Hausratversicherung wechseln: So gehst du 2026 vor
Eine Hausratversicherung läuft häufig über viele Jahre unverändert weiter. Dabei können sich sowohl dein Versicherungsbedarf als auch die angebotenen Tarife deutlich verändern. Ein regelmäßiger Vergleich kann sich deshalb lohnen.
Möchtest du deine Hausratversicherung wechseln, solltest du allerdings nicht vorschnell kündigen. Entscheidend sind vor allem die Kündigungsfrist, das Ende der Vertragslaufzeit und ein möglichst lückenloser Übergang zum neuen Versicherer.
💡 Wichtige Infos auf einen Blick
- Eine Hausratversicherung kannst du grundsätzlich zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit kündigen.
- Die konkrete Kündigungsfrist findest du in deinen Versicherungsbedingungen bzw. im Versicherungsschein.
- Nach einem regulierten Schaden kann ein Sonderkündigungsrecht bestehen.
- Auch eine Beitragserhöhung kann unter bestimmten Voraussetzungen eine außerordentliche Kündigung ermöglichen.
- Der neue Vertrag sollte unmittelbar an den bisherigen Versicherungsschutz anschließen.
- Prüfe beim Wechsel nicht nur den Preis, sondern insbesondere Versicherungssumme, Leistungsumfang, Selbstbeteiligung und Ausschlüsse.
- Warum sollte ich meine Hausratversicherung wechseln?
- Wann kann ich die Hausratversicherung wechseln?
- Hausratversicherung nach Beitragserhöhung wechseln
- Erst kündigen oder zuerst neue Hausratversicherung abschließen?
- Worauf sollte ich beim Wechsel achten?
- Was passiert mit Schäden aus dem alten Vertrag?
- Welche Angaben braucht der neue Versicherer?
- Lohnt sich ein regelmäßiger Vergleich?
- Fazit: Hausratversicherung wechseln und Versicherungsschutz verbessern
Alle Infos zur Hausratversicherung im Video
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Warum sollte ich meine Hausratversicherung wechseln?
Ein Wechsel der Hausratversicherung kann sich aus verschiedenen Gründen lohnen.
Vielleicht ist dein bestehender Vertrag vergleichsweise teuer. Möglich ist aber auch, dass ein moderner Tarif bei einem ähnlichen Beitrag deutlich umfangreichere Leistungen bietet.
Gerade ältere Verträge solltest du deshalb gelegentlich überprüfen.
Ein Wechsel kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn du
- deinen Beitrag reduzieren möchtest,
- einen höheren Leistungsumfang suchst,
- eine zu hohe Selbstbeteiligung vereinbart hast,
- Elementarschäden zusätzlich absichern möchtest oder
- mit deinem bisherigen Versicherer unzufrieden bist.
Auch Veränderungen deiner Wohnsituation sind ein guter Anlass, den bestehenden Vertrag zu überprüfen.
Beratung zur Hausratversicherung
Wenn du wissen willst, wie unsere Beratung zur Hausratversicherung abläuft, kannst du dir gerne den verlinkten Artikel durchlesen.
Wann kann ich die Hausratversicherung wechseln?
Für einen regulären Wechsel musst du zunächst prüfen, wann dein bestehender Versicherungsvertrag endet.
Maßgeblich sind die im Vertrag vereinbarte Laufzeit und Kündigungsfrist.
Viele Versicherungsverträge verlängern sich automatisch, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt werden. Bei neueren Verträgen bestehen nach Ablauf der anfänglichen Vertragslaufzeit verbraucherfreundlichere Kündigungsmöglichkeiten.
Entscheidend ist deshalb immer dein konkreter Vertrag.
💡 Tipp: Schau in deinen Versicherungsschein oder das Kundenportal deines Versicherers. Dort findest du normalerweise den Versicherungsbeginn, die Vertragslaufzeit und den nächstmöglichen Kündigungstermin.
Welche Kündigungsfrist gilt bei der Hausratversicherung?
Eine pauschale Kündigungsfrist für jeden bestehenden Hausratvertrag lässt sich nicht nennen.
Bei vielen Verträgen ist eine Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist möglich.
Gerade bei älteren Verträgen kann beispielsweise eine Kündigungsfrist von 3 Monaten vereinbart sein.
Beispiel
Dein Versicherungsjahr endet am 31. Dezember und dein Vertrag sieht eine Kündigungsfrist von 3 Monaten vor.
Dann muss deine Kündigung grundsätzlich rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist beim Versicherer eingehen.
Der neue Vertrag sollte anschließend unmittelbar zum 1. Januar beginnen.
So vermeidest du eine Versicherungslücke.
Hausratversicherung nach der Mindestlaufzeit kündigen
Für Versicherungsverträge, die seit dem 1. März 2022 abgeschlossen wurden, gelten verbraucherfreundlichere Regelungen für automatische Vertragsverlängerungen.
Nach Ablauf der anfänglichen Vertragslaufzeit darf eine automatische Verlängerung grundsätzlich nur noch auf unbestimmte Zeit erfolgen und muss mit einer Frist von höchstens einem Monat kündbar sein.
Bei älteren Verträgen können dagegen noch andere Regelungen gelten.
Das Abschlussdatum deiner Hausratversicherung kann deshalb für die Kündigungsfrist relevant sein.
Sonderkündigungsrecht nach einem Schaden
Ein Wechsel ist nicht nur zum regulären Vertragsende möglich.
Nach einem Versicherungsfall kann grundsätzlich ein außerordentliches Kündigungsrecht bestehen.
Das kann beispielsweise relevant sein, wenn deine Wohnung nach einem Einbruch beschädigt wurde und deine Hausratversicherung den Schaden reguliert hat.
Nach Abschluss der Verhandlungen über die Entschädigung können sowohl du als auch der Versicherer unter den gesetzlichen Voraussetzungen den Vertrag kündigen.
Beispiel
Nach einem Einbruch meldest du einen Schaden von 5.000 Euro bei deiner Hausratversicherung.
Der Versicherer reguliert den Schaden. Anschließend möchtest du zu einem anderen Anbieter wechseln.
In einer solchen Situation solltest du prüfen, ob du von deinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen kannst und welche Frist hierfür gilt.
Hausratversicherung nach Beitragserhöhung wechseln
Auch eine Beitragserhöhung kann ein Sonderkündigungsrecht auslösen.
Entscheidend ist allerdings, warum sich dein Beitrag erhöht.
Erhöht der Versicherer den Beitrag, ohne dass sich der Umfang des Versicherungsschutzes entsprechend verbessert, kann unter den gesetzlichen und vertraglichen Voraussetzungen eine außerordentliche Kündigung möglich sein.
Nicht jede Veränderung des Zahlbetrags berechtigt allerdings automatisch zur Sonderkündigung.
Prüfe deshalb das Schreiben des Versicherers genau. Dort findest du regelmäßig auch einen Hinweis auf ein bestehendes Kündigungsrecht und die einzuhaltende Frist.
Beitragserhöhung durch den Preisindex
Eine Besonderheit ist die jährliche Anpassung über den Preisindex. Dieser orientiert sich in der Regel am Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts und soll dafür sorgen, dass dein Versicherungsschutz mit steigenden Preisen Schritt hält.
Dabei werden Versicherungssumme und Beitrag automatisch angepasst. Ziel ist es, eine Unterversicherung zu vermeiden, wenn beispielsweise Möbel, Elektronik und andere Haushaltsgegenstände im Laufe der Zeit teurer werden.
Der Anpassung kannst du je nach Versicherungsbedingungen innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung widersprechen. Das solltest du allerdings gut abwägen, denn ohne ausreichende Anpassung kann langfristig eine Unterversicherung entstehen und im Schadenfall möglicherweise nicht der vollständige Schaden ersetzt werden.
Wichtig: Die Erhöhung aufgrund der vereinbarten Indexanpassung begründet grundsätzlich kein Sonderkündigungsrecht, da sich Beitrag und Versicherungsschutz bzw. Versicherungssumme im gleichen Verhältnis erhöhen. Die Indexierung ist bereits vertraglich in den Versicherungsbedingungen vorgesehen.
Erst kündigen oder zuerst neue Hausratversicherung abschließen?
Im Idealfall kümmerst du dich zunächst um den neuen Versicherungsschutz und stimmst dessen Beginn auf das Ende des alten Vertrags ab.
So vermeidest du eine Lücke.
Beispiel
Deine bisherige Hausratversicherung endet am 31. März.
Der neue Vertrag beginnt am 1. April.
Damit geht der Versicherungsschutz nahtlos auf den neuen Versicherer über.
Eine Doppelversicherung über einen längeren Zeitraum ist ebenso wenig sinnvoll wie eine unbeabsichtigte Versicherungslücke.
Worauf sollte ich beim Wechsel achten?
Ein günstigerer Beitrag ist ein guter Grund für einen Vergleich, sollte aber nicht das einzige Entscheidungskriterium sein.
Entscheidend ist vor allem, welche Leistungen der neue Tarif tatsächlich bietet. Neben dem grundlegenden Schutz bei Einbruchdiebstahl, Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel solltest du insbesondere auf folgende Punkte achten:
- Grobe Fahrlässigkeit: Schäden sollten auch dann versichert sein, wenn du sie grob fahrlässig verursacht hast, zum Beispiel durch eine unbeaufsichtigt brennende Kerze. Optimal ist ein Schutz bis zur vollen Versicherungssumme.
- Automatische Bedingungsverbesserungen: Verbessert der Versicherer künftig seine Tarifbedingungen, sollten diese Verbesserungen automatisch auch für deinen bestehenden Vertrag gelten.
- Tägliches Kündigungsrecht: Ein Tarif mit täglicher Kündigungsmöglichkeit bietet dir besonders viel Flexibilität, wenn du deine Hausratversicherung später erneut wechseln möchtest.
- Best-Leistungs-Garantie: Bei leistungsstarken Tarifen kann eine Best-Leistungs-Garantie sinnvoll sein. Sie kann Versicherungsschutz ermöglichen, wenn eine Leistung in deinem Tarif fehlt, bei einem anderen Versicherer am Markt aber standardmäßig versichert ist.
- Weitere wichtige Leistungen: Je nach persönlicher Situation können außerdem Fahrraddiebstahl, Überspannungsschäden, Wertsachen, Elementarschäden, die Außenversicherung oder eine Glasversicherung wichtig sein.
Auch deine Schadenhistorie kann beim Wechsel eine Rolle spielen. Manche Versicherer nehmen nur Kunden auf, die in den vergangenen Jahren keine oder nur wenige Schäden gemeldet haben. Dadurch kann sich die Auswahl möglicher Tarife reduzieren.
Umgekehrt belohnen einzelne Anbieter mehrere schadenfreie Jahre mit einem Schadenfreiheitsrabatt oder einem vergleichbaren Beitragsvorteil. Deshalb lohnt es sich, beim Vergleich nicht nur auf den aktuellen Preis, sondern auch auf die Annahmekriterien und mögliche Rabatte zu achten.
Versicherungssumme und Unterversicherungsverzicht
Beim Wechsel solltest du außerdem prüfen, ob dein Hausrat ausreichend versichert ist.
Viele Tarife arbeiten mit einem pauschalen Wert pro Quadratmeter Wohnfläche und sehen bei korrekten Angaben einen Unterversicherungsverzicht vor.
Dieser kann im Schadenfall besonders wichtig sein.
Beispiel
Der tatsächliche Wert deines Hausrats beträgt 100.000 Euro.
Ist dein Hausrat deutlich zu niedrig versichert und besteht kein entsprechender Unterversicherungsverzicht, kann dies bei einem größeren Schaden zu Problemen bei der Entschädigung führen.
Beim Tarifwechsel solltest du deshalb nicht einfach die bisherige Versicherungssumme ungeprüft übernehmen.
Elementarschäden beim Wechsel prüfen
Die klassische Hausratversicherung deckt nicht automatisch sämtliche Naturgefahren ab.
Je nach Tarif kann ein zusätzlicher Elementarschutz erforderlich sein, beispielsweise für Schäden durch Überschwemmung oder Starkregen.
Gerade wenn du ohnehin deine Hausratversicherung wechselst, solltest du prüfen, ob du diesen Schutz benötigst und zu welchen Bedingungen er angeboten wird.
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Was passiert mit Schäden aus dem alten Vertrag?
Entscheidend ist grundsätzlich, wann der Versicherungsfall eingetreten ist.
Ein Schaden, der während der Laufzeit deines bisherigen Vertrags entstanden ist, wird nicht allein deshalb Sache des neuen Versicherers, weil du inzwischen gewechselt hast.
Beispiel
Am 20. Dezember kommt es zu einem versicherten Einbruch. Deine alte Hausratversicherung läuft noch bis zum 31. Dezember.
Am 1. Januar beginnt der neue Vertrag.
Für den Einbruch vom 20. Dezember ist grundsätzlich noch der bisherige Versicherer zuständig.
Du solltest offene Schäden deshalb auch nach einem Wechsel weiterhin mit dem Versicherer abwickeln, bei dem zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls Versicherungsschutz bestand.
Welche Angaben braucht der neue Versicherer?
Beim Abschluss einer neuen Hausratversicherung werden regelmäßig Angaben zur Wohnung bzw. zum Haus benötigt.
Dazu gehören insbesondere Wohnfläche, Wohnort und gewünschter Versicherungsumfang.
Je nach Tarif können weitere Angaben erforderlich sein.
Beantworte die Fragen des Versicherers vollständig und korrekt. Gerade eine falsch angegebene Wohnfläche kann später Auswirkungen auf die Schadenregulierung haben.
Lohnt sich ein regelmäßiger Vergleich?
Ja, allerdings musst du deine Hausratversicherung nicht jedes Jahr wechseln.
Sinnvoll ist vielmehr, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob Preis und Leistung deines bestehenden Vertrags noch konkurrenzfähig sind.
Ein Vergleich bietet sich besonders an, wenn sich deine Lebenssituation verändert hat, dein Versicherer den Beitrag erhöht oder dein bestehender Vertrag bereits viele Jahre alt ist.
Dabei sollte immer gelten: Nicht der billigste Tarif ist automatisch der beste Tarif.
Eine Ersparnis von beispielsweise 20 Euro im Jahr ist wenig wert, wenn der neue Vertrag bei wichtigen Risiken deutlich schlechtere Leistungen bietet.
Fazit: Hausratversicherung wechseln und Versicherungsschutz verbessern
Eine Hausratversicherung zu wechseln kann sich lohnen, wenn du Beiträge sparen oder deinen Versicherungsschutz verbessern möchtest. Prüfe dafür zunächst die Laufzeit und Kündigungsfrist deines bestehenden Vertrags.
Zusätzliche Wechselmöglichkeiten können insbesondere nach einem Schaden oder einer entsprechenden Beitragserhöhung bestehen.
Achte anschließend auf einen nahtlosen Übergang zwischen beiden Versicherungen. Beim Vergleich solltest du nicht nur auf den Jahresbeitrag schauen, sondern vor allem auf Versicherungssumme, Unterversicherungsverzicht, grobe Fahrlässigkeit, Elementarschäden und weitere für dich wichtige Leistungen.
So nutzt du den Wechsel nicht nur zum Sparen, sondern kannst gleichzeitig deinen Versicherungsschutz verbessern.
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