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Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungsquote – alle Infos

Aktualisiert am 8. Mai 2026

Gerade in den Medien hören wir immer wieder, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung im Leistungsfall die Auszahlung verweigert. Diese Aussage ist allerdings falsch, denn die sogenannte Leistungsquote der Berufsunfähigkeitsversicherung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Statistiken zeigen dabei, dass in den meisten Fällen der Grund für die Nichtzahlung beim Kunden und gerade nicht beim Versicherer liegt.

💡 Wichtige Infos auf einen Blick

Alle Infos zur Leistungsquote in der Berufsunfähigkeitsversicherung auch im Video

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Was die Leistungsquote der BU-Versicherung aussagt

Hinter dem Begriff „Leistungsquote“ steckt bei der Berufsunfähigkeitsversicherung der Anteil der ausgezahlten BU-Renten nach Antragstellung. Sie gibt also an, in wie vielen Fällen der Versicherer die Berufsunfähigkeitsrente zahlt und in wie vielen Fällen keine Leistung erfolgt.

BU leistet in 80% der Fälle ohne Probleme

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat zuletzt im Jahr 2025 zahlreiche BU-Versicherer untersucht. Ergebnis der Studie war eine Leistungsquote von rund 80% über alle Versicherungsgesellschaften. Das Analysehaus MORGEN & MORGEN kommt zu ähnlichen Ergebnissen.

Konkret heißt das: In 80% der Fälle wurde die BU-Rente ausgezahlt. Bei 20% der Anträge hat die Versicherungsgesellschaft die Zahlung verweigert.

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Leistungsquoten in der Berufsunfähigkeitsversicherung in den letzten Jahren

Versicherer202520242023
Allianz86,39%85,43%84,95%
Alte Leipziger77,69%76,57%75,98%
AXA84,87%84,09%82,69%
Barmeniak.A.72,74%72,18%
Baloise (ehemals Basler)74,61%73,47%71,52%
Versicherungskammer Bayern
80,98%79,13%73,45%
Canada Lifek.A.k.A.57,66%
Concordia Oeco73,37%74,00%73,69%
Condor95,64%93,78%91,78%
Continentale73,13%71,25%70,26%
CosmosDirekt86,68%88,32%89,33%
DBV84,87%84,09%82,69%
Debeka89,23%86,56%84,29%
Deutsche Ärztversicherung84,29%83,90%84,98%
DEVK Eisenbahn a.G.83,85%85,04%85,52%
DEVK70,45%69,47%68,51%
Dialog74,93%77,00%74,39%
die Bayerischek.A.71,85%71,43%
DLVAGk.A.73,17%k.A.
ERGO70,94%73,49%73,60%
Europa81,33%87,82%88,89%
Generali77,84%76,04%75,03%
Gothaer76,91%76,39%74,75%
Hannoversche Leben81,03%79,76%79,03%
HDI86,73%86,41%85,04%
Helvetia76,37%78,49%79,78%
HUK2489,81%89,01%86,39%
HUK-COBURG89,81%89,01%86,39%
Interk.A.78,82%76,74%
InterRisk70,71%64,75%59,26%
LV187179,87%79,65%80,65%
LVM73,82%73,51%73,41%
Mecklenburgische53,21%55,05%56,55%
Münchener Verein84,38%86,68%84,75%
myLife86,36%84,31%81,01%
Nürnberger77,70%77,75%77,93%
Öfftl. Braunschweig83,44%81,48%83,76%
Provinzial81,96%79,64%77,77%
R+V91,74%89,46%89,22%
Standard Life90,25%90,20%91,17%
Stuttgarter84,98%84,20%75,17%
Sparkassen Versicherung85,00%86,61%94,29%
Swiss Life77,09%78,19%80,09%
VGH Versicherungen91,92%90,57%89,41%
Volkswohl Bund86,44%83,63%82,46%
VPV Lebensversicherung AG81,95%81,61%80,68%
Versicherer im Raum der Kirchen67,06%67,56%65,34%
Württembergische88,75%85,64%85,57%
Zurich80,63%79,99%77,42%

Hinweis zur Tabelle: Die dargestellten Daten stammen von MORGEN & MORGEN (Stand: 19.05.2025). Versicherer, die in der Übersicht nicht aufgeführt sind, haben in den entsprechenden Jahren keine Leistungsquote ausgewiesen. Die Werte beziehen sich jeweils ausschließlich auf einen Zeitraum von 3 Jahren und stellen daher lediglich eine zeitlich begrenzte Momentaufnahme dar.

Was in der Leistungsquote der Berufsunfähigkeitsversicherung untergeht

Die Leistungsquote der Berufsunfähigkeitsversicherung sagt im Grundsatz nur aus, in wie vielen Fällen überhaupt geleistet wurde. Sie trifft aber keine Aussage dazu,

Es kann also durchaus sein, dass ein Versicherer mit hoher Leistungsquote dennoch bürokratische, langsame und ggf. auch fehleranfällige Prozesse hat, die die Leistung stark verzögern. Darauf solltest du ebenfalls achten, wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt.

Die Leistungsquote alleine sagt also nur wenig aus. Entscheidend ist, wie so oft, das Gesamtpaket und die Erfahrung mit dem jeweiligen Versicherer.

Geschönte Leistungsquoten durch kleine BU-Renten?

Kritiker führen bei der Leistungsquote an, dass Versicherer mit einem hohen Anteil an Tarifen mit Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit tendenziell bessere Quoten ausweisen könnten als Anbieter mit vielen selbstständigen BU-Versicherungen.

💡 Man unterscheidet zwischen der Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit und der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung. Letztere ist bekannter: Wird der Kunde berufsunfähig, erhält er eine monatliche BU-Rente. Die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit sichert hingegen lediglich die Beiträge eines Altersvorsorgevertrags (zum Beispiel einer privaten Rentenversicherung) ab. Im Leistungsfall übernimmt der Versicherer die weiteren Einzahlungen bis zum Vertragsende.

Begründet wird dies mit der Annahme, dass Gesellschaften bei vergleichsweise kleinen monatlichen Leistungen – etwa der Übernahme eines Beitrags von 100 oder 150 Euro – eher zur Anerkennung bereit seien als bei hohen BU-Renten von 1.000 Euro oder mehr. Für diese These gibt es jedoch keine belastbaren Belege. Es handelt sich um eine reine Vermutung.

Zudem wird häufig übersehen, dass auch die dauerhafte Beitragsbefreiung bei langjähriger Berufsunfähigkeit erhebliche Kosten verursacht. Würden Versicherer systematisch kleine Leistungsfälle „durchwinken“, stünde dies langfristig nicht im Einklang mit einer soliden Kalkulation der Risikoprämien. Vor diesem Hintergrund erscheint die pauschale Kritik an vermeintlich „geschönten“ Quoten wenig überzeugend.

Unterschied Leistungs- und Prozessquote BU

Die Leistungsquote in der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt an, wie viele eingereichte Leistungsanträge vom Versicherer anerkannt werden. Sie zeigt also, in welchem Anteil der geprüften Fälle tatsächlich eine BU-Rente gezahlt wird. Allerdings bezieht sie sich nur auf bearbeitete Leistungsfälle und sagt nichts darüber aus, warum Anträge abgelehnt wurden oder ob es später zu Streitigkeiten kam.

Die Prozessquote hingegen beschreibt, in wie vielen Leistungsfällen es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer kommt. Sie macht deutlich, wie häufig Konflikte vor Gericht landen, liefert jedoch keine Aussage darüber, wie die Verfahren ausgehen oder ob es zuvor Vergleichslösungen gab.

Kurz gesagt: Die Leistungsquote zeigt, wie oft geleistet wird – die Prozessquote, wie oft darüber gestritten wird. Beide Kennzahlen bieten eine Orientierung, sind jedoch ohne Einordnung der jeweiligen Berechnungsgrundlagen nur eingeschränkt aussagekräftig.

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BU-Leistungsquote von 80% - was passiert mit den übrigen 20%?

Möglicherweise fragst du dich bei einer BU-Leistungsquote von 80% nun, was mit den übrigen 20% passiert (ist). Fest steht erstmal, dass der Versicherer in diesem Fünftel der Fälle nicht geleistet, den Antrag auf BU-Rente also abgelehnt hat.

Schauen wir uns also an, aus welchen Gründen die Ablehnung erfolgte. Auch hierzu gibt es eine Studie, diesmal von MORGEN & MORGEN, abgebildet in folgendem Diagramm.

mm_ablehnungsgrunde_bu_2025

Keine Reaktion der Kunden

In 38,22% der Fälle war der Grund für die Nichtauszahlung, dass sich Kunden nach einer Antragstellung nicht mehr gemeldet haben. Oft stellen Versicherer Rückfragen und möchten beispielsweise Behandlungsberichte einsehen.

Stellst du als Kundin oder Kunde diese Dokumente nicht zur Verfügung oder reagierst gar nicht auf Briefe der Versicherung, gibt es in der Regel auch keine Leistung. Der Antrag wird dann abgelehnt, weil der Versicherer den Anspruch auf BU-Rente nicht prüfen kann.

Nichterreichung des BU-Grades

Damit du Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten kannst, musst du zu mindestens 50% berufsunfähig sein. In 33,55% der Fälle fehlte es an dieser Voraussetzung. Der Versicherer hat den Antrag also geprüft, dabei aber festgestellt, dass keine Berufsunfähigkeit im Sinne der Bedingungen vorliegt.

Achte bei der Antragstellung darauf, deine Berufsunfähigkeit nachzuweisen. Im besten Fall geht aus dem ärztlichen Attest hervor, warum und für wie lange du in welchem Umfang nicht mehr arbeiten kannst. So ist sichergestellt, dass deine Berufsunfähigkeit auch als solche anerkannt wird.

💡 Tipp: Du solltest dem Versicherer immer alle Unterlagen zur Prüfung zur Verfügung stellen, die auch dir vorliegen. Damit beschleunigst du den Prozess und vermeidest eine Ablehnung des Antrags.

Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht

Bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung musst du alle gestellten Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Schon kleine Fehler können hier zur Ablehnung eines späteren Antrags führen, was in 8,26% der Fälle auch geschehen ist.

💡 Tipp: Du solltest bereits bei Beantwortung der Fragen deine Patientenakten und Behandlungsberichte zur Hand nehmen. Nur so stellst du sicher, dass nichts untergeht und du alle Fragen zutreffend beantworten kannst.

Anfechtung bzw. Betrugsfall

Hier geht es in der Regel um das absichtliche Verschweigen relevanter Vorerkrankungen. Der Versicherer ficht den Vertrag bei Antragstellung wegen arglistiger Täuschung oder Betrug an. Liegt ein solcher Fall vor, kann er in bestimmten Grenzen die Leistungen verweigern. Diese Ablehnung macht allerdings nur 6,50% der Fälle aus.

Fazit: „Einfach keine Leistung“ gibt es quasi nicht

Rechnen wir nun alle Zahlen zusammen, entfallen nur rund 11,24% der Ablehnungen auf „sonstige Gründe“. Hochgerechnet auf die gesamte Leistungsquote der Berufsunfähigkeitsversicherungen, sind das nur etwas mehr als 2% der Fälle.

Wir können also festhalten, dass durchschnittlich in 80% der Fälle gezahlt wird. Von den übrigen 20% verweigert der Versicherer in ca. 18% der Fälle die Zahlung, weil er hierzu nach dem Versicherungsvertrag berechtigt ist, der Anspruch also gar nicht besteht. Nur in rund 2% der Antragsfälle wird die Leistung tatsächlich verweigert, ohne dass es dafür – zumindest auf den ersten Blick – einen konkreten Grund gibt.

Versicherungsbedingungen entscheiden über Leistungen

Bei der Diskussion über Leistungsquote und andere Kennzahlen wird häufig übersehen, dass im Leistungsfall nicht die allgemeinen Statistiken eines Versicherers ausschlaggebend sind, sondern die konkreten Vertragsbedingungen des gewählten Tarifs. Entscheidend ist daher, einen Tarif mit möglichst starken und klar formulierten Leistungen auszuwählen.

Sind die Bedingungen hochwertig, verlieren Kennzahlen an Bedeutung. Maßgeblich ist letztlich das, was vertraglich vereinbart wurde – daran muss sich jeder Versicherer halten. Andernfalls würde er gegen geltendes Recht verstoßen, was weder im Interesse der Unternehmen noch des Marktes insgesamt liegt.

Ein weiterer wesentlicher Grund, sich weniger auf Leistungsquoten und stärker auf die Vertragsbedingungen zu konzentrieren, ist deren Charakter als Momentaufnahme. Leistungsquoten können sich im Zeitverlauf verändern, während die Bedingungen eines gewählten Tarifs über die gesamte Vertragslaufzeit verbindlich festgeschrieben sind. Zudem bieten selbst Versicherer mit sehr guten Leistungsquoten sowohl leistungsstarke als auch weniger überzeugende Tarife an. In unserer Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung gehen wir auf alle diese Punkte ausführlich ein.

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