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Erwerbsminderungsrente - Der ultimative Guide (2020)

Die staatliche Erwerbsminderungsrente. Die meisten Menschen verbinden damit eine ausreichende Leistung, die man vom Staat bekommt, wenn man in seinem Beruf nicht mehr arbeiten kann. Die Realität sieht leider aber tatsächlich ganz anders aus. In diesem Experten-Artikel erfährst du alles, was man über die Erwerbsminderungsrente wissen muss. Wir erklären dir, wie die Erwerbsminderungsrente funktioniert und wer Anspruch auf sie hat. Ebenso zeigen wir dir, welche Leistungen man aus einer Erwerbsminderungsrente erhalten kann und welche private Absicherung du dennoch unbedingt zusätzlich haben solltest.

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Alle Infos auch im Video (11 Minuten)

Was leistet die Ewerbsminderungsrente?

Sollte der Leistungsfall eintreten, erhältst du von der gesetzlichen Rentenversicherung eine volle oder teilweise Erwerbsminderungsrente. Das gilt natürlich nur,  wenn du alle dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllst. Wir gehen im Verlauf noch näher auf diese Voraussetzungen ein. 

Diese Rente wird dann monatlich an dich ausgezahlt. Die Höhe deiner möglichen aktuellen Erwerbsminderungsrente kannst du aus deiner jährlichen Renteninformation herauslesen.

Welche Arten von Erwerbsminderungsrenten gibt es?

Hier findet eine Unterteilung in teilweise oder volle Erwerbsminderungsrente statt. Nachfolgend erklären wir dir, welche Voraussetzungen für den Erhalt der teilweisen, bzw. vollen Erwerbsminderungsrente gegeben sein müssen.

 

Teilweise Erwerbsminderungsrente

Eine teilweise Erwerbsminderung liegt dann vor, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nur noch 3-6 Stunden am Tag arbeiten kannst. Dabei ist dein zuletzt ausgeübter Beruf unerheblich. Sobald du noch mindestens drei und nur noch höchsten sechs Stunden täglich in irgendeinem Beruf arbeiten kannst, bist du teilweise erwerbsgemindert. 

 

Volle Erwerbsminderungsrente

Die volle Erwerbsminderungsrente erhältst Du, wenn du täglich nur noch maximal 0-3 Stunden in irgendeinem Beruf arbeiten kannst. 

 

Hürden für eine Leistung sind sehr hoch

Hier wird schon der erste große Schwachpunkt sichtbar. Wie schwer musst du erkrankt sein, damit du allein diese Voraussetzung erfüllst? Der Beruf der hier als Maßstab genommen wird hat mit deinem aktuellen Job nichts am Hut. Wenn es in Deutschland irgendeinen Job gibt, den du noch länger als 6 Stunden ausüben könntest, dann gehst du leer aus. Es ist dabei egal, wie viel Lust du auf diesen Job hättest. Dabei ist es übrigens auch unerheblich, ob auch tatsächlich gerade ein Job frei ist oder nicht.

Wenn du diese und alle anderen (weiter unten aufgeführten) Voraussetzungen erfüllst, dann erhältst du eine entsprechende Rente der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch wenn ich hier jetzt schon vorweg greife: Besonders hoch ist selbst die volle Erwerbsminderungsrente nicht. Aber dazu gleich mehr.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein für einen Anspruch?

Um eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten musst du (neben den bereits genannten maximal möglichen Arbeitsstunden pro Tag) folgende Voraussetzungen erfüllen:

 

Medizinische Voraussetzungen

Wenn du wegen Krankheit oder Behinderung nicht mehr mindestens sechs Stunden am Tag in irgendeinem Job arbeiten kannst, erfüllst du die medizinische Voraussetzung für eine Erwerbsminderungsrente. Ob du voll oder teilweise erwerbsgemindert bist hängt von der Anzahl der Stunden ab, die du täglich noch arbeiten könntest. Du musst diese Voraussetzungen mindestens 6 Monate lang erfüllen. 

 

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen

Du musst die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllen, um die Erwerbsminderungsrente zu erhalten. Das heißt, dass du mindestens 5 Jahre lang versichert gewesen sein musst. 

 

besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung

Die sogenannte “besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung” muss auch erfüllt sein. Das bedeutet, dass du innerhalb der letzten fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre (36 Monate) Pflichtbeiträge gezahlt hast. 

 

Es gibt hier aber auch noch andere anrechnungsfähige Zeiten, beziehungsweise Möglichkeiten, die allgemeine Wartezeit vorzeitig zu erfüllen:

 

weiterhin anrechenbare Zeiten

Beitragszeiten (Pflichtbeitragszeiten, unter bestimmten Voraussetzungen zum Beispiel auch Zeiten des Bezuges von Krankengeld, Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II – vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2010 – oder Übergangsgeld, Zeiten der Kindererziehung, Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege, freiwillige Beitragszeiten)

 

Ersatzzeiten ( beispielsweise Zeiten der politischen Verfolgung in der DDR )

 

sowie Zeiten aus

Versorgungsausgleich bei Scheidung

 

Zuschlägen für eine geringfügige Beschäftigung (vor 2013 versicherungsfreier 400-Euro-Job, ab 2013 von der Versicherungspflicht befreiter 450-Euro-Job)

 

Rentensplitting

 

Vorzeitige Erfüllung der allgemeinen Wartezeit möglich

Du hast die allgemeine Wartezeit eventuell schon vorzeitig erfüllt, wenn einer der folgenden Punkte erfüllt ist:

→ Wenn die Ursache für deine geminderte Erwerbsfähigkeit ein Arbeitsunfall, eine Berufskrankheit, eine Wehrdienst- oder Zivildienstbeschädigung ist, dann ist dies der Fall. Ein einziger Beitrag reicht hierfür aus. Bei einem Arbeitsunfall oder Berufskrankheit als Ursache allerdings nur, wenn du während des Eintritts der Erwerbsminderung auch versicherungspflichtig warst. Falls nicht, musst du in den letzten zwei Jahren mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge gezahlt haben. 

 

→ Wenn du vor Ablauf von sechs Jahren nach Beendigung  einer Ausbildung voll erwerbsgemindert geworden bist und in den letzten zwei Jahren vorher mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit gezahlt hast, ist das auch der Fall. Der Zeitraum von zwei Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung verlängert sich um Zeiten einer schulischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres, längstens jedoch um siebe Jahre.

 

Erhalt einer Erwerbsminderungsrente ist an viele verschiedene Voraussetzungen gebunden

Schaut man sich alle Voraussetzungen an stellt man fest, dass es gar nicht so einfach ist die Erwerbsminderungsrente zu erhalten. Nicht unmöglich, aber auf keinen Fall selbstverständlich. 

Wer hat alles einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente?

Anspruch haben alle diejenigen, die die oben genannten Voraussetzungen erfüllen. Dabei musst du in den letzten fünf Jahren rentenversicherungspflichtig gearbeitet haben und mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet haben. Wenn du diese allgemeine Wartezeit wie eben beschrieben anderweitig vorzeitig erfüllt hast, besteht auch Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Alles natürlich unter der Voraussetzung, dass du gesundheitlich nach Definition auch erwerbsgemindert bist. Wenn du durchgängig ohne längere Fehlzeiten für ein Unternehmen gearbeitet hast, dann hast du als Arbeitnehmer einen Anspruch. 

 

Für einen Anspruch muss es dir echt schlecht gehen

Damit du aus gesundheitlicher Perspektive erwerbsgemindert bist, muss es dich wirklich richtig heftig treffen. Ob du gesetzlich dann überhaupt Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente hast, steht dann nochmal auf einem ganz anderen Blatt Papier. 

Da wir jetzt wissen, welche Voraussetzung erfüllt sein müssen, damit du eine Erwerbsminderungsrente vom Staat erhältst, wird eines schnell klar: Bei vielen würde ein Antrag wahrscheinlich abgelehnt werden, selbst wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt wären.

Wer hat keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente?

Wenn du noch länger als sechs Stunden am Tag arbeiten kannst, egal in welchem Beruf, hast du keinerlei Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

 

Selbstständige nicht abgesichert über Erwerbsminderungsrente

Wie du dich vielleicht erinnern kannst, ist der Träger die gesetzliche Rentenversicherung. Damit fallen schonmal alle Selbstständigen, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, raus. Als Selbstständiger wäre deine Existenz hier extrem bedroht. 

 

Ausnahmen bei Schülern, Studenten und Azubis

Als Azubi hast du unter ganz bestimmten Voraussetzung (siehe oben) die allgemeine Wartezeit schon vorzeitig erfüllt. Darauf zu setzen ist aber nicht unbedingt sinnvoll, weil die Rente, die du bekommst alles andere als großzügig und ausreichend ist. 

 

Hausfrauen meist auch ohne Anspruch

Auch Hausfrauen erfüllen ohne jegliche Einzahlung von Pflichtbeiträgen oft nicht die Bedingungen zur allgemeinen Wartezeit.  Somit haben sie keinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. 

 

Aufpassen bei längeren Auszeiten

Wenn du dir als Arbeitnehmer innerhalb der letzten fünf Jahren insgesamt mehr als zwei Jahre eine Auszeit nimmst, aus welchen Gründen auch immer, und dann erwerbsgemindert wirst, dann verfällt dein Anspruch ebenfalls. 

 

Das eine oder mehrere Voraussetzungen nicht erfüllt sind, passiert schnell

Ganz grob runter gebrochen kann man also sagen, dass du nur eine Erwerbsminderungsrente bekommst, wenn du seit mehreren Jahren durchgängig für ein (oder mehrere) Unternehmen gearbeitet hast. Sollte das nicht der Fall sein, können die genannten Voraussetzungen dazu führen, dass dir die Leistung verwehrt wird. 

Aber selbst wenn alles klappt und du tatsächlich einen Anspruch hast, stellt sich zwingend die nachfolgende Frage:

Wie hoch ist die Erwerbsminderungsrente?

Bei einer vollen Erwerbsminderung sind es knapp 30-40% deines letzten Bruttos. Bei der teilweisen Erwerbsminderungsrente ist es genau die Hälfte, also ca. 15-20% deines letzten Bruttos. Als kleine Anmerkung hier: Die meisten aller Erwerbsminderungsrenten belaufen sich auf die teilweise Erwerbsminderungsrente, also wenn du nur noch drei bis sechs Stunden in irgendeinem Beruf arbeiten kannst.  

 

Ein Rechenbeispiel macht die geringe Höhe deutlich

Wenn wir hier mal von einem Bruttoverdienst von 3000€ monatlich und vom absoluten Optimalfall ausgehen, dann würden sich folgende monatliche Renten ergeben:

Volle Erwerbsminderungsrente: 1200€

Teilweise Erwerbsminderungsrente 600€ 

 

Wie berechnet sich die Höhe der Rente? 

Stark vereinfacht wird hier so getan als würdest du (Stand 2020) bis du 65 Jahre und 8 Monate alt bist mit genau deinem aktuellen Gehalt weiterarbeiten. Das “angenommene Eintrittsalter” erhöht sich hierbei jährlich um wenige Monate. Daraus ergibt sich dann  eine “Altersrente”, die dann mit einem speziellen Faktor multipliziert wird. Das ist dann die daraus resultierende Höhe der vollen oder teilweisen Erwerbsminderungsrente. 

Vereinfachter Gedankengang

Du kannst dir das ungefähr so vorstellen: Morgen wirst du 65 Jahre und 8 Monate alt und gehst in Rente. Du erhältst quasi deine gesetzliche Altersrente. Diese wurde noch etwas gekürzt, weil du über ein Jahr zu früh bist. Dass diese gesetzliche Altersrente nicht wirklich hoch ist, sollte ausreichend bekannt sein.

Das Problem ist, dass du tatsächlich noch gar nicht 65 bist. Das heißt, du erhältst also auch keine Rente aus privaten Vorsorgeverträgen. Du stehst also von heute auf morgen nur noch mit so etwas wie einer „gekürzten gesetzlichen Altersrente“ da. Nach besonders viel klingt das nicht wirklich.

Teilweise Erwerbsminderungsrente bedeutet dann die Hälfte davon. In der Regel liegt dieser Wert fast immer unter der Grundsicherung.

 

Wirklich in Würde leben kann davon eigentlich niemand

Ob du davon leben kannst, ist natürlich deine Entscheidung. Mit einem würdevollen Leben hat das aber nicht wirklich etwas zu tun. Der Begriff “Überleben” trifft es hier besser. Und genau das soll mit einer Existenz-Absicherung ja eigentlich erreicht werden, dass du weiterhin trotzdem noch würdevoll leben kannst.

Wie und wo Erwerbsminderungsrente beantragen?

Der Träger ist die gesetzliche Rentenversicherung. Auf der Homepage der Deutschen Rentenversicherung findest du ein PDF zum Thema Erwerbsminderungsrente beantragen. In diesem sind alle weiteren Schritte im Detail erläutert, damit du die staatliche Erwerbsminderungsrente beantragen kannst. Dort findest du Ansprechpartner und die notwendigen Dokumente. Solltest du diese beantragen wollen, verweisen wir dich auf diese Seite. 

Kopiere einfach diesen Link in deinen Browser: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Kurz-vor-der-Rente/Wie-beantrage-ich-meine-Rente/Wie-beantrage-ich-meine-Rente_detailseite.html#docc3be6c9d-0aba-4c2e-a793-c6bead9543fabodyText3

Wie lange bekommst du Erwerbsminderungsrente?

Grundsätzlich hat sich die Deutsche Rentenversicherung hier folgendes Motto gesetzt:

Reha vor Rente
Deutsche Rentenversicherung

Wie du bereits erfahren hast, muss die Erwerbsminderung mindestens 6 volle Monate bestehen bleiben. 

Im Ersten Schritt wird immer geprüft, ob eine Reha-Maßnahme nicht sinnvoller sein könnte. Der Staat will dich ja auch möglichst schnell wieder fit bekommen, damit er nicht für dich bezahlen muss. 

Wenn das nicht der Fall ist und die Reha keinen Sinn ergeben würde, dann erhältst du die Rente. 

 

Befristete oder unbefristete Erwerbsminderung

Sollte klar sein, dass du nur zeitlich befristet erwerbsgemindert sein solltest, dann erhältst du die Rente rückwirkend erst ab dem 7. Monat nach Eintritt. Sollte klar sein, dass es ein anhaltender Schaden ist, spricht man von einer unbefristeten Erwerbsminderung. Du erhältst dann sofort ab Eintritt der Erwerbsminderung die entsprechende unbefristete Rente.

 

Umwandlung in Altersrente

Wenn es dann so weit ist, wird die Erwerbsminderungsrente in eine Altersrente umgewandelt. Zeitlich entsteht hier keine Lücke, nur eben finanziell. Solltest du irgendwann genesen sein, sprich sechs Stunden am Tag in irgendeinem Job arbeiten können, verfällt dein Anspruch ab diesem Zeitpunkt. Wenn du also nicht mehr erwerbsgemindert bist oder in Altersrente gehst, verfällt dein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. 

Kannst du von den Leistungen der Erwerbsminderungsrente leben?

Stell dir hierzu einfach die folgende Frage:

Wieviel bräuchte ich für mich (und meine Familie) mindestens monatlich an Rente, um weiterhin ein würdevolles Leben führen zu können?

Denke hierbei zum Beispiel an folgende Punkte und rechne sie zusammen:

  • Miete / Haus abbezahlen
  • Kredite
  • Essen / Verpflegung
  • Auto
  • Haushalt
  • Versicherungen / Altersvorsorge
  • Urlaub
  • Kinder (Hobbies, Unternehmungen, Klassenfahrten etc.)
  • Kosten im Zusammenhang mit der Krankheit / Verletzung die zur Erwerbsminderung geführt hat
  • alles was dir sonst noch so einfällt

 

Keine echte Absicherung, sondern maximal eine sehr dürftige Basisabsicherung

Bleiben wir bei unserem Beispiel mit einem monatlichen Lebensstandard von 3000€ Brutto. Im Optimalfall stehst du dann plötzlich mit 1200€ oder 600€ da. Meistens bekommt man aber noch etwas weniger. Wenn man diese Zahlen sieht sollte eigentlich relativ schnell klar sein, dass es am Monatsende vermutlich sehr eng wird.

Hoffentlich konnte dir dieser Gedankengang dabei helfen, dir die Frage, ob die Erwerbsminderungsrente für dich persönlich im Zweifelsfall ausreichen würde, zu beantworten.

Darfst du dir etwas hinzuverdienen?

Sollte der Ernstfall eintreten, darfst du nebenbei noch Einkünfte erzielen. Hierfür gibt es aber klar definierte Maximalgrenzen. 

 

Es gibt klare Zuverdienstgrenzen

Bei voller Erwerbsminderung dürfen deine zusätzlichen Einkünfte nicht mehr als 6.300€ (Stand 2018) im Jahr betragen. Sollte dein Zusatzverdienst diese 6.300€ jährlich überschreiten, wird dieser zu 40% von deiner  Rente abgezogen. 

 

Regelmäßige Neuberechnung der Zuverdienstgrenze bei teilweise Erwerbsminderungsrente

Bei teilweiser Erwerbsminderung ist hier mehr möglich, jedoch wird diese Grenze für jeden einzeln regelmäßig neu berechnet. In deinem Rentenbescheid findest du mehr Informationen zu diesem “Grenzwert”. Du solltest hier also regelmäßig bei deinem Rentenversicherungsträger nachfragen, wo diese Grenze bei dir aktuell liegt. Einfach damit du auf der sicheren Seite bist, solltest du erwerbsgemindert sein und trotzdem nebenher Einkünfte erzielen.


Deshalb solltest du deine Arbeitskraft zusätzlich privat absichern

Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist plump ausgedrückt „ein Witz“. Mit einer echten Existenz-Absicherung bei Verlust deiner Arbeitskraft hat das nicht viel zu tun. Die Leistung, die man erhalten würde liegt hier oft unter der Grundsicherung. Also ist diese Rente oft überflüssig und erweckt einfach nur den Schein einer Existenz-Absicherung.

 

Staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung für Jahrgänge vor 1961

Für alle die vor dem 02.01.1961 geboren wurden, gibt es noch eine staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung. Das heißt also, dass es vor vielen Jahren noch so war, dass du eine Rente vom Staat erhalten hast, wenn du deinen persönlichen Beruf nicht mehr richtig ausüben konntest. Der Staat hat festgestellt, dass er nicht genügend Beiträge einnimmt, um die ganzen Rentenzahlungen zu finanzieren. Deshalb hat er sich dazu entschieden das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung in die Hände privater Versicherungsgesellschaften zu geben. Die Ursache ist ganz einfach.

 

Jeder vierte wird in Deutschland berufsunfähig

Regelmäßig belegen Statistiken der Deutschen Rentenversicherung Bund, dass knapp jeder vierte in seinem Leben berufsunfähig wird. Das heißt, dass er seinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mehr als 50% für mindestens sechs Monate nicht mehr ausüben kann. Das konnte der Staat finanziell einfach nicht mehr tragen, ohne die Beiträge explodieren zu lassen. Die Privatisierung war unausweichlich. 

 

Vorteile für dich durch eine private Absicherung deiner Arbeitskraft

Einerseits wäre das für den Einzelnen natürlich einfacher, wenn der Staat sich um alles kümmert. Andererseits ergeben sich daraus aber auch einige Vorteile für dich.

Hier hast du die Möglichkeit, den auf dich am besten zugeschnittenen Versicherer auszuwählen. Dadurch kannst du für dich eine ausreichende Rente absichern, damit deine Existenz und die deiner  Familie im Ernstfall nicht gefährdet ist. Hier kannst du frei wählen, wie hoch deine Berufsunfähigkeitsrente sein würde und wie lange diese ausgezahlt werden soll. Außerdem gibt es einige spezielle Klauseln, die du abgestimmt auf deinen Beruf mit einschließen kannst

 

Verbraucherschutz plädiert klar für den Abschluss einer zusätzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch Verbraucherschützer betonen regelmäßig, unbedingt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, um deine Ausgaben (oder Einnahmen) abzusichern. Und auch wir von Versicherungen mit Kopf empfehlen dir über eine echte Absicherung deiner Arbeitskraft nachzudenken. 

 

Richtige Absicherung der eigenen Arbeitskraft ist ein hoch komplexes Thema

Da es sich hierbei um ein sehr individuelles und auch komplexes Thema handelt, hast du bei uns die Möglichkeit dich für eine kostenlose Onlineberatung bei einem unserer VMK-Experten zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung einzutragen (beziehungsweise anzufragen, falls kein Termin mehr frei sein sollte). Diese können dir genau aufzeigen, worauf es bei diesem wirklich wichtigen Thema ankommt und alle deine Fragen beantworten, die du dir rund um dieses Thema jemals gestellt hast. Gerne kannst du dir auch unsere komplette Playlist zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung ansehen. Immer streng nach unserem Motto:

Erst verstehen, dann versichern!
Bastian Kunkel, Gründer Versicherungen mit Kopf

Häufig gestellte Fragen

  • Bei welchen Krankheiten bekommt man eine Erwerbsminderungsrente?

    Krankheiten die hier häufig zur Erwerbsminderung führen, können sein: Bandscheibenvorfälle, Herz-Kreislauf-Probleme, Krebs, psychische Probleme, Skeletterkrankungen und noch viele mehr.

  • Wie hoch ist die Erwerbsminderungsrente?

    In Deutschland erhält man bei voller Erwerbsminderung knapp 30-40% seines letzten Bruttos. Bei 3.000€ Brutto also knapp 900-1.200€ monatlich. Bei teilweiser Erwerbsminderung nur die Hälfte der vollen Erwerbsminderungsrente. In diesem Beispiel also knapp 450-600€ monatlich.  Wie hoch ist die Rente bei voller Erwerbsminderung im Durchschnitt? Laut einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung erhielten im Jahr 2017 Neurentner bei voller Erwerbsminderung 749€ monatlich und bei teilweiser Erwerbsminderung knapp 410€.

  • Was heißt voll erwerbsgemindert?

    Voll erwerbsgemindert ist man per Definition, wenn man nicht mehr länger als 3 Stunden täglich in der Lage ist in irgendeinem Beruf zu arbeiten. Mit deinem zuletzt ausgeübten Beruf hat dies nichts zu tun.

  • Hat die Erwerbsminderungsrente Einfluss auf die Altersrente?

    Es besteht die Möglichkeit, dass die Altersrente höher ausfällt als die Erwerbsminderungsrente. Das liegt aber nicht daran, dass die Altersrente so hoch ist, sondern viel eher daran, dass die Erwerbsminderungsrente so niedrig ist. Hierbei wird die Bezugszeit der Erwerbsminderungsrente als Anrechnungszeit für die Altersrente anerkannt. Hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

  • Welche Voraussetzungen gibt es für die Erwerbsminderungsrente?

    Es gibt die medizinischen und die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen. Das bedeutet, dass du einerseits mindestens für ein halbes Jahr in keinem Beruf noch mehr als sechs Stunden täglich arbeiten kannst und andererseits, dass du in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hast und die Wartezeit Bestimmungen erfüllt hast.

  • Wie errechnet sich die Höhe der Erwerbsminderungsrente?

    Es wird davon ausgegangen, dass du arbeitest bis du 65 Jahre und 8 Monate alt bist. Dann ergibt sich ein Wert, der mit einem für diese Rentenart spezifischen Faktor multipliziert wird. Bei der vollen Erwerbsminderung liegt dieser Faktor bei 1 und bei der teilweisen Erwerbsminderung bei 0,5. Das erklärt weshalb die teilweise Erwerbsminderungsrente nur halb so hoch ist, wie die volle Erwerbsminderungsrente.

  • Antrag auf Erwerbsminderungsrente abgelehnt, was tun?

    Hier gibt es die Möglichkeit Einspruch einzulegen. Bis zu vier Jahre nach Antragstellung sind nachträglich Zahlungen möglich. Du musst dann aber genau nachweisen, weshalb du keine sechs Stunden mehr täglich in irgendeinem Beruf arbeiten kannst. Das kann sehr schwierig werden. Um dieses Problem im Keim zu ersticken ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung die beste Option.

  • Wie bekomme ich die Erwerbsminderungsrente?

    Hierfür musst du dich mit deinem Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen. Dort kannst du einen Antrag stellen. Wo genau du dich melden sollst steht auf deinem Rentenbescheid. Der Antrag wird dann überprüft. Je nach Ergebnis erhältst du die Rente dann, du erhältst sie nicht oder du wirst auf Reha-Maßnahmen verwiesen.

  • Wann habe ich Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente?

    Grundsätzlich gilt, dass du in den letzten fünf Jahren Rentenversicherungspflichtig warst und davon mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt hast. Die Allgemeine Wartezeit von fünf Jahren muss erfüllt sein. Es gibt aber auch Ausnahmen, bei denen die Wartezeit vorzeitig erfüllt wird.

  • Ersetzt die Erwerbsminderungsrente eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

    Ganz klar, Nein! Die Erwerbsminderungsrente erhältst du im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsrente viel schwerer. Diese ist nämlich an viel mehr Bedingungen geknüpft ist. Zudem sichert die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rentenhöhe ab, die für dich ausreicht. Das ist bei der Erwerbsminderungsrente nicht im entferntesten der Fall. Deine Existenz, bzw. deine Arbeitskraft, kannst du mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung tatsächlich adäquat absichern, wohingegen das mit der Erwerbsminderungsrente nahezu unmöglich ist.