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Aufgrund anhaltender Niedrigzinsen stellen DWS und Deka das Riester Neugeschäft ein bzw. haben es sogar schon getan. Der größte Anbieter von Riester-Fondssparplänen, Union Investment, bietet seit dem 01.07.2021 nur noch Neuverträge mit einer Mindestlaufzeit von 20 Jahren an.

Gleiches gilt auch für viele Versicherer, welche ab dem 01.01.2022 keine Riester-Versicherungen mehr anbieten. Grund hierfür ist die Senkung des Höchstrechnungszins von 0,9 auf 0,25%.

Sowohl den Investmentgesellschaften als auch den Versicherern fällt die gesetzlich vorgeschriebene 100% Beitragsgarantie auf die Füße, welche nicht mehr eingehalten werden kann.

Für bestehende Verträge hat das Ganze keine Auswirkungen. Diese laufen ganz normal weiter.

In diesem Blogartikel wollen wir erklären, weshalb wir von Riester-Fondssparplänen nicht überzeugt sind. Dringlich ist das Thema, weil ein Wechsel von einem Riester-Fondssparplan zu einer Riester-Versicherung wahrscheinlich nur noch in 2021 möglich ist. Falls du also einen Riester-Fondssparplan hast, solltest du diesen Artikel aufmerksam lesen. Für Lesefaule bietet sich alternativ das hinterlegte YouTube Video an.

gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw== - Riester über DWS, Union Investment und Deka - Noch 2021 wechseln!

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Inhaltsübersicht

Warum sind Riester-Fondssparpläne gescheitert?

Riester-Fondssparpläne von Gesellschaften wie DWS, Union Investment und Deka waren lange Zeit eine richtig gute Sache. In Zeiten von hohen Zinsen konnte ein Großteil der Beiträge in rentable Anlagen investiert werden. Der Teil, welcher aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen 100% Beitragsgarantie sicher angelegt werden muss, war entsprechend klein.

Doch die Zeiten von hohen Zinsen sind schon länger vorbei. Ein immer größerer Teil der Beiträge muss daher in sichere Anlagen investiert werden. Diese werfen jedoch logischerweise kaum Rendite ab. Die Folge ist, dass Riester-Fondssparpläne in der Regel nicht mehr rentabel sind.

Doch wieso sollte das jetzt bei Versicherern anders sein? Diese haben doch auch mit dem Niedrigzinsumfeld zu kämpfen, oder nicht? Ja, absolut. Der Unterschied ist jedoch, dass Versicherer im Gegensatz zu Investmentgesellschaften einen eigenen Deckungsstock haben. Hier liegt die Verzinsung aktuell bei ca. 2-3%. Das ist zwar auch nicht wirklich viel, jedoch mehr als bei den sicheren Anlagen von Investmentgesellschaften. Das Ganze führt dazu, dass Versicherer einen größeren Teil der Beiträge in rentable Anlagen wie Aktien-ETF’s oder Aktien-Fonds anlegen können.

Die WirtschaftsWoche trifft sogar die Aussage, dass Riester-Fondssparpläne einen Konstruktionsfehler haben. Aufgrund der 100% Beitragsgarantie müssen bei fallenden Aktienkursen, viele Kundengelder in sichere Anlagen umgeschichtet werden. Das führt dazu, dass bei hohen Kursen verkauft wird, jedoch bei möglichen Kurserholungen noch nicht wieder investiert wird. Dieses Problem ist bereits Fair Riester zum Verhängnis geworden. Versicherer sind aufgrund des eigenen Deckungsstocks weniger betroffen.

Wichtig: Das Ganze ist keine absolute Aussage. Es gibt wahrscheinlich viel mehr schlechte Versicherer, als Anbieter von Fondssparplänen wie DWS, Union Investment und Deka. Bei diesen schlechten Versicherern wirst du mit einem Riester-Vertrag ebenfalls keine wirkliche Rendite erwirtschaften können.

Das noch größere Problem ist der fehlende garantierte Rentenfaktor

Das unserer Meinung nach größte Problem von Riester-Fondssparplänen ist jedoch ein anderes – nämlich der fehlende garantierte Rentenfaktor. Das bedeutet, dass die Höhe deiner lebenslangen Rente ungewiss ist. Gute Versicherer haben einen 100% garantierten Rentenfaktor, wodurch bereits jetzt feststeht, wie hoch deine spätere monatliche Rente ausfallen wird.

Warum haben Riester-Fondssparpläne von DWS, Union Investment, Deka und Co. keinen Rentenfaktor?

Das liegt daran, dass eine Verrentung von Kapital nur durch einen Versicherer durchgeführt werden darf. DWS, Union Investment, Deka und Co. holen sich diesen Versicherer erst dazu, wenn es zu einer Verrentung kommt. Erst dann ist klar, was du an monatlicher lebenslanger Rente bekommst. Unserer Meinung nach betreibst du hier Glücksspiel mit deiner Rente.

Warum ist der fehlende Rentenfaktor überhaupt schlecht?

Wie bereits erwähnt, ist bis zum Rentenbeginn nicht klar, wie hoch deine Rente ausfällt. Des Weiteren wird ein später festgelegter Rentenfaktor mit hoher Wahrscheinlichkeit niedriger sein, als ein heute garantierter Rentenfaktor. Das liegt an der Berechnung des Rentenfaktors. Diese basiert auf der aktuellen Lebenserwartung. Und da wir Menschen immer älter werden, wird auch der Rentenfaktor später niedriger ausfallen. Das Kapital bleibt nämlich das gleiche. Es wird jedoch bei einer höheren Lebenserwartung in die Länge gezogen, weshalb der Rentenfaktor zwangsläufig sinken muss.

Durch einen schlechteren Rentenfaktor wirst du über die Zeit mehrere 1.000 Euro weniger an Rente bekommen. Diese Unsicherheit hast du über die gesamte Vertragslaufzeit. Mit einem 100% garantierten Rentenfaktor lebt es sich unserer Meinung nach deutlich entspannter.

Besserstellungsoption bei Versicherern

Wir halten dieses Szenario für sehr unwahrscheinlich. Doch was ist, wenn der tatsächliche Rentenfaktor höher als der garantierte Rentenfaktor ist? Für diesen Fall beinhalten gute Riester-Versicherungen eine Besserstellungsoption. Sollte der tatsächliche Rentenfaktor bei Rentenbeginn höher als der garantierte Rentenfaktor sein, wird deine Rente mit dem höheren Rentenfaktor berechnet.

Was kannst du nun machen, wenn du einen Riester-Fondssparplan von DWS, Union Investment, Deka und Co. hast?

Wie bereits zu Beginn erwähnt, drängt die Zeit. Ein Wechsel zu einer Riester-Versicherung ist wahrscheinlich nur noch in 2021 möglich.

Doch welche Möglichkeiten hast du überhaupt?

1. Kapital zu einem Riester-Versicherer übertragen

Die beste Möglichkeit ist es, das vorhandene Kapital aus deinem Riester-Fondssparplan in eine Riester-Versicherung zu übertragen. Dann gehen keine Zulagen und Steuervorteile verloren. Hierbei solltest du jedoch darauf achten, dass du mit deinem Riester-Fondssparplan bisher keinen Verlust gemacht hast. Dann ist nämlich Option 2 sinnvoller.

2. Vertrag beitragsfrei stellen

Solltest du z.B. 5.000 Euro eingezahlt haben und es sind aktuell nur 3.000 Euro Kapital im Vertrag vorhanden, macht es Sinn den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Aufgrund der 100% Beitragsgarantie bekommst du am Ende wenigsten die eingezahlten Beiträge zurück. Dann kannst du eine Riester-Versicherung abschließen und diese von 0 besparen.

3. Vertrag kündigen

Die mit Abstand schlechteste Option. Bei einer Kündigung musst du nämlich die bisher erhaltenen Zulagen bzw. die Steuerrückerstattungen vollständig zurückzahlen.

Riester-Check für Riester-Fondssparpläne von DWS, Union Investment, Deka und Co.

Eine Entscheidung für oder gegen einen Wechsel sollte gut überlegt sein. Aus diesem Grund bieten wir unseren kostenlosen Riester-Check an. Hier können wir prüfen, ob es in deinem Fall Sinn macht von einem Riester-Fondssparplan zu einer Riester-Versicherung zu wechseln oder eben nicht.

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