Die gesetzliche Rente, die du als Beitragszahlerin oder Beitragszahler später einmal erhältst, wird von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) nach einer festen Formel berechnet. Durch die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze gibt es dabei in Deutschland zwar keine Mindestrente, wohl aber eine maximale Rente. Sie wird erreicht, wenn die Person über das gesamte Berufsleben ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze oder mehr bezogen hat.

Wichtige Infos auf einen Blick

  • Eine „Mindestrente“ gibt es in Deutschland nicht. Wer wenig einzahlt, bekommt auch wenig Rente – die einzige Ausnahme bildet hier die sogenannte Grundrente. Auch für sie müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
  • Für jedes Jahr, in dem du Beiträge in die Rentenversicherung einzahlst, bekommst du Rentenpunkte. Die Anzahl der Rentenpunkte hängt davon ab, wie hoch dein Einkommen im Vergleich zum Durchschnittsentgelt ist. Verdienst du exakt so viel wie der Durchschnitt, bekommst du einen Rentenpunkt.
  • Die maximalen Rentenpunkte eines Jahres werden durch die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt. So können 2024 maximal 2 Rentenpunkte gesammelt werden, wofür im Westen ein Jahreseinkommen von mindestens 90.600 Euro brutto nötig ist.
  • Selbst wenn du mehr als 90.600 Euro verdienst, bekommst du keine weiteren Rentenpunkte. Du musst aber auch für den Teil über der Grenze keine Beiträge zahlen.
  • Da die Rentenpunkte die maximale Rente maßgeblich beeinflussen, ist auch diese gedeckelt.
  • Nach Berechnung der Deutschen Rentenversicherung liegt die maximale Rente in Deutschland bei 3.141,82 Euro. Aktuell bekommen jedoch nur 50 Personen eine Rente von über 3.000 Euro.
  • Die durchschnittliche Höhe der im Jahr 2021 neu zugegangenen Altersrenten lag für Männer bei 1.218 Euro West bzw. 1.143 Euro Ost und für Frauen bei 809 Euro West bzw. 1.072 Euro Ost.

Alle Infos zur maximalen Rente auch im Video

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Berechnung der (maximalen) Rente: Die Rentenformel der DRV

Für die Berechnung der gesetzlichen Altersrente – und damit auch der maximalen Rente – wird die sogenannte Rentenformel der Deutschen Rentenversicherung herangezogen.

Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte * Zugangsfaktor * Aktueller Rentenwert * Rentenartfaktor (1,0)

Entgeltpunkte gleich Rentenpunkte

Das Durchschnittsentgelt aller Versicherten liegt 2024 im Westen bei voraussichtlich 45.358 Euro. Verdienst du exakt diesen Betrag, bekommst du einen Rentenpunkt bzw. Entgeltpunkt.

Liegt dein Gehalt über bzw. unter dem Durchschnitt, berechnest du deine Rentenpunkte, indem du dein individuelles Bruttogehalt durch das Durchschnittsentgelt teilst. Beispielsweise bekommst du im Westen bei einem Jahresbruttoeinkommen von 60.000 Euro 1,3228 Rentenpunkte (60.000 / 45.358).

Für die Rentenformel werden alle im Berufsleben erworbenen Rentenpunkte zusammenaddiert.

Maximale Rentenpunkte

Maximal wird dabei ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze, die 2024 im Westen bei 90.600 Euro liegt, herangezogen. Angenommen, du erhältst ein Gehalt in dieser Höhe oder darüber, würden sich deine Rentenpunkte so berechnen: 90.600 € / 45.358 € = 1,9974 Rentenpunkte.

Der Teil des Einkommens über 90.600 Euro generiert keine Rentenpunkte, es müssen dafür aber auch keine Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt werden. Demnach ist die maximale gesetzliche Rente in Deutschland durch die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt.

Anders als eine maximale Rente gibt es in Deutschland keine wirkliche Mindestrente. Es gibt lediglich die sogenannte Grundrente.

Zugangsfaktor und Rentenartfaktor

Der Zugangsfaktor beträgt, wenn du mit Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gehst, 1,0. Bei Altersrenten liegt auch der Rentenartfaktor bei 1,0.

Aktueller Rentenwert

Der aktuelle Rentenwert beträgt sowohl im Westen als auch im Osten 37,60 Euro. Da dieser Wert auch für Bestandsrentner jedes Jahr in der Regel nach oben angepasst wird, steigt auch die maximale gesetzliche Rente.

So erhältst du die maximale Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung

Bei der Berechnung der maximalen Rente gehen wir zunächst auf eine offizielle Berechnung der Deutschen Rentenversicherung aus 2022 ein und machen anschließend nochmal unsere eigenen Berechnungen mit mehreren Szenarien und den Werten aus 2024.

Wichtig zu verstehen ist, dass es sich bei der theoretischen Höchstrente nicht um einen allgemeingültigen Wert handelt. Es müssen immer gewisse Annahmen getroffen werden, wie z.B. wie viele Jahre die Person arbeitet. Was jedoch bei der Berechnung der maximalen Rente immer der Fall sein muss, ist, dass die Person in jedem Jahr ein Gehalt in Höhe der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze verdient.

Maximale Rente: Berechnung Deutsche Rentenversicherung aus 2022

Bei der Berechnung der Deutschen Rentenversicherung hat die Person von 1977 bis 2022 gearbeitet und in jedem Jahr ein Gehalt in Höhe der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze West verdient.

Diese lag 2022 bei 84.600 Euro und 1977 bei 40.800 DM. Die Zahlen liegen zwar durch die Inflation weit auseinander, es lässt sich jedoch festhalten, dass die Beitragsbemessungsgrenze immer (weit) über dem Durchschnittsentgelt lag.

Dennoch hat sich das Verhältnis zwischen Beitragsbemessungsgrenze und Durchschnittsentgelt verändert. So lag das Durchschnittsentgelt 1977 im Westen bei 24.945 DM, was in Bezug auf die entsprechende Beitragsbemessungsgrenze zu maximal 1,6356 Rentenpunkten führte. Im Vergleich dazu konnte man 2022 im Westen maximal 2,0117 Rentenpunkte erreichen (Durchschnittsentgelt: 42.053 Euro).

Mit den Werten ab Januar 2023 kommt die Deutsche Rentenversicherung bei 45 Jahren auf eine maximale Bruttorente von 3.141,82 Euro.

Maximale Rente: Unsere Berechnung aus 2024

Am genauesten ist es natürlich, für jedes Jahr die exakte Anzahl der maximalen Rentenpunkte zu nehmen. Das ist jedoch ziemlich aufwendig, weshalb wir den Mittelwert der Rentenpunkte West von 1950 bis 2024 genommen haben. Dieser liegt bei 1,8632. Falls du es noch genauer machen willst, findest du auf der verlinkten Seite eine Übersicht der maximalen Rentenpunkte von 1950 bis 2024.

Szenario 1: Höchstrente bei 45 Beitragsjahren

Wenn wir ebenfalls die 45 Jahre vom Beispiel der Deutschen Rentenversicherung hernehmen, kommen wir bei 1,8632 Rentenpunkte pro Jahr auf 83,844 Rentenpunkte über das gesamte Berufsleben (45 * 1,8632). Multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert von 37,60 Euro ergibt das eine maximale gesetzliche Rente von 3.152,53 Euro. Selbst mit den durchschnittlichen maximalen Rentenpunkten liegen wir also sehr nah an der exakten Berechnung der Deutschen Rentenversicherung.

Szenario 2: Höchstrente bei 49 Beitragsjahren

Jetzt ist es aber so, dass eine Person auch mehr als 45 Jahre arbeiten kann. Gehen wir mal davon aus, dass die Person von 18 bis 67 arbeitet und in jedem Jahr mindestens ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze West bezieht.

Damit kommen wir auf 91,2968 Rentenpunkte und demnach auf eine maximale gesetzliche Rente von 3.432,76 Euro (1,8632 * 49 * 37,60). Natürlich ist ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze ab dem 18. Lebensjahr nochmal deutlich unrealistischer. Aber selbst dann sind knapp 3.500 Euro Bruttorente nicht extrem viel, gerade wenn man bedenkt, was diese Person im Berufsleben verdient hat.

Szenario 3: Höchstrente bei 45 und 49 Beitragsjahren, aber mit den aktuellen Rentenpunkten

Bei den vorherigen beiden Berechnungen der maximalen Rente haben wir die durchschnittlichen Rentenpunkte der Vergangenheit herangezogen. Über die Zeit sind diese jedoch im Durchschnitt gestiegen, weshalb wir für die letzten beiden Berechnungen von den aktuellen 2 Rentenpunkte pro Jahr ausgehen.

So kommt die Person bei 45 Beitragsjahren auf 90 Rentenpunkte und eine maximale Rente von 3.384 Euro (2 * 45 * 37,60).

Bei 49 Beitragsjahren wären es sogar 98 Rentenpunkte und daraus folgend eine maximale Rente von 3.684,80 Euro (2 * 49 * 37,60).

Keine Begrenzung der Rentenpunkte und anrechnungsfähigen Berufsjahre

In vielen Artikeln zum Thema maximale Rente wird suggeriert, dass es eine maximale Anzahl an Rentenpunkten und eine maximale Anzahl an anrechnungsfähigen Berufsjahren gibt. Das ist jedoch nicht korrekt.

Diese Fehlinformation resultiert möglicherweise aus der 45 Jahre Berechnung der Deutschen Rentenversicherung aus 2022. Wie bereits beschrieben, handelt es sich dabei jedoch nur um ein Beispiel und keine allgemeingültige Regelung.

Demnach gibt es auch keine Begrenzung auf ca. 90 Rentenpunkte (45 Jahre * ca. 2 Rentenpunkte pro Jahr).

maximale rente antwort drv - Wie hoch ist die maximale gesetzliche Rente in Deutschland?

Maximale Rente wird in Zukunft ansteigen

Der Rentenwert, welcher aktuell bei 37,60 Euro liegt, hat einen großen Einfluss auf die maximale gesetzliche Rente in Deutschland. Da dieser, wie bereits beschrieben, auch für Bestandsrentner in der Regel nach oben angepasst wird, steigt auch die maximale Rente jedes Jahr an.

Maximale Rente erhöhen

Um die maximale Rente in Deutschland zu erhalten, musst du grundsätzlich in jedem Jahr ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze verdienen. Das ist natürlich ziemlich unrealistisch.

Durch den Kauf von Rentenpunkten hast du die Möglichkeit, deine Rente trotzdem auf das maximale Niveau zu erhöhen bzw. zumindest in die Nähe zu kommen.

Grundsätzlich dient der Kauf von Rentenpunkten dazu, mögliche Abschläge bei einem frühzeitigen Ruhestand auszugleichen. Wenn du jedoch alle für dich möglichen Rentenpunkte nachgekauft hast, bist du nicht verpflichtet, den vorzeitigen Ruhestand wahrzunehmen. Du kannst trotzdem bis 67 weiterarbeiten und von einer höheren Rente profitieren.

In Bezug auf die Frührente (z.B. Rente mit 63) gibt es neben dem Kauf von Rentenpunkten noch weitere Tricks, um früher in Rente zu gehen.

Maximale Rente – Wie viele Menschen in Deutschland erhalten sie?

Nach einen Rentenversicherungsbericht, den die FAZ zitiert hat, bekommen aktuell nur 50 Menschen eine Rente von 3.000 Euro oder mehr. Bei Millionen von Rentnern eine wirklich geringe Anzahl. Und hinzukommt, dass diese 50 Menschen über 50 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben.

Warum bekommen so wenige Menschen eine Rente von mehr als 3.000 Euro?

Der Hauptgrund dafür ist die Erwerbsbiografie der meisten Beitragszahlerinnen und Beitragszahler. Denn nur wenn du über viele Jahrzehnte ein Gehalt mindestens in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze bezogen hast, kannst du die maximale Rente bzw. zumindest eine Rente von mehr als 3.000 Euro erhalten.

Bei nahezu allen Menschen führen aber z.B. Zeiten der Ausbildung, Kindererziehungs- und Pflegezeiten sowie Teilzeitarbeit dazu, dass dieser Wert schlichtweg nicht erreicht wird.

Hinzu kommt, dass sich gerade Gutverdiener häufig früher aus dem Erwerbsleben verabschieden und die für eine Rente von mehr als 3.000 Euro nötigen Beitragsjahre gar nicht erst erreichen.

Nicht zu vergessen ist außerdem der Fakt, dass nur sehr wenige Menschen in ihrem gesamten Berufsleben überhaupt ein Gehalt in entsprechender Höhe erhalten.

Wenn du wissen willst, wer 2000 Euro Rente bekommt, solltest du dir unbedingt den verlinkten Artikel durchlesen. Das ist zumindest wahrscheinlicher als 3.000 Euro Rente, liegt aber immer noch weit über der durchschnittlichen Rentenhöhe von etwas mehr als 1.000 Euro.

Die durchschnittliche gesetzliche Rente von etwas mehr als 1.000 Euro reicht kaum für ein würdevolles Leben im Alter. Sorge daher privat mit einer ETF Rentenversicherung vor. Jetzt individuelle Beratung vereinbaren!

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Besteuerung von Altersrenten – Welche Summe bleibt bei der Höchstrente netto übrig?

Wichtig zu verstehen ist noch, dass es sich bei den genannten Maximalrenten um Bruttorenten handelt, welche noch versteuert werden müssen.

Bei der Höchstrente der Deutschen Rentenversicherung aus 2022 in Höhe von 3.141,82 Euro kommen 2.791,51 Euro Nettorente heraus.

Rente wird ab Rentenbeginn 2040 voll versteuert

Die Berechnung der Steuern ist hierbei höchst individuell. So steigt der sogenannte Besteuerungsanteil Jahr für Jahr um 1% an. Die entsprechende Tabelle ist in § 22 EStG zu finden. Gehst du beispielsweise im Jahr 2024 in Rente, musst du von deinen monatlichen Bezügen 84% der Besteuerung unterwerfen. Ab 2040 müssen 100% der Rente versteuert werden. Dieser Prozentsatz bleibt für die gesamte Bezugsdauer der Altersrente, also bis zu deinem Tod, erhalten.

Beispiel für die Besteuerung der maximalen Rente

Rechnen wir das Ganze zum besseren Verständnis einmal anhand einer maximalen Rente von 3.384 Euro aus. Dabei gehen wir davon aus, dass die Person im Jahr 2040 in Rente geht, weshalb 100% versteuert werden müssen.

Abzüge durch Kranken- und Pflegeversicherung

Die kinderlose Person muss für Kranken- und Pflegeversicherung 12,15% zahlen. Auf das Jahr gesehen ergibt das Beiträge von 4.933,87 Euro (3.384 * 12 * 12,15%).

Abzüge durch Steuern

Für die Berechnung der Einkommenssteuer werden von der Bruttorente in Höhe von 40.608 Euro neben den Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen in Höhe von 4.933,87 Euro noch der Werbungskosten-Pauschbetrag in Höhe von 102 Euro und der Sonderausgaben-Pauschbetrag in Höhe von 36 Euro abgezogen. Wir gehen der Einfachheit halber davon aus, dass die Person keine weiteren Werbungskosten hat.

Demnach liegt das zu versteuernde Einkommen bei 35.536,13 Euro, was laut Einkommenssteuer Grundtabelle 2024 zu einer Steuerlast von 6.109 Euro bzw. 17% führt.

Demnach liegt die jährliche Nettorente bei 29.427,13 Euro, was etwa 2452,26 Euro pro Monat bedeutet. Im Vergleich zu den knapp 2.800 Euro Nettorente bei der Berechnung der Deutschen Rentenversicherung schon ein großer Unterschied, der alleine durch die fehlende Steuerfreiheit von 16 Prozentpunkten zustande kommt.

Inflation muss auch berücksichtigt werden

Und wenn wir eine Rentenzahlung in der Zukunft betrachten, müssen wir genau genommen noch die Inflation berücksichtigen. Der Kaufkraftverlust wird wahrscheinlich die Rentenerhöhungen übersteigen, sodass die Nettorente in Höhe von 2.500 Euro in 16 Jahren noch deutlich weniger wert ist.

Fazit zur maximalen gesetzlichen Rente

Wie du anhand der Berechnungen gesehen hast, gibt es keinen allgemeingültigen Wert für die maximale Rente in Deutschland. Realistisch liegt die Höchstrente in der Praxis jedoch zwischen 3.000 und 3.500 Euro.

Da aktuell nur 50 Personen eine Rente von mehr als 3.000 Euro erhalten, sollte aber auch klar sein, dass das Ganze ziemlich unrealistisch ist.

Der einzige realistische Weg für eine hohe Rente ist private Altersvorsorge. Hierbei gilt: Je früher du damit anfängst, desto besser. Beispielsweise kannst du mit einer kostengünstigen & renditestarken ETF Rentenversicherung bereits mit geringen 3-stelligen monatlichen Beiträgen bei einem langen Anlagehorizont eine Rente erreichen, welche in Verbindung mit der gesetzlichen Rente die 3.000 Euro Maximalrente übersteigt.

Falls du noch auf der Suche nach einer privaten Rentenversicherung bist und noch keinen kompetenten Ansprechpartner hast, kannst du dir gerne einen Termin zu unserer kostenlosen & unverbindlichen Online-Beratung buchen.

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Über den Autor

Tobias Weßler
Chief Content Manager