Baloise Berufsunfähigkeitsversicherung Test (2026)
Die Baloise sitzt in Bad Homburg, hat aber Schweizer Wurzeln: Bis 2022 hieß sie Basler, seit der Fusion mit der Helvetia im Dezember 2025 gehört sie zur Helvetia Baloise Gruppe und tritt in Deutschland seit Mai 2026 unter der Marke Helvetia auf. Für dich als Interessent ist dabei wichtig: Der Markenname Baloise verschwindet mittelfristig, die Baloise-BU bleibt aber die inhaltlich führende Berufsunfähigkeitsversicherung des Konzerns und wird unter dem Helvetia-Namen weitergeführt. Vertragspartner bleibt die Baloise Lebensversicherung AG Deutschland. Die rechtlichen Risikoträger bestehen noch bis 2027 getrennt fort.
Im BU-Markt fällt die Baloise vor allem durch zwei Dinge auf: einen aufgeräumten, modularen Tarif und ein oft sehr günstiges Preisniveau. In den vergangenen Jahren hat sie ihre Bedingungen mit zahlreichen Updates kräftig nach vorn gebracht – 2025 sogar gleich zweimal – und sich besonders für Akademiker und Kammerberufe aufgestellt. Wir schauen auf die Bausteine, die Bedingungen, die Gesundheitsfragen und die Unternehmenszahlen und sagen dir, wo die Baloise wirklich stark ist, wo ihre Schwächen liegen – und wo du besser genau hinschaust.
💡 Wichtige Infos auf einen Blick
- Ein einziger, modularer Tarif (BP 25) statt mehrerer Stufen: Grundschutz plus frei wählbare Bausteine – Arbeitsunfähigkeitsschutz, Leistungsdynamik, Pflegeschutz, Krankheitenschutz und Cash+ (Einmalzahlung).
- Pionier für Kammerberufe und Akademiker: Eine Rente aus dem Versorgungswerk wird nicht angerechnet, für bestimmte Kammerberufe verzichtet sie auf die konkrete Verweisung und der Umorganisationsverzicht ist großzügig.
- Preislich stark für Büro- und Akademikerberufe (häufig im günstigsten Drittel) – für handwerkliche und soziale Berufe dagegen sehr teuer.
- Solide Kern-Bedingungen: Verzicht auf die abstrakte Verweisung, maximal 20% Einkommenseinbuße, unbefristete Anerkennung, keine Meldepflicht bei einer Besserung sowie kundenfreundliche Gesundheitsfragen ohne zeitlich unbefristete Fragen.
- Klare Schwächen: keine Dienstunfähigkeitsklausel für Beamte, eine nicht dynamisierte Rente aus dem Arbeitsunfähigkeitsschutz – und harte Leistungskennzahlen (Morgen & Morgen), die bei der Leistungsquote unter und bei der Prozessquote über dem Marktschnitt liegen.
- Am stärksten in der Praxis, wenn der Preis entscheidet oder die Risikoprüfung – etwa nach einer anonymen Risikovoranfrage – besser ausfällt als bei anderen Anbietern.
Stand der Auswertung: Versicherungsbedingungen Tarif BP 25, Druckstück BAL 8408 (Stand 01.2026, zuletzt Fassung 04.2026) und die Gesundheitsfragen Druckstück BAL 1543 (Stand 12.2025). Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung – ob ein Tarif zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab.
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Ein Tarif, viele Bausteine
Die Baloise macht es bei der Berufsunfähigkeitsversicherung anders als die meisten Wettbewerber: Statt abgestufter Produktvarianten gibt es einen Haupttarif (BP 25), den du über Zusatzbausteine zu deinem Bedarf zusammensetzt:
- Arbeitsunfähigkeitsschutz – zahlt schon bei langer Krankschreibung,
- Leistungsdynamik – lässt die Rente im Leistungsfall jährlich steigen,
- Pflegeschutz – lebenslange Pflegerente, wenn bei Vertragsende die BU-Rente gezahlt wird und Pflegebedürftigkeit besteht,
- Krankheitenschutz – Einmalsumme bei bestimmten schweren Krankheiten,
- Cash+ – Einmalzahlung von bis zu drei Jahresrenten (maximal 90.000 Euro) bei Eintritt der Berufsunfähigkeit.
Dieses Baukastenprinzip ist übersichtlich, verlagert aber auch Verantwortung zu dir: Was du nicht einschließt, fehlt später.
Einen früheren Einsteiger-/Start-Tarif mit reduziertem Anfangsbeitrag gibt es übrigens nicht mehr – er wurde im Juni 2024 eingestellt.
Wer günstiger starten will, zahlt also den vollen Beitrag oder wählt einen anderen Anbieter. Die Junge-Leute-Aktion vereinfacht nur die Gesundheitsprüfung, nicht den Beitrag.
Wie viel Rente geht – und was ist mit dem Versorgungswerk?
Die versicherbare Rente orientiert sich an 60% des Bruttoeinkommens.
Ohne ärztliche Untersuchung sind von Beginn an bis zu 3.000 Euro Monatsrente möglich, über die Nachversicherung bis zu 4.000 Euro und über die Karrieregarantie bis zu 6.000 bzw. 7.500 Euro (7.500 Euro gelten für Kammerberufe).
Der eigentliche Pluspunkt für höher verdienende Akademiker: Die Baloise rechnet eine Rente aus einem berufsständischen Versorgungswerk nicht an (eingeführt Anfang 2025). Wer also als Arzt, Apotheker, Anwalt oder in einem anderen Kammerberuf im Versorgungswerk ist, kann trotzdem eine bedarfsgerechte private BU-Rente absichern, ohne dass die spätere Versorgungswerk-Leistung gegengerechnet wird. Genau hier hat sich die Baloise einen Namen als Kammerberufe-Versicherer gemacht.
Die Gesundheitsfragen der Baloise BU
Die Gesundheitsfragen entscheiden, ob und zu welchen Konditionen du angenommen wirst. Im normalen Antrag (ab 30 Jahren oder über 2.000 Euro beantragter Rente) stellt die Baloise 19 Fragen und fragt nach:
- stationären Aufenthalten der letzten 5 Jahre,
- ärztlichen oder therapeutischen Behandlungen, Untersuchungen und Beratungen der letzten 5 Jahre,
- Alkohol-, Drogen- und Betäubungsmittelkonsum bzw. entsprechenden Behandlungen der letzten 5 Jahre,
- Zeiten von mehr als 2 Wochen am Stück in den letzten 2 Jahren, in denen man nicht arbeits-, schul- oder studierfähig war,
- apotheken- und verschreibungspflichtigen Medikamenten der letzten 12 Monate,
- geplanten oder angeratenen Krankenhausaufenthalten der nächsten 6 Monate,
- Gesundheitsstörungen und Beschwerden – auch ohne Arztbesuch – aktuell oder in den letzten 6 Monaten,
- einer aktuellen Arbeitsunfähigkeit.
Unterm Strich gehören diese Fragen zu den verbraucherfreundlicheren am Markt: Es gibt keine zeitlich unbefristete Frage – viele Versicherer fragen etwa zu Krebs oder HIV ohne Zeitgrenze – und der stationäre Zeitraum bleibt auf 5 Jahre begrenzt.
Ein Punkt, den man kennen sollte, betrifft die Hobbys: Nach gefährlichen Freizeitaktivitäten (zum Beispiel Tauch-, Kampf-, Berg-, Pferde-, Flug- und Motorsport, Wettfahrten, Extremsport) wird offen gefragt – die Beispiele sind nicht abschließend, man muss also wirklich „alles“ angeben.
Besser gelöst ist die Auslandsfrage: Erfragt werden nur Aufenthalte von mehr als 6 Monaten außerhalb von EU, Großbritannien, Island, Norwegen, Schweiz, Kanada und USA.
Für junge Leute bis Alter 30 (höchstens 2.000 Euro Rente) gibt es verkürzte Gesundheitsfragen – 15 statt 19. Dann ist der Zeitraum für ambulante Behandlungen auf 3 Jahre verkürzt und die Fragen nach Stoffwechsel, Allergien und Infektionen entfallen.
Mit einem Update im Juli 2026 wurde diese vereinfachte Prüfung zusätzlich für Kammer- und MINT-Berufe geöffnet.
Die Bedingungen der Baloise BU im Kern
Die eigentliche BU-Definition ist stark: Leistung ab 50% Berufsunfähigkeit, Prognosezeitraum 6 Monate, der Schutz gilt weltweit und Renten werden immer unbefristet anerkannt.
Auf die abstrakte Verweisung verzichtet die Baloise vollständig – in der Erst- und Folgeprüfung ebenso wie beim Ausscheiden aus dem Beruf.
Verzicht auf konkrete Verweisung für Kammerberufe
Die konkrete Verweisung behält sie sich – wie fast alle Anbieter – vor: Du kannst in deinem zuletzt ausgeübten Beruf berufsunfähig sein, die Rente erhalten und trotzdem in einer vergleichbaren Tätigkeit hinzuverdienen, nur nicht unbegrenzt. Als nicht vergleichbar gilt eine Tätigkeit, deren Einkommen mehr als 20% unter dem bisherigen liegt.
Für acht Kammerberufe – Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Anwälte, Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – verzichtet die Baloise zusätzlich auf die konkrete Verweisung. Das ist ein echter Mehrwert und am Markt noch nicht selbstverständlich.
Bei diesen Berufen kann die Baloise dich also grundsätzlich nicht auf eine andere tatsächlich ausgeübte Tätigkeit verweisen, nur weil du damit ein vergleichbares Einkommen erzielst. Das gilt beispielsweise auch für einen Arzt oder Chirurgen, der nach Eintritt der Berufsunfähigkeit eine andere Tätigkeit aufnimmt.
Unabhängig davon setzt eine konkrete Verweisung ohnehin voraus, dass die neue Tätigkeit der bisherigen Lebensstellung in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht entspricht. Ein deutlicher Verlust an Einkommen oder gesellschaftlichem Ansehen kann eine Verweisung deshalb zusätzlich ausschließen.
Noch weiter geht aktuell nur die HDI: Sie verzichtet unabhängig vom ausgeübten Beruf vollständig auf die konkrete Verweisung – und zwar auch in der Nachprüfung. Damit ist sie nach aktuellem Stand der einzige Versicherer am Markt, der diesen Verzicht ohne Beschränkung auf bestimmte Berufsgruppen vorsieht.
Kundenfreundliche Updates
Mit den Updates 2025 sind mehrere kundenfreundliche Punkte hinzugekommen: Wer eine unbefristete volle Erwerbsminderungsrente bezieht, gilt automatisch als berufsunfähig und zwar ab Vertragsbeginn.
Dazu kommen eine Umschulungshilfe von 1.500 Euro, eine Kostenbeteiligung bis 500 Euro, falls die Ablehnung eines Leistungsantrags durch einen spezialisierten Berater überprüft wird und Rentenleistungen bei einem Arbeitsverbot wegen einer Infektion (für alle Berufe).
Positiv ist außerdem, dass die Baloise auf eine Meldepflicht bei einer Besserung des Gesundheitszustands verzichtet – nachprüfen darf sie aber jederzeit von sich aus.
Bei Studenten ist in der Branche ein Detail der BU-Definition kritisiert worden: Anders als bei den Schülern wiederholt die Studenten-Regelung den ausdrücklichen Zusatz „zu mindestens 50%“ nicht, sondern spricht nur davon, dass man sein Studium „nicht fortsetzen“ kann. Praktisch hat das aus unserer Sicht keine Relevanz. Diese Klausel ersetzt nämlich nicht die allgemeine BU-Definition – der 50-%-Maßstab gilt für Studierende ohnehin. Und bei einem Studium gibt es kein wirtschaftliches Arbeitsergebnis, an dem sich ein BU-Grad trennscharf bemessen ließe. Die konstruierte Frage „gerade noch 50% oder remote weiterstudieren?“ bleibt deshalb theoretisch. Für Studenten ist die Baloise uneingeschränkt nutzbar – die unabhängigen Tests sehen sie hier sogar stark (das IVFP bewertet sie 2025 in der Studenten-Kategorie mit „Exzellent“, das DFSI den Modellkunden Student mit „Hervorragend“).
Nachversicherung, Dynamik und Arbeitsunfähigkeit
Bei der Nachversicherung kannst du deine Rente bei zahlreichen Lebensereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen – und zusätzlich ganz ohne Anlass einmal in den ersten 5 Jahren und noch einmal zu Beginn des 11. Versicherungsjahres. Gerade die anlassunabhängige Erhöhung im 11. Jahr ist eine nützliche Besonderheit, weil anlassgebundene Garantien sonst an Fristen hängen.
Die Grenzen: pro Anlass höchstens 500 Euro (in Sonderfällen 1.000 bis 1.500 Euro), die gesamte Rente maximal 4.000 Euro – bzw. 6.000 oder 7.500 Euro über die Karrieregarantie – oder 60% des Bruttoeinkommens. Da man von Beginn an bis zu 3.000 Euro ohne ärztliche Untersuchung absichern kann, ist das insgesamt großzügiger als bei vielen Anbietern.
Die Beitragsdynamik ist bis 5 Jahre vor Ende der Beitragszahlung möglich, ohne festen Euro-Betrag, bei dem sie endet – das ist positiv.
Beim Thema Rentensteigerung lohnt der genaue Blick. Die Leistungsdynamik (jährliche Erhöhung der Rente im Leistungsfall) ist optional und sinnvoll, weil die meisten Menschen viele Jahre berufsunfähig bleiben und einen Inflationsausgleich brauchen.
Der ebenfalls optionale Arbeitsunfähigkeitsschutz zahlt bei langer Krankschreibung eine Rente in Höhe der BU-Rente – für maximal 36 Monate und unabhängig davon, ob parallel ein BU-Antrag läuft. In der Praxis ist das sehr wertvoll, weil einfacher und meist schneller Geld fließt. Der Haken: Hast du die Leistungsdynamik eingeschlossen, wird die Rente aus dem Arbeitsunfähigkeitsschutz nicht miterhöht. Das ist ungewöhnlich und eher ein Minuspunkt.
Beamte: keine DU-Klausel
Eine echte Dienstunfähigkeitsklausel fehlt – die Berufsunfähigkeit von Beamten beurteilt die Baloise allein nach den allgemeinen Regeln. Für Beamte ist der Tarif damit weniger zugeschnitten.
In der Praxis ist das allerdings oft beherrschbar: Auch Beamte können berufsunfähig werden und müssen dann – wie Angestellte – nachweisen, dass sie ihren zuletzt ausgeübten Dienst zu mindestens 50% nicht mehr ausüben können. Ob der Dienstherr sie dienstunfähig schreibt, spielt dafür keine Rolle.
Wer gezielt den vereinfachten Nachweis über eine DU-Klausel möchte, ist bei einem darauf spezialisierten Anbieter aber besser aufgehoben.
Selbstständige und Freiberufler
Für Selbstständige zählt die Baloise zu den stärkeren Anbietern. Auf die Prüfung einer betrieblichen Umorganisation verzichtet sie, wenn der Betrieb weniger als zehn Mitarbeitende hat, wenn ein Kammerberuf ausgeübt wird oder wenn eine akademische Ausbildung abgeschlossen wurde und mindestens 90% der Tätigkeit kaufmännisch bzw. organisatorisch ist.
Vor allem der Verzicht unterhalb von zehn Mitarbeitenden ist deutlich kundenfreundlicher als bei vielen Wettbewerbern, die gar nicht oder nur bis fünf Mitarbeitende verzichten. Geprüft wird allerdings die abstrakte (theoretisch mögliche) Umorganisation.
Mit dem Update 2025 wurde zudem die Umorganisationshilfe auf bis zu 30.000 Euro aufgestockt.
Für wen passt die Baloise – und für wen nicht?
Die Baloise ist kein „Rundum-sorglos für jeden“, sondern spielt ihre Stärken in bestimmten Konstellationen aus.
Richtig gut passt sie zu Akademikern und Büroberufen, die von starken Bedingungen und sehr günstigen Beiträgen profitieren und ganz besonders zu Kammerberufen (Ärzte, Apotheker, Anwälte, Steuerberater & Co.): Hier greifen die nicht angerechnete Versorgungswerk-Rente, der Verzicht auf die konkrete Verweisung und der Umorganisationsverzicht.
Auch Selbstständige und Freiberufler in Büroberufen sowie Schüler und Studenten sind gut aufgehoben – Schüler mit einer vollwertigen Absicherung inkl. Schulweg und Schulgebäude, Studenten mit durchweg starken Testergebnissen.
Genauer hinschauen solltest du in handwerklichen oder sozialen Berufen – wegen der hohen Beiträge – und als Beamtin oder Beamter mit ausdrücklichem Dienstunfähigkeitsbedarf.
Entscheidend ist am Ende weniger der Name auf der Police als das Ergebnis der Prüfung: Ihre größte praktische Stärke spielt die Baloise dann aus, wenn der Preis den Ausschlag gibt oder wenn das Ergebnis der Risikoprüfung – etwa nach einer anonymen Risikovoranfrage – besser ausfällt als bei anderen Versicherern. Wer dagegen vor allem auf höchste Finanzkraft und jahrzehntelang stabile Bedingungen setzt, sollte zusätzlich Alternativen vergleichen.
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Wie steht die Baloise als Unternehmen da?
Hier lohnt ein differenzierter Blick, denn Rating-Bestnoten und harte Kennzahlen zeichnen unterschiedliche Bilder.
- Ratings (Tarifebene): Die unabhängigen Institute vergeben Spitzenwerte. Stiftung Warentest (Finanztest 6/2026) bewertet den Tarif mit „Sehr gut“ (0,8), das IVFP vergibt 2025 in allen sechs Berufsgruppen „Exzellent“ und das DFSI 2026 bewertet die Tarifbedingungen in allen 14 veröffentlichten Berufsbildern mit „Hervorragend“ – in der Gesamtwertung (inkl. Preis und BU-Kompetenz) in 11 davon, wobei vor allem der Preis die Note drückt, etwa beim Modellkunden Beamter.
- Harte Leistungskennzahlen (Morgen & Morgen): Nüchterner sieht es bei der laufenden Regulierung aus. Die Leistungsquote liegt aktuell bei 74,75% (Ratingjahrgang 2026) und damit unter dem Marktschnitt von etwa 80%. Die Prozessquote liegt bei 3,05% und damit über dem Marktschnitt von rund 2% – und sie ist zuletzt gestiegen (2023 noch etwa 1%). Beide Kennzahlen sind mit Vorsicht zu interpretieren, gehören aber zur ehrlichen Gesamtschau dazu. Die Baloise selbst verweist auf ein starkes BU-Jahr 2025 und teils sehr schnelle Anerkennungen.
- Finanzstärke und Konzern: Die neu fusionierte Helvetia Baloise Gruppe weist für das Geschäftsjahr 2025 eine starke Solvenz nach dem Schweizer Solvenztest (SST) aus; im Gruppenmodell werden Helvetia und Baloise als getrennte Cluster geführt. Das Baloise-Cluster kommt per Ende 2025 auf eine SST-Quote von 219% (Ende 2024: 204%); die kombinierte Pro-forma-Quote der Gesamtgruppe wird auf rund 260% geschätzt – allerdings als indikative, nicht aufsichtsrechtliche Schätzung. Standard & Poor's bewertet die (vor der Fusion bestehende) Baloise Holding mit „A-“ (stabil, 06.2025); ein eigenes Rating für die neue Helvetia Baloise Holding ist bislang nicht bestätigt. Für die deutsche Baloise Lebensversicherung AG vergeben Morgen & Morgen im Unternehmensrating 4 von 5 Sternen und Franke & Bornberg die Note FFF („sehr gut“, zweithöchste Stufe). Eine aktuelle eigene SCR-Quote der deutschen Gesellschaft ist öffentlich nur für 2022 klar dokumentiert (Basis-SCR-Nettoquote rund 342%, etwa im Marktschnitt; die Baloise nutzt Bewertungshilfen, mit denen die aufsichtsrechtliche Quote höher liegt)
Was kostet die Baloise BU?
Die Baloise liegt bei den Beiträgen – vor allem für Büro- und Akademikerberufe – oft im günstigsten Drittel. Manche im Markt finden sie sogar zu günstig. Die folgenden Werte sind Beispielrechnungen (jeweils 1.500 Euro Monatsrente bis Alter 67, Nichtraucher, Tarif BP 25, Zahlbeiträge, Stand 2026) und dienen nur zur Orientierung:
| Profil (30 Jahre, falls nicht anders angegeben) | ca. Monatsbeitrag |
|---|---|
| Student Informatik, 20 Jahre | 32,91 € |
| Student Humanmedizin, 20 Jahre | 35,38 € |
| Maschinenbau-Ingenieur (Büro) | 37,24 € |
| Informatiker (Büro) | 38,32 € |
| IT-Berater / Rechtsanwalt / Facharzt (selbstständig/freiberuflich) | je 39,76 € |
| Bankkaufmann/-frau (Büro) | 57,46 € |
| Sozialarbeiter (Bachelor) | 105,58 € |
| Tischler (überwiegend körperlich) | 140,31 € |
| Altenpfleger (überwiegend körperlich) | 174,66 € |
Die Spreizung ist typisch für den BU-Markt: Für akademische und Büroberufe ist die Baloise sehr günstig, für handwerkliche und soziale Berufe ein Vielfaches teurer.
Zwei ehrliche Hinweise dazu: Der Abstand zwischen Garantie- und Zahlbeitrag (das „Verteuerungsrisiko“) ist bei der Baloise durchschnittlich, aber höher als bei einigen Wettbewerbern. Und es ist offen, ob die Baloise ihr betont niedriges Preisniveau dauerhaft halten kann.
Fazit zur Baloise Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Baloise ist eine moderne, schlank aufgebaute BU mit starken Kern-Bedingungen, verbraucherfreundlichen Gesundheitsfragen, großzügiger Nachversicherung und einem klaren Schwerpunkt auf Akademikern und Kammerberufen – allen voran die nicht angerechnete Versorgungswerk-Rente. Dazu kommen durchweg sehr gute Tarif-Ratings und für Büro- und Akademikerberufe sehr günstige Beiträge.
Dem stehen mehrere ehrliche Grenzen gegenüber: die fehlende DU-Klausel für Beamte, die nicht dynamisierte AU-Rente, hohe Beiträge für körperliche Berufe und – als harte Kennzahlen – eine Leistungsquote unter und eine zuletzt gestiegene Prozessquote über dem Marktschnitt. Hinzu kommt die laufende Integration nach der Helvetia-Fusion: Die Marke Baloise verschwindet mittelfristig, die Baloise-BU wird aber als führende BU des Konzerns unter dem Helvetia-Namen weitergeführt – das Produkt verschwindet also nicht vom Markt.
Unterm Strich ist die Baloise am stärksten als Preis- und Risikoprüfungs-Tipp: Wenn der Beitrag entscheidet oder die Risikoprüfung – etwa nach einer anonymen Risikovoranfrage – besser ausfällt als anderswo, ist sie für gesundheitlich einwandfreie Interessenten mit Büro-, Akademiker- oder Kammerberufs-Profil eine sehr gute Wahl. Körperlich Tätige, Beamte mit DU-Bedarf und alle, denen langfristige Finanzstärke und Stabilität wichtiger sind als der Preis, sollten dagegen gezielt vergleichen. Und wie bei jeder BU gilt: Bei Vorerkrankungen oder Risikosportarten vorab eine anonyme Risikovoranfrage stellen.
Wenn du wissen willst, wie unsere Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung abläuft, kannst du dir gerne den verlinkten Artikel durchlesen. Bei Vorerkrankungen führen wir grundsätzlich eine anonyme Risikovoranfrage durch, um vorab zu prüfen, zu welchen Konditionen eine Absicherung möglich ist. In unserem Tarifvergleich berücksichtigen wir dabei selbstverständlich auch die Baloise.
insgesamt über 3.000 positive Bewertungen bei Google und ProvenExpert
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