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Private Krankenversicherung für Beamtenanwärter (2025)

Aktualisiert am 18. November 2025

Die private Krankenversicherung für Beamtenanwärter wird direkt mit Beginn der Ausbildung relevant. Viele fragen sich dann, welche Vorteile die PKV bietet und wie sich die Beihilfe auf die Kosten auswirkt. Die wichtigsten Punkte und Tipps findest du kompakt zusammengefasst in diesem Experten-Artikel.

💡 Wichtige Infos auf einen Blick

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Warum ist eine private Krankenversicherung für Beamtenanwärter sinnvoll?

Als Beamtenanwärter, also als Beamter in der Ausbildung (zum Beispiel Referendar), bist du versicherungsfrei und kannst dich deshalb zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung frei entscheiden.

Individuelle Beihilfe

Mit einer privaten Krankenversicherung (PKV) profitierst du von der individuellen Beihilfe: Dein Dienstherr übernimmt in der Regel 50% deiner Krankheitskosten. Je nach Lebenssituation kann dieser Beihilfesatz sogar auf bis zu 70% steigen

Die PKV für Beamte deckt dann nur noch die restlichen Kosten ab, weshalb diese oft auch als Restkostenversicherung bezeichnet wird.

Pauschale Beihilfe

In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bekommst du dagegen nur in acht Bundesländern die sogenannte pauschale Beihilfe. Lebst du in einem dieser Bundesländer, übernimmt der Dienstherr 50% der Kosten für die Krankenversicherung.

Er zahlt also einen Teil der Krankenversicherung wie bei Angestellten, beteiligt sich aber nicht an den Krankheitskosten wie bei der individuellen Beihilfe.

Anders als bei der individuellen Beihilfe bleibt es bei 50%. Die Erstattung steigt also beispielsweise nicht auf 70% im Ruhestand wie bei der individuellen Beihilfe.

Die pauschale Beihilfe gibt es aktuell in Hamburg, Bremen, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Baden-Württemberg, Sachsen und Niedersachsen.

Ohne pauschale Beihilfe musst du die Kosten zu 100% selbst zahlen

In Bundesländern ohne pauschale Beihilfe musst du bei der Wahl einer freiwilligen Mitgliedschaft in der GKV die gesamten Kosten selbst zahlen

Das sind 14% (nicht 14,6%, weil kein Anspruch auf Krankengeld) + durchschnittlich 2,5% Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung und für Kinderlose ab 23 Jahren 2,4% für die Pflegeversicherung.

Beispielsweise verdient ein Lehramtsreferendar im Bundesdurchschnitt 1.450 Euro pro Monat, wodurch Kosten für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von ca. 274 Euro pro Monat anfallen. Je höher dein Einkommen, desto höher die Kosten (bis zur Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 5.512,50 Euro pro Monat).

Im Vergleich dazu sind die Kosten in der PKV für Beamte in Verbindung mit der individuellen Beihilfe deutlich niedriger, weshalb ca. 95% aller Beamten privat krankenversichert sind.

Bessere Leistungen in der PKV

Zusätzlich sprechen die besseren Leistungen für die private Krankenversicherung. In der PKV kannst du deinen Versicherungsschutz individuell nach deinen Bedürfnissen gestalten. Die GKV bietet hingegen einen fest definierten Leistungskatalog, der nicht erweitert werden kann und weniger umfangreich ist als in der PKV.

Weitere Nachteile der GKV für Beamte haben wir im verlinkten Artikel erklärt.

All das macht die private Krankenversicherung für die meisten Beamtenanwärter zur sinnvolleren und in der Regel auch kostengünstigeren Wahl.

Welche Leistungen bietet die PKV für Beamtenanwärter?

In der privaten Krankenversicherung stehen dir viele unterschiedliche Tarife zur Auswahl. 

Jeder Tarif bringt eigene Leistungsbausteine mit, daher solltest du dir gut überlegen, welche Leistungen du wirklich brauchst. Auch wenn du heute vielleicht kaum medizinische Versorgung benötigst, kann sich das schnell ändern – ein späterer Wechsel der PKV ist jedoch oft schwierig.

Denke deshalb bei Zusatzleistungen nicht nur an die aktuellen Kosten, sondern auch an deine Zukunft. Gleichzeitig gilt: Jede zusätzliche Leistung erhöht den Beitrag.

Vorteile PKV für Beamtenanwärter

Nachteile PKV für Beamtenanwärter

Ausführliche Informationen über die Vor- und Nachteile der PKV findest du im verlinkten Artikel.

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Was kostet eine private Krankenversicherung für Beamtenanwärter?

Die Kosten für eine private Krankenversicherung für Beamtenanwärter liegen bei ca. 100 bis 150 Euro pro Monat. Im Vergleich dazu liegen die monatlichen Kosten für die GKV bei ca. 274 Euro (bei einem Gehalt von 1.450 Euro).

Wie hoch dein PKV-Beitrag genau ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab – u.a.:

Auch zwischen den Versicherern gibt es große Preisunterschiede: Die gleichen Leistungen können je nach Gesellschaft deutlich teurer oder günstiger sein.

Gesundheitszustand spielt eine große Rolle

Zudem bewertet jeder Versicherer deinen Gesundheitszustand anders. Schon einfache medizinische Angaben – wie etwa die Nutzung von Schuheinlagen – können bei manchen Gesellschaften zu höheren Beiträgen führen, bei anderen hingegen nicht

Es lohnt sich also, genau hinzusehen und vor allem bei Vorerkrankungen nicht einfach den erstbesten Tarif zu wählen, sondern zusammen mit einem Versicherungsmakler im Rahmen einer anonymen Risikovoranfrage mehrere Versicherer anzufragen. 

Das ist übrigens ein großer Vorteil eines Versicherungsmaklers im Vergleich zu einem Versicherungsvertreter.

Ausbildungstarife für Beamtenanwärter: Warum sie so günstig sind

Beamtenanwärter profitieren in der privaten Krankenversicherung von speziellen Ausbildungstarifen. Diese Tarife sind deutlich günstiger als die späteren Beamtentarife, weil Versicherer hier berücksichtigen, dass du dich noch in der Ausbildung befindest und dein Einkommen entsprechend niedriger ist

Zudem werden in diesen Tarifen noch keine Alterungsrückstellungen gebildet und der gesetzliche Zuschlag wird ebenfalls nicht fällig. 

Trotz des reduzierten Beitrags erhältst du in der Regel bereits einen vollwertigen Versicherungsschutz, der sich am Beihilfeanspruch orientiert.

Wichtig zu wissen: Die günstigen Ausbildungstarife gelten nur während deiner Zeit als Beamter auf Widerruf. Mit der Verbeamtung auf Probe wechseln viele automatisch in den regulären Beamtentarif – und genau hier können große Unterschiede auftreten. Einige Versicherer erhöhen beim Übergang spürbar die Beiträge, andere bleiben stabiler und transparenter.

Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf:

Ausbildungstarife können eine sehr attraktive Möglichkeit sein, günstig in die PKV zu starten – vorausgesetzt, du achtest darauf, wie sich der Tarif später entwickelt.

Wie hoch ist der Beitrag für die private Krankenversicherung für Beamtenanwärter mit Kindern?

Der Beitrag für die PKV von Kindern von Beamtenanwärtern liegt bei ca. 50 Euro pro Kind.

Anders als in der GKV gibt es in der PKV nämlich keine kostenlose Familienversicherung. Für jede Person muss ein eigener Beitrag gezahlt werden.

Kinder von Beamten bzw. auch schon von Beamtenanwärtern haben einen Beihilfeanspruch von 80%, weshalb nur 20% der Kosten privat abgesichert werden müssen.

Aus diesem Grund sind die Kosten im Vergleich zu einem privat krankenversicherten Kind eines Angestellten bzw. Selbstständigen, wo ca. 150 bis 250 Euro pro Monat anfallen, vergleichsweise gering.

Öffnungsaktion PKV für Beamtenanwärter

In der PKV für Beamte gibt es eine sogenannte Öffnungsaktion.

Diese ermöglicht dir den Zugang zur privaten Krankenversicherung für Beamte, selbst wenn du aufgrund von Vorerkrankungen normalerweise keinen Versicherungsschutz bekommen oder nur sehr hohe Risikozuschläge zahlen müsstest.

Im Rahmen dieser Regelung dürfen teilnehmende Versicherer weder Leistungsausschlüsse vornehmen noch Risikozuschläge von mehr als 30% erheben.

Einen Beihilfeergänzungstarif müssen sie allerdings im Gegensatz zu Wahlleistungen im Krankenhaus nicht verpflichtend anbieten.

Wann kann die Öffnungsaktion in Anspruch genommen werden?

Seit 2019 steht die Beamtenöffnungsaktion auch Beamten auf Widerruf, also Beamtenanwärtern, offen. Zuvor konnten lediglich Beamte auf Probe und Beamte auf Lebenszeit davon Gebrauch machen.

Das bedeutete, dass sich Beamtenanwärter gesetzlich versichern mussten, wenn ihr Gesundheitszustand eine Aufnahme in die PKV verhinderte.

Durch die Erweiterung der Regelung besteht nun bereits während der Ausbildung eine Aufnahmepflicht in die PKV im Rahmen der Öffnungsaktion.

Die Teilnahme muss innerhalb von 6 Monaten nach der Verbeamtung erfolgen.

Wird sie während der Ausbildung nicht genutzt und bleibt die Person zunächst in der gesetzlichen Krankenversicherung, kann die Öffnungsaktion erneut in Anspruch genommen werden, sobald die Ernennung zum Beamten auf Probe erfolgt.

Welche private Krankenversicherung für Beamtenanwärter ist die beste?

Wie du gesehen hast, gibt es bei der Wahl der richtigen privaten Krankenversicherung für Beamtenanwärter viele Aspekte, die gut überlegt sein sollten. Eine allgemein beste private Krankenversicherung für Beamtenanwärter gibt es jedoch nicht

Wenn du allerdings die folgenden 3 Tipps beachtest, bist du auf dem besten Weg zu der für dich besten privaten Krankenversicherung für Beamtenanwärter.

1. Eigeninitiative statt blinder Empfehlungen

Online-Empfehlungen, Testsieger und Vergleiche können ein erster Anhaltspunkt sein – aber sie ersetzen niemals eine individuelle Prüfung. Deine Lebenssituation, Bedürfnisse und gesundheitlichen Voraussetzungen unterscheiden sich von denen anderer Menschen.

Darum funktionieren auch Empfehlungen von Arbeitskollegen oder Freunden nur bedingt. Was für deine Arbeitskollegen perfekt passt, kann für dich völlig ungeeignet sein

Insbesondere bei Beamten gibt es große und bekannte Versicherer, welche ihre Produkte nicht über Versicherungsmakler verkaufen (zum Beispiel Debeka und HUK-COBURG). Deshalb sind deren Produkte nicht schlecht, beachte jedoch, dass es nicht automatisch eine gute Idee ist, zu einer dieser Versicherungen zu gehen, nur weil der neue Arbeitskollege dort auch versichert ist.

Um wirklich fundiert entscheiden zu können, solltest du unbedingt:

2. Individueller, unabhängiger Vergleich statt Tarifdschungel

Allgemeine Testergebnisse oder Online-Portale können weder deine persönlichen Wünsche noch deinen gesundheitlichen Hintergrund einbeziehen

Außerdem ist die Vielfalt an Versicherungsgesellschaften, Tarifen und Vertragsdetails enorm – und oft schwer durchschaubar.

Ein unabhängiger, individueller Vergleich sorgt dafür, dass deine tatsächlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden und du nicht in undurchsichtigen Tarifen landest.

3. Langfristig gut abgesichert denken

Als Beamtenanwärter triffst du jetzt eine Entscheidung, die dich langfristig begleiten wird. Ein späterer Wechsel der PKV für Beamte ist – anders als zum Beispiel bei der KFZ Versicherung – häufig kompliziert.

Darum solltest du schon heute überlegen, welche Leistungen du aktuell brauchst und welche auch in vielen Jahren noch wichtig für dich sein werden. Besonders entscheidend sind:

Wann sollten sich Beamtenanwärter mit der PKV beschäftigen?

Nicht zu früh, aber auf keinen Fall zu spät. In der Regel macht es Sinn, dass du dich ca. 3 Monate vor dem Beginn der Ausbildung mit dem Thema PKV beschäftigst. So bleibt genug Zeit für die PKV-Beratung – ganz ohne Stress oder Zeitdruck.

Wenn du wissen willst, wie unsere PKV-Beratung für Beamte abläuft, kannst du dir gerne den verlinkten Artikel durchlesen.

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