

Leistungslücken schließen

Generell entspricht das Krankengeld etwa 70-80 Prozent deines früheren Nettoeinkommens. Die Lücke kann jedoch mit einer privaten Krankentagegeldversicherung geschlossen werden. Das Arbeitslosengeld I wird etwa in Höhe von 60-67 Prozent des früheren Einkommens gezahlt. Auch diese Lücke kann geschlossen werden – nämlich mit einer privaten Arbeitslosenversicherung. Die Erwerbsminderungsrente beträgt ca. 15-20 Prozent (teilweise Erwerbsminderung) und ca. 30-40 Prozent (volle Erwerbsminderung) deines früheren Einkommens.

Davon kannst du nicht leben! Während du dich mit dem Krankengeld vielleicht noch „über Wasser“ halten kannst, ist spätestens danach Schluss. Bist du nun mehrere Jahre berufsunfähig und erlischt irgendwann auch das ALG I, bleibt nur noch ALG II (Hartz IV).

💡 Insiderwissen

Entscheide dich mit der Berufsunfähigkeitsversicherung für die „Vollkasko für deine Arbeitskraft“! Falsche Sparsamkeit kann dich deine gesamte Existenz kosten.

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Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Unter bestimmten Umständen kann es vorkommen, dass du einfach keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommst. Das ist etwa der Fall, wenn deine Vorerkrankungen so schwerwiegend sind, dass das Risiko für den Versicherer zu hoch ist. Aber auch von deiner Seite kann eine „Ablehnung“ kommen, etwa einfach aus dem Grund, dass die Beiträge dein monatliches Budget so deutlich übersteigen, dass du dir die Versicherung schlicht nicht leisten kannst.

Damit du zumindest in irgendeiner Weise geschützt bist, solltest du dich nach Alternativen (Tiefenwissen) umsehen. Denkbar sind:

  • BU-Versicherung mit Ausschlüssen: Meist lehnt dich der Versicherer wegen einer bestimmten Krankheit (z.B. Vorschäden am Rücken) ab. Du kannst nun hergehen und mit der Gesellschaft vereinbaren, dass sie nicht leisten muss, wenn du wegen deines Rückens berufsunfähig wirst. Alle anderen Krankheiten, Unfälle und Kräfteverfälle sind aber weiterhin versichert.
  • Grundfähigkeitsversicherung: Hier wird nicht dein letzter Beruf versichert. Stattdessen leistet die Versicherung, wenn „Grundfähigkeiten“ wie Gehen und Treppensteigen verloren gehen.
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Bist du im Sinne der Sozialgesetzbücher erwerbsgemindert, bekommst du zusätzliche Leistungen von dieser Versicherung.

Die Unfallversicherung ist eigentlich keine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Kannst du aufgrund deiner Krankheitsgeschichte aber einfach keine andere Police bekommen, gilt der Grundsatz:

Lieber eine Versicherung abschließen, die nur ein Teil der Risiken abdeckt, als gänzlich auf Schutz zu verzichten!

Echtes Praxiswissen – aus der Praxis, für die Praxis

In den nächsten Zeilen berichten wir dir, vollgepackt mit viel Insiderwissen, aus der Praxis. Du erfährst, wie der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung abläuft und wie du mit oder ohne unsere Hilfe sicherstellst, dass du wirklich nichts vergisst. Klar ist dabei, dass der Fokus auf Antragstellung und Gesundheitsfragen liegt – denn hier lauern die größten Gefahren.

💡 Buchtipp

„Aus der Praxis, für die Praxis“ – das ist auch das Motto von Bastians Spiegel-Bestseller „Total ver(un)sichert: Was du mit 18 über Versicherungen wissen solltest, aber mit 30 immer noch nicht weißt“.

Ablauf beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Aber zurück zum Thema. Wir gehen die relevanten Schritte beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung gemeinsam durch:

  1. Dein Makler: Die Basis eurer Zusammenarbeit ist Vertrauen. Lies Bewertungen über deinen Makler und informiere dich detailliert über ihn. Du solltest dich absolut wohlfühlen und dir sicher sein, dass er der richtige für deine Situation ist!
  2. Analyse: Schaue dir immer den gesamten Markt an. Es gibt endlos viele Berufsunfähigkeitsversicherungen, von denen aber oft nur eine Handvoll wirklich zu dir passt.
  3. Auswahl: Wähle aus den verfügbaren Berufsunfähigkeitsversicherungen mindestens 10 „Vor-Favoriten“ aus. Diese Tarife werden dann miteinander verglichen. Natürlich könntest du auch 20 Policen vergleichen, hier spielt aber auch der Punkt „Effizienz“ eine Rolle.
  4. Anonyme Risikovoranfrage: Frage gemeinsam mit deinem Makler alle 10 Versicherungsgesellschaften an. Nutze dafür unbedingt die anonyme Risikovoranfrage (mehr dazu im Tiefenwissen) und lass bei den Gesundheitsangaben nichts weg. Bei VMK gibt es keinen Abschluss ohne Anforderung der Krankenakte bei der Krankenkasse.
  5. Alle Sachverhalte bedenken: Bist du Privatpatient und hast vielleicht Krankheitskosten mal selbst übernommen? Wurdest du einmal vom Notarzt behandelt? Verschaffe dir hier unbedingt einen Überblick über deine gesamte Krankengeschichte und fordere dazu die Unterlagen der Versicherung, aber auch die deiner Ärzte an. Nichts anderes macht der BU-Versicherer bei der Leistungsprüfung.
  6. Nun bekommst du eine Rückmeldung der angefragten Versicherungsgesellschaften, ob mit deiner Gesundheitsgeschichte eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglich wäre.
  7. Vergleich: Anhand der vorliegenden Angebote kannst du jetzt die wirklich beste Berufsunfähigkeitsversicherung auswählen.

Vergleichst du zu wenig Versicherer miteinander, kann es etwa zu folgender Situation kommen:

Du hattest vor einigen Jahren eine mittlerweile folgenlose Behandlung am Rücken. Drei von drei angefragten Versicherern versichern dich nur, wenn der Rücken vom Versicherungsschutz ausgenommen wird.

Vergleichst du nun aber zehn Versicherer, nimmt dich einer ohne Einschränkungen. Hier ist der monatliche Beitrag zwar um zehn Prozent höher als bei den anderen Gesellschaften, dafür sind aber sämtliche Krankheiten, Unfälle und der Kräfteverfall abgedeckt – womit wir wieder beim Punkt „Vollkasko für die Gesundheit – spare nicht an der falschen Stelle“ wären!

Tiefenwissen zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Erst verstehen, dann versichern

Im Grundwissen hast du dir einen ersten Überblick über wichtige Bausteine in der und Grundlagen rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung verschaffen können. Mit dem Tiefenwissen tauchen wir nun in die namensgebende Tiefe ab und zeigen dir ausführlich und mit vielen Beispielen, auf was es bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ankommt. Ganz nach dem Motto: „Erst verstehen, dann versichern!”.

Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Oft hören wir, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung „ja eh nicht leistet“, „der Job harmlos ist“ oder „Vater Staat ja schon für mich sorgt“. Dass an diesen Aussagen meist nicht viel dran ist, zeigen wir im Artikel anhand vieler Beispiele noch genauer. Grundsätzlich gilt aber für die Berufsunfähigkeitsversicherung derselbe Grundsatz, nach dem du auch deine anderen Versicherungen auswählen solltest:

Kannst oder willst du dir das Risiko, das die Versicherung abdeckt, leisten, ist die Versicherung überflüssig. Kannst oder willst du es dir nicht leisten, ist sie obligatorisch.

Stell dir einfach nur zwei Fragen: Brauche ich mein Gehalt oder kann ich es mir leisten, wenn mein Einkommen wegfällt?

Am Beispiel Berufsunfähigkeit: Kannst du deinem Job nicht mehr nachgehen, ohne erwerbsgemindert zu sein, bekommst du nach einer gewissen Übergangszeit ALG II („Hartz IV“). Hast du davor 2.600 Euro netto verdient, musst du durch die Berufsunfähigkeit auf rund 2.150 Euro monatlich verzichten – wenn´s blöd läuft, musst du also mit etwa 780 Euro monatlich (inkl. Miete, die das Jobcenter zahlt) leben. Macht es dir nichts aus, wenn dir und früher oder später vielleicht deiner Familie Jahr für Jahr über 25.000 Euro fehlen? Über 40 Arbeitsjahre kommen hier Summen von über einer Million Euro zusammen!

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist im Umkehrschluss und ohne Ausnahmen für jeden Berufstätigen unverzichtbar, der sich den dauerhaften Einkommensausfall oder eine deutliche Minderung des Einkommens nicht leisten könnte!

Wer braucht keine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung braucht, ergibt sich aus dem Umkehrschluss des vorherigen Absatzes. Hast du ein hohes Vermögen, von dessen Erträgen du leben kannst, bist du im Fall der Berufsunfähigkeit dadurch abgesichert. Selbiges gilt für vermietete Immobilien und alle anderen Formen von passiven Einkünften.

Bedenke hier dennoch zwei Dinge:

  • “Ein Partner ist keine Altersvorsorge“ – und auch keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Verlasse dich nur auf Einkommensquellen, die dich tatsächlich für die gesamte (unbestimmte) Dauer der Berufsunfähigkeit absichern!
  • Baust du aktuell Vermögen auf (Daumen hoch!), brauchst du die Berufsunfähigkeitsversicherung weiterhin. Du kannst sie immer noch kündigen, wenn du dein Ziel – etwa die finanzielle Freiheit – erreicht hast, keinesfalls aber vorher.

In diesem Video spricht Basti etwas ausführlicher darüber, warum ein ETF-Depot, das du noch nicht bis zur finanziellen Unabhängigkeit aufgebaut hast, keine BU-Versicherung ersetzen kann.

Bezugsrecht, Versicherungsnehmer und versicherte Person

Zu Beginn ein kurzer Abriss zu Grundbegriffen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung (gilt auch für andere Versicherungen):

  • Versicherungsnehmer: Die Person, die die Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, also den Antrag stellt, unterschreibt und die Beiträge zahlt.
  • Versicherte Person: Die Person, bei der die Berufsunfähigkeit versichert ist (= derjenige, der berufsunfähig werden muss, damit die Versicherung leistet).
  • Bezugsberechtigter: Die Empfängerin oder der Empfänger der Versicherungsleistung, wenn der Versicherungsfall eintritt.

So kannst du beispielsweise als Vater eine Berufsunfähigkeitsversicherung für deinen Sohn abschließen. Wird dein Sohn berufsunfähig, erhält er die monatliche Rente. Er ist bezugsberechtigte und versicherte Person. Du als Vater bist Versicherungsnehmer.

Üblicherweise bist du Versicherungsnehmer, Bezugsberechtigter und Versicherter zugleich. Daher sprechen wir in den nächsten Abschnitten auch ausschließlich von dir. Du solltest nur wissen, dass hier auch andere Konstellationen möglich sind und du deine Kinder etwa schon sehr früh gegen Berufsunfähigkeit versichern kannst, sodass sie sich nicht selbst um die Versicherung kümmern müssen.

Wann liegt eine Berufsunfähigkeit vor?

Kommen wir endlich zu dem Punkt, der in der Berufsunfähigkeitsversicherung die wohl wichtigste Rolle spielt: Der Berufsunfähigkeit selbst. Wir geben dir einen Überblick über die grundsätzliche Definition, einzelne Berufsgruppen und Klauseln, auf die du im Versicherungsvertrag besonders achten solltest.

Definition: Die Berufsunfähigkeit

Eine Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn folgende Voraussetzungen gemeinsam auf dich zutreffen:

  • Du kannst deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr oder nur noch zu maximal 50 Prozent deiner regelmäßigen Arbeitszeit ausüben.
  • Nach ärztlicher Prognose hält dieser Zustand mindestens sechs Monate an.
  • Ursächlich für den „Ausfall“ sind gesundheitliche Gründe, also eine Krankheit oder ein Unfall. Auch „mehr als altersbedingter Kräfteverfall“ ist ein meist versicherter BU-Grund (außer bei einigen alten Tarifen).

„Mehr als altersbedingt“ ist ein Kräfteverfall dann, wenn er nicht dem üblichen Rückgang der Leistungsfähigkeit infolge deines Alters entspricht. Der Versicherer geht hier von Durchschnittswerten aus.

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Es ist völlig egal, wie die Berufsunfähigkeit zustande kommt. Versichert sind alle Krankheiten, Unfälle und der mehr als altersbedingte Kräfteverfall.

Gründe für Berufsunfähigkeit

Daher ist es ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Menschen, die einen ungefährlichen Job (etwa im Büro) ausüben, weniger gefährdet für eine Berufsunfähigkeit sind. In Zahlen sehen die Gründe für eine Berufsunfähigkeit wie folgt aus:

Jeder vierte Berufstätige wird mindestens einmal im Leben berufsunfähig, im Schnitt zahlt der Versicherer die Rente für drei Jahre, oft aber auch bis zum Eintritt der gesetzlichen Rente, aus.

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Quelle: https://www.morgenundmorgen.com/magazin/marktblick/m-m-marktblick-berufsunfaehigkeit-2022

Der Punkt ist klar: Auch und besonders im „harmlosen“ Büro kannst du einen Burnout bekommen. Bist du Raucher oder schlicht gefährdet, wird es einen Tumor nicht interessieren, ob du als Dachdecker oder im Finanzamt arbeitest. Selbiges gilt für Bandscheibenvorfälle und Co.! Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher für alle Berufsgruppen schlicht unverzichtbar, egal, ob dir jemand etwas anderes erzählt oder nicht!

In vielen Versicherungsbedingungen ist geregelt, dass eine Berufsunfähigkeit auch vorliegt, wenn andere außergewöhnliche Umstände eintreten. Dazu gehören etwa:

  • Eine Pflegebedürftigkeit, die ebenfalls voraussichtlich länger als sechs Monate besteht.
  • Eine dauerhafte Bettlägerigkeit oder eine seelische Erkrankung, die einer durchgängigen Betreuung bedarf, wenn sonst eine Gefährdung für andere Menschen besteht.
  • Arbeitsunfähigkeit, wenn sie voraussichtlich länger als sechs Monate anhält.

Punkt drei betrifft die sogenannte „AU-Klausel“. Mit ihr kommst du schneller an deine Berufsunfähigkeitsrente, da es bereits ausreicht, wenn dich dein Arzt für voraussichtlich mehr als ein halbes Jahr krankschreibt. Um die Leistung zu erhalten, reichst du den „gelben Schein“ einfach bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ein.

Beachte, dass es Unterschiede zwischen Arbeits-, Berufs- und Erwerbsunfähigkeit gibt. Auch dazu ein kurzer Überblick:

Unterschied zur Arbeitsunfähigkeit

Die Arbeitsunfähigkeit ist im Entgeltfortzahlungsgesetz und im Sozialgesetzbuch definiert. Nach § 3 Abs.1 EntgFG musst du infolge Krankheit oder Unfall ohne Verschulden an der Arbeitsleistung gehindert sein. Eine Arbeitsunfähigkeit liegt aber auch vor, wenn du einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lässt und dieser nach aktueller Rechtslage legal war.

Als Arbeitnehmer gestaltet sich deine Situation bei Arbeitsunfähigkeit so:

  1. Für sechs Wochen zahlt dir der Arbeitgeber den vollen Lohn weiter.
  2. Ab der siebten Woche endet die Lohnfortzahlung; nun zahlt dir deine Krankenversicherung für maximal 72 Wochen Krankengeld. Insgesamt besteht der Anspruch für 78 Wochen, 6 Wochen davon werden aber bereits durch die Lohnfortzahlung „aufgebraucht“.
  3. Ab der 73. Woche erlöschen deine Ansprüche. Du erhältst nun entweder Arbeitslosengeld (I oder II, je nach Voraussetzungen) oder eine Erwerbsminderungsrente. Sind die Voraussetzungen für beide Sozialleistungen nicht erfüllt, bleibt nur „Hartz IV“.

Der größte Unterschied zur Berufsunfähigkeit: Arbeitsunfähigkeit besteht voraussichtlich nicht dauerhaft, sondern du wirst wieder gesund (Prognose). Stellt der Arzt aber fest, dass du voraussichtlich innerhalb der nächsten sechs Monate nicht mehr gesund wirst, liegt keine Arbeits-, sondern eine Berufsunfähigkeit vor.

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Quelle: https://franzholzapfel.de/achtung-versorgungsluecke-bei-krankheit/

Unterschied zur Erwerbsunfähigkeit

Die Erwerbsunfähigkeit wird im § 43 des Sechsten Buches SGB definiert. Unterschieden wird zwischen voller und teilweiser Erwerbsminderung:

  • Volle Erwerbsminderung: Du kannst maximal null bis drei Stunden pro Tag in irgendeinem Beruf arbeiten.
  • Teilweise Erwerbsminderung: Du kannst maximal drei bis sechs Stunden pro Tag in irgendeinem Beruf arbeiten.

💡 Insiderwissen

Hast du noch nicht mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt, erhältst du keine Erwerbsminderungsrente – egal ob du erwerbsgemindert bist oder nicht (Ausnahmen sind möglich). Vor allem Berufseinsteigern und ehemaligen Selbstständigen drohen hier fatale Folgen!

Der Begriff „irgendeinem“ zeigt bereits: Hier ist nicht dein letzter Beruf versichert. Die Deutsche Rentenversicherung zahlt die Erwerbsminderungsrente tatsächlich nur dann aus, wenn du überhaupt nicht mehr arbeiten kannst.

Viele Menschen denken daher, dass Berufsunfähigkeit gleich Erwerbsunfähigkeit ist. Dem ist allerdings nicht so. Klar ist aber, dass in den meisten Fällen, in denen du erwerbsunfähig bist, auch berufsunfähig bist. Denn wenn du gar keinen Beruf mehr ausüben kannst, ist davon natürlich auch der von dir zuletzt ausgeübte umfasst.

Tipp: Berufsunfähigkeitsversicherungen leisten in der Regel auch, wenn eine Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Denn die Einschränkungen entsprechen meist auch denen, die für eine Berufsunfähigkeit vorliegen müssen.

Die Infektionsklausel

Je nachdem, in welcher Branche du arbeitest, solltest du auf eine sogenannte „Infektionsklausel“ in deinem Vertrag achten. Als Krankenpfleger darfst du beispielsweise nicht mehr auf die Arbeit, wenn dein Arbeitgeber oder die zuständige Behörde wegen einer bestimmten Infektion (z.B. Hepatitis A und E) ein Tätigkeitsverbot ausgesprochen hat (§ 42 IfSG). Da du nicht mehr auf die Arbeit darfst, verlierst du deine Gehaltsansprüche. Du bist aber nicht berufsunfähig, da du praktisch weiterarbeiten kannst, es nur nicht mehr darfst.

Durch die Infektionsklausel der Berufsunfähigkeitsversicherung erkennt der Versicherer das Tätigkeitsverbot dann als Berufsunfähigkeit an, wenn es voraussichtlich für länger als sechs Monate bestehen bleibt. Maßgeblich ist die Entscheidung des Arbeitgebers oder der Behörde; das entsprechende Schriftstück legst du dem Versicherer als Nachweis vor und bekommst die Leistung.

Die Infektionsklausel ist branchenabhängig. Als Unternehmensberater wirst du sie wahrscheinlich nicht benötigen, wohl aber in der Gastronomie oder in medizinischen Berufen. Bedenke aber beim Abschluss deiner Berufsunfähigkeitsversicherung, dass du möglicherweise später in einer dieser Branchen arbeiten wirst. Hast du dann keine Infektionsklausel, darfst du möglicherweise nicht mehr arbeiten, bekommst aber auch kein Geld von deiner Berufsunfähigkeitsversicherung!

Die Infektionsklausel wird vor allem in diesen Branchen benötigt:

  • Gastronomie und Hotelgewerbe
  • Medizinische Berufe
  • Tätigkeiten in der Pflege
  • Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln
  • Kindererzieher und Lehrberufe

Einzelne Berufsgruppen und die Berufsunfähigkeitsversicherung

Je nachdem, welchen Beruf du ausübst, musst du deine Berufsunfähigkeitsversicherung entsprechend ausrichten. Denn nicht du solltest dich an die Versicherung anpassen müssen, sondern ein guter Versicherer passt seine Leistungen an deinen Bedarf an. Wir zeigen die Besonderheiten einiger Berufsgruppen und was es bei der Berufsunfähigkeitsversicherung zu beachten gibt.

Arbeitnehmer

Bist du Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, musst du kaum etwas beachten. Im Wesentlichen haben wir beim Grundwissen bereits alle relevanten Punkte aufgeführt – schau bei Bedarf einfach nochmal nach oben.

Da du als Angestellter später eine gesetzliche und eventuell zusätzliche Betriebs- und Privatrenten erhältst, muss die Berufsunfähigkeitsversicherung die gesamte Zeit bis zum Renteneintritt abdecken. Selbst wenn du vorher finanziell frei bist, die BU-Rente also nicht mehr benötigst, kannst du die Versicherung immer noch kündigen. Von vornherein aber eine zu kurze Laufzeit zu vereinbaren, kann dir im wahrsten Sinne des Wortes auf die Füße fallen!

Selbstständige

Auch wenn du