Berufsunfähigkeitsversicherung Berufsgruppen – alle Infos
Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) spielen die sogenannten Berufsgruppen eine zentrale Rolle. Denn je nachdem, wie dein Beruf vom Versicherer eingestuft wird, unterscheiden sich Beitragshöhe, Vertragsbedingungen und sogar die Frage, ob du überhaupt versicherbar bist. Während Akademiker häufig in günstige Berufsgruppen fallen, zahlen körperlich tätige Berufe oft deutlich höhere Beiträge – bei sehr riskanten Tätigkeiten kann der Abschluss sogar erschwert sein. Warum Versicherer zwischen verschiedenen Berufsgruppen unterscheiden, wie die Einstufung konkret funktioniert und worauf du bei deiner Tätigkeitsbeschreibung unbedingt achten solltest, erfährst du in diesem Experten-Artikel.
💡 Wichtige Infos auf einen Blick
- Jede vierte Person wird statistisch berufsunfähig, das Risiko hängt aber stark von Beruf, Gesundheit und Lebensstil (zum Beispiel Rauchen, Alkohol) ab.
- Körperlich oder psychisch belastende Berufe haben ein höheres BU-Risiko als akademische Tätigkeiten – deshalb zahlen riskantere Berufsgruppen meist höhere Beiträge.
- Versicherer stufen Berufe in Risiko- bzw. Berufsgruppen ein, die sich je nach Anbieter unterscheiden – die genaue Tätigkeitsbeschreibung ist entscheidend für Beitrag und Leistungsanspruch.
- Sehr riskante Berufe sind teils schwer oder gar nicht versicherbar. Alternativen wie die Grundfähigkeitsversicherung kommen ggf. infrage, sind aber kein vollwertiger BU-Ersatz.
- Risikozuschläge, Hobbys und Vorerkrankungen beeinflussen die Konditionen – eine anonyme Risikovoranfrage schützt vor Ablehnung und möglichen HIS-Einträgen.
Alle Infos zur Berufsunfähigkeitsversicherung im Video
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Das Risiko für Berufsunfähigkeit ist stark berufsabhängig
Rein statistisch wird etwa jede vierte Person im Laufe ihres Erwerbslebens berufsunfähig.
Wie hoch dein persönliches Risiko tatsächlich ist, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab – insbesondere von deinem Beruf, deinem Gesundheitszustand und deinen Freizeitaktivitäten.
Unterschied zwischen Handwerkern und Akademikern
Tätigkeiten mit hoher körperlicher oder psychischer Belastung gehen mit einem deutlich erhöhten Risiko einher.
Beschäftigte in handwerklichen oder körperlich anspruchsvollen Berufen sind überdurchschnittlich häufig betroffen, während Akademiker statistisch seltener berufsunfähig werden.
Lebensstil spielt ebenfalls eine Rolle
Auch der Lebensstil spielt eine Rolle: Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum steigern das Risiko zusätzlich.
So wurden laut WHO 2022 rund 15% der Krebsneuerkrankungen auf Tabakkonsum zurückgeführt, etwa 3% auf Alkoholkonsum.
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Warum unterscheiden BU-Versicherer zwischen Berufs- bzw. Risikogruppen?
Die Höhe des Beitrags in der Berufsunfähigkeitsversicherung orientiert sich am Risiko, das du für den Versicherer darstellst.
Ob und zu welchen Bedingungen du eine BU abschließen kannst, hängt maßgeblich davon ab, wie hoch dein individuelles Berufsunfähigkeitsrisiko eingeschätzt wird.
In diese Bewertung fließen u.a. Vorerkrankungen, dein Raucherstatus und insbesondere deine konkrete berufliche Tätigkeit ein.
Riskante Berufsgruppen müssen mehr zahlen
Aus diesem Grund ordnen Versicherer verschiedene Berufe sogenannten Risiko- oder Berufsgruppen zu.
Je höher das statistische Risiko für Berufsunfähigkeit innerhalb einer Gruppe ist, desto höher ist in der Regel auch der zu zahlende Beitrag.
Je nach Anbieter reicht die Spannbreite dabei von Berufen mit sehr geringem Risiko bis hin zu Tätigkeiten, die nur erschwert oder teilweise gar nicht versicherbar sind.
Berufsgruppen unterscheiden sich von Versicherer zu Versicherer
Die Einteilung erfolgt – abhängig vom Versicherer – entweder mit Buchstaben (zum Beispiel A bis F) oder mit Zahlen (zum Beispiel 1 bis 5), jeweils aufsteigend nach Risikograd.
Wichtig ist: Die konkrete Einstufung deiner Tätigkeit kann von Anbieter zu Anbieter variieren. Deshalb ist ein Vergleich verschiedener Versicherer sinnvoll.
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Einstufung von Berufen in der Berufsunfähigkeitsversicherung
Bevor du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kannst, bewertet der Versicherer anhand deines Berufs und deiner persönlichen Situation, welcher Risiko- bzw. Berufsgruppe du zugeordnet wirst.
Gute Berufsgruppe
Lehrkräfte, Ärztinnen und Ärzte, Apotheker, Architektinnen und Architekten gelten häufig als Berufe mit vergleichsweise geringem BU-Risiko.
Mittlere Berufsgruppe
Etwas höher stufen viele Versicherer beispielsweise Bürokaufleute, Verwaltungsangestellte oder medizinische Fachangestellte ein.
Schlechte Berufsgruppe
Deutlich höher wird das Risiko bei körperlich stark belastenden Tätigkeiten eingeschätzt – etwa bei Gerüstbauern, Maurern oder Berufskraftfahrern.
Berufsgruppe Schüler
Bei Schülerinnen und Schülern richtet sich die Einstufung in der Regel nach der besuchten Schulform.
Beruf ist nicht gleich Beruf
Wie bereits bei der besuchten Schulform angedeutet, ist Beruf nicht gleich Beruf.
Deine genaue Tätigkeit muss immer möglichst präzise beschrieben werden (beispielsweise Anteil Büro- und Reisetätigkeit).
Tipp: Nimm die Berufsbeschreibung nicht auf die leichte Schulter, denn hier kann sich einerseits entscheiden, ob die BU später mal leisten wird und andererseits, wie hoch dein Beitrag ist.
Welche Berufsgruppen sind häufig nicht versicherbar?
In besonders risikoreichen Berufen – zum Beispiel als Sprengmeister oder Rennfahrer – ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung oft schwierig oder gar nicht möglich, da das Risiko für den Versicherer als sehr hoch gilt.
Bei manchen Berufen ist ein Abschluss zwar möglich, der Beitrag ist aber sehr hoch bzw. die Laufzeit ist beispielsweise nur bis zum vollendeten 55. Lebensjahr und nicht bis zum vollendeten 67. Lebensjahr möglich, was eine große Absicherungslücke zur Folge hat.
Übersicht der häufigsten Berufsgruppen
| Berufsgruppen | Risikobewertung | Beispielberufe |
|---|---|---|
| Berufsgruppe 1 | sehr geringes Risiko | Ärzte, Anwälte, Leitende Angestellte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Ingenieure |
| Berufsgruppe 2 | geringes Risiko | Informatiker, Büro- und Bankkaufleute, Verwaltungsangestellte, Techniker, Industriekaufleute |
| Berufsgruppe 3 | erhöhtes Risiko | Einzelhandelskaufleute, Arzthelfer, Kfz-Mechatroniker, Erzieher, Grafiker, Lehrer, Krankenpfleger, Polizisten |
| Berufsgruppe 4 | hohes Risiko | Bäcker, Maler- und Lackierer, Schreiner, Berufskraftfahrer, Dachdecker, Gerüstbauer |
| Berufsgruppe 5 | sehr hohes Risiko (teilweise nicht versicherbar) | Türsteher, Berufssportler, Schauspieler, Sprengmeister |
Alternativen zur BU
Eine echte Alternative auf gleichem Leistungsniveau zur BU gibt es nicht.
Für Personen mit überwiegend körperlicher Tätigkeit kann jedoch eine Grundfähigkeitsversicherung eine sinnvolle Option sein.
BU so früh wie möglich abschließen
Bei der BU ist immer deine zuletzt ausgeübte Tätigkeit relevant. Wenn du die Versicherung als Büroangestellter abgeschlossen hast und nun als Gärtner arbeitest, ist der Beruf Gärtner für eine mögliche Berufsunfähigkeit relevant.
Für den Beitrag ist jedoch in den meisten Fällen der ursprüngliche Beruf relevant.
Auch aus diesem Grund macht es sehr viel, die BU so früh wie möglich abzuschließen. Beispielsweise können Eltern bereits eine BU für Kinder mit einer günstigen Berufsgruppe abschließen.
Auch ein BU-Abschluss als Student macht noch sehr viel Sinn, insbesondere dann, wenn du nach dem Studium einen riskanten Beruf aufnehmen möchtest.
Risikozuschlag: Wie die Berufsgruppe deinen Beitrag beeinflusst
Wenn dein Risiko für eine Berufsunfähigkeit erhöht ist, kann der Versicherer zusätzlich zum regulären BU-Beitrag einen sogenannten Risikozuschlag verlangen. Dieser Mehrbeitrag soll das höhere finanzielle Risiko ausgleichen.
Neben Vorerkrankungen können auch risikoreiche Berufe sowie gefährliche Hobbys oder Extremsportarten – etwa Kampfsport, Motorradsport, Fallschirmspringen oder alpines Klettern – zu einem Zuschlag führen.
Wichtig zu wissen: Nicht jeder Versicherer bewertet Risiken gleich. Ein Vergleich verschiedener Anbieter kann sich daher lohnen.
Ein einmal vereinbarter Risikozuschlag kann unter bestimmten Voraussetzungen später reduziert oder sogar gestrichen werden – zum Beispiel, wenn du von einem risikoreicheren in einen risikoärmeren Beruf wechselst. In solchen Fällen kannst du prüfen lassen, ob der Zuschlag weiterhin gerechtfertigt ist. Maßgeblich sind dabei die jeweiligen Bedingungen des Versicherers.
Anonyme Risikovoranfrage
Wenn du unsicher bist, wie dein Beruf, bestehende Vorerkrankungen, die Einnahme von Medikamenten oder bestimmte Hobbys deine Versicherbarkeit beeinflussen, bietet sich eine anonyme Risikovoranfrage an.
So kannst du unverbindlich klären, zu welchen Konditionen ein Abschluss möglich wäre und verschiedene Angebote vergleichen. Ein Versicherungsmakler, wie wir es sind, kann hierbei im Gegensatz zu einem Versicherungsvertreter die Anfrage bei mehreren Versicherern stellen, sodass du das bestmögliche Angebot anhand deiner persönlichen Situation erhältst.
Wie unsere Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung abläuft, haben wir übrigens im verlinkten Artikel ausführlich erklärt.
Stellst du hingegen direkt einen Antrag und dieser wird abgelehnt, erfolgt unter Umständen ein Eintrag im Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherer. Das kann die Chancen bei einem späteren Antrag bei einem anderen Anbieter deutlich verschlechtern.
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