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Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten – sinnvoll?

Aktualisiert am 5. März 2026

Für Soldaten ist es besonders wichtig, sich gegen Berufs- bzw. Dienstunfähigkeit abzusichern, weil sie einen sehr anspruchsvollen Beruf haben und regelmäßig größeren Gefahren ausgesetzt sind. Da kann es schnell passieren, dass man beispielsweise nach einem Unfall oder einer Erkrankung nicht mehr in der Lage ist, den hohen Anforderungen dieses Berufs gerecht zu werden. Wann ein Soldat als dienstunfähig gilt, welche Dinge bei der Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten unbedingt zu beachten sind und welche Unterschiede es zwischen Berufs- und Zeitsoldaten gibt, erfährst du in diesem Experten-Artikel.

💡 Wichtige Infos auf einen Blick

Alle Infos zur Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten auch im Video

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Was ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten?

Die Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit spezieller Dienstunfähigkeitsklausel, die leistet, sobald ein Arzt der Bundeswehr die Dienstunfähigkeit feststellt – unabhängig davon, ob der Soldat im zivilen Sinne berufsunfähig wäre. Sie ist für Zeitsoldaten unverzichtbar, da sie im Ernstfall kaum staatliche Absicherung haben, und auch für Berufssoldaten in den ersten 5 Dienstjahren sowie bei vorzeitigem Ruhestand sinnvoll.

Welche Ansprüche haben Soldaten im Ernstfall ohne passende Dienstunfähigkeitsversicherung?

Ein Soldat ist dienstunfähig, wenn er aufgrund seines körperlichen und/oder geistigen Zustandes nicht mehr in der Lage ist, seine Dienstpflichten zu erfüllen. Dies muss von einem Arzt der Bundeswehr festgestellt worden sein. 

Ist dies geschehen, wird der betroffene Soldat, wenn er Zeitsoldat (auch Soldat auf Zeit bzw. SaZ genannt) ist, entlassen oder wenn er Berufssoldat ist, in den Ruhestand versetzt.

Im § 44 Abs. 3 Soldatengesetz ist es so formuliert: 

Ein Berufssoldat ist in den Ruhestand zu versetzen, wenn er wegen seines körperlichen Zustandes oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung seiner Dienstpflichten dauernd unfähig (dienstunfähig) ist. Als dienstunfähig kann er auch dann angesehen werden, wenn auf Grund der in Satz 1 genannten Umstände die Wiederherstellung seiner Fähigkeit zur Erfüllung seiner Dienstpflichten nicht innerhalb eines Jahres zu erwarten ist.

Soldaten sind nicht nur wegen der körperlichen, sondern insbesondere auch wegen der psychischen Belastung (u.a. Auslandseinsätze) anfällig für eine Dienstunfähigkeit

Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit bzw. Dienstunfähigkeit kannst du im verlinkten Artikel nachlesen, wobei die Verteilung bei Soldaten abweichend sein kann. Neben einer vollständigen Dienstunfähigkeit ist auch eine Teildienstunfähigkeit möglich.

Soldat auf Zeit hat Anspruch auf Erwerbsminderungsrente

Wird ein Zeitsoldat entlassen, dann wird er in der Regel in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Die Beiträge für seine gesamte Dienstzeit bei der Bundeswehr werden von der Bundeswehr nachgezahlt

Das bedeutet, er hat dann auch Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente vom Staat. Unter zwei konkreten Bedingungen.

Versicherungsrechtliche Voraussetzung

Die erste Voraussetzung ist, dass er mindestens 5 Jahre bei der Bundeswehr gedient hat bzw. insgesamt für 5 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat (5-jährige Wartezeit).

Diese Wartezeit fällt dann weg, wenn der Soldat durch den Wehrdienst erwerbsgemindert wurde (Wehrdienstbeschädigung) und nicht durch zum Beispiel ein Ereignis in der Freizeit. Allerdings bedeutet Dienstunfähigkeit nicht gleich Erwerbsminderung.

Medizinische Voraussetzung

Achtung! Jetzt kommt die zweite Voraussetzung. Vollständig erwerbsgemindert ist man nämlich erst, wenn man täglich nur noch 0 bis weniger als 3 Stunden in irgendeinem Beruf arbeiten kann. Kann man nämlich mindestens 3 Stunden pro Tag in irgendeinem Beruf arbeiten, dann bekommt man schon keine volle Erwerbsminderungsrente mehr.

Lebensstandard ist in Gefahr

Wie du siehst, muss man gesundheitlich extrem stark eingeschränkt sein, um die volle Erwerbsminderungsrente überhaupt zu erhalten. Und selbst dann ist der gewohnte Lebensstandard noch lange nicht garantiert, da diese volle Erwerbsminderungsrente gerade einmal ungefähr 30 bis 40% des letzten Bruttoeinkommens beträgt.

Gegenüber der Bundeswehr hast du im Falle einer Entlassung wegen Dienstunfähigkeit neben der Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung und eventueller Übergangsgebührnisse und Übergangsbeihilfe keine weiteren Ansprüche, die deinen Lebensstandard sichern könnten.

Höhe Übergangsgebührnisse bei Zeitsoldaten

Die Übergangsgebührnisse für Soldaten auf Zeit werden sowohl bei einer Entlassung aufgrund einer Dienstunfähigkeit als auch bei einem normalen Dienstzeitende gezahlt.

Die Höhe liegt bei 75% des letzten Soldes. Die Dauer der Zahlung hängt von der Dienstzeit ab:

Berufssoldat hat Anspruch auf ein Ruhegehalt

Kommen wir nun zum Berufssoldaten. Der erste wesentliche Unterschied zum Zeitsoldaten besteht darin, dass er im Falle einer festgestellten Dienstunfähigkeit nicht entlassen, sondern vorzeitig in den Ruhestand versetzt wird. Das ist aber erst nach 5 Dienstjahren der Fall. Vorher kann auch der Berufssoldat entlassen werden, weshalb die DU-Versicherung in dieser Zeit unumgänglich ist.

Bei einer Dienstunfähigkeit nach mindestens 5 Jahren Dienstzeit erhält der Soldat auf Zeit dann sein Ruhegehalt (was eigentlich als eine Art Altersrente gedacht ist), welches sich durch die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand allerdings für jedes vorzeitige Ruhestandsjahr (vor der eigentlich vorgesehenen Altersgrenze) um 3,6% vermindert

Maximal darf es um 10,8% gemindert werden, auch wenn der Soldat beispielsweise 20 Jahre vor Erreichen der vorgesehenen Altersgrenze in den Ruhestand versetzt wird. Der Versorgungsabschlag entfällt, wenn die Dienstunfähigkeit durch eine Wehrdienstbeschädigung oder einen Dienstunfall entstanden ist.

Höhe Ruhegehalt bei Berufssoldaten

Das ungekürzte Ruhegehalt beträgt 1,79375% pro ruhegehaltsfähigem Dienstjahr, wobei nach 40 Jahren maximal 71,75% (40 * 1,79375) möglich sind. Die Berechnungsgrundlage ist der letzte Sold.

Da die besondere Altersgrenze bei Soldaten bei 53 Jahren liegt und ein Soldat für die vollen 40 Jahre somit mit 13 Jahren in die Bundeswehr eintreten müsste, was unmöglich ist, erhöht sich der Berechnungsprozentsatz um 12,55625%. Somit kann der volle Ruhegehaltsanspruch nach 33 und nicht erst nach 40 Jahren erreicht werden. Das Mindestruhegehalt liegt bei 35%.

Darum brauchen Zeitsoldaten unbedingt eine Dienstunfähigkeitsversicherung

Als Soldat auf Zeit gibt es im Falle einer Dienstunfähigkeit die folgenden drei Möglichkeiten.

  1. Ein Zeitsoldat ist dienstunfähig, wird entlassen (und nachversichert) und ist so extrem gesundheitlich geschädigt, dass er als erwerbsgemindert im Sinne der strengen Bedingungen der gesetzlichen Rentenversicherung gilt, was eher selten der Fall sein wird. Dadurch würde er dann ungefähr 30 bis 40% seines letzten Bruttogehalts erhalten, was nicht wirklich zum Leben reicht.
  2. Ein Zeitsoldat ist dienstunfähig, wird entlassen (und nachversichert) und ist nicht erwerbsgemindert im Sinne der strengen Bedingungen. Er bezieht nun keinerlei Einkommen und muss sich erst mal wieder mühselig ein Standbein aufbauen (sofern er dazu noch körperlich oder mental in der Lage ist), um seinen alten Lebensstandard halten zu können.
  3. Ein Zeitsoldat ist dienstunfähig, wird entlassen (und nachversichert) und hat privat mit einer Dienstunfähigkeitsversicherung für Zeitsoldaten vorgesorgt. Nun erhält er eine Rente, wodurch er im Optimalfall seinen bisherigen Lebensstandard halten und sich in Ruhe um seine Genesung kümmern kann. Eventuell kann er irgendwann auch wieder eine Tätigkeit aufnehmen, welche ihm Spaß macht und im Rahmen seiner Möglichkeiten liegt, ohne sich Sorgen um das finanzielle machen zu müssen. Wobei dann die Leistung wieder eingestellt werden kann, wenn der neue Beruf in etwa dem vorherigen Beruf des Zeitsoldaten hinsichtlich der Lebensstellung entspricht (konkrete Verweisung).

Wie du siehst, ist die Dienstunfähigkeitsversicherung für Zeitsoldaten unverzichtbar.

Sonderfall Freiwillig Wehrdienstleistende

Neben Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten gibt es bei der Bundeswehr auch Freiwillig Wehrdienstleistende. Diese können sich bis zu 23 Monate bei der Bundeswehr verpflichten (auch Auslandseinsätze sind möglich).

In dieser Zeit kann selbstverständlich auch eine Dienstunfähigkeit passieren, wobei die Absicherung ähnlich schlecht bzw. sogar noch schlechter als bei Zeitsoldaten ist

Aus diesem Grund sollten auch Freiwillig Wehrdienstleistende eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten abschließen.

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Dienstunfähigkeitsversicherung ist auch für Berufssoldaten sinnvoll

Trotz Ruhegehaltsanspruch kann eine Dienstunfähigkeitsversicherung auch für Berufssoldaten sinnvoll sein.

Gerade wenn man bedenkt, dass, wenn eine Dienstunfähigkeit eintritt, dies nicht unbedingt im letzten Jahr vor Erreichen der vorgesehenen Altersgrenze geschehen muss, sondern dies auch einige Jahre vorher passieren kann, was mit einer Verminderung des Ruhegehalts verbunden sein kann.

In den ersten 5 Dienstjahren ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung, wie bereits beschrieben, auch für Berufssoldaten unumgänglich, weil noch kein Anspruch auf ein Ruhegehalt besteht.

Vergleichstabelle: Zeitsoldat vs. Berufssoldat

Zeitsoldat (SaZ)Berufssoldat
Bei DienstunfähigkeitEntlassungVersetzung in Ruhestand
Staatliche AbsicherungErwerbsminderungsrente (nur bei strenger EMR-Definition)Ruhegehalt (ab 5 Dienstjahren)
Ruhegehalt✅ ab 5 Jahren Dienstzeit
VersorgungslückeSehr großGering bis mittel
DU-VersicherungMust-haveEmpfehlenswert (bes. erste 5 Jahre)
Verlängerungsoption nötig✅ JaEher nein
Laufzeit bis67 JahreJe nach Dienstgrad 41 bis 55 Jahre

Wann wird eine Leistung aus der Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten fällig?

Zunächst einmal muss man sich bewusst sein, dass eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung für Soldaten nicht ausreicht

Bei einer normalen Berufsunfähigkeitsversicherung wird die vereinbarte Leistung erst ausbezahlt, wenn der zuvor ausgeübte Beruf zu mindestens 50% nicht mehr ausgeführt werden kann. Die abschließende und entscheidende Bewertung des Berufsunfähigkeits-Grades behält sich der Versicherer vor, er hat also das letzte Wort.

In der Praxis bedeutet das Folgendes

Wird ein Zeitsoldat entlassen oder ein Berufssoldat in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, weil ein Arzt der Bundeswehr die Dienstunfähigkeit festgestellt hat, dann kann der Versicherer trotzdem zu dem Ergebnis kommen, dass die 50-prozentige-Berufsunfähigkeit nach seinen Einschätzungen nicht erreicht ist und die Leistung verweigern.

Außerdem kann es sein, dass einige Risiken, die der Soldatenberuf mit sich bringt, ohnehin nicht durch die reine Berufsunfähigkeitsversicherung gedeckt sind, was bedeutet, dass im Ernstfall auch hier die Leistung verweigert werden kann.

Auf Soldatenklausel achten

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung bzw. eigentlich korrekt eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel ist da eindeutig die bessere Wahl

Diese leistet nämlich grundsätzlich, wenn Beamte von ihrem Dienstherrn vorzeitig in den Ruhestand versetzt werden. Soldaten sind zwar keine Beamten, jedoch finden auf sie die meisten beamtenrechtlichen Vorschriften entsprechende Anwendung.

Trotzdem solltest du bei der Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten auf die sogenannte Soldatenklausel achten, die so oder so ähnlich formuliert ist:

Diese Klausel gilt für Soldaten entsprechend. oder Soldaten sind Beamten gemäß dieser Bedingungen gleichgestellt.

Auf die echte Dienstunfähigkeitsklausel für Soldaten kommt es an

Auch ist es extrem wichtig, darauf zu achten, dass die ausgewählte Dienstunfähigkeitsversicherung eine sogenannte echte Dienstunfähigkeitsklausel für Soldaten beinhaltet.

Nur mit so einer Klausel ist die Leistung bei Dienstunfähigkeit gewährleistet. Hier ein Beispiel für eine echte DU-Klausel für Soldaten:

„…Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit gelten als vollständig berufsunfähig, wenn Berufssoldaten vor Erreichen der gesetzlich vorgesehenen Altersgrenze bzw. Soldaten auf Zeit vor Beendigung des Dienstverhältnisses aufgrund des Gutachten eines Arztes der Bundeswehr wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt (bei Berufssoldaten) bzw. entlassen (bei Soldaten auf Zeit) worden sind…“

Durch diese Klausel gilt die Feststellung der Dienstunfähigkeit durch den Arzt der Bundeswehr und die damit verbundene Maßnahme (Entlassung/Ruhestand) als abschließende und entscheidende Bewertung für die Zahlung der vereinbarten Leistung

Eine Überprüfung des Berufsunfähigkeits-Grades durch den Versicherer bleibt erspart und der Soldat hat Anspruch auf die Leistung. Falls die Dienstunfähigkeit durch eine aktive Teilnahme an kriegerischen Ereignissen eingetreten ist, übernimmt der Bund die zugesagte Leistung der Versicherung.

DU-Klausel nicht nur für Soldaten, sondern auch für Beamte

Insbesondere für Soldaten auf Zeit ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Versicherer die DU-Klausel nicht nur für Soldaten, sondern auch für Beamte anbietet

Nach der Zeit bei der Bundeswehr ist selbstverständlich auch eine Beamtenlaufbahn denkbar (bevorzugte Behandlung bei Einstellung wegen Eingliederungsschein bzw. E-Schein), weshalb es ein großes Problem wäre, wenn die DU-Klausel für Soldaten als Beamter nicht mehr gelten würde.

Vorsicht bei unvollständiger DU-Klausel

Vorsicht ist geboten, denn die Klauseln können auch täuschen, wie zum Beispiel diese:

„…wird ein Beamter wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, beurteilt sich die Berufsunfähigkeit des Beamten nach der Anwendung der allgemeinen Absätze…“

Durch die Verweisung auf die „allgemeinen Absätze“ hat wieder der Versicherer das letzte Wort bei der Bewertung der Berufsunfähigkeit und somit auch bei der Entscheidung, ob geleistet wird oder nicht. Das Ganze nennt sich unvollständige DU-Klausel und sollte unbedingt vermieden werden.

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Weitere wichtige Punkte für die Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten

Es gibt noch einige weitere wichtige Punkte, auf die man bei der Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten besser achten sollte.

Verzicht auf abstrakte Verweisung

Der Versicherer sollte unbedingt auf die abstrakte Verweisung verzichten. Ansonsten könnte er im Leistungsfall irgendeinen Beruf aussuchen, den der Dienstunfähige noch ausüben kann und dann auch hier wieder die Leistung verweigern.

Nachversicherungsgarantie

Außerdem ist es sinnvoll, eine Nachversicherungsgarantie im Vertrag zu haben. Dadurch ist gewährleistet, dass die BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung an sich verändernde Lebensbedingungen angepasst werden kann

Zum Beispiel bei Geburt eines Kindes oder bei einem Aufstieg in eine höhere Position mit Gehaltssteigerung.

Laufzeit

Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, bis zu welchem Alter die Versicherung leistet, damit die Leistung nicht schon Jahre vor Beginn der Altersrentenzahlung oder des vollen Ruhegehalts endet.

Für Zeitsoldaten ist es deshalb auch wichtig, dass die Rentenbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung eventuell durch eine Klausel im Vertrag weiterbezahlt werden, ansonsten würde im Alter von der sowieso schon mauen Rente, je nach Zeitpunkt des Eintritts der Dienstunfähigkeit, nicht viel übrigbleiben.

Unterschiede zwischen Berufs- und Zeitsoldaten bei der Laufzeit

Auch gibt es bei der Laufzeit Unterschiede zwischen Berufs- und Zeitsoldaten. 

Soldaten auf Zeit können sich für maximal 25 Jahre verpflichten, wobei die meisten die Bundeswehr schon deutlich früher verlassen. Im Leben nach der Bundeswehr ist das vollendete 67. Lebensjahr für die meisten das frühestmögliche Renteneintrittsalter, weshalb auch die DU-Versicherung bis zu diesem Zeitpunkt laufen sollte.

Berufssoldaten können jedoch deutlich früher in Rente gehen, je nach Dienstgrad bereits mit 55 Jahren (Kampfpiloten sogar bereits mit 41 Jahren), sodass auch die DU-Versicherung nur bis zu diesem Zeitpunkt läuft.

Dieser Fakt erfordert eine gewisse Flexibilität bei der Laufzeit der DU-Versicherung. Wenn ich also als Soldat auf Zeit eine DU-Versicherung mit Endalter 55 abschließe, jedoch kein Berufssoldat werde und nach in der Regel spätestens 12 Jahren die Bundeswehr verlasse, sollte meine Versicherung problemlos ohne erneute Gesundheitsprüfung bis zum Endalter 67 verlängert werden können

Da eine solche Verlängerungsoption nur von wenigen Versicherern angeboten wird, ist eine Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Soldaten von einem Experten unumgänglich.

💡 Besserstellung bei Berufswechsel

Neben der Verlängerungsoption sollte eine gute DU-Versicherung auch die Möglichkeit einer Besserstellung bei Berufswechsel bieten. Der Beruf des Soldaten wird von Versicherern je nach Verwendung als vergleichsweise risikoreich eingestuft. Wenn du nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr einen Bürojob annimmst, sollte dich dein Versicherer in die günstigere Berufsgruppe einstufen, sodass die Kosten für deine BU-Versicherung sinken.

Was kostet eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten?

Die Kosten hängen stark von deiner Verwendung bei der Bundeswehr ab – denn Versicherer stufen Soldaten je nach Einsatzfeld in unterschiedliche Risikoklassen ein. 

Ein Bürosoldat in der Verwaltung zahlt deutlich weniger als ein Infanterist oder Kampfpilot.

Die folgenden Beispielbeiträge gelten für einen 25-jährigen Nichtraucher, 1.500 Euro monatliche DU-Rente:

VerwendungRisikoklasseca. Monatsbeitrag
Verwaltung / StabsdienstMittel55 bis 80 €
Techniker / LogistikMittel bis Hoch70 bis 100 €
Infanterie / KampftruppeHoch90 bis 140 €
KampfpilotSehr hoch120 bis 180 €
Freiwillig WehrdienstleistenderMittel bis Hoch45 bis 75 €

Hinweis: Dies sind Richtwerte. Der tatsächliche Beitrag hängt vom Gesundheitszustand, Versicherer und den genauen Vertragsbedingungen ab.

Warum Soldaten mehr zahlen als Zivilberufe

Soldaten – insbesondere in körperlich oder mental belastenden Verwendungen – werden von den meisten Versicherern in eine höhere Berufsgruppe eingestuft als zum Beispiel Bürokaufleute. Das liegt am erhöhten Risiko durch Auslandseinsätze, körperliche Belastung und psychische Beanspruchung.

Gute Nachricht: Wechselst du nach deiner Zeit bei der Bundeswehr in einen Bürojob oder eine Beamtenlaufbahn, sollte dein Versicherer dich in eine günstigere Berufsgruppe herabstufen – und dein Beitrag sinkt entsprechend. Achte beim Abschluss darauf, dass dein Vertrag eine solche Besserstellung bei Berufswechsel ausdrücklich vorsieht.

Soldaten sollten Dienstunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abschließen

Je früher die Dienstunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, desto besser.

Zum einen ist man in der Regel in jungen Jahren gesünder. Ist man älter, könnte es Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse (zum Beispiel für eine Krankheit) geben.

Zum anderen könnte es Schwierigkeiten beim Abschluss geben, wenn bereits eine Kommandierungsverfügung für einen Auslandseinsatz vorliegt.

Attraktive Vorteile durch den Rahmenvertrag der Bundeswehr

Das Bundesministerium der Verteidigung hat 1962 einen Vertrag mit einigen Versicherungsgesellschaften unter Führung der Deutschen Beamtenversicherung (DBV) geschlossen. 

Dadurch erlangen die Soldaten einige Vorteile, u.a. bei der Dienstunfähigkeitsversicherung für Berufssoldaten und der Dienstunfähigkeitsversicherung für Zeitsoldaten.

Keine unüberlegten Alleingänge bei der DU-Versicherung für Soldaten

Wie bei so einigen Versicherungsfragen ist es auch hier schwierig, pauschale Aussagen zu treffen. Die optimale Absicherung hängt von verschiedensten Faktoren ab. Wesentlich ist schon die Unterscheidung zwischen Berufs- und Zeitsoldaten.

Auch von großer Bedeutung sind die Einsatzfelder und -gebiete (zum Beispiel Auslandseinsätze sollten mitversichert sein). Deshalb ist es eigentlich unumgänglich, für den Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten unbedingt eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Denn wie du gesehen hast, gibt es unzählige Stolperfallen, auch über die echte DU-Klausel, die richtige Laufzeit und die anderen genannten Punkte hinaus.

Die Versicherungsbedingungen, formuliert in feinstem Juristendeutsch, können es echt in sich haben. Und dich im schlimmsten Fall die Zahlung der vereinbarten Rente kosten, was es natürlich unbedingt zu vermeiden gilt.

Neben der Dienstunfähigkeitsversicherung sollten sich Soldaten übrigens auch mit der Diensthaftpflichtversicherung beschäftigen.

Im Video: Weitere wichtige Versicherungen für Soldaten

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Was Kunden über unsere Beratung sagen

Häufig gestellte Fragen

In den ersten 5 Dienstjahren unbedingt – denn in dieser Zeit hast du noch keinen Anspruch auf ein Ruhegehalt. Danach besteht zwar ein Ruhegehaltsanspruch, aber u.a. durch den Versorgungsabschlag von bis zu 10,8% bei vorzeitigem Ruhestand kann trotzdem eine Versorgungslücke entstehen.

Eine normale BU leistet erst, wenn du deinen Beruf zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kannst – und der Versicherer hat das letzte Wort. Eine DU-Versicherung mit echter DU-Klausel und Soldatenklausel leistet bereits dann, wenn ein Arzt der Bundeswehr die Dienstunfähigkeit feststellt und du entlassen oder in den Ruhestand versetzt wirst. Das ist der entscheidende Unterschied.

Das hängt vom Versicherer ab. Wichtig ist, dass die DU-Klausel nicht nur für Soldaten, sondern auch für Beamte gilt – denn nach der Bundeswehr ist eine Beamtenlaufbahn über den Eingliederungsschein ein häufiger Weg.

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