In diesem Experten-Artikel wirst du erfahren, worauf es bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige und Freiberufler ankommt. Als Selbstständiger, Unternehmer und Freiberufler bist du für deine Absicherungen in der Regel selbst verantwortlich. Das macht die Arbeitskraftabsicherung für dich als Selbstständigen fast noch wichtiger als für einen Angestellten.

Wichtige Infos auf einen Blick

  • Selbstständige und Freiberufler, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, haben keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.
  • Versorgungswerke bieten in der Regel keine ausreichende Arbeitskraftabsicherung.
  • Achte bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige unbedingt auf eine gute Umorganisationsklausel.
  • Ab einer BU-Rente von 1.500 Euro ist häufig eine Prüfung der finanziellen Angemessenheit nötig.
  • Eine BU-Rente über 2.500 Euro erfordert in der Regel einen ausführlichen Medizincheck.

Alle Infos zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige auch im Video

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Warum brauchen Selbstständige eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Als Selbstständiger hast du in den ersten 5 Jahren deiner Selbstständigkeit die Möglichkeit, verbindlich darüber zu entscheiden, ob du dich freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichern lässt. Das Ganze nennt sich Pflichtversicherung auf Antrag und ist in § 4 Abs. 2 SGB VI geregelt.

Die wenigsten Selbstständigen entscheiden sich dafür und sorgen privat vor. Einige Berufsgruppen sind vermeintlich über dazugehörige Versorgungswerke abgesichert.

Die Frage ist, ob du im Fall der Fälle ausreichend abgesichert bist.

Viele Selbstständige zahlen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein

Die größte Gruppe der Selbstständigen ist nicht freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und gehört auch keinem Versorgungswerk an. Dadurch besteht in der Regel kein Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente.

Der Träger dieser Absicherung ist nämlich die Deutsche Rentenversicherung. Außerdem genießt du in diesem Fall nicht einmal Versicherungsschutz über die gesetzliche Unfallversicherung. Wenn du also aus gesundheitlichen Gründen oder in Folge eines Unfalls berufsunfähig wirst, dann sind sowohl du als auch deine Firma in ihrer Existenz bedroht. Das, was dann vielleicht noch bleibt, ist die Grundsicherung. Wie du es drehst und wendest. Wenn du dich hier auf den Staat verlässt, dann bist du selbst schuld.

Stell dir hierzu einfach vor, dass du von heute auf morgen über mehr als ein halbes Jahr hinweg kein Geld einnimmst. Für die meisten Selbstständigen bedeutet dies den finanziellen Ruin.

Anspruch auf Erwerbsminderungsrente durch freiwillige Pflichtversicherung

Manche Selbstständige sind freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, wodurch ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente besteht. Was die genauen Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente sind und weshalb diese Rente im Ernstfall nicht ausreichend ist, haben wir im verlinkten Artikel ausführlich erläutert.

In Kurzfassung erhältst du die teilweise Erwerbsminderungsrente nur, wenn du egal in welchem Beruf nur noch weniger als 6 Stunden arbeiten kannst. Dieser hat mit deiner aktuellen Tätigkeit nichts zu tun. Nur wenn du noch weniger als 3 Stunden arbeiten kannst, erhältst du die volle Erwerbsminderungsrente.

Wenn du als Selbstständiger nicht freiwillig pflichtversichert bist, sondern nur freiwillig Beiträge einzahlst, besteht übrigens in der Regel kein Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. Dieser Unterschied sollte dir klar sein.

Wie hoch ist die Erwerbsminderungsrente?

Die Höhe der vollen Erwerbsminderungsrente liegt bei ca. 30-40% deines letzten Bruttoeinkommens und die Höhe der teilweisen Erwerbsminderungsrente liegt bei der Hälfte, also bei ca. 15-20%.

Absicherung über Versorgungswerke

Die Chance, eine Berufsunfähigkeitsrente von einem Versorgungswerk zu erhalten, ist unfassbar gering. In diese Gruppe fallen beispielsweise Ärzte, Zahnärzte, Architekten, Künstler, Ingenieure, Anwälte und Steuerberater. Hier wird ein noch strengerer Maßstab angesetzt als bei der staatlichen Erwerbsminderungsrente. Berufsunfähig bist du nach Definition der meisten Versorgungswerke erst, wenn du deinen Beruf zu 100% nicht mehr ausüben kannst.

Das heißt in vielen Bundesländern, dass du als Anwalt oder Steuerberater sogar deine Zulassung verlieren musst. Als Arzt ist das in etwa gleichbedeutend mit der gezwungenen Rückgabe deiner Approbation.

Abstrakte Verweisung möglich

Hier wird in der Regel „abstrakt“ geprüft, ob du deine Fähigkeiten noch in irgendeiner Form einbringen kannst. Das kann z.B. „nur noch“ eine lehrende oder forschende Tätigkeit in diesem oder einem verwandten Bereich sein. Die genauen Regelungen unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern meist im Detail.

Darum brauchen Selbstständige eine Berufsunfähigkeitsversicherung

In keinem der genannten Fälle bist du wirklich besonders gut abgesichert. Das heißt, dass wir hier wirklich von einer Existenzbedrohung sprechen können. Nicht nur für dich und deine Familie, sondern womöglich auch für deine Firma. Deshalb ist eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige fast noch wichtiger als für Arbeitnehmer.

Wann ist ein Selbstständiger berufsunfähig?

Bei einem Selbstständigen ist es nicht so einfach, wie bei einem Angestellten die Berufsunfähigkeit nachzuweisen. Die klassische Definition des Begriffs der Berufsunfähigkeit lautet bei den meisten Versicherern:

Man gilt als berufsunfähig, wenn man seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit qualitativ oder quantitativ nur noch zu weniger als 50% ausüben kann. Und das für einen Prognosezeitraum von mindestens 6 Monaten.

Solo-Selbstständiger und Freiberufler

Bei einem Solo-Selbstständigen und Freiberufler ist der Nachweis noch relativ unkompliziert. Du arbeitest selbst und hast niemanden an den du Dinge delegieren könntest. Wenn du die oben genannte Definition erfüllst, bekommst du die Berufsunfähigkeitsrente.

Du hast natürlich Freiräume, weil du selbst entscheidest, was du wann und wie tust. Hier muss dann nachvollziehbar dargelegt werden, dass du aus gesundheitlichen Gründen zu mehr als 50% nicht mehr weiterarbeiten kannst.

Dabei wird nicht nur dein Gesundheitszustand geprüft, sondern insbesondere, ob du mit diesem Gesundheitszustand deine maßgeblichen Tätigkeiten zu mehr als 50% weiterführen kannst.

Geschäftsführer

Bei Geschäftsführern erfolgt die Einstufung anhand der zuletzt ausgeübten tatsächlichen Tätigkeit. Faktoren sind hierbei der Anteil der Reisetätigkeit, der Anteil der administrativen Tätigkeiten und ob du im Betrieb selbst noch mitarbeitest. Das heißt im Beispiel eines Handwerkers, ob du noch selbst Hand anlegst.

Wichtig ist im Falle der Berufsunfähigkeit die Umorganisationsklausel. Diese wird nämlich maßgeblich darüber entscheiden, ob du die BU-Rente ausgezahlt bekommst oder nicht. Je mehr Mitarbeiter du hast, desto mehr kannst du delegieren. Gegebenenfalls kannst du immer noch als Geschäftsführer tätig sein, ohne nach wie vor alle vorherigen Tätigkeiten ausführen zu können. Das ist hochgradig individuell und muss im Einzelfall geprüft werden.

Wichtige Klauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige

Die wichtigste besondere Klausel bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige ist die Umorganisationsklausel. Sie entscheidet maßgeblich darüber, ob du eine BU-Rente ausgezahlt bekommst. Auf diese gehen wir gleich noch einmal im Detail ein. Vorab noch ein paar andere wichtige Punkte.

Infektionsklausel

Als Arzt, Tierarzt oder Zahnarzt ist eine gute Infektionsklausel ein absolutes Muss. Dies gilt u.a. auch für Selbstständige aus der Lebensmittelbranche. Diese Klausel ergänzt den BU-Schutz um einen weiteren Leistungsauslöser. Das heißt, ein Ereignis, was zur Auszahlung der BU-Rente führt. Am Beispiel eines Arztes wird das Ganze deutlicher.

Beispiel für die Infektionsklausel

Ein Arzt ist im ständigen Kontakt mit Patienten und dadurch ein Multiplikator von Krankheiten. Und das gerade bei Personen, die schon vorher angeschlagen sind oder unter einem erhöhten Risiko leiden. Es ist möglich, dass dieser Arzt nach dem Infektionsschutzgesetz ein Berufsverbot erteilt bekommt. Auch wenn er körperlich problemlos noch in der Lage wäre zu arbeiten.

Die Infektionsklausel sorgt dafür, dass das Berufsverbot in Folge der Infektion als Leistungsauslöser gewertet wird. Sie ist bei den Top-Versicherern in der Regel enthalten. Trotzdem solltest du dir das im Einzelfall nochmal bestätigen lassen, wenn du in die besagten Berufsgruppen fällst.

Nachversicherungsgarantie

Ebenfalls wichtig sind gute Bedingungen bezüglich der Nachversicherungsgarantie. Diese ermöglicht es dir, ohne erneute Gesundheitsprüfung die Absicherung zu erhöhen, wenn deine Lebensumstände dies erfordern. Beispiele für solche Auslöser können Heirat, Scheidung, die Geburt eines Kindes oder der Bau eines Hauses sein.

Umorganisationsklausel für Selbstständige

In irgendeiner Form haben fast alle Versicherer die Umorganisationsklausel eingeschlossen. Der Teufel steckt hier im Detail.

Der Versicherer ist durch diese Klausel dazu berechtigt, dich aufzufordern, deinen Betrieb umzuorganisieren. Im Optimalfall verzichtet der Versicherer darauf, dass du den Betrieb umorganisieren musst. Das ist aber extrem selten. Schwammige Formulierungen sind hier nicht unüblich. Gute Versicherer definieren aber klar, wann eine Umorganisation für dich zumutbar ist.

Was ist mit Zumutbarkeit gemeint?

Der Begriff der Zumutbarkeit ist in vielen Versicherungsbedingungen nicht klar definiert. Ein Beispiel soll veranschaulichen, was der Versicherer im Worst-Case bei schlecht ausformulierten Bedingungen machen darf.

Der Besitzer eines Food-Trucks muss jeden Tag frische Ware einkaufen. Er erleidet eine Knieverletzung, durch die er sich nicht mehr bücken kann und dadurch auch die schweren Kisten nicht mehr anheben kann. Im Grunde ist er dann berufsunfähig.

Jetzt ist es vielen Versicherern erlaubt, dich zur Umorganisation zu bewegen. Um den Betrieb weiterzuführen, könnte der Versicherer vorschlagen, einen Minijobber einzustellen, der diese Arbeit für ihn erledigt. Die BU-Rente muss dann nicht gezahlt werden.

Genau sowas hängt aber von den Bedingungen ab. Vielleicht ist die geforderte Umorganisation aus deiner Sicht schwachsinnig.

Zwei Arten von Versicherern bei der Umorganisationsklausel

Grob kann man die Versicherer aus dieser Perspektive in zwei Gruppen einteilen.

Fall 1: Der Versicherer hat klar definierte Bedingungen (Top-Schutz)

Er zahlt die BU-Rente nur dann nicht, wenn diese nicht erfüllt sind. Marktüblich werden Einkommensreduzierungen von weniger als 20% als zumutbar definiert. Für den einen ist das kein Problem. Für den anderen funktioniert das aber schon nicht mehr. Zudem sind auch die zwei weiter unten erklärten Punkte für Akademiker und kleine Betriebe vertraglich festgeschrieben.

Fall 2: Keine klar definierte Umorganisationsklausel (viel Interpretationsspielraum)

Das ist nur im Sinne des Versicherers. Dieser kann dich immer wieder dazu anhalten, dich umzuorganisieren, wenn er es für zumutbar hält. Natürlich nur im Rahmen der gesetzlichen Schranken. Wenn ein Versicherer sich innerhalb dieser Schranken aber frei bewegen und diese nach Belieben ausnutzen kann, ist das nicht unbedingt verbraucherfreundlich. Hiervon raten wir Selbstständigen dringend ab. Solche Tarife fliegen einem spätestens im Leistungsfall um die Ohren.

Worum geht es in erster Linie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wenn du wirklich berufsunfähig werden solltest, zählt für dich nur eins, nämlich, dass der Versicherer zahlt. Diese Klausel kann je nach Definition aber ein Hintertürchen für den Versicherer darstellen, dass er dir die Rente nicht zahlt. Sei clever und achte darauf, dass dieses Hintertürchen bei deiner Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige geschlossen ist.

Auch Personen, die sich vorstellen können, sich eventuell irgendwann mal selbstständig zu machen, sollten beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auf diese Klausel achten. Was kann nämlich passieren, wenn du die Versicherung erst neu abschließt, wenn es soweit ist? Es kann sein, dass durch neue Krankheiten Zuschläge fällig werden oder du komplett abgelehnt wirst.

Verzicht auf Umorganisation bei Akademikern

Einige Versicherer verzichten auf die Prüfung der Umorganisation. Nämlich dann, wenn du einen akademischen Abschluss hast und zu min. 90% administrative Tätigkeiten ausübst. Das ist ein kleiner Bonus, den du anderen gegenüber hast, wenn du einen solchen Abschluss in der Tasche hast.

Verzicht auf Umorganisation bei weniger als 5 Mitarbeitern

Einige Versicherer verzichten auch auf die Prüfung, falls der Betrieb einschließlich des Geschäftsführers aus maximal 4 Personen besteht. Wenn das vertraglich ausformuliert ist, dann hat unser Food-Truck-Chefkoch aus unserem Beispiel auch keine Probleme.

Umorganisationshilfe

Einige Versicherer haben vertraglich eine Umorganisationshilfe festgelegt. Das heißt, dass sie dich finanziell bei der Umorganisation unterstützen. Beispielhaft könnten dies 6 Monatsrenten sein. Diese erhältst du als Unterstützung in Form einer Einmalzahlung. Hier gibt es von Versicherer zu Versicherer unterschiedliche Höchstgrenzen. Eine mögliche Höchstgrenze könnte hier 12.000 Euro sein.

Dies kann durchaus sinnvoll sein. Als Selbstständiger hast du in der Regel eine (vergleichsweise) hohe Motivation, den Betrieb weiterzuführen. Wenn das mit dieser Hilfe möglich ist, wirst du im Nachgang sicher dankbar sein.

Auch im Video: Umorganisationsklausel in der BU

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Wie hoch sollte die BU-Rente für Selbstständige sein?

Als hauptberuflicher Selbstständiger bzw. Freiberufler verdienst du schnell deutlich mehr als ein durchschnittlicher Angestellter. Das bedeutet aber auch gleichzeitig, dass du vermutlich einen relativ gesehen hohen Lebensstandard hast.

Wie viel BU-Rente brauche ich überhaupt als Selbstständiger?

Die Frage zur Höhe der BU-Rente muss bei jedem individuell beantwortet werden.

Wenn von heute auf morgen alle Einnahmen wegfallen würden, was bräuchtest du monatlich mindestens für ein würdevolles Leben? Du kennst deine Fixkosten. Miete, Auto, Familie, Essen und noch vieles mehr. Mit Sicherheit willst du auch noch „leben“. Urlaube und Unternehmungen sind bei den meisten Fällen von Berufsunfähigkeit noch möglich. Du sollst dein Leben trotzdem auch weiterhin in Würde gestalten können. Missverstehe die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht als Absicherung der Minimalexistenz. Sowohl du als auch deine Familie werden dir im Leistungsfall danken.

Versicherungen als Selbstständiger

Vergiss bitte nicht, dass du als Selbstständiger auch allein für die Beiträge deiner Versicherungen verantwortlich bist. Dazu zählen insbesondere auch Beiträge zur privaten Krankenversicherung und auch deine private Altersvorsorge. Außerdem wirst du mit Sicherheit auch nicht aufhören wollen, monatlich Geld zur Seite zu legen und dir ein Vermögen aufzubauen. Wenn du deine Sparquote in diesen zwei Bereichen auf 0 Euro runter schraubst, verschiebst du die finanzielle Katastrophe nur in Richtung Rente. Das ist keine adäquate Lösung. Auch das sollte deine BU-Rente auffangen können.

Hier ist man sehr schnell bei 2.000 Euro aufwärts, um weiterhin ein würdevolles Leben führen zu können. Oft liegt der Bedarf sogar deutlich darüber.

Grundvoraussetzung für BU-Rente über 1.500 Euro

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige und Freiberufler gibt es folgende Hürde. Ab einem Betrag von 1.500 Euro monatlicher Rente ist eine individuelle finanzielle Angemessenheitsprüfung notwendig. Bei einigen Versicherern kann diese Grenze variieren. Dafür gibt es einen extra Fragebogen, den du ausfüllen musst. Hier sind einige Punkte zu beachten.

BU-Rente für Selbstständige über 2.500 Euro monatlich absichern

Ab dieser Grenze wird es etwas komplizierter. Willst du bei einem Versicherer eine Berufsunfähigkeitsrente von über 2.500 Euro monatlich abschließen, ist (oftmals) eine medizinische Untersuchung notwendig. Hier reicht der klassische Bogen mit Gesundheitsfragen nicht mehr aus. Daraus ergibt sich auf dem klassischen Wege ein Nachteil.

Achtung bei Medizincheck

Wenn du tatsächlich den Medizincheck machst, kann es passieren, dass dabei Krankheiten diagnostiziert werden, von denen du bis dato nichts wusstest. Einerseits natürlich gut, dass du es dann weißt. Andererseits kann dies bedeuten, dass es einen Risikozuschlag gibt oder du sogar abgelehnt wirst. Dann stehst du, wenn es blöd läuft, ganz ohne Schutz da.

Optionen, um den Medizincheck zu umgehen

Es gibt hier mehrere Optionen, die du ziehen kannst, um trotzdem eine ausreichende Rente abzusichern. Und zwar ohne zu riskieren, komplett ohne Schutz dazustehen. Hier ist aber eine klare Strategie je nach Bedarf notwendig. Alleingänge können im Bereich Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige böse enden. Gerade wenn man sich in einer Größenordnung der BU-Rente von 2.500 Euro und höher bewegt.

Eine mögliche Strategie, um eine BU-Rente über 2.500 Euro ohne ausführliche ärztliche Untersuchung abzusichern, ist es, zwei oder mehrere Berufsunfähigkeitsversicherungen bei verschiedenen Versicherern abzuschließen. Bei einem Bedarf von 4.000 Euro kannst du z.B. zwei Verträge mit jeweils 2.000 Euro abschließen, vermeidest so den Medizincheck und profitierst zudem von doppelten Nachversicherungsgarantien.

Zentrales Speichern der Ablehnung

Falls es doch zu einer Ablehnung kommen sollte, wird diese zentral für alle Versicherer sichtbar gespeichert. In das sogenannte Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft (HIS) schauen alle Gesellschaften vor Abschluss eines neuen Vertrages immer rein. Das kann das Todesurteil für deinen Berufsunfähigkeitsschutz sein. Die meisten Versicherer machen sich gar nicht die Arbeit sich deinen Antrag genauer anzuschauen, wenn du bereits woanders abgelehnt wurdest (Hinweis: mittlerweile arbeiten nicht mehr alle BU-Versicherer mit dem HIS zusammen).

Anonyme Risikovoranfrage

Verhindern kannst du dies mit einer anonymen Risikovoranfrage. Hierbei werden deine Daten nirgendwo gespeichert und du kannst bei verschiedenen Versicherern anfragen, ob und zu welchen Konditionen diese dich versichern.

Fazit zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige

Wir hoffen, dass wir für dich mit diesem Artikel etwas Licht ins Dunkel bringen konnten. Für Selbstständige ist die Berufsunfähigkeitsversicherung streng genommen die einzige Möglichkeit, die Arbeitskraft wirklich in umfassendem Maß abzusichern.

Gerade als Selbstständiger kannst du dich nicht darauf verlassen, dass der Staat dich in irgendeiner Form auffängt.

Für den Abschluss solltest du dir einen Experten an deine Seite holen, der alle wichtigen Punkte mit dir durchspricht. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Tarif zu dir passt. Und vermieden werden, dass du für den Tarif passend gemacht wirst.

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