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Uns wird häufig die Frage gestellt: Lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Diese Frage ist natürlich schwer zu beantworten, da du nicht wissen kannst, ob du in deinem Leben jemals berufsunfähig sein wirst. Wir wollen uns jedoch anhand von verschiedenen Zahlen, Daten & Fakten einer Antwort nähern. Let’s go :)

Statistisch wird jeder 4. in seinem Leben berufsunfähig

Die Deutsche Aktuarvereinigung e.V. (DAV) hat diese von Medien und Vermittler häufig zitierte Aussage im Jahr 2018 statistisch belegt. Laut DAV ist diese Aussage schon seit mindestens 20 Jahren zutreffend und das trotz starker Veränderungen in der Arbeitswelt.

Die Anzahl der Menschen, welche in körperlich anstrengenden Berufen arbeiten, ist zwar deutlich rückläufig. Dies hat in der Gesamtheit aber keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden, da sich die Gründe für eine Berufsunfähigkeit verschoben haben.

So nimmt auf der einen Seite der Anteil von Berufsunfähigkeiten aufgrund von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates und Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems ab und auf der anderen Seite nimmt der Anteil von Berufsunfähigkeiten aufgrund von Nervenkrankheiten zu.

Es spielt also kaum mehr eine Rolle in welchem Beruf du arbeitest. Bürojobber sind ebenfalls häufig von einer Berufsunfähigkeit betroffen.

Die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit haben wir in diesem Blogartikel zusammengefasst.

Über 80% der Anträge auf Berufsunfähigkeit werden genehmigt

Oft hört man, dass BU Versicherer im Fall der Fälle sowieso nicht leisten. Doch das stimmt tatsächlich in einem Großteil der Fälle nicht. So hat das Analysehaus Franke und Bornberg in einer Studie belegt, dass im Jahr 2017 über 80% der Anträge auf Berufsunfähigkeit genehmigt wurden.

Knapp unter 20% nicht genehmigte Anträge sind zwar immer noch eine hohe Anzahl und es muss die Frage gestellt werden, warum Versicherer nicht leisten.

Die meisten Ablehnungen gingen auf fehlende Leistungsvoraussetzungen (keine 50% Berufsunfähigkeit) oder einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht zurück. Bei letzterem Grund hat der Versicherte bei Antragsstellung die Gesundheitsfragen nicht wahrheitsgemäß beantwortet, sodass der Versicherer im für den Versicherten schlechtesten Fall nicht leisten muss. Und das ist auch völlig richtig so. Hier möchten wir nochmal ausdrücklich auf die Wichtigkeit der wahrheitsgemäßen und gewissenhaften Beantwortung der Gesundheitsfragen hinweisen.

Ferner ist es tatsächlich so, dass viele Anträge von Antragsstellern nicht weiter verfolgt werden, wenn vom Versicherer Rückfragen gestellt werden. Hier stellt sich die Frage, ob diese Personen tatsächlich berufsunfähig waren? Denn warum sollte man so ein wichtiges Thema nicht weiter verfolgen, wenn man tatsächlich berufsunfähig ist?

Vielleicht wollten diese Personen jedoch einfach nur austesten, ob der Versicherer trotzdem leistet. Wir finden: keine gute Idee.

3,9 Mrd. Euro BU-Leistungen

Im Jahr 2019 wurden laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 3,9 Mrd. Euro an BU-Leistungen ausgezahlt. Diese Zahl klingt nicht so, als ob BU Versicherer sowieso nicht leisten.

Wann lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Anhand der dargestellten Zahlen, Daten & Fakten hast du hoffentlich schon einen guten Eindruck gewonnen, ob sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt oder nicht. Doch wir wollen das Ganze noch an einem konkreten Beispiel mit echten Zahlen weiterführen.

Ein 30-jähriger gesunder Unternehmensberater schließt eine BU-Rente von 2000 Euro mit dem Endalter 67 ab. Der Vertrag hat also eine Laufzeit vom 37 Jahren.

Bei einem guten Versicherer liegt der Monatsbeitrag bei 80,23 Euro.

Dieser Monatsbeitrag auf 37 Jahre ergibt eine Gesamtsumme von 35.622,12 Euro (Dynamik außen vor gelassen, um die Rechnung zu vereinfachen).

Wie lange muss diese Person berufsunfähig sein, damit sich die Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt?

Bei 2.000 Euro BU-Rente im Monat bekommt diese Person 24.000 Euro BU-Rente im Jahr. Bei 2 Jahren Berufsunfähigkeit sind das 48.000 Euro. Diese Person hätte bei einer Berufsunfähigkeit von 2 Jahren also bereits ein Plus von ca. 12.000 Euro gemacht.

Da Berufsunfähigkeiten langfristig sind, ist 2 Jahre keine außergewöhnlich lange Zeit.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat sich in diesem Beispiel, also bereits ab einer Berufsunfähigkeit von 2 Jahren gelohnt.

Selbstverständlich können die Zahlen bei anderen Voraussetzungen (schlechtere Berufsgruppe, höheres Eintrittsalter, etc.) anders aussehen. Doch wir hoffen, dass die Grundaussage mit diesem Beispiel klar wird.

Doch was ist, wenn ich gar nicht berufsunfähig werde?

Auch diese Frage wollen wir beantworten. In diesem Fall kannst du erstmal froh sein, denn du bist nicht Berufsunfähig geworden.

Und ja, du hast keine Leistung von der Versicherung erhalten.

Aber du hast dir durch den Beitrag eine Sicherheit für deine Existenz eingekauft und konntest dadurch ein entspannteres Leben führen. Und das ist unserer Meinung nach viel Wert.