Private Krankenversicherung trotz Asthma: Ist das möglich?
Asthma schließt den Wechsel in die private Krankenversicherung nicht automatisch aus. Da es sich jedoch um eine chronische Atemwegserkrankung handelt, spielt die Diagnose bei der Gesundheitsprüfung eine wichtige Rolle.
Ob du eine private Krankenversicherung mit Asthma abschließen kannst und zu welchen Konditionen, hängt insbesondere von der Schwere der Erkrankung, deinen Beschwerden, der notwendigen Behandlung und dem bisherigen Krankheitsverlauf ab.
Möglich sind eine normale Annahme, ein Risikozuschlag oder – bei schwereren Verläufen – auch eine Ablehnung.
💡 Wichtige Infos auf einen Blick
- Asthma bedeutet nicht automatisch, dass du keine private Krankenversicherung abschließen kannst.
- Der Versicherer prüft deinen individuellen Krankheitsverlauf.
- Leichtes und gut kontrolliertes Asthma wird grundsätzlich günstiger bewertet als schweres oder schlecht eingestelltes Asthma.
- Je nach Risikoprüfung kann die PKV einen Risikozuschlag verlangen.
- Bei schwerem Asthma kann auch eine Ablehnung möglich sein.
- Vor einem verbindlichen Antrag kann eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll sein.
- Gesundheitsfragen musst du vollständig und wahrheitsgemäß beantworten.
- Kann man mit Asthma in die private Krankenversicherung?
- Wie hoch ist der Risikozuschlag bei Asthma?
- Kann die PKV Asthmatiker ablehnen?
- Anonyme Risikovoranfrage bei Asthma
- Gesundheitsfragen unbedingt richtig beantworten
- Was passiert, wenn Asthma erst nach Vertragsabschluss auftritt?
- Gibt es eine PKV ohne Risikozuschlag trotz Asthma?
- PKV mit Asthma: So gehst du am besten vor
- Fazit: Private Krankenversicherung ist trotz Asthma möglich
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Kann man mit Asthma in die private Krankenversicherung?
Grundsätzlich ja. Eine Vorerkrankung führt bei einer privaten Krankenversicherung nicht automatisch zur Ablehnung. Der Versicherer bewertet vielmehr das individuelle Risiko des Antragstellers.
Private Krankenversicherer können einen Antrag aufgrund von Vorerkrankungen ablehnen oder die Aufnahme beispielsweise von einem Risikozuschlag abhängig machen.
Asthma wird deshalb im Rahmen der Gesundheitsprüfung individuell bewertet.
Warum ist Asthma für die PKV relevant?
Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung hängt der Beitrag in der PKV unter anderem vom individuellen Gesundheitsrisiko bei Vertragsabschluss ab.
Asthma kann langfristig medizinische Behandlungen erforderlich machen. Dazu können beispielsweise regelmäßige Arztbesuche, Medikamente, Lungenfunktionsuntersuchungen oder bei schweren Verläufen auch stationäre Behandlungen gehören.
Der Versicherer versucht deshalb einzuschätzen, wie hoch das zukünftige Kostenrisiko ist.
Dabei macht es einen erheblichen Unterschied, ob du lediglich leichtes Asthma mit seltenen Beschwerden hast oder regelmäßig unter schweren Asthmaanfällen leidest.
Welche Angaben sind bei Asthma wichtig?
Die Versicherer haben eigene Gesundheitsfragen und führen jeweils eine eigene Risikoprüfung durch.
Bei einer Asthmaerkrankung können insbesondere folgende Punkte relevant sein:
- Zeitpunkt der Diagnose,
- Art und Schwere des Asthmas,
- Häufigkeit der Beschwerden,
- Häufigkeit von Asthmaanfällen,
- verwendete Medikamente,
- regelmäßige oder nur bedarfsweise Medikamenteneinnahme,
- Ergebnisse von Lungenfunktionsuntersuchungen,
- ambulante Behandlungen,
- Krankenhausaufenthalte,
- Arbeitsunfähigkeitszeiten und
- weitere Atemwegs- oder Allergieerkrankungen.
Je stabiler und unauffälliger der Krankheitsverlauf ist, desto günstiger kann die Risikoprüfung ausfallen.
Beispiel: Leichtes Asthma
Du hast seit mehreren Jahren leichtes Asthma.
Beschwerden treten nur gelegentlich auf. Du verwendest bei Bedarf ein entsprechendes Medikament, hattest keine Krankenhausaufenthalte und deine Lungenfunktion ist unauffällig.
Eine Aufnahme in die private Krankenversicherung kann in einer solchen Konstellation grundsätzlich möglich sein.
Der Versicherer kann den Antrag beispielsweise normal oder mit einem Risikozuschlag annehmen. Wie die konkrete Entscheidung ausfällt, unterscheidet sich zwischen den Gesellschaften.
Was ist mit allergischem Asthma?
Auch allergisches Asthma muss individuell bewertet werden.
Hier können neben dem Asthma selbst zusätzliche Allergien relevant sein.
Ein Versicherer kann beispielsweise danach fragen, welche Allergien bestehen, welche Beschwerden auftreten und ob eine medikamentöse Behandlung oder Hyposensibilisierung durchgeführt wurde.
Auch hier gilt: Die Bezeichnung der Erkrankung allein entscheidet nicht über die Aufnahme. Maßgeblich ist das Gesamtbild.
Wie hoch ist der Risikozuschlag bei Asthma?
Eine allgemeingültige Tabelle gibt es nicht.
Bei leichteren Asthmaerkrankungen sehen wir in der Praxis häufig Risikozuschläge im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Bei stärker ausgeprägtem Asthma können die Zuschläge deutlich höher ausfallen.
Solche Werte sind allerdings lediglich eine Orientierung.
Beispiel
Der normale Tarifbeitrag ohne Vorsorgezuschlag beträgt 600 Euro monatlich.
Verlangt der Versicherer aufgrund des Asthmas beispielsweise einen Risikozuschlag von 10%, würde sich der entsprechende Beitrag rechnerisch um 60 Euro erhöhen.
Du würdest damit inkl. 10% Vorsorgezuschlag 720 Euro monatlich zahlen.
Ein anderer Versicherer kann dieselbe Erkrankung jedoch anders bewerten.
Wichtig: Ein Risikozuschlag von beispielsweise 10, 20 oder 30% lässt sich nicht allein aus der Diagnose „Asthma“ ableiten. Erst die individuelle Risikoprüfung ergibt die tatsächlichen Konditionen.
Kann die PKV Asthmatiker ablehnen?
Ja. Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann ein privater Krankenversicherer außerhalb besonderer Aufnahmeverpflichtungen einen Antrag auch ablehnen.
Problematischer können beispielsweise häufige schwere Asthmaanfälle, wiederkehrende Krankenhausbehandlungen, eine deutlich eingeschränkte Lungenfunktion oder ein hoher Medikamentenbedarf sein.
Auch zusätzliche Erkrankungen können die Risikobewertung beeinflussen.
Deshalb ist es gerade bei einer relevanten Vorerkrankung nicht sinnvoll, wahllos bei mehreren Versicherern verbindliche Anträge einzureichen.
Anonyme Risikovoranfrage bei Asthma
Bei Asthma kann eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll sein.
Dabei werden die für die Risikoprüfung erforderlichen Angaben mehreren geeigneten Versicherern vorgelegt, ohne unmittelbar einen verbindlichen Versicherungsantrag zu stellen.
So lässt sich beispielsweise herausfinden, ob ein Versicherer
- eine normale Annahme,
- eine Annahme mit Risikozuschlag oder
- keine Annahme
in Aussicht stellt.
Gerade bei Asthma können sich die Ergebnisse verschiedener Gesellschaften unterscheiden.
Beispiel
Drei Versicherer prüfen denselben Asthma-Verlauf.
Versicherer A verlangt 10% Risikozuschlag.
Versicherer B verlangt 20%.
Versicherer C lehnt den Antrag ab.
Das Beispiel zeigt, warum bei Vorerkrankungen nicht nur der Tarifvergleich, sondern auch die individuelle Risikoprüfung wichtig ist.
Gesundheitsfragen unbedingt richtig beantworten
Asthma solltest du bei einem PKV-Antrag nicht verschweigen, wenn die Erkrankung bzw. entsprechende Behandlungen in den abgefragten Zeitraum fallen.
Nach § 19 VVG musst du die dir bekannten gefahrerheblichen Umstände angeben, nach denen der Versicherer in Textform fragt.
Das betrifft nicht nur die Diagnose selbst.
Wurde beispielsweise wegen Atembeschwerden, allergischem Asthma oder entsprechenden Symptomen ärztlich behandelt, können auch diese Angaben relevant sein, wenn danach gefragt wird.
Falsche oder unvollständige Angaben können später erhebliche Konsequenzen haben.
💡 Tipp: Besorge dir bei einer umfangreicheren Krankengeschichte vor dem Antrag deine Patientenunterlagen. So kannst du nachvollziehen, welche Diagnosen und Behandlungen tatsächlich dokumentiert wurden.
Was passiert, wenn Asthma erst nach Vertragsabschluss auftritt?
Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Wirst du erst nach Abschluss deiner privaten Krankenversicherung an Asthma krank, führt die neue Erkrankung grundsätzlich nicht dazu, dass der Versicherer nachträglich wegen des Asthmas einen individuellen Risikozuschlag auf deinen bestehenden Vertrag erhebt.
Die Gesundheitsprüfung bezieht sich auf den Abschluss des Versicherungsvertrags.
Entsteht eine Erkrankung erst später, ist sie im Rahmen des vereinbarten Tarifs grundsätzlich mitversichert.
Voraussetzung ist natürlich, dass du beim ursprünglichen Antrag die damaligen Gesundheitsfragen korrekt beantwortet hast.
Gibt es eine PKV ohne Risikozuschlag trotz Asthma?
Das ist möglich, aber nicht garantiert.
Bei einem sehr leichten bzw. lange unauffälligen Krankheitsverlauf kann ein Versicherer zu einer günstigeren Risikobewertung kommen.
Bei einer bestehenden relevanten Asthmaerkrankung solltest du jedoch nicht von vornherein mit einer normalen Annahme rechnen.
Eine Besonderheit stellt der Basistarif dar. Wer die gesetzlichen Voraussetzungen für den Zugang zum Basistarif erfüllt, darf wegen einer Vorerkrankung nicht abgelehnt werden. Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse aufgrund eines erhöhten gesundheitlichen Risikos sind dort ebenfalls nicht zulässig.
Der Basistarif ist allerdings nicht mit einem normalen leistungsstarken PKV-Tarif gleichzusetzen und sollte deshalb nicht allein wegen einer Vorerkrankung als reguläre Tarifalternative betrachtet werden.
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PKV mit Asthma: So gehst du am besten vor
Wenn du Asthma hast und in die private Krankenversicherung wechseln möchtest, solltest du strukturiert vorgehen.
Stelle zunächst deine Krankengeschichte zusammen. Relevant sind insbesondere Arztberichte, Diagnosen, Medikamente und ggf. aktuelle Untersuchungsergebnisse.
Anschließend kann eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren geeigneten Versicherern sinnvoll sein.
Erst wenn feststeht, welche Gesellschaft dich zu welchen Bedingungen versichern würde, solltest du die Tarife hinsichtlich Leistungen und Beiträge vergleichen.
Denn der günstigste Risikozuschlag hilft wenig, wenn der zugrunde liegende PKV-Tarif nicht zu deinem langfristigen Versicherungsbedarf passt.
Fazit: Private Krankenversicherung ist trotz Asthma möglich
Eine private Krankenversicherung mit Asthma ist grundsätzlich möglich. Die Diagnose führt nicht automatisch zu einer Ablehnung.
Entscheidend ist vielmehr, wie schwer dein Asthma ausgeprägt ist, welche Medikamente du benötigst, wie häufig Beschwerden auftreten und ob zusätzliche Erkrankungen bestehen.
Bei einem leichten und gut kontrollierten Verlauf kann eine Aufnahme – ggf. mit Risikozuschlag – möglich sein. Bei schwerem Asthma kann die Risikoprüfung dagegen deutlich schwieriger ausfallen.
Da verschiedene PKV-Unternehmen dieselbe Vorerkrankung unterschiedlich bewerten können, ist bei Asthma eine anonyme Risikovoranfrage häufig sinnvoll. So kannst du zunächst die möglichen Annahmekonditionen vergleichen, bevor du einen verbindlichen Versicherungsantrag stellst.
Wenn du wissen willst, wie unsere Beratung zur privaten Krankenversicherung abläuft, kannst du dir gerne den verlinkten Artikel durchlesen.
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