alzheimers 3034960 1920 - Erwerbsminderungsrente - WER, WANN, WIE VIEL?

Erwerbsminderungsrente – WER, WANN, WIE VIEL?

Erwerbsminderungsrente – WER, WANN, WIE VIEL?
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Was genau ist die staatliche Erwerbsminderungsrente?

Die Erwerbsminderungsrente hieß früher Erwerbsunfähigkeitsrente und wurde zum 31. Dezember 2000 abgeschafft und durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Sie soll Menschen, die keine oder nur noch wenige Stunden arbeiten können, eine volle oder teilweise Rente für die Erwerbsminderung zahlen. Wovon die Höhe der Rente abhängt und warum das ganze Konstrukt in seiner heutigen Form eigentlich ein totaler Witz ist, erkläre ich dir weiter unten.

 

 

Was hat sich geändert über die Jahre bei Erwerbsminderung?

Menschen, die vor 1961 geboren sind, haben ein Recht auf Erwerbsminderungsrente, sobald sie nicht mehr in der Lage sind, ihren erlernten oder einen gleichwertigen Beruf auszuüben. Für alle anderen gelten allerdings andere Voraussetzungen, die ich dir nachfolgend erklären werde.

Gegenüber der alten Regelung hat sich mit der Erwerbsminderungsrente vor allem eines verändert: Der tatsächlich erlernte bzw. ausgeübte Beruf spielt für den gesetzlichen Schutz keine Rolle mehr. Es zählt allein, ob jemand überhaupt noch irgendeine Arbeit verrichten kann. Ein Handwerker mit Knieschaden zum Beispiel, welcher aber z.B. noch Getränke ausfahren könnte, bekäme daher keine Rente. Eine ganz klare Verschlechterung – und zwar eine extrem krasse!

 

Was genau leistet die staatliche Erwerbsminderungsrente?

Die staatliche Erwerbsminderungsrente wird entweder teilweise, voll oder eben gar nicht ausbezahlt.

Du bist voll erwerbsgemindert und hast somit Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente, wenn du nur noch 0-3 Stunden am Tag in irgendeinem Job arbeiten kannst. Bei einer vollen Erwerbsminderungsrente zahlt dir der Staat Leistungen in Höhe von bis zu 40 Prozent deines letzten Bruttoeinkommens. Wirklich viel ist das also nicht.

Teilweise erwerbsgemindert bist du, wenn du noch 3-6 Stunden am Tag irgendeinem beliebigen Job nachgehen kannst. Die Höhe der teilweisen Erwerbsminderungsrente entspricht ungefähr 10 bis 20 Prozent deines letzten Bruttoeinkommens – WOW! Damit kann man wirklich einiges anfangen…“Achtung, Ironie“

 

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Bild-Quelle: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

 

Um das noch mal ein wenig zu verdeutlichen:

Selbst wenn du KEINEN Job der Welt mehr ausüben könntest, sprich 0 Stunden pro Tag arbeiten könntest, gibt es lediglich ca. 40% deines vorherigen Bruttoeinkommens als Erwerbsminderungsrente. Man muss kein Mathegenie sein um auszurechnen, dass dies vorne und hinten nicht zum Leben reichen wird!

 

Welche Voraussetzungen müssen für eine Leistung erfüllt sein?

Unabhängig davon, dass du jetzt schon gelernt hast, dass die Leistungen aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente nicht ausreichen werden zum Leben, sind diese Leistungen eben auch noch an diverse Bedingungen geknüpft, die hier erst noch erfüllt sein müssen, bevor es Kohle vom Staat gibt.

 

Die Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente im Überblick

Medizinische Voraussetzungen

Die medizinischen Voraussetzungen für eine Rente wegen Erwerbsminderung sind erfüllt, wenn du wegen Krankheit oder Behinderung nicht mehr mindestens sechs Stunden täglich arbeiten kannst, und zwar nicht nur in deiner aktuellen Tätigkeit, sondern in allen Tätigkeiten. Je nachdem, wie lange du täglich noch arbeiten kannst, bist du gegebenenfalls teilweise oder voll erwerbsgemindert.

 

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen

Neben den erwähnten medizinischen musst du außerdem folgende versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllen:

Du musst vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens fünf Jahre versichert gewesen sein

(sogenannte allgemeine Wartezeit). Dazu müssen in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegbar sein (siehe auch letzten Punkt: besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung).

 

Die allgemeine Wartezeit

Und es gibt auch noch allgemeine Wartezeiten, bevor du einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente geltend machen kannst. Für diese zählt mit:

  • Beitragszeiten (Pflichtbeitragszeiten, unter bestimmten Voraussetzungen zum Beispiel auch Zeiten des Bezuges von Krankengeld, Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II – vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2010 – oder Übergangsgeld, Zeiten der Kindererziehung, Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege, freiwillige Beitragszeiten)

 

  • Ersatzzeiten (zum Beispiel Zeiten der politischen Verfolgung in der DDR)

 

  • Zeiten aus einem Versorgungsausgleich bei Scheidung

 

  • Zeiten aus Zuschlägen für eine geringfügige Beschäftigung (vor 2013 versicherungsfreier 400-EuroJob, ab 2013 von der Versicherungspflicht befreiter 450-Euro-Job)

 

  • Zeiten aus einem Rentensplitting

 

Unter bestimmten Voraussetzungen hast du die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren vorzeitig erfüllt. Das ist

der Fall, wenn du

  • wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, einer Wehrdienst- oder Zivildienstbeschädigung oder wegen politischen Gewahrsams vermindert erwerbsfähig geworden bist. Grundsätzlich genügt hier schon ein einziger Beitrag zur Rentenversicherung, bei einem Arbeitsunfall beziehungsweise Eintritt einer Berufskrankheit jedoch nur, wenn du zum Zeitpunkt des Unfalls oder der Erkrankung versicherungspflichtig warst; anderenfalls musst du mindestens ein JahrPflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in den letzten zwei Jahren davor gezahlt haben.

 

  • vor Ablauf von sechs Jahren nach Beendigung  einer Ausbildung voll erwerbsgemindert geworden bist und in den letzten zwei Jahren vorher mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit gezahlt hast. Der Zeitraum von zwei Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung verlängert sich um Zeiten  einer schulischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres, längstens jedoch um sieben  Jahre.

 

Hast du bereits die allgemeine Wartezeit vorzeitig erfüllt, ist für dich die nachfolgende besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung nicht zu berücksichtigen.

 

Besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung

Die besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung für eine Rente wegen Erwerbsminderung hast du erfüllt, wenn du in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung vorweisen kannst.

 

Mein Fazit zur staatlichen Erwerbsminderungsrente

Joa…ganz viel bürokratischer Text und extrem viele Voraussetzungen, bis überhaupt mal eine Leistung gezahlt wird – wohlgemerkt eine Leistung, die dir nicht mal zum Leben reichen wird.

Denn die meisten Menschen, die dann tatsächlich eine Erwerbsminderungsrente bekommen, landen direkt in der Grundsicherung, da die Rente eben nicht zum Leben reicht und unter dem Niveau der Grundsicherung liegt.

Meine persönliche Meinung?

Diese staatliche Absicherung ist mehr als nur ein Witz und ist weit davon entfernt ein Existenzschutz für dich, geschweige denn für eine evtl. vorhandene Familie zu sein.

Nur leider glauben das viele Menschen und verzichten auf eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, die hier wirklich einen echten Existenzschutz bietet, deinen tatsächlichen Beruf absichert und konkret leistet, wenn du diesen nicht mehr (zu 50%) ausüben kannst.

Wenn du also wirklich deine Existenz absichern möchtest, beziehungsweise deine Arbeitskraft, führt kein Weg an einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorbei.

 

Mehr Infos zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung findest du in folgendem Video – erklärt in nur 5 Minuten:

 

 

Euer Bastian von Versicherungen mit Kopf

Quelle für die erwähnten Infos: Deutsche Rentenversicherung

 

Du willst bei JEDEM deiner Einkäufe zukünftig AUTOMATISCH deine Rente aufbessern? Dann solltest du hier mal reinlesen 😉

 

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