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Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige - Auf die Details kommt es an! (2020)

In diesem Expertenartikel wirst du erfahren, worauf es beim Thema Berufsunfähigkeit für Selbstständige ankommt. Als Selbstständiger und Unternehmer bist du für deine Absicherungen in der Regel selbst verantwortlich. Das macht diese Absicherung für dich als Selbstständigen fast noch wichtiger als für einen Angestellten. Die Basics zur Berufsunfähigkeitsversicherung haben wir bereits in einem separaten Artikel erklärt. Dieser Artikel soll dir einen sinnvollen Überblick verschaffen und dir auf der Suche nach dem passenden Tarif helfen.

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Warum brauchen Selbstständige eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Als Selbstständiger hast du in den ersten fünf Jahren deiner Selbstständigkeit die Möglichkeit verbindlich darüber zu entscheiden, ob du dich freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern lässt. Die wenigsten entscheiden sich dafür und sorgen privat vor. Einige Berufsgruppen sind vermeintlich über dazugehörige Versorgungswerke abgesichert. Die Frage ist, ob du im Fall der Fälle ausreichend abgesichert bist. Schauen wir uns mal an, wie der Staat dir im Ernstfall weiterhilft.

Nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung

Die größte Gruppe der Selbstständigen zahlt nicht freiwillig in die gesetzlichen Rentenversicherung ein und gehört auch keinem Versorgungswerk an. Dadurch besteht keinerlei Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Der Träger dieser Absicherung ist nämlich die Deutsche Rentenversicherung Bund. Außerdem genießt du in diesem Fall nicht einmal Versicherungsschutz über die gesetzliche Unfallversicherung. Wenn du also aus gesundheitlichen Gründen oder infolge eines Unfalls berufsunfähig wirst, dann sind sowohl du als auch deine Firma in ihrer Existenz bedroht.

Das was dann vielleicht noch bleibt ist die Grundsicherung. Wie du es drehst und wendest. Wenn du dich hier auf den Staat verlässt, dann bist du selbst schuld.

Stell dir hierzu einfach vor, dass du von heute auf morgen über mehr als ein halbes Jahr hinweg kein Geld einnimmst. Für die meisten Selbstständigen bedeutet das den finanziellen Ruin.

Freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung

Manche Selbstständige zahlen freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Diese haben gegebenenfalls Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Was dafür die genauen Voraussetzungen sind und weshalb diese Rente im Ernstfall nicht ausreichend ist, haben wir bereits in einem Expertenartikel ausführlich erläutert.

Grob zusammengefasst, erhältst du die teilweise Erwerbsminderungsrente nur, wenn du in egal welchem Beruf nur noch kürzer als sechs Stunden arbeiten kannst. Dieser hat mit deiner aktuellen Tätigkeit nichts zu tun. Nur, wenn du noch kürzer als drei Stunden arbeiten kannst, erhältst du die volle Erwerbsminderungsrente. Im dazugehörigen Expertenartikel haben wir genau aufgezeigt, weshalb diese Rente nicht ausreichend hoch wäre.

 

Wie hoch ist die Erwerbsminderungsrente?

Im Schnitt erhielt ein Neurentner 2018 wegen Erwerbsminderung knapp 735€ monatlich. Dies sollte die Größenordnung verdeutlichen, von der wir hier sprechen. Diese Zahl wurde in einem Jahresbericht der Deutschen Rentenversicherung veröffentlicht.

Versorgungswerke

Die Chance eine Berufsunfähigkeitsrente von einem Versorgungswerk zu erhalten ist unfassbar gering. In diese Gruppe fallen beispielsweise Ärzte, Zahnärzte, Architekten, Künstler, Ingenieure, Anwälte, Steuerberater und noch viele mehr. Hier wird ein noch strengerer Maßstab angesetzt als bei der staatlichen Erwerbsminderungsrente. Berufsunfähig bist du nach Definition der meisten Versorgungswerke erst, wenn du deinen Beruf zu 100% nicht mehr ausüben kannst.

Das heißt in vielen Bundesländern, dass du als Anwalt oder Steueranwalt sogar deine Zulassung verlieren musst. Als Arzt ist das in etwa gleichbedeutend mit der gezwungenen Rückgabe deiner Approbation.

 

Abstrakte Verweisung möglich

Hier wird in der Regel “abstrakt” geprüft, ob du deine Fähigkeiten noch in irgendeiner Form einbringen kannst. Das kann zum Beispiel “nur noch” eine lehrende oder forschende Tätigkeit in diesem oder einem verwandten Bereich sein. Hier kann also abstrakt verwiesen werden.

In den Bundesländern unterscheiden sich die Regelungen meist im Detail. Grundsätzlich kannst du dir als Faustformel aber merken:

Eine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk gibt es nur dann, wenn du zu 100% berufsunfähig bist.

Fazit

In keinem der drei möglichen Fälle bist du wirklich besonders gut abgesichert. Das heißt, dass wir hier wirklich von einer Existenzbedrohung sprechen können. Nicht nur für dich und deine Familie. Womöglich auch für deine Firma. Deshalb ist eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige fast noch wichtiger als für Arbeitnehmer.

Video zur BU für Selbstständige

 

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Was muss ein Selbstständiger zusätzlich zur BU beachten?

Als Selbstständiger musst du deine Arbeitskraftabsicherung etwas anders aufbauen als ein Arbeitnehmer. Es gibt hier Punkte, die du zusätzlich beachten solltest.

Krankentagegeldversicherung

Als Selbstständiger ist eine Krankentagegeldversicherung sehr sinnvoll. Vereinbart wird hier ein fester Tagessatz, den du absichern möchtest. Den erhältst du, wenn du länger als im Vertrag festgeschrieben krankgeschrieben bist. Anders als ein Arbeitnehmer kannst du hier flexibler entscheiden, ab wann du das Krankentagegeld beanspruchen möchtest. Der Arbeitnehmer erhält in der Regel 42 Tage Lohnfortzahlung. Danach gibt es zum Krankengeld von der Krankenkasse zusätzlich das vereinbarte Krankentagegeld. Das Krankengeld beträgt knapp 70% der letzten Monatsbruttos.

 

Kein Krankengeld für Selbstständige

Dieses Krankengeld bekommst du als Selbstständiger nicht. Deshalb brauchst du einen viel höheren Krankentagegeld-Satz.

Bei Selbstständigen ist der Auszahlungsbeginn je nach Berufsgruppe schon nach 4-8 Tagen möglich. Das kannst du aber individuell auf deinen Bedarf abstimmen.

Die Krankentagegeldversicherung kann dir helfen, wenn du einen kürzeren Zeitraum als sechs Monate nicht mehr arbeiten kannst. Eine längere Krankheit kann hierdurch finanziell abgefangen werden.

Als privat Krankenversicherter hast du diesen Baustein eventuell schon vereinbart. Falls nicht ist das kein Problem. Du kannst zusätzlich bei anderen Versicherern eine Krankentagegeldversicherung abschließen.

AU-Klausel nicht zwingend erforderlich

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige ist die Arbeitsunfähigkeits-Klausel nicht zwingend erforderlich. Als Selbstständiger ist eine Krankentagegeldversicherung sinnvoller. Wichtig zu wissen ist hier nur, dass es eine Unterscheidung zwischen „berufsunfähig“ und „arbeitsunfähig“ gibt. Arbeitsunfähigkeit wird durch den “gelben Schein” bescheinigt.

Diese Klausel deckt einen speziellen Sonderfall, der aber meist nur für Arbeitnehmer sauber in den Versicherungsbedingungen definiert ist. Bei Selbstständigen treten da viel zu oft Probleme auf. Wenn diese Klausel sowieso in deinem passenden Tarif enthalten ist, wäre das ein kleiner Bonus. Mit einem ausreichenden Krankentagegeld bist aber du auf der sichereren Seite. Die Arbeitsunfähigkeitsklausel zählt nicht zu den Must-Haves.

 

Achtung Obliegenheit!

Wenn du sie aber trotzdem mit reinnimmst und schon eine Krankentagegeldversicherung hast, gibt es eine sogenannte Obliegenheit. Eine Obliegenheit ist keine direkte Pflicht. Der Versicherer ist aber dazu berechtigt die Leistung zu kürzen oder zu verweigern, wenn Obliegenheiten verletzt werden. In diesem Fall solltest du mit deinem Krankentagegeld-Versicherer sprechen. Kläre ab, ob du eine BU mit AU-Klausel problemfrei abschließen darfst. Bei Überschneidungen können sich Versicherer querstellen.

Private Unfallversicherung reicht nicht

Selbstständige sind nicht gesetzlich unfallversichert. Hier ist eine sinnvolle Alternative die private Unfallversicherung. Die private Unfallversicherung ersetzt die Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige aber ausdrücklich nicht. Sie zielt lediglich darauf ab, dass du eine hohe Einmalzahlung erhältst, falls du aus einem Unfall eine anhaltende Invalidität davon trägst. Du kannst sie als Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung ansehen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige sichert eine monatliche Rente für dich ab, wenn du berufsunfähig werden solltest. Die private Unfallversicherung eine Einmalzahlung im Falle einer anhaltenden Invalidität. Beide Versicherungen haben ihre Berechtigung. Sie sichern aber unterschiedliche Dinge ab.

Nur knapp 10% der Fälle von Berufsunfähigkeit werden durch Unfälle verursacht. Selbst wenn deine Unfallversicherung sogar eine Unfallrente beinhaltet, hilft dir das nur in einem von 10 Fällen.

Zusatzinfo:

Für die meisten Selbstständigen ist diese Bedingung zwar erfüllt, aber:

Es gibt eine Voraussetzung für die Auszahlung einer Berufsunfähigkeitsrente für Selbstständige. Und zwar, dass du mit deinem Betrieb im Vorjahr auch Gewinne erzielt hast. Wenn das nicht der Fall ist, hast du keinen Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente.

Wann ist ein Selbstständiger berufsunfähig?

Bei einem Selbstständigen ist es nicht so einfach wie bei einem Angestellten die Berufsunfähigkeit nachzuweisen. Die klassische Definition des Begriffs der Berufsunfähigkeit lautet bei den meisten Versicherern:

 

Man gilt als berufsunfähig, wenn man seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit qualitativ oder quantitativ nur noch zu weniger als 50% ausüben kann. Und das für einen Prognosezeitraum von mindestens sechs Monaten.

Solo-Selbstständiger

Bei einem Solo-Selbstständigen ist der Nachweis noch relativ unkompliziert. Du arbeitest selbst und hast niemanden an den du Dinge delegieren könntest. Wenn du die Definition erfüllst, bekommst du die Berufsunfähigkeitsrente. Du hast natürlich Freiräume, weil du selbst entscheidest was du wann und wie tust. Hier musst du dann nachvollziehbar darlegen, dass du aus gesundheitlichen Gründen zu mehr als 50% nicht mehr weiterarbeiten kannst.

Dabei wird nicht nur dein Gesundheitszustand geprüft, sondern insbesondere ob du mit diesem Gesundheitszustand deine maßgeblichen Tätigkeiten zu mehr als 50% weiterführen kannst.

Geschäftsführer

Bei Geschäftsführern erfolgt die Einstufung anhand der zuletzt ausgeübten tatsächlichen Tätigkeit. Faktoren sind da der Anteil der Reisetätigkeit, der Anteil der administrativen Tätigkeiten und ob du im Betrieb selbst noch mitarbeitest. Das heißt im Beispiel eines Handwerkers, ob du noch selbst Hand anlegst.

Mit steigender Personalverantwortung steigt hier auch der Beitrag. Wichtig ist im Falle der Berufsunfähigkeit die Umorganisationsklausel. Diese wird nämlich maßgeblich darüber entscheiden, ob du die BU-Rente ausgezahlt bekommst oder nicht. Je mehr Mitarbeiter du hast, desto mehr kannst du delegieren. Gegebenenfalls kannst du immer noch als Geschäftsführer tätig sein, ohne nach wie vor alle vorherigen Tätigkeiten ausführen zu können. Das ist hochgradig individuell und muss im Einzelfall geprüft werden.

Wichtige Klauseln bei der BU für Selbstständige

Die wichtigste besondere Klausel bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige ist die Umorganisationsklausel. Sie entscheidet maßgeblich darüber, ob du eine BU-Rente ausgezahlt bekommst. Auf diese gehen wir gleich noch einmal im Detail ein. Vorab noch ein paar andere wichtige Punkte.

Infektionsklausel

Als Arzt, Tierarzt oder Zahnarzt ist eine gute Infektionsklausel ein absolutes Muss. Dies gilt auch für Selbstständige aus der Lebensmittelbranche. Diese Klausel ergänzt den BU-Schutz um einen weiteren Leistungsauslöser. Das heißt ein Ereignis, was zur Auszahlung der BU-Rente führt. Wir bleiben beim Beispiel des Arztes.

 

Beispiel

Ein Arzt ist im ständigen Kontakt mit Patienten und dadurch ein Multiplikator von Krankheiten. Und das gerade bei Personen, die schon vorher angeschlagen sind oder unter einem erhöhten Risiko leiden. Es ist möglich, dass dieser nach dem Infektionsschutzgesetz ein Berufsverbot erteilt bekommt. Auch wenn er körperlich problemlos in der Lage wäre zu arbeiten.

 

Die Infektionsklausel sorgt dafür, dass das als Leistungsauslöser gewertet wird. Sie ist bei den Top-Versicherern in der Regel enthalten. Trotzdem solltest du dir das im Einzelfall nochmal bestätigen lassen, wenn du in die besagten Berufsgruppen fällst.

Nachversicherungsgarantie

Wichtig sind gute Bedingungen bezüglich der Nachversicherungsgarantie. Diese ermöglicht es dir ohne erneute Risikoprüfung die Absicherung zu erhöhen, wenn deine Lebensumstände dies erfordern. Je länger und ausführlicher hier die Liste der Leistungsauslöser, desto besser. Beispiele für Auslöser können Heirat, Scheidung, die Geburt eines Kind oder der Bau eines Hauses sein.

Änderungen der Lebensumstände erfordern oft eine Anpassung, um einen ausreichenden Schutz gewährleisten zu können.

Umorganisationsklausel

In irgendeiner Form haben fast alle Versicherer diese Klausel eingeschlossen. Der Teufel steckt hier im Detail. Der Versicherer ist dadurch berechtigt dich aufzufordern, deinen Betrieb um zu organisieren. Im Optimalfall verzichtet der Versicherer darauf, dass du den Betrieb umorganisieren musst. Das ist aber extrem selten. Schwammige Formulierungen sind hier nicht unüblich. Gute Versicherer definieren aber klar, wann eine Umorganisation für dich zumutbar ist.

Der Begriff der Zumutbarkeit ist in vielen Versicherungsbedingungen nicht klar definiert. Ein Beispiel soll veranschaulichen, was der Versicherer im Worst-Case bei schlecht ausformulierten Bedingungen machen darf:

 

Beispiel

Der Besitzer eines Food-Trucks muss jeden Tag frische Ware einkaufen. Er erleidet eine Knieverletzung, durch die er sich nicht mehr bücken kann und dadurch auch die schweren Kisten nicht mehr anheben kann. Im Grunde ist er dann berufsunfähig. Jetzt ist es vielen Versicherern erlaubt dich zur Umorganisation zu bewegen.

Um den Betrieb weiterzuführen könnte der Versicherer vorschlagen, einen 450€-Jobber einzustellen, der diese Arbeit für ihn erledigt.

Genau sowas hängt aber von den Bedingungen ab. Vielleicht ist die geforderte Umorganisation aus deiner Sicht schwachsinnig.

Zwei Arten von Versicherern

Grob kann man die Versicherer aus dieser Perspektive in zwei Gruppen einteilen.

 

Fall 1: Der Versicherer hat klar definierte Bedingungen (Top-Schutz)

Er zahlt die BU-Rente nur dann nicht, wenn diese nicht erfüllt sind. Marktüblich werden Einkommensreduzierungen von weniger als 20% als zumutbar definiert. Für den einen ist das kein Problem. Für den anderen funktioniert das aber schon nicht mehr. Zudem sind auch die zwei unten aufgeführten Punkte vertraglich festgeschrieben.

 

Fall 2: Keine klar definierte Umorganisationsklausel (viel Interpretationsspielraum)

Das ist nur im Sinne der Versicherungsgesellschaft. Diese kann dich immer wieder dazu anhalten dich umzuorganisieren, wenn sie es für zumutbar hält. Natürlich nur im Rahmen der gesetzlichen Schranken. Wenn ein Versicherer sich innerhalb dieser Schranken aber frei bewegen kann und diese nach belieben ausnutzen kann, ist das nicht unbedingt verbraucherfreundlich. Hiervon raten wir Selbstständigen dringend ab. Solche Tarife fliegen einem spätestens im Leistungsfall um die Ohren.

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Worum geht es in erster Linie?

Wenn du wirklich berufsunfähig werden solltest, zählt für dich nur eins: Dass der Versicherer zahlt. Diese Klausel kann je nach Definition aber ein Hintertürchen für den Versicherer darstellen, dass er dir die Rente nicht zahlt. Sei clever und achte darauf, dass dieses Hintertürchen bei deiner Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige geschlossen ist.

Auch Personen, die sich vorstellen können sich eventuell irgendwann mal selbstständig zu machen, sollten beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darauf achten. Was kann nämlich passieren, wenn du die BU erst neu abschließt, wenn es so weit ist? Es kann sein, dass durch neue Krankheiten Zuschläge fällig werden oder du komplett abgelehnt wirst.

Verzicht auf Umorganisation bei Akademikern

Einige Versicherer verzichten auf die Prüfung der Umorganisation. Nämlich dann, wenn du einen akademischen Abschluss hast und zu min. 90% administrative Tätigkeiten ausübst. Das ist ein kleiner Bonus den du anderen gegenüber hast, wenn du einen solchen Abschluss in der Tasche hast.

Verzicht auf Umorganisation, falls weniger als 5 Mitarbeiter

Einige Versicherer verzichten auch auf die Prüfung, falls der Betrieb einschließlich des Geschäftsführers aus maximal 4 Personen besteht. Wenn das vertraglich ausformuliert ist, dann hat unser Food-Truck-Chefkoch aus unserem Beispiel auch keine Probleme.

Umorganisationshilfe

Einige Versicherer haben vertraglich eine Umorganisationshilfe festgelegt. Das heißt, dass sie dich finanziell bei der Umorganisation unterstützen. Im konkreten Fall können dies zum Beispiel sechs Monatsrenten sein. Diese erhältst du als Unterstützung in Form einer Einmalzahlung. Hier gibt es von Versicherer zu Versicherer Höchstgrenzen. Eine mögliche Höchstgrenze könnten hier 12.000€ Euro sein.

Dies kann durchaus sinnvoll sein. Als Selbstständiger hast du in der Regel eine (vergleichsweise) hohe Motivation den Betrieb weiterzuführen. Wenn das mit dieser Hilfe möglich ist, wirst du im Nachgang sicher dankbar sein.

Wie hoch sollte die BU-Rente für Selbstständige sein?

Als hauptberuflicher Selbstständiger verdienst du schnell deutlich mehr als ein durchschnittlicher Angestellter. Das bedeutet aber auch gleichzeitig, dass du vermutlich einen relativ gesehen hohen Lebensstandard hast.

Wie viel BU-Rente brauche ich überhaupt?

Diese Frage muss bei jedem individuell beantwortet werden. Wenn von heute auf morgen alle Einnahmen wegfallen würden, was bräuchtest du monatlich mindestens für ein würdevolles Leben? Du kennst deine Fixkosten. Miete, Auto, Familie, Essen und noch vieles mehr. Mit Sicherheit willst du auch noch “leben”. Urlaube und Unternehmungen sind bei den meisten Fällen von Berufsunfähigkeit noch möglich. Du sollst dein Leben trotzdem auch weiterhin in Würde gestalten können. Missverstehe die Berufsunfähigkeitsrente nicht als Absicherung der Minimalexistenz. Sowohl du als auch deine Familie werden dir im Leistungsfall danken.

 

Versicherungen als Selbstständiger

Vergiss bitte nicht, dass du als selbstständiger auch allein für die Beiträge deiner Versicherungen verantwortlich bist. Dazu zählen insbesondere auch Beiträge zur privaten Krankenversicherung und auch deine private Altersvorsorge. Außerdem wirst du mit Sicherheit auch nicht aufhören wollen, monatlich Geld zur Seite zu legen und dir ein Vermögen aufzubauen. Wenn du deine Sparquote in diesen zwei Bereichen auf 0€ runter schraubst, verschiebst du die finanzielle Katastrophe nur in Richtung Rente. Das ist keine adäquate Lösung. Auch das sollte deine BU-Rente auffangen können.

Hier ist man sehr schnell bei 2000€ aufwärts um weiterhin ein würdevolles Leben führen zu können. Oft liegt der Bedarf sogar deutlich darüber.

Der Staat plant schon seit einigen Monaten die Einführung der Rentenversicherungspflicht für Selbstständige. Dies ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Auch darauf solltest du gefasst sein.

Grundvoraussetzung für BU-Rente über 1500€

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige gibt es folgende Hürde. Ab einem Betrag von 1500€ monatlicher Rente ist eine individuelle finanzielle Angemessenheitsprüfung notwendig. Bei einigen Versicherern kann diese Grenze variieren. Dafür gibt es einen extra Fragebogen, den du ausfüllen musst. Hier sind einige Punkte zu beachten.

BU-Rente für Selbstständige über 2500€ monatlich absichern

Ab dieser Grenze wird es etwas tricky. Willst du bei einem Versicherer eine Berufsunfähigkeitsrente von über 2500€ monatlich abschließen ist (oftmals) eine medizinische Untersuchung notwendig. Hier reicht der klassische Bogen mit Gesundheitsfragen nicht mehr aus. Daraus ergibt sich auf dem klassischen Wege ein Nachteil:

Achtung bei Medizincheck!

Wenn du tatsächlich den Medizincheck machst, kann es passieren, dass dabei Krankheiten diagnostiziert werden, von denen du bis dato nichts wusstest. Einerseits natürlich gut, dass du es dann weißt. Andererseits kann dies bedeuten, dass es einen Risikozuschlag gibt oder du sogar abgelehnt wirst. Dann stehst du, wenn es blöd läuft, ganz ohne Schutz da.

 

Zentrales Speichern der Ablehnung

Gegebenenfalls wird die Ablehnung zentral für alle Versicherer sichtbar gespeichert. In dieses Verzeichnis schauen alle Gesellschaften vor Abschluss eines neuen Vertrages  immer rein. Das kann das Todesurteil für deinen Berufsunfähigkeitsschutz sein. Die meisten Versicherer machen sich gar nicht die Arbeit sich deinen Antrag genauer anzuschauen, wenn du bereits woanders abgelehnt wurdest.

Optionen um den Medizincheck zu umgehen

Es gibt hier mehrere Optionen, die du ziehen kannst, um trotzdem eine ausreichende Rente abzusichern. Und zwar ohne zu riskieren, komplett ohne Schutz da zu stehen. Hier ist aber eine klare Strategie je nach Bedarf notwendig. Alleingänge können im Bereich Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige böse enden. Gerade wenn man sich in einer Größenordnung der BU-Rente von 2500€ und höher bewegt.

Wir hoffen, dass wir für dich mit diesem Artikel etwas Licht ins Dunkel bringen konnten. Für Selbstständige ist die Berufsunfähigkeitsversicherung streng genommen die einzige Möglichkeit, die Arbeitskraft wirklich in umfassendem Maß abzusichern. Gerade als Selbstständiger kannst du dich nicht darauf verlassen, dass der Staat dich in irgendeiner Form auffängt. Für den Abschluss solltest du dir einen Experten an die Seite holen, der alle wichtigen Punkte mit dir durchspricht. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Tarif zu dir passt. Und vermieden werden, dass du für den Tarif passend gemacht wirst.

Gerne helfen wir dir bei diesem wirklich wichtigen Thema. Hier geht es direkt zu unserem Experten im Bereich Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige.


Häufig gestellte Fragen

  • Wieviel kostet eine Berufsunähigkeitsversicherung für Selbstständige?

    Diese Frage kann man pauschal genauso wenig beantworten wie bei einem Arbeitsnehmer. Es kommt wie immer darauf an. Eine BU-Höhe von 2500€ kannst du unter Umständen schon ab einem Zahlbeitrag von 125€ absichern. Das hängt aber extrem davon ab, wie deine Tätigkeit aussieht. Wie hoch ist der Anteil körperlicher Arbeit? Wie viel reist du? Wie groß ist dein Unternehmen? Das sind alles Faktoren, die den Beitrag in die ein oder andere Richtung bewegen. Auch als Geschäftsführer kann eine BU bezahlbar sein. Es kommt hier aber darauf an, wen du fragst. Es hält sich nämlich nach wie vor der Mythos, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung für Geschäftsführer utopisch teuer ist. Das stimmt aber nicht zwangsläufig.

  • Kann ich die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige steuerlich absetzen?

    Theoretisch kannst du Beiträge steuerlich absetzen. Und zwar über die Vorsorgeaufwendungen. In der Praxis hast du die Grenzen von 2800€ im Jahr aber vermutlich schon anderweitig verbraucht. Viele werden diese 2800€ schon allein über die Krankenversicherungsbeiträge ausschöpfen. Theoretisch sind sie also absetzbar, in der Praxis aber leider häufig nicht.

  • Welche Höhe darf ich maximal absichern?

    Rein rechtlich gesehen gibt es hier keine Grenzen. Im Bereich der Sachversicherungen gibt es ein sogenanntes Bereicherungsverbot. Du darfst von einem Schaden also nicht profitieren. Das ist im Bereich der Berufsunfähigkeitversicherung aber anders. Versicherer versuchen zwar, dieses Bereicherungsverbot durchzusetzen. Das ist rechtlich aber nicht vorgeschrieben. Bei einem kaputten Fernseher ist der Schaden leicht zu beziffern. Wie willst du aber den tatsächlichen Wert deiner Arbeitskraft genau beziffern? Unmöglich. Das ist genauso wie bei einer Unfallversicherung. Woher willst du vorher wissen, wie hoch der Schaden nach einem Unfall ist? Hier darfst du auch eine beliebig hohe Summe absichern. Wenn dir ein Versicherer also eine utopisch hohe Rentenzahlung zusagt, ist das erlaubt. In der Praxis ist das aber unüblich. Versicherer versuchen, dass deine Absicherungshöhe nicht dein aktuelles Einkommen übersteigt. Auch sie wollen nicht, dass es sich für dich lohnt berufsunfähig zu werden. Je höher die BU-Rente, die du absichern möchtest, desto komplizierter wird es. Deshalb ist es empfehlenswert, sich einen Experten an die Seite zu holen.

  • Welche Gesellschaft soll ich für die Berufsunfähigkeitsversicherung wählen?

    Um dir diese Frage zu beantworten ist eine individuelle Beratung unumgänglich. Wenn hier jemand eine allgemeingültige Antwort bereit hält, nimm deine Beine in die Hand und lauf. Für den einen ist der eine Tarif der passendste. Das gilt deshalb aber nicht automatisch für alle. Es gibt mehrere Gesellschaften mit guten Umorganisationsklauseln. Und genauso gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Tarifen. Du entscheidest was dir wichtig ist. Daraus ergibt sich, welcher Tarif der beste ist.

  • Selbstständige BU - Was ist das?

    Achtung Verwechslungsgefahr! Das hat nichts damit zu tun, ob du Selbstständig oder Angestellter bist. Hier geht es um folgendes. Du hast die Möglichkeit eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung abzuschließen. Dass das nicht zwingend sinnvoll ist, ist hier zweitrangig. Jedenfalls koppelst du dabei eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem Altervorsorgevertrag. Die BU enthält also einen Sparanteil. Einen Teil mit dem du das Risiko Berufsunfähigkeit absicherst und einen Sparanteil. Wenn du aber keine zusätzlichen Spielerein an deinen Vertrag koppelst, dann spricht man von einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung. Mit dieser sicherst du nur das Risiko der Berufsunfähigkeit ab. Du erhältst nichts von deinem Beitrag zurück. Das klingt zwar immer cool, ist aber oft nur eine Verkaufsstrategie. Du schließt ja auch keine KFZ-Versicherung ab und hast noch einen Rentensparanteil, den du irgendwann zurückbekommst. Separate Versicherungen für separate Risiken sind oft der cleverere Weg.

  • Was passiert mit der Firma, wenn ich berufsunfähig werde?

    Stell dir hierzu einfach folgendes vor. Unerwartet erscheinst du ab morgen nicht mehr in der Firma. Fühl dich da mal hinein. Hast du schon einen konkreten Plan, wie es dann weitergehen soll? Falls nicht, wäre es sinnvoll darüber mal nachzudenken. Hast du bereits jemanden, der dich ersetzen könnte? Welche Auswirkungen hat das auf deine Mitarbeiter? Welche Auswirkungen hat es auf deren Familien? Das sind alles Fragen, die du dir beantworten solltest. Wenn du dafür im Ernstfall keine Lösung parat hast, dann bleibt dir nicht viel mehr als das beste zu hoffen. Deine Mitarbeiter werden dir für einen Plan danken.

  • Warum ist die Umorganisationsklausel bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige so wichtig?

    Viele Versicherer überprüfen beim Antrag auf BU-Rente, ob du deinen Betrieb nicht einfach umorganisieren könntest. Er darf dabei entscheiden, ob die Umorganisation für dich zumutbar ist. Wenn es hier keine klare Definitionen gibt, ist das fast wie Lotto. Viele Versicherer halten sich hier alle Türen offen, um möglichst nicht zu zahlen. Diese Tarife willst du als Selbstständiger nicht. Wenn klar definiert ist, ab wann diese Umorganisation zumutbar ist, dann ist das in deinem Sinne. Nur so kann hier eine gewisse Willkür des Versicherers garantiert vermieden werden.

  • Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige sinnvoll?

    Läuft deine Firma auch ohne dich problemlos weiter? Erhältst du auch ohne mitzuarbeiten ausreichend viel Geld? Falls das der Fall ist, dann nicht unbedingt. Lautet die Antwort auf diese Fragen nein, dann schon. Die Berufsunfähigkeitsversicherung soll deine Ausgaben/Einnahmen absichern. Wenn diese wegen Erkrankung über einen längeren Zeitraum wegfallen, soll diese eingreifen. Als Absicherung deines Lebensstandards. Wenn du kein Sozialfall werden willst, ist diese Absicherung sehr sinnvoll.