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Multi-Risk-Versicherung – Sinnvolle BU-Alternative?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Möglichkeiten, das eigene Einkommen gegen gesundheitliche Risiken abzusichern. Doch nicht jeder bekommt eine BU – oder kann sich einen ausreichend hohen Versicherungsschutz leisten. Eine mögliche Alternative kann dann die Multi-Risk-Versicherung sein.
Eine Multi-Risk-Versicherung kombiniert mehrere Leistungsauslöser in einem Vertrag. Sie kann beispielsweise bei schweren Krankheiten, dem Verlust bestimmter körperlicher Fähigkeiten, Pflegebedürftigkeit oder nach schweren Unfällen leisten. Anders als bei einer klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es dabei häufig nicht darauf an, ob du deinen konkreten Beruf noch ausüben kannst.
Genau darin liegen gleichzeitig Vorteil und Nachteil: Der Versicherungsschutz kann für manche Menschen leichter zugänglich sein, deckt aber nicht sämtliche Ursachen einer Berufsunfähigkeit ab. Eine Beratung zur Multi-Risk-Versicherung kann deshalb sinnvoll sein, um zu prüfen, ob der Schutz zur eigenen Situation passt und welche Risiken tatsächlich abgesichert sind.
💡 Wichtige Infos auf einen Blick
- Eine Multi-Risk-Versicherung kombiniert mehrere gesundheitliche Risiken in einem Vertrag.
- Leistungen können beispielsweise bei schweren Krankheiten, Pflegebedürftigkeit, Verlust bestimmter Grundfähigkeiten oder Unfallfolgen vorgesehen sein.
- Entscheidend sind die im Vertrag genau definierten Leistungsauslöser.
- Eine Multi-Risk-Versicherung ist keine vollwertige Berufsunfähigkeitsversicherung.
- Sie kann insbesondere eine Alternative sein, wenn eine BU aufgrund von Vorerkrankungen, Beruf oder Beitrag nicht infrage kommt.
- Was ist eine Multi-Risk-Versicherung?
- Multi-Risk-Versicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich
- Welche Risiken kann eine Multi-Risk-Versicherung abdecken?
- Warum ist die Multi-Risk-Versicherung keine vollständige BU-Alternative?
- Welche Vorteile hat eine Multi-Risk-Versicherung?
- Welche Nachteile hat eine Multi-Risk-Versicherung?
- Wann kann eine Multi-Risk-Versicherung sinnvoll sein?
- Multi-Risk, Grundfähigkeitsversicherung oder BU?
- Worauf solltest du beim Tarifvergleich achten?
- Fazit: Multi-Risk kann eine Alternative sein – ersetzt die BU aber nicht vollständig
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Was ist eine Multi-Risk-Versicherung?
Der Begriff Multi-Risk bedeutet übersetzt zunächst nichts anderes als „mehrere Risiken“.
Statt nur einen bestimmten Versicherungsfall abzusichern, bündelt die Versicherung verschiedene gesundheitliche Ereignisse und Beeinträchtigungen in einem Vertrag.
Je nach Anbieter kann eine Multi-Risk-Versicherung beispielsweise Leistungen vorsehen bei:
- schweren Krankheiten,
- Verlust bestimmter Grundfähigkeiten,
- Pflegebedürftigkeit,
- schweren Unfallfolgen,
- Organschäden,
- bestimmten Krebserkrankungen,
- Verlust oder erheblicher Einschränkung bestimmter körperlicher Funktionen.
Welche Risiken tatsächlich versichert sind, hängt vom jeweiligen Tarif ab. Eine einheitliche Definition der Multi-Risk-Versicherung gibt es nicht.
Wichtig: Der Begriff „Multi-Risk“ sagt allein noch wenig über die Qualität eines Tarifs aus. Entscheidend ist, welche konkreten Leistungsauslöser in den Versicherungsbedingungen vereinbart wurden.
Der Begriff Multi-Risk-Versicherung wird auch im Gewerbebereich verwendet. Dort werden mehrere betriebliche Risiken, etwa Haftpflicht, Sachschäden oder Betriebsunterbrechung, in einem Vertrag gebündelt. In diesem Artikel geht es jedoch ausschließlich um die Multi-Risk-Versicherung als Personenversicherung und mögliche Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
Wie funktioniert eine Multi-Risk-Versicherung?
Du vereinbarst mit dem Versicherer eine bestimmte Leistung. Tritt während der Vertragslaufzeit einer der definierten Versicherungsfälle ein und sind die vertraglichen Voraussetzungen erfüllt, zahlt der Versicherer.
Je nach Tarif kann die Leistung als
- monatliche Rente,
- einmalige Kapitalzahlung oder
- Kombination aus beiden
vereinbart sein. Das unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.
Entscheidend ist dabei häufig nicht dein tatsächlicher Einkommensverlust.
Du musst also nicht zwangsläufig nachweisen, dass du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Stattdessen wird geprüft, ob einer der konkret definierten Leistungsauslöser eingetreten ist.
Was unterscheidet die Multi-Risk-Versicherung von der Existenzschutzversicherung?
Die Begriffe Multi-Risk-Versicherung und Existenzschutzversicherung werden häufig synonym verwendet. Gemeint ist in beiden Fällen eine funktionelle Invaliditätsversicherung, die verschiedene schwere gesundheitliche Risiken in einem Vertrag absichert.
Der Unterschied liegt vor allem in der Begriffswahl: Multi-Risk beschreibt eher die Bündelung mehrerer Risiken, während Existenzschutzversicherung stärker den Zweck der Absicherung hervorhebt. Welcher Begriff verwendet wird, ist häufig vom jeweiligen Versicherer abhängig.
Wichtiger als die Bezeichnung ist daher, welche Risiken und Leistungen der jeweilige Tarif tatsächlich abdeckt.
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Multi-Risk-Versicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich
Die Unterschiede werden besonders deutlich, wenn beide Versicherungen direkt gegenübergestellt werden.
| Merkmal | Multi-Risk-Versicherung | Berufsunfähigkeitsversicherung |
|---|---|---|
| Leistungsauslöser | Bestimmte vertraglich definierte Krankheiten, Fähigkeiten oder Ereignisse | Einschränkung der konkreten beruflichen Tätigkeit |
| Bezug zum Beruf | Häufig kein unmittelbarer Berufsbezug | Zuletzt ausgeübter Beruf ist entscheidend |
| Typische Leistung | Rente und/oder Kapitalleistung, abhängig vom Tarif | Monatliche BU-Rente |
| Leistung bei psychischen Erkrankungen | Je nach Tarif eingeschränkt oder nur unter bestimmten Voraussetzungen | Grundsätzlich möglich, wenn dadurch bedingungsgemäße BU besteht |
| Schwere Krankheiten | Häufig eigener Leistungsauslöser | Nur relevant, wenn sie zur Berufsunfähigkeit führen |
| Verlust von Grundfähigkeiten | Kann unmittelbar zur Leistung führen | Relevant, wenn dadurch Berufsunfähigkeit entsteht |
| Gesundheitsprüfung | In der Regel erforderlich, Ausgestaltung abhängig vom Anbieter | Umfangreiche Gesundheitsprüfung üblich |
| Berufsrisiko | Je nach Produkt weniger stark im Mittelpunkt | Wesentlich für Beitrag und Versicherbarkeit |
| Versicherungsschutz | Auf definierte Risiken begrenzt | Grundsätzlich alle gesundheitlichen Ursachen einer bedingungsgemäßen BU |
| Geeignet als BU-Ersatz? | Nur eingeschränkt | Umfassender Schutz der Arbeitskraft |
Die Tabelle zeigt den wesentlichen Unterschied: Eine BU-Versicherung fragt, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst. Eine Multi-Risk-Versicherung fragt dagegen regelmäßig, ob ein bestimmtes versichertes Ereignis eingetreten ist.
Beispiel: Bandscheibenvorfall
Du arbeitest als Dachdecker und erleidest einen schweren Bandscheibenvorfall. Dauerhaftes Heben, Bücken und Arbeiten auf dem Dach ist dir nicht mehr möglich.
Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird geprüft, in welchem Umfang du deinen bisherigen Beruf noch ausüben kannst. Liegt beispielsweise eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50% vor und sind die weiteren Voraussetzungen erfüllt, erhältst du die vereinbarte BU-Rente.
Bei einer Multi-Risk-Versicherung reicht der Bandscheibenvorfall dagegen nicht zwangsläufig aus.
Entscheidend ist, ob die gesundheitlichen Folgen einen der im Vertrag definierten Leistungsauslöser erfüllen. Kannst du beispielsweise bestimmte versicherte Grundfähigkeiten nicht mehr ausüben, könnte ein Anspruch bestehen.
Ist keine der vereinbarten Voraussetzungen erfüllt, kann die Multi-Risk-Versicherung trotz erheblicher beruflicher Einschränkungen leistungsfrei bleiben.
Ist eine Multi-Risk-Versicherung günstiger als eine BU?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten.
Der Beitrag hängt unter anderem ab von:
- deinem Alter,
- Gesundheitszustand,
- Versicherungsdauer,
- gewünschter Leistung,
- Leistungsumfang des Tarifs,
- ggf. deinem Beruf.
Gerade bei körperlich anspruchsvollen Berufen kann eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung vergleichsweise teuer sein. Alternative Absicherungen können deshalb preislich interessant sein.
Ein niedrigerer Beitrag darf allerdings nicht isoliert betrachtet werden.
Eine Versicherung, die 30 Euro weniger im Monat kostet, aber einen erheblich kleineren Teil möglicher Ursachen einer Berufsunfähigkeit abdeckt, ist nicht automatisch die bessere Lösung.
Merke: Vergleiche nicht nur die Beiträge, sondern vor allem die Situationen, in denen tatsächlich eine Leistung gezahlt wird.
Was gilt bei Vorerkrankungen?
Auch bei einer Multi-Risk-Versicherung musst du regelmäßig Gesundheitsfragen beantworten.
Eine Vorerkrankung, die den Abschluss einer BU erschwert, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine Multi-Risk-Versicherung problemlos erhältlich ist.
Allerdings unterscheiden sich die Risikoprüfung und Annahmerichtlinien.
Deshalb kann eine alternative Absicherung auch dann noch infrage kommen, wenn ein BU-Versicherer einen Antrag nur mit hohen Zuschlägen, Leistungsausschlüssen oder überhaupt nicht annehmen würde.
Bei relevanten Vorerkrankungen kann auch hier eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll sein.
Beispiel: Wann zahlt BU, wann Multi-Risk?
Zwei Versicherte verdienen jeweils 3.500 Euro netto und können ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben.
Fall 1: Schwere Depression
Eine private BU kann leisten, wenn die Depression dazu führt, dass der bisherige Beruf bedingungsgemäß nicht mehr ausgeübt werden kann.
Bei der Multi-Risk-Versicherung hängt die Leistung davon ab, ob die psychische Erkrankung oder deren Folgen einen vereinbarten Leistungsauslöser erfüllen.
Fall 2: Verlust des Sehvermögens
Hier können beide Versicherungen leisten: Die BU, wenn dadurch die erforderliche Berufsunfähigkeit eintritt, und die Multi-Risk-Versicherung, wenn der definierte Verlust der Grundfähigkeit Sehen vorliegt.
Fall 3: Schwere Krebserkrankung
Eine Multi-Risk-Versicherung kann bereits aufgrund einer entsprechend definierten Diagnose leisten. Bei der BU reicht die Diagnose allein dagegen nicht aus. Hier muss die Erkrankung zusätzlich zu einer bedingungsgemäßen Berufsunfähigkeit führen.
Genau diese Beispiele zeigen den unterschiedlichen Ansatz beider Versicherungen.
Welche Risiken kann eine Multi-Risk-Versicherung abdecken?
Der konkrete Umfang unterscheidet sich erheblich zwischen den Tarifen. Häufig werden mehrere Absicherungsbereiche miteinander kombiniert.
Schwere Krankheiten
Ein Baustein kann an die Diagnose bestimmter schwerer Erkrankungen anknüpfen.
Dazu können beispielsweise bestimmte Formen von
- Krebs,
- Herzinfarkt,
- Schlaganfall oder
- schweren neurologischen Erkrankungen
gehören. Dabei genügt allerdings nicht zwangsläufig die bloße Diagnose. Die Versicherungsbedingungen können genaue medizinische Kriterien für den Leistungsfall vorgeben.
Verlust von Grundfähigkeiten
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Absicherung bestimmter Grundfähigkeiten.
Dazu können je nach Tarif beispielsweise gehören:
- Sehen,
- Hören,
- Sprechen,
- Gehen,
- Treppensteigen,
- Stehen,
- Sitzen,
- Gebrauch der Hände,
- Heben und Tragen.
Auch hier muss die Einschränkung die im Vertrag festgelegte Definition erfüllen.
Pflegebedürftigkeit
Einige Multi-Risk-Tarife sehen Leistungen vor, wenn eine bestimmte Pflegebedürftigkeit eintritt.
Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie lange die Leistung gezahlt wird, ergibt sich aus den jeweiligen Versicherungsbedingungen.
Unfallfolgen
Auch schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen infolge eines Unfalls können Bestandteil einer Multi-Risk-Absicherung sein.
Dadurch überschneiden sich einzelne Leistungsbereiche teilweise mit einer privaten Unfallversicherung.
Warum ist die Multi-Risk-Versicherung keine vollständige BU-Alternative?
Der entscheidende Unterschied liegt im versicherten Risiko.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert deine Fähigkeit zur Ausübung deines konkreten Berufs ab.
Die Ursache ist grundsätzlich zweitrangig. Entscheidend ist, dass Krankheit, Körperverletzung oder ein anderer nach den Bedingungen erfasster gesundheitlicher Zustand dazu führt, dass du deinen Beruf im erforderlichen Umfang nicht mehr ausüben kannst.
Bei einer Multi-Risk-Versicherung ist das anders. Du kannst erheblich in deiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein, ohne einen der definierten Leistungsauslöser zu erfüllen.
Beispiel: Psychische Erkrankung
Du arbeitest als Unternehmensberater und erkrankst an einer schweren Depression.
Du kannst dich kaum konzentrieren, keine Kundengespräche mehr führen und Entscheidungen nur noch eingeschränkt treffen. Eine dauerhafte Berufsausübung ist nicht mehr möglich.
Eine gute BU-Versicherung kann bei Erfüllung der Voraussetzungen leisten.
Bei einer Multi-Risk-Versicherung hängt die Leistung dagegen davon ab, ob psychische Erkrankungen bzw. deren konkrete Folgen vom vereinbarten Leistungskatalog erfasst werden.
Hier kann eine erhebliche Absicherungslücke entstehen.
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Welche Vorteile hat eine Multi-Risk-Versicherung?
Trotzdem kann die Multi-Risk-Versicherung für bestimmte Personen interessant sein.
Alternative bei schwieriger BU-Absicherung
Nicht jeder kann eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung zu akzeptablen Konditionen abschließen.
Probleme können beispielsweise entstehen aufgrund von:
- Vorerkrankungen,
- einem risikoreichen Beruf,
- gefährlichen Freizeitaktivitäten oder
- einem sehr hohen BU-Beitrag.
Eine Multi-Risk-Versicherung kann dann zumindest einen Teil wichtiger gesundheitlicher Risiken absichern.
Leistung unabhängig vom konkreten Beruf
Bei vielen Leistungsauslösern ist nicht entscheidend, welchen Beruf du ausübst oder ob du theoretisch noch arbeiten könntest.
Erfüllst du die medizinisch bzw. funktionell definierten Voraussetzungen, kann die vereinbarte Leistung fällig werden.
Mehrere Risiken in einem Vertrag
Statt unterschiedliche Einzelversicherungen abzuschließen, können verschiedene Risiken innerhalb eines Vertrags abgesichert werden.
Das kann die Absicherung übersichtlicher machen.
Welche Nachteile hat eine Multi-Risk-Versicherung?
Der größte Nachteil liegt in den Leistungslücken gegenüber einer BU-Versicherung.
Nicht jede Berufsunfähigkeit ist versichert
Du kannst zu 100% berufsunfähig sein und trotzdem keine Leistung aus deiner Multi-Risk-Versicherung erhalten.
Das ist möglich, wenn die Ursache deiner Berufsunfähigkeit keinen der vertraglich vereinbarten Leistungsauslöser erfüllt.
Komplexe Versicherungsbedingungen
Bei einer Multi-Risk-Versicherung reicht es nicht, nur die Anzahl der versicherten Risiken zu vergleichen.
Entscheidend sind die Definitionen.
Ein Tarif kann beispielsweise damit werben, dass die Fähigkeit „Gehen“ abgesichert ist. Entscheidend ist aber, wann diese Fähigkeit nach den Versicherungsbedingungen tatsächlich als verloren gilt.
Musst du keine 100 Meter mehr gehen können? Keine 400 Meter? Darfst du Hilfsmittel verwenden?
Solche Details können darüber entscheiden, ob du eine Leistung erhältst.
Psychische Erkrankungen können problematisch sein
Psychische Erkrankungen spielen bei der Berufsunfähigkeit eine erhebliche Rolle.
Gerade hier kann der Schutz alternativer Arbeitskraftversicherungen enger sein als bei einer klassischen BU.
Deshalb solltest du genau prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen psychische Erkrankungen im jeweiligen Tarif Leistungen auslösen können.
Wann kann eine Multi-Risk-Versicherung sinnvoll sein?
Eine Multi-Risk-Versicherung solltest du insbesondere dann prüfen, wenn eine ausreichend hohe Berufsunfähigkeitsversicherung nicht oder nur zu wirtschaftlich unattraktiven Bedingungen erhältlich ist.
Das kann beispielsweise bei körperlich tätigen Personen der Fall sein.
Denkbar ist auch eine Kombination: Ein Teil des Risikos wird über eine kleinere BU-Rente abgesichert und bestimmte zusätzliche Risiken über eine alternative Arbeitskraftabsicherung.
Wichtig ist dabei, dass du genau weißt, welche Lücken verbleiben.
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Multi-Risk, Grundfähigkeitsversicherung oder BU?
Auch eine Grundfähigkeitsversicherung kann eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung darstellen.
Der Unterschied liegt wiederum im Leistungsauslöser.
Eine Grundfähigkeitsversicherung konzentriert sich hauptsächlich auf den Verlust bestimmter körperlicher oder geistiger Fähigkeiten. Eine Multi-Risk-Versicherung kann darüber hinaus weitere Leistungsbausteine wie schwere Krankheiten, Pflegebedürftigkeit oder Unfallfolgen enthalten.
Die BU-Versicherung ist dagegen unmittelbar auf deine berufliche Leistungsfähigkeit ausgerichtet.
| Versicherung | Was wird hauptsächlich abgesichert? |
|---|---|
| Berufsunfähigkeitsversicherung | Fähigkeit, den konkreten Beruf auszuüben |
| Grundfähigkeitsversicherung | Verlust bestimmter definierter Fähigkeiten |
| Dread-Disease-Versicherung | Diagnose bestimmter schwerer Krankheiten |
| Unfallversicherung | Dauerhafte Gesundheitsschäden infolge eines Unfalls |
| Multi-Risk-Versicherung | Kombination mehrerer definierter Risiken |
Welche Absicherung sinnvoll ist, hängt deshalb insbesondere davon ab, welche Risiken du absichern möchtest und ob eine klassische BU für dich verfügbar und finanzierbar ist.
Worauf solltest du beim Tarifvergleich achten?
Bei einer Multi-Risk-Versicherung sind die Versicherungsbedingungen besonders wichtig. Prüfe insbesondere:
- Welche Krankheiten sind versichert?
- Welche Grundfähigkeiten sind eingeschlossen?
- Wie wird der Verlust einer Fähigkeit definiert?
- Sind psychische Erkrankungen berücksichtigt?
- Ist Pflegebedürftigkeit abgesichert?
- Wird eine monatliche Rente oder einmaliges Kapital gezahlt?
- Wie lange wird die Rente geleistet?
- Gibt es Wartezeiten?
- Welche Ausschlüsse bestehen?
- Kann die versicherte Leistung später erhöht werden?
Die bloße Anzahl der versicherten Risiken ist dagegen nur begrenzt aussagekräftig.
Fazit: Multi-Risk kann eine Alternative sein – ersetzt die BU aber nicht vollständig
Eine Multi-Risk-Versicherung bündelt verschiedene gesundheitliche Risiken in einem Vertrag. Abgesichert werden können beispielsweise schwere Krankheiten, Pflegebedürftigkeit, der Verlust bestimmter Grundfähigkeiten und schwere Unfallfolgen.
Der entscheidende Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung besteht im Leistungsauslöser. Bei der BU steht die Frage im Mittelpunkt, ob du deinen konkreten Beruf noch ausüben kannst. Bei der Multi-Risk-Versicherung muss dagegen eines der ausdrücklich vereinbarten Ereignisse eingetreten sein.
Kannst du eine gute und ausreichend hohe Berufsunfähigkeitsversicherung zu akzeptablen Bedingungen abschließen, bietet diese grundsätzlich den umfassenderen Schutz deiner Arbeitskraft. Ist eine BU aufgrund von Vorerkrankungen, Beruf oder Beitrag dagegen nicht realisierbar, kann die Multi-Risk-Versicherung eine interessante Alternative oder Ergänzung sein.
Entscheidend ist deshalb ein genauer Vergleich der Versicherungsbedingungen. Gerade bei einer Multi-Risk-Versicherung solltest du nicht danach entscheiden, wie viele Risiken der Versicherer auflistet, sondern wie diese Risiken definiert sind und wann tatsächlich eine Leistung gezahlt wird.
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