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Seit dem 01.01.2021 hast du als gesetzlich Versicherter die Möglichkeit die elektronische Patientenakte (ePA) über eine App deiner Krankenkasse zu nutzen.

Noch nicht mitbekommen? Nicht schlimm, denn das Ganze macht erst seit dem 01.07.2021 richtig Sinn.

Denn nun müssen auch vertragsärztlich tätige Leistungserbringer wie Ärzte und Apotheken in der Lage sein, die ePA zu nutzen und zu befüllen.

In diesem Experten-Artikel beantworten wir alle deine Fragen zur digitalen Krankenakte. Auf geht’s.

Übersicht Experten-Artikel zur elektronischen Patientenakte (ePA)

Was ist die elektronische Patientenakte?
Was steht bereits heute in deiner digitalen Patientenakte?
Bist du verpflichtet die elektronische Patientenakte zu nutzen?
Was kostet die digitale Patientenakte?
Welchen Nutzen hat die elektronische Patientenakte für dich als Versicherten?
Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?
Wie kannst du deine digitale Patientenakte anfordern?
Ich bin privat versichert, was ist mit mir?
Welche Erweiterungen sind für die Zukunft geplant?
Unsere Meinung

Was ist die elektronische Patientenakte?

In der elektronischen Patientenakte (ePA) werden alle deine medizinischen Daten und Dokumente online gespeichert.

Das heißt alle Befunde, Arztbriefe, Medikationspläne, Blutwerte, etc. die dich als Patient betreffen, sind jederzeit digital in einer App auf dem Smartphone verfügbar.

Mit deiner Zustimmung können diese Daten dann von Ärzten, Apotheken und Co. ausgelesen und verarbeitet werden.

Eine Erleichterung ist dies vor allen Dingen, wenn du bei mehreren Ärzten in Behandlung bist, da die analoge Patientenakte dann nicht mehr vom anderen Arzt angefordert werden muss.

Alle Beteiligten wissen über die bisherigen Behandlungen Bescheid, sodass doppelte Behandlungen der Vergangenheit angehören.

Was steht bereits heute in deiner digitalen Patientenakte?

Da die ePA erst Anfang 2021 gestartet ist, musst du einen Großteil der Dokumente noch manuell in der App hochladen. Mit der Zeit werden immer mehr Dokumente digitalisiert und demnach direkt nach der Behandlung in deiner digitalen Patientenakte gespeichert.

Bist du verpflichtet die elektronische Patientenakte zu nutzen?

Nein, die Nutzung der elektronischen Patientenakte ist freiwillig.

Was kostet die digitale Patientenakte?

Die Nutzung ist für dich als Versicherten komplett kostenlos.

Welchen Nutzen hat die elektronische Patientenakte für dich als Versicherten?

Du hast alle gespeicherten Informationen über deine Gesundheit auf einen Blick – und das digital.

Das heißt keine alten Befundberichte mehr im Schrank suchen oder grübeln, wann der letzte Zahnarztbesuch war.

Da die Ärzte einen besseren Überblick über die bisherigen Behandlungen haben, könnte sich auch die Betreuung für dich als Patienten verbessern.

Aus unserer Sicht als Versicherungsmakler bringt die ePA auch einen großen Vorteil bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder privaten Krankenversicherung. Bei einem Großteil der Beratungen müssen wir gemeinsam mit dem Kunden die Krankheitshistorie von der Krankenkasse bzw. den Ärzten anfordern.

Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie lange das häufig dauert. Teilweise stellt sich die Krankenkasse zunächst quer oder der Arzt lässt sich für die Zusendung des Befundberichts bezahlen.

All das gehört mit der elektronischen Patientenakte der Vergangenheit an. Die Beratung wird deutlich entspannter und weniger zeitaufwendig – für dich als Kunden und auch für uns als Berater.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Da es sich hier um sensible Gesundheitsdaten handelt, ist die Frage nach dem Datenschutz absolut berechtigt.

Alle Daten werden verschlüsselt beim Bundesgesundheitsministerium abgelegt. Neben dir haben nur von dir berechtigte Personen Zugriff auf deine Gesundheitsdaten.

Das heißt, z.B. dein Hausarzt, wenn du ihm die Erlaubnis erteilst.

Deine Krankenkasse hat keinen Zugriff auf die Daten.

Wie kannst du deine digitale Patientenakte anfordern?

Wichtig zu wissen. Es gibt keine einheitliche ePA App. Jede Krankenkasse (z.B. Techniker, AOK oder Barmer) bietet seine eigene App an. In der Regel ist die elektronische Krankenakte in der bestehenden App der Krankenkasse integriert.

Wenn du keine App möchtest, kannst du die ePA seit dem 01.07.2021 auch auf deiner Versichertenkarte hinterlegen.

Schau für beide Optionen am besten direkt auf der Homepage deiner Krankenkasse vorbei.

Aus unserer Sicht macht eine App deutlich mehr Sinn, denn nur dort hast du selbst auch Zugriff auf deine Gesundheitsdaten.

Ich bin privat versichert, was ist mit mir?

Für Privatversicherte gibt es aktuell noch keine elektronische Krankenakte. Dies soll sich jedoch schon 2022 ändern. Wir sind gespannt.

Welche Erweiterungen sind für die Zukunft geplant?

Zum 01.01.2022 sind auch Krankenhäuser verpflichtet die ePA zu nutzen und zu befüllen.

Ebenfalls im Jahr 2022 soll die elektronische Krankenakte um weitere Dokumente, wie den Impfpass, den Mutterpass, U-Untersuchungen für Kinder und das Zahnbonusheft erweitert werden.

Des Weiteren sollen die Zugriffsrechte auf einzelne Dokumente noch weiter verfeinert werden. Das heißt du kannst dem Behandler z.B. nur den Zugriff auf ein bestimmtes Dokument gewähren.

Im Zielbild soll die digitale Krankenakte ein vollumfängliches Bild über deine Gesundheit bieten.

Unsere Meinung

Eine richtig gute Sache. Wie du weißt sind wir bei Versicherungen mit Kopf große Befürworter der Digitalisierung. Die Einführung einer elektronischen Patientenakte war eigentlich überfällig und bringt unserer Meinung nach für alle Beteiligten nur Vorteile mit sich. Wichtig ist, dass du als Patient selbst entscheiden kannst, wer welche Dokumente sehen kann. So behältst du stets die 100%ige Kontrolle.

Schlussendlich würde uns natürlich interessieren, ob du die elektronische Patientenakte bereits nutzt? Sind schon viele Dokumente gespeichert? Wie kommen Ärzte mit der ePA klar? Teile uns deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren mit.