E-Scooter-Fahrer

Brauchen E-Scooter eine Versicherung?

E-Scooter sind in einigen EU-Ländern bereits im Straßenverkehr angekommen; so zum Beispiel in Dänemark, Belgien und Österreich. In Deutschland ist er zwar gestattet, allerdings findet man den E-Scooter bisher nur auf Firmen- und Messegeländen sowie auf Golf- und Campingplätzen. Am öffentlichen Straßenverkehr darf man mit dem Gefährt bisher nicht teilnehmen. 

Mit dem 17. Mai 2019 hat sich das geändert. An diesem Tag entschied der Deutsche Bundestag darüber, dass E-Scooter auf deutschen Straßen fahren dürfen. Geklärt wurde, wo man sich mit ihnen bewegen darf und welche rechtlichen Aspekte bedacht werden müssen. 

Wie man sich und den E-Scooter versichern kann, erfahren Sie hier.

Wer darf E-Scooter fahren und was ist zu beachten

Jugendliche ab 14 Jahren dürfen E-Scooter fahren, sofern diese eine Höchstgeschwindigkeit von 20km/h nicht überschreiten. Der Antrag einzelner Arbeitsgruppen, auf langsamere Modelle (bis 12 km/h) zurückzugreifen und diese dann auch für 12 – 14jährige zuzulassen, wurde diskutiert und infolge einer Abstimmung abgelehnt.

Eine Fahrerlaubnis für das Führen eines Mopeds muss nicht gesondert erworben werden.

Ebenfalls nicht verpflichtend wird das Tragen eines Helms. Obwohl für Zweiräder bestimmter Klassen eine Helmpflicht vorgesehen ist, wird für die E-Scooter (wahrscheinlich auch zukünftig) keine anberaumt. Dass Fahrer*innen aus persönlichen Sicherheitsgründen darauf zurückgreifen sollten, kann nur angeraten werden. 

Inwiefern Versicherer auf das Tragen eines Helms verweisen werden, ist bisher nicht geklärt. Allerdings wurde sich bereits für eine KfZ-Haftpflichtversicherung ausgesprochen, die über entsprechende Versicherungsaufkleber dokumentiert wird. Diese erhalten Sie in Folge des Inkrafttretens der Verordnung bei Ihrem KfZ-Versicherer.

Da E-Scooter für den öffentlichen Verkehr zugelassen wurden, kommt es (nicht ganz) automatisch auch zur Klärung der Frage, ob es eine Promillegrenze zum Führen des Fahrzeugs geben wird. Die Antwort lautet: Ja. Entsprechend der geltenden Rechtslage gilt für Fahranfänger die 0,0 Promillegrenzen (ganz zu schweigen, dass Alkoholabgabe an Jugendliche unter 18 Jahren sowieso verboten ist); für alle anderen Fahrer sind 0,5 Promille Alkohol im Blut als Grenze zu betrachten.

Wo dürfen E-Scooter fahren?

„Personal Light Electric Vehicles“ (PLEV), sprich Elektrische Leichtfahrzeuge zur Personenbeförderung gibt es in zwei Versionen: E-Scooter mit einer Maximalgeschwindigkeit von 12km/h und 20 km/h. Während das langsamere Modell auf Gehwegen und in Fußgängerzonen benutzt werden darf, ist die Straßennutzung für diese tabu. Schnellere Versionen des E-Scooters müssen auf Radwegen fahren oder, sofern diese fehlen, auf die Straße ausweichen. Auf Gehwegen und in den bereits genannten Fußgängerzonen sind sie hingegen verboten.

Angekündigt wurde seitens des Gesetzgebers die Einführung eines zusätzlichen Verkehrsschildes, das PLEV mit einschließt. Ähnlich der Beschilderung, die das Fahrradfahren in Fußgängerzonen erlaubt (zu sehen ist ein stilisiertes Fahrrad mit der darunter befindlichen Beschriftung „frei“), soll es eines mit einem dargestellten E-Scooter geben.

E-Scooter und Versicherung

Viele setzten den E-Scooter mit anderen Fahrzeugen gleich, die durch einen Elektromotor unterstützt werden wie Pedelec oder E-Bike. Für diese muss kein gesonderter Versicherungsschutz abgeschlossen werden. Beim E-Scooter verhält es sich anders. Entgegen Pedelec oder E-Bike ist der Fahrzeugführer nicht gezwungen, in die Pedale zu treten, sondern wird ohne eigene Kraftaufwendung befördert. 

Der E-Scooter ist dadurch als Kraftfahrzeug einzustufen, für die der Gesetzgeber eine separate KfZ-Versicherung verlangt. Die notwendige KfZ-Haftpflichtversicherung können Fahrzeughalter ab 18 Jahren eigenständig abschließen, während minderjährige Fahrer*innen diese nur mit Einwilligung ihrer Erziehungsberichtigten eingehen können. 

E-Scooter – Versicherung: Auf einen Blick

1. Brauche ich für meinen Elektro-Roller eine Allgemeine Betriebserlaubnis?

Ja. – Oder eine Einzelbetriebserlaubnis.

2. Besteht für meinen E-Scooter eine Versicherungspflicht?

Ja. Bei einem Versicherer Ihrer Wahl oder einem Makler für Versicherungen Ihrer Wahl können Sie Ihren Elektro-Roller versichern. Der Versicherungsschutz ist gesetzlich verpflichtend, wenn Sie mit Ihrem E-Scooter auf öffentlichen Straßen fahren möchten. 

3. Erhalte ich eine Versicherungsplakette für meinen E-Scooter?

Ja. Sobald Sie eine entsprechende KfZ-Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben und somit versichert sind, erhalten Sie eine Versicherungsplakette, die am E-Scooter anzubringen ist.

4. Wer darf E-Scooter fahren?

Es wird noch entschieden, ab welchem Alter eine Zulassung erfolgt. Neben volljährigen Verkehrteilnehmern sollen auch Personen ab 14 Jahren den E-Scooter führen dürfen. Ob auch Jugendliche im Alter zwischen 12 und 14 Jahren eine Erlaubnis erhalten und welche Details diese beinhaltet, ist noch offen.

5. Wer kann für den E-Scooter eine KfZ-Haftpflichversicherung abschließen?

Versichern können sich Fahrzeughalter*innen ab 18 Jahren. E-Scooter-Fahrer*innen unter 18 Jahren müssen sich infolge einer Erlaubnis ihrer Erziehungsberechtigten versichern.

6. Kann der E-Scooter in bestehende KfZ-Haftpflichtversicherungen integriert werden?

Nein. Es bedarf einer gesonderten Versicherung.

7. Besteht eine Helmpflicht?

Nein. Allerdings ist es aus Sicherheitsgründen anzuraten, beim Fahren einen Helm zu tragen.

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