Lohnt sich eine Rechtsschutzversicherung für dich?
Rechtliche Auseinandersetzungen lassen sich nicht immer ohne Weiteres klären – manchmal brauchst du zwingend einen Anwalt oder sogar das Gericht. Die dabei entstehenden Kosten können schnell hoch sein, sodass du dich hier entsprechend absichern solltest. Eine Rechtsschutzversicherung, die solche Verfahrenskosten übernimmt, lohnt sich für dich, wenn du die Aufwendungen nicht aus eigener Tasche bezahlen kannst oder möchtest.
💡 Wichtige Infos auf einen Blick
- Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt – mit diversen Ausnahmen – die Kosten eines Rechtsstreits, die schnell vier- oder fünfstellig werden können.
- Bei der Rechtsschutzversicherung gibt es verschiedene Bausteine – etwa Arbeits-, Verkehrs- und Zivilrecht. Damit kannst du die Police nach deinem persönlichen Bedarf „zusammenbauen“ und nur das versichern, was wirklich erforderlich ist.
- Eine Rechtsschutzversicherung lohnt sich immer dann, wenn du generell größeren Risiken für rechtliche Streitigkeiten ausgesetzt bist (zum Beispiel als Arbeitgeber) oder mit einem Rechtsstreit rechnest, die Kosten aber nicht selbst tragen möchtest.
- Grundsätzlich gilt, dass die Versicherung nur bei noch nicht begonnenen Verfahren leistet. Du kannst also nicht „noch schnell vorher“ eine Rechtsschutzversicherung abschließen. Häufig gilt auch eine Wartezeit von 3 Monaten, bis die Versicherung das erste mal leistet.
- Wer braucht eine Rechtsschutzversicherung?
- Die Alternativen zur klassischen Rechtsschutzversicherung
- Die Bausteine der Rechtsschutzversicherung im Überblick
- Wann leistet deine Rechtsschutzversicherung nicht?
- Die häufigsten Versicherungs- und Schadenskategorien in der Rechtsschutzversicherung
- Die Leistung: Diese Kosten trägt die Rechtsschutzversicherung
- Darf mir die Rechtsschutzversicherung einfach kündigen?
- Die Rechtsschutzversicherung zahlt nicht: So gehst du hier vor!
Auch im Video: Lohnt sich eine Rechtsschutzversicherung?
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Wer braucht eine Rechtsschutzversicherung?
Stellst du dir die Frage, ob sich eine Rechtsschutzversicherung für dich lohnt, denk zunächst „vom Ende“ hierüber nach. Denn es gibt wichtigere Policen als die Rechtsschutz, etwa die private Haftpflicht- und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Du solltest also zunächst die möglichen Folgen deiner allgemeinen Haftung sowie einer Krankheit, durch die deine Arbeitskraft wegfällt, absichern – denn hier können die finanziellen Auswirkungen gravierend sein.
Demgegenüber sind die Kosten von Rechtsstreitigkeiten vergleichsweise überschaubar. Zudem kannst du sie in der Regel bereits vor Beginn des Verfahrens einschätzen und auch nochmal überlegen, ob der Rechtsstreit tatsächlich erforderlich ist. Verfügst du nicht über ausreichende finanzielle Mittel, kann dir das Gericht außerdem Prozesskostenhilfe bewilligen – und damit die anfallenden Anwalts- und Gerichtskosten übernehmen.
Die Wahrscheinlichkeit eines Rechtsstreits hängt außerdem von deiner persönlichen Situation ab. Bist du Arbeitnehmer oder Beamter, sind rechtliche Auseinandersetzungen – vor allem solche, die hohe Kosten verursachen – eher unwahrscheinlich. Für Arbeitgeber, Unternehmer oder Vermieter kann die Rechtsschutzversicherung hingegen deutlich wichtiger sein.
Daher gilt: Überlege immer anhand deiner persönlichen und beruflichen Situation, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, an einem Gerichtsprozess beteiligt zu sein. Je unwahrscheinlicher es ist, dass du anwaltliche Beratung benötigst oder sogar vor Gericht ziehen musst, desto unwichtiger ist für dich die Rechtsschutzversicherung. Die Beiträge kannst du dir dann sparen und/oder in andere, wichtigere Versicherungen – oder deine Altersvorsorge – investieren.
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Die Alternativen zur klassischen Rechtsschutzversicherung
Nur weil du rechtliche Auseinandersetzungen fürchtest oder mit ihnen rechnest, heißt das noch nicht, dass du unbedingt eine Rechtsschutzversicherung benötigst. In bestimmten Fällen lohnt sie sich schlichtweg nicht, weil du ihre Leistungen gar nicht erst in Anspruch nehmen musst. Lass uns hierzu einige Beispiele nennen:
- Einfache Rechtsstreitigkeiten lassen sich oft bereits mit einer anwaltlichen Erstberatung oder einem kurzen Schreiben an die Gegenseite klären. Hier sind die Kosten dann sehr überschaubar, denn eine Erstberatung darf in Deutschland maximal 190 Euro netto kosten.
- Bist du Mitglied einer Gewerkschaft, ist hier oft ein Arbeits- oder Dienstrechtsschutz enthalten. Die Gewerkschaft übernimmt dann die Kosten, die bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber oder Dienstherrn anfallen.
- Als Mieterin oder Mieter bist du möglicherweise Mitglied im Mieterverein. Diese Mitgliedschaft kostet zwar etwas – meist in Form eines Jahresbeitrages – sie beinhaltet aber in vielen Fällen auch rechtliche Beratung und Unterstützung. Relevant wird diese Leistung etwa, wenn du gegen eine Nebenkostenabrechnung vorgehen möchtest.
- Machen andere Personen Schadensersatzansprüche gegen dich geltend, handelt es sich um einen Fall für die (private) Haftpflichtversicherung. Sie übernimmt auch Anwalts- und Verfahrenskosten, wenn nötig.
- Wenn du kfz-versichert bist oder als Immobilieneigentümer eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht abgeschlossen hast, übernehmen diese Versicherungen die Verfahrenskosten, wenn andere Schadensersatzansprüche gegen dich geltend machen. Dies wird etwa dann relevant, wenn vor der versicherten Immobilie jemand ausgerutscht ist, weil du deine Räum- und Streupflicht nicht beachtet hast.
Du siehst also: Viele alltäglichen Rechtsbereiche sind bereits über unterschiedliche Mitgliedschaften und Versicherungen abgedeckt. Die Rechtsschutzversicherung kann sich zwar trotzdem lohnen, betrifft aber vor allem die Fälle, in denen du gegen Andere rechtlich vorgehen willst – etwa beim Einspruch gegen deinen Steuerbescheid oder der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen.
Die Bausteine der Rechtsschutzversicherung im Überblick
Die Rechtsschutzversicherung ist wie ein „Baukasten“ aufgebaut. Als Versicherungsnehmerin oder Versicherungsnehmer kannst du dir – von bestimmten Basisleistungen abgesehen – den Versicherungsschutz nach deinem individuellen Bedarf zusammenstellen. Wer beispielsweise kein Auto hat, muss den Baustein Verkehrsrechtsschutz nicht mitversichern – und wer selbstständig ist, benötigt keine Rechtsschutzversicherung für Arbeitnehmer.
Wir schauen uns unabhängig von den noch möglichen Bausteinen einmal an, was eine gute Rechtsschutzversicherung für Privatpersonen immer abdecken sollte.
Wichtige „Grundleistungen“ deiner Rechtsschutzversicherung
Damit deine Rechtsschutzversicherung dir wirklich die erforderliche Absicherung bietet, sollte sie einige „Grundleistungen“ enthalten. Die folgenden Punkte zeichnen aus unserer Sicht eine gute Rechtsschutz aus:
- Hohe Versicherungssumme: Diese sollte mindestens bei 5 Millionen Euro liegen. Beachte, dass die Versicherungssumme immer für den einzelnen Versicherungsfall, also Rechtsstreit, gilt.
- EU-Ausland: Deine Rechtsschutzversicherung sollte nicht nur in Deutschland, sondern auch im EU-Ausland leisten. Bestenfalls umfasst die Versicherung auch Rechtsstreitigkeiten außerhalb der EU, wenn auch meist mit einer niedrigeren Deckungssumme.
- Allgemeines Zivilrecht: Deine Rechtsschutzversicherung sollte immer das allgemeine Zivilrecht, also Vertrags- und Sachenrecht, abdecken. Hierzu gehören zum Beispiel Streitigkeiten über Kaufverträge oder mit Nachbarn.
- Steuer- und Verwaltungsrechtsschutz: Eine gute Rechtsschutzversicherung leistet auch bei Streitigkeiten mit Behörden, etwa dem Finanz- oder dem Bauamt.
- Mediation: Außergerichtliche Einigungsverfahren werden auch als „Mediation“ bezeichnet. Deine Rechtsschutz sollte die Kosten hierfür übernehmen, denn auf diese Weise lassen sich gerichtliche Prozesse oft vermeiden.
- Familientarif: Lebt ihr zusammen, etwa als Familie, sollten alle Personen versichert sein. Deine Rechtsschutzversicherung leistet dann auch bei Streitigkeiten, die zum Beispiel deinen Sohn betreffen.
- Selbstbehalt: Der Selbstbehalt sollte nicht zu hoch angesetzt werden, denn er gilt je Streitfall. So können schnell hohe Kosten zusammenkommen. Wir empfehlen eine Selbstbeteiligung von maximal 250 Euro je Versicherungsfall.
Die Kosten für eine Rechtsschutzversicherung
Was eine Rechtsschutzversicherung pro Monat oder Jahr kostet, hängt entscheidend von den versicherten Leistungen ab. Es kommt also darauf an, wie umfangreich dein Versicherungsschutz im Einzelfall ausfallen soll.
Im Durchschnitt liegen die Kosten für eine Rechtsschutzversicherung mit den wichtigsten Basisleistungen bei 240 Euro bis 680 Euro pro Jahr. Bei Familien steigen die Beiträge schnell auf rund 800 Euro, dafür sind aber auch mehrere Personen mitversichert.
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Wann leistet deine Rechtsschutzversicherung nicht?
Eine Rechtsschutzversicherung bietet dir zwar grundsätzlich guten Schutz vor den Kosten rechtlicher Streitigkeiten, dieser gilt aber nicht ohne Einschränkungen. Vielmehr gibt es in nahezu jedem Tarif Punkte, bei denen der Versicherer keine Leistungen erbringt.
Zum einen sind die Leistungen immer dann ausgeschlossen, wenn der Rechtsstreit bei Abschluss der Versicherung bereits bestand. Dabei kommt es immer auf den Beginn des Konfliktes, nicht aber etwa auf die Erhebung der Klage, an. Der Konflikt beginnt in der Regel mit ersten außergerichtlichen Einigungsversuchen, etwa mit einem Anschreiben deines Anwalts an die Gegenseite.
Zum anderen gelten bei vielen Rechtsschutzversicherungen Wartezeiten von 3 Monaten. Du kannst also frühestens 3 Monate nach dem Abschluss der Versicherung das erste Mal eine Leistung beanspruchen. Ausnahmen gelten in der Regel nur für den Verkehrsrechtsschutz, hier leisten gute Versicherer sofort und es gibt keine Wartezeit.
Auch wenn sie dem Grunde nach unter die Kategorien „Vertrags- oder Verwaltungsrecht“ fallen würden, schließen viele Versicherungsgesellschaften außerdem die folgenden Streitigkeiten von ihrer Leistung aus:
- Schadensersatzansprüche gegen dich: Macht eine andere Person Ansprüche gegen dich geltend, ist das grundsätzlich ein Fall für die Privathaftpflicht. Deine Rechtsschutz leistet hier nicht.
- Verbrechensvorwurf: Wird gegen dich wegen eines Verbrechens ermittelt, leistet die Rechtsschutzversicherung in der Regel nicht. Ausnahmen können für den Berufsrechtsschutz und Straftaten gelten, die dir im beruflichen Kontext vorgeworfen werden.
- Glücksspiel und Spekulation: Streitigkeiten rund um Glücks- und Wettspiel sowie spekulative Kapitalanlagen sind vielen Versicherern zu heikel. Hier wird dann ebenfalls nicht geleistet.
- Familieninterne Streitigkeiten: Streiten sich mehrere versicherte Personen miteinander, etwa du mit deiner Ehefrau, übernehmen Rechtsschutzversicherungen auch diese Kosten meistens nicht. Ausnahmen gelten allerdings im Rahmen des sogenannten Familienrechtsschutzes, etwa für Erbschaften und Scheidungen.
Die häufigsten Versicherungs- und Schadenskategorien in der Rechtsschutzversicherung
Wie bereits erwähnt, setzt sich die Rechtsschutzversicherung aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die du weitgehend frei miteinander kombinieren kannst. Bei nahezu allen Policen sind bestimmte Module aber immer Pflicht, zum Beispiel der Privatrechtsschutz. Auf dieser „Grundversicherung“ kannst du dann mit den anderen Bausteinen aufbauen. Wir stellen dir die wichtigsten Bausteine der Rechtsschutzversicherung kurz vor.
Der Privatrechtsschutz
Mit dem Baustein Privatrechtsschutz sind die üblichen Rechtsprobleme von Privatpersonen im Alltag abgesichert. Die Rechtsschutzversicherung leistet dann zum Beispiel bei
- Verträgen aller Art, etwa Reise- und Versicherungsverträgen, aber auch privatrechtlichen Vereinbarungen mit Nachbarn oder beim Autokauf,
- Ansprüchen auf Schadensersatz, die du gegen andere Personen geltend machen möchtest,
- Streitigkeiten im Steuerrecht, insbesondere mit dem Finanzamt, aber auch bei Themen wie Grundsteuer und Hundesteuer,
- Verwaltungsrechtssachen aller Art, zum Beispiel bei einer Klage gegen die Ablehnung deines Bauantrages,
- Erb- und Familienrecht, wobei hier häufig Einschränkungen (zum Beispiel ein Höchstbetrag von 1.000 Euro pro Jahr) gelten,
- strafrechtlichen Angelegenheiten, wenn du einer fahrlässigen Straftat oder Ordnungswidrigkeit beschuldigt wirst – auch hier gelten aber meist Einschränkungen, insbesondere für den Vorwurf einer vorsätzlichen Straftat oder
- Streitigkeiten rund um die Internetnutzung, zum Beispiel wenn du im Internet Opfer eines Kreditkartenbetruges wirst.
Für speziellere Probleme, zum Beispiel Streitigkeiten mit deiner Mieterin oder deinem Mieter, benötigst du dann andere Bausteine.
Der Berufsrechtsschutz
Der Baustein „Beruf“, den es meist nur in Kombination mit dem Privatrechtsschutz gibt, deckt in der Rechtsschutzversicherung alle Sachverhalte aus dem Arbeits- und Dienstrecht ab. Er wird also beispielsweise dann relevant, wenn du eine Abmahnung erhältst oder wenn der Arbeitgeber eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses ausspricht.
Auch Streitigkeiten rund um ein Arbeitszeugnis oder einen nicht gewährten Urlaub fallen in den Baustein „Beruf“. Bist du Beamtin oder Beamter, solltest du darauf achten, dass auch alle dienstrechtlichen Streitigkeiten (etwa rund um eine Disziplinarmaßnahme) vom Versicherungsschutz erfasst werden.
Der Verkehrsrechtsschutz
Wie der Name bereits verrät, erweiterst du den Schutz deiner Rechtsschutzversicherung mit dem Baustein „Verkehr“ um Streitigkeiten, die sich rund um das Auto drehen. Die Versicherung leistet dann beispielsweise, wenn du beim Autokauf oder bei der Miete eines Pkw in Schwierigkeiten geraten bist.
Gute Rechtsschutzversicherungen leisten mit dem Verkehrsrechtsschutz auch bei Vorwürfen wie Fahrer- oder Unfallflucht. Hier musst du aber genau auf die Versicherungsbedingungen achten.
Der Wohnrechtsschutz
Der Baustein „Wohnen“ leistet bei allen rechtlichen Auseinandersetzungen rund um deine eigenen vier Wände. Du bekommst also Unterstützung bei Streitigkeiten mit dem Vermieter, etwa über eine Mieterhöhung oder Nebenkostenabrechnungen. Darüber hinaus leistet die Rechtsschutzversicherung bei Auseinandersetzungen mit deinen Nachbarn, etwa dann, wenn baufällige Gebäude auf der Grenze stehen.
Die Leistung: Diese Kosten trägt die Rechtsschutzversicherung
Beantragst du bei deiner Rechtsschutzversicherung eine Deckungszusage (diese ist Pflicht!), übernimmt der Versicherer die Kosten des entsprechenden Rechtsstreits. Zu diesen Kosten gehören
- deine Anwaltskosten, soweit sie notwendig sind,
- Gebühren für Sachverständige und Zeugen, sowie
- die notwendigen Auslagen des Gegners (etwa dessen Anwalts- und Fahrtkosten).
Dabei leistet die Rechtsschutzversicherung aber nicht erst im gerichtlichen Verfahren. Sie zahlt vielmehr auch die außergerichtlichen Kosten, etwa für die anwaltliche Beratung und ein erstes Anschreiben an die Gegenseite. Selbiges gilt für eine Mediation, also ein außergerichtliches Schlichtungsgespräch. Es soll dabei helfen, einen Rechtsstreit bereits vor dem gerichtlichen Verfahren beizulegen.
Viele Rechtsschutzversicherungen verfügen außerdem über eine Beratungshotline. Dort kannst du dich telefonisch über die Erfolgsaussichten deines Falls erkundigen, ohne überhaupt eine Anwältin oder einen Anwalt aufsuchen zu müssen.
Achtung: Übernimmt die Rechtsschutzversicherung innerhalb von 12 Monaten zweimal die Kosten eines Rechtsstreits, kann sie dir außerordentlich kündigen. Achte daher darauf, dass die telefonische Rechtsberatung über die Hotline noch nicht als Versicherungsfall gilt.
Darf mir die Rechtsschutzversicherung einfach kündigen?
Nein, keine Sorge – „einfach so“ darf der Versicherer dir die Rechtsschutzversicherung nicht kündigen. Er hat aber ein Sonderkündigungsrecht, wenn du innerhalb eines Jahres (12 Monate) zwei oder mehr Versicherungsfälle einreichst.
Dabei solltest du beachten, dass es – gibt es erstmal ein Rechtsproblem – schnell zu zwei Verfahren kommt. Möchtest du beispielsweise Schadensersatzansprüche im Rahmen eines Neubaus geltend machen, und gehst deshalb gegen mehrere Baufirmen vor, stellt die Streitigkeit mit jeder der Firmen jeweils ein eigenes Verfahren dar.
Nutze deine Rechtsschutzversicherung daher nur, wenn es wirklich notwendig ist – und überlege, die Kosten eines Verfahrens im Zweifel lieber aus eigener Tasche zu zahlen. Denn eine Kündigung durch den Versicherer kann die Suche nach einer neuen Rechtsschutzversicherung deutlich erschweren. Nahezu alle Gesellschaften fragen bei Abschluss der Police, ob du von deinem Vorversicherer gekündigt wurdest.
Die Rechtsschutzversicherung zahlt nicht: So gehst du hier vor!
Möglicherweise verweigert deine Rechtsschutzversicherung die Deckungszusage – etwa, weil sie dir vorwirft, den Rechtsstreit mutwillig verursacht zu haben. Alternativ bringt der Versicherer vor, es gäbe keine Aussicht auf Erfolg.
In derartigen Fällen kannst du ein sogenanntes Schiedsverfahren beantragen, die Entscheidung der Rechtsschutzversicherung also anfechten. Im Schiedsverfahren beauftragst du einen Schiedsgutachter, der für dich die Erfolgsaussichten des Verfahrens einschätzt. Die anschließende Entscheidung ist dann für die Versicherung bindend – fällt sie zu deinen Gunsten aus, muss der Versicherer die Kosten des Rechtsstreits tragen.
Alternativ kannst du dich auch an den Versicherungsombudsmann wenden. Er prüft den Fall kostenlos und kann die Versicherung auch zur Leistung verpflichten. Einzige Voraussetzung ist, dass der Rechtsstreit voraussichtlich Kosten von maximal 10.000 Euro verursachen wird.
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