LV 1871 Berufsunfähigkeitsversicherung Test (2026)
Die Lebensversicherung von 1871 ist kein Konzern und keine Marke, die durch Werbung laut wird. Sie ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit – ein Unternehmen, das keinen Aktionären, sondern seinen Mitgliedern gehört. Genau das prägt ihre Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Golden BU ist kein Masseprodukt, sondern ein durchdachtes Baukastenkonzept für Menschen, die genau hinschauen, bevor sie einen Vertrag für die nächsten 30 Jahre abschließen.
Wir schauen in diesem Test genau hin. Du erfährst, was die Golden BU in den Bedingungen wirklich leistet, für welche Berufsgruppen die LV 1871 ihre größten Stärken ausspielt, wo wir als BU-Spezialisten eine echte Lücke sehen – und warum die Finanzstärke dieses Vereins in der Branche fast konkurrenzlos dasteht.
💡 Wichtige Infos auf einen Blick
- Die Golden BU verzichtet auf die abstrakte Verweisung, leistet weltweit und ab 50% Berufsunfähigkeit – der Marktstandard, sauber umgesetzt.
- Ihr eigentliches Alleinstellungsmerkmal ist das Zielgruppenkonzept: eigene Regeln für junge Leute und Schüler, für Kammerberufe und Akademiker sowie für Handwerk, Industrie und MINT.
- Für Kammerberufe wie Anwälte, Architekten und Steuerberater bietet die LV 1871 eine besonders hohe finanzielle Angemessenheit: Bis zu einer BU-Jahresrente von 60.000 € werden 50% des Einkommens angesetzt. Bei einer Nachversicherung wird die Rente aus dem Versorgungswerk nicht angerechnet.
- Die Finanzstärke ist außergewöhnlich: 716% Solvenzquote zum 31.12.2024, komplett ohne Übergangshilfen. Für Ende 2025 werden 798% genannt.
- Die Schwäche: keine echte Dienstunfähigkeitsklausel. Für verbeamtete Kundinnen und Kunden ist die LV 1871 damit selten die erste Wahl.
- Die Leistungsquote der LV 1871 liegt bei 81,50% und damit leicht über dem Marktdurchschnitt von 80%. Das bedeutet, dass die LV 1871 rund vier von fünf geprüften BU-Leistungsfällen anerkennt.
Stand der Auswertung: Grundlage dieses Tests sind die Bedingungen der Golden BU in der Fassung 04/2026 sowie zwei aktuelle Produktoffensiven: die Besserstufung von über 200 Berufen vom Juli 2025 und das überarbeitete Kammerberufe-Konzept vom Mai 2026. Wo wir Ratings nennen, stammen sie aus dem jeweils jüngsten verfügbaren Jahrgang (2025/2026). Veraltete Tarifgenerationen haben wir bewusst außen vor gelassen – die LV 1871 hat die Golden BU zuletzt spürbar nachgeschärft, und ältere Testurteile bilden das nicht mehr ab. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung – ob ein Tarif zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab.
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Die Tarife im Überblick
Die LV 1871 arbeitet bei der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mit drei Qualitätsstufen vom Einsteiger- bis zum Premiumtarif, wie man es von anderen Anbietern kennt. Stattdessen gibt es eine starke Grundlösung und passgenaue Varianten für unterschiedliche Lebenssituationen:
- Golden BU – die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung für Erwerbstätige aller Berufsgruppen. Das Herzstück.
- Golden BU Start – für junge Leute unter 27 und Schüler. 10 Jahre lang gilt ein reduzierter Einstiegsbeitrag, der danach in den regulären Beitrag übergeht.
- Performer Golden BU – die fondsgebundene Variante, bei der Überschüsse in Fonds fließen.
- Golden BU Vorsorgeschutz – sichert bis zu zwei bestehende Vorsorgeverträge gegen Berufsunfähigkeit ab, ohne erneute Risikofragen, aber mit 3-jähriger Wartezeit.
Über alle Varianten hinweg lässt sich die Leistung mit zwei wichtigen Bausteinen schärfen.
Der erste ist die Arbeitsunfähigkeitsklausel (umgangssprachlich „Gelber Schein“): Wer länger als voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen krankgeschrieben ist, bekommt die volle BU-Rente rückwirkend ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit – und das für bis zu 24 Monate. Ohne diesen Baustein zahlt der Tarif ausschließlich bei nachgewiesener Berufsunfähigkeit.
Der zweite Baustein ist die lebenslange Leistung, mit der die Rente auch dann weiterläuft, wenn die Berufsunfähigkeit erst spät im Berufsleben eintritt und über das reguläre Endalter hinaus bestehen bleibt.
Wie hoch darf die Rente sein – und was ist mit dem Versorgungswerk?
Beim Thema Rentenhöhe denkt die LV 1871 großzügig. So lassen sich bei einem Bruttojahreseinkommen von bis zu 70.000 Euro 60% des Einkommens absichern. Für den Einkommensanteil zwischen 70.000 und 150.000 Euro werden weitere 40%, für den darüberliegenden Anteil 30% berücksichtigt.
Über die Nachversicherung lässt sich die monatliche BU-Rente bei den meisten Berufen auf bis zu 3.000 Euro ausbauen – bei Oberstufenschülern und einem Großteil der Studenten sind es 2.500 Euro, bei ausgewählten Studiengängen ebenfalls 3.000 Euro. Für manche Berufe wie Ingenieure oder Softwareentwickler sind sogar bis zu 4.000 Euro über die Nachversicherungsgarantie möglich.
Die individuelle Obergrenze steht im Versicherungsschein. Dass sie dort erst konkret wird, ist ein kleiner Transparenz-Minuspunkt.
Besonders interessant ist die LV 1871 für Kammerberufe wie Ärzte, Rechtsanwälte, Apotheker, Architekten und Steuerberater, die in einem berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert sind.
Für diese Berufsgruppen gelten besonders großzügige Regelungen zur finanziellen Angemessenheit: Bis zu einer BU-Jahresrente von 60.000 Euro können 50% des Bruttoeinkommens abgesichert werden.
Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Bei der Nachversicherung wird die Rente aus dem berufsständischen Versorgungswerk nicht auf die finanzielle Angemessenheit angerechnet. Dadurch können Angehörige dieser Berufsgruppen ihre private BU-Rente später erhöhen, ohne dass die Ansprüche aus dem Versorgungswerk die mögliche Absicherung reduzieren.
Wichtig ist allerdings: Zwei Renten gibt es im Leistungsfall nur dann, wenn sowohl die Voraussetzungen der privaten BU-Versicherung als auch die des Versorgungswerks erfüllt sind. Die Leistungsvoraussetzungen können sich dabei deutlich unterscheiden.
Die Gesundheitsfragen der LV 1871 BU
Die Gesundheitsprüfung der Golden BU bewegt sich im üblichen Rahmen seriöser Anbieter. Gefragt wird nach:
- ambulanten ärztlichen und psychotherapeutischen Behandlungen der letzten 5 Jahre,
- Operationen der letzten 10 Jahre,
- Medikamenten, die länger als 2 Wochen innerhalb der letzten 5 Jahre eingenommen wurden,
- dazu Größe und Gewicht, riskante Hobbys und eine Frage zu HIV.
Ab einer Jahresrente über 36.000 Euro – also 3.000 Euro Monatsrente – kommt eine ärztliche Untersuchung hinzu. Das ist branchenüblich, sollte aber bei hohen Renten eingeplant werden.
Ein echtes Pfund ist die vereinfachte Online-Risikoprüfung für viele Berufe bis zum Eintrittsalter 35: statt des vollen Fragenkatalogs reichen dann sieben Fragen, und je nach Beruf lassen sich so bis zu 1.500, 2.000 oder 2.500 Euro Monatsrente ohne aufwendige Prüfung absichern. Raucher mit normalem Body-Mass-Index sind eingeschlossen. Für junge Berufseinsteiger ist das der schnellste saubere Weg in einen vollwertigen Schutz.
Eine Besonderheit am Rande: Bei Beschwerden ohne Arztbesuch verlangt die LV 1871 Angaben nur für die letzten 3 Monate – eine faire Regelung, die Bagatellen nicht zum Stolperstein werden lässt.
Die Bedingungen LV 1871 BU im Kern
Im Leistungsfall zählt, was im Kleingedruckten steht. Die Golden BU liefert hier solide ab:
- Leistung ab 50% Berufsunfähigkeit, prognostiziert für mindestens 6 Monate. Das ist der Standard, auf dem gute Tarife aufbauen.
- Verzicht auf die abstrakte Verweisung: Die LV 1871 darf dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen, den du theoretisch noch ausüben könntest. Der Schutz gilt weltweit.
- Einen pauschalen Verzicht auf die konkrete Verweisung bewirbt die LV 1871 dagegen nicht offen. Für bestimmte Gruppen greift stattdessen der Umorganisationsverzicht (siehe Selbstständige und Kammerberufe). Für Arbeitnehmer solltest du diesen Punkt vor Abschluss gezielt in den Bedingungen prüfen.
- Anerkennung ab 50 Jahren, wenn die gesetzliche Rentenversicherung oder das Versorgungswerk eine unbefristete volle Erwerbsminderungsrente allein aus medizinischen Gründen zuspricht. Dann folgt die LV 1871 dieser Entscheidung, ohne eigene Hürden aufzubauen.
- Eine Infektionsklausel, die bei einem behördlichen Tätigkeitsverbot von mindestens 6 Monaten greift – wichtig für Heil- und Pflegeberufe.
- Eine Soforthilfe bei fünf schweren Krankheiten (etwa Krebs oder Herzinfarkt): Hier genügt ein Facharztbericht, entschieden wird binnen fünf Arbeitstagen, und die Rente fließt für bis zu 18 Monate – unabhängig davon, ob später eine Besserung eintritt.
- Eine Pflegegarantie: Tritt in den letzten 10 Jahren vor Vertragsende Pflegebedürftigkeit ein, zahlt die LV 1871 die BU-Rente lebenslang weiter.
Das ist in der Summe ein modernes, leistungsstarkes Bedingungswerk, das die relevanten Lebensrisiken abdeckt.
Nachversicherung, Dynamik und Karrieregarantie
Hier spielt die LV 1871 eine ihrer größten Stärken aus – die Flexibilität über die Jahrzehnte. Das Leben ändert sich, und der Vertrag soll mitwachsen können, ohne dass du erneut durch die Gesundheitsprüfung musst.
Nach Ereignissen wie Heirat, Geburt eines Kindes, selbst genutztem Wohneigentum oder einer deutlichen Gehaltserhöhung lässt sich die Rente um bis zu 50% anheben – anlassbezogen und ohne neue Gesundheitsfragen.
Ohne besonderen Anlass ist alle 3 Jahre eine Erhöhung um bis zu 250 Euro möglich.
Die Karrieregarantie geht noch einen Schritt weiter: Wer als unbefristet Angestellter das Gehalt um mindestens fünf Prozent steigert, darf die BU-Rente innerhalb von 6 Monaten um denselben Prozentsatz anheben – ohne Risikoprüfung. Selbstständige können 3 Jahre nach Tätigkeitsbeginn um bis zu 50% aufstocken. Besonders hervorzuheben ist die maximal mögliche BU-Rente von 8.000 Euro monatlich. Das ist der höchste Wert am gesamten Versicherungsmarkt und macht die Karrieregarantie der LV 1871 besonders attraktiv für Gutverdiener.
Dazu kommen Feinheiten, die im Alltag zählen: Der Dynamik kannst du unbegrenzt oft widersprechen, ohne das Recht auf künftige Erhöhungen zu verlieren. Die Verlängerungsgarantie erlaubt es, die Laufzeit an eine angehobene Regelaltersgrenze anzupassen. Und bei Zahlungsschwierigkeiten gibt es eine Beitragsfreistellung von bis zu 6 Monaten sowie eine Stundung von bis zu 24 Monaten ohne Angabe von Gründen – bei vollem Schutz. Das ist genau die Art von Luft, die einen Vertrag durch schwierige Phasen trägt, statt ihn platzen zu lassen.
Junge Leute, Schüler und Studenten
Kaum ein Anbieter denkt so konsequent von jungen Menschen her wie die LV 1871. Über die Zukunftsgarantie können Schüler und Studenten ihre Berufseinstufung am Ende der Ausbildung überprüfen lassen – wird der spätere Beruf günstiger eingestuft, profitieren sie rückwirkend, und das ganz ohne neue Risikoprüfung.
Wer ein Studium oder eine Ausbildung beginnt, darf die versicherte Rente verdoppeln. Auch der Wechsel in die gymnasiale Oberstufe gilt inzwischen als Anlass zur Neueinstufung.
Für bestimmte Studiengänge – klassisch Wirtschaft, Ingenieurwesen, Jura und Medizin – sind bis zu 2.000 Euro Monatsrente versicherbar, und die Arbeitsunfähigkeitsklausel lässt sich bei Studienabschluss ohne erneute Gesundheitsprüfung nachträglich einschließen. Für den Berufseinstieg ist das ein kluger Mechanismus: früh zu günstigen Konditionen einsteigen, später ohne neue Hürden aufstocken.
Kammerberufe und Akademiker: das Konzept 2026
Mit dem überarbeiteten Konzept vom Mai 2026 hat die LV 1871 die Kammerberufe gezielt ins Zentrum gerückt – und spricht dabei Berufsgruppen an, die zusammen hunderttausende Mitglieder zählen: Rechtsanwälte, Architekten und Steuerberater etwa. Drei Punkte machen den Unterschied:
Erstens die besonders großzügige finanzielle Angemessenheit für Kammerberufe: Bis zu einer BU-Jahresrente von 60.000 Euro können 50% des Bruttoeinkommens abgesichert werden. Zudem wird bei der Nachversicherung die Rente aus dem berufsständischen Versorgungswerk nicht angerechnet.
Zweitens ein Umorganisationsverzicht: Kann das Kammermitglied seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben, verlangt die LV 1871 keine Umorganisation der Tätigkeit.
Drittens folgt die LV 1871 bei über 50-jährigen Kammermitgliedern der Entscheidung des Versorgungswerks, wenn dieses die Berufsunfähigkeit allein aus medizinischen Gründen anerkennt.
Zusätzlich lässt sich die Rente erhöhen, sobald erstmals die Beitragsbemessungsgrenze im Versorgungswerk überschritten wird. Für akademische Kammerberufe ist die Golden BU damit eine der durchdachtesten Lösungen am Markt.
Selbstständige
Für Selbstständige ist die entscheidende Frage immer: Muss ich mir im Leistungsfall vorhalten lassen, ich hätte meinen Betrieb einfach umorganisieren können?
Die LV 1871 verzichtet auf diese Umorganisationsprüfung unter klaren Bedingungen – nämlich bei weniger als fünf Mitarbeitenden, bei einem überwiegend kaufmännisch, planerisch oder leitend geprägten Tätigkeitsprofil (mindestens 90%) oder bei Mitgliedschaft in einem Versorgungswerk. Erst ab fünf Mitarbeitenden wird geprüft, und auch dann gilt eine Umorganisation nur als zumutbar, wenn der Jahresgewinn um weniger als 20% sinkt.
Zusammen mit der Karrieregarantie, die drei Jahre nach Gründung eine Erhöhung um bis zu 50% erlaubt, ist das ein stimmiges Paket für Gründerinnen und kleine Betriebe.
Die Teilzeit-Regelung: gut gedacht, mit einer Lücke
Teilzeit ist in der BU ein unterschätztes Minenfeld, weil schwache Tarife eine fiktive Vollzeittätigkeit unterstellen und den BU-Grad so künstlich kleinrechnen.
Die LV 1871 geht einen deutlich faireren Weg: Bei Teilzeitbeschäftigten unter 30 Wochenstunden bezieht sie bei der Ermittlung des BU-Grades auch die Versorgung kindergeldberechtigter Kinder und die Pflege von Angehörigen im eigenen Haushalt mit ein. Wer also wegen Familie oder Pflege beruflich kürzertritt, wird nicht benachteiligt.
Eine Lücke bleibt allerdings, und wir benennen sie offen: Kinderlose Paare, die allein aus Gründen der Work-Life-Balance halbtags arbeiten, werden von dieser Regelung nicht erfasst. Wie ein solcher Fall im Leistungsfall ausginge, ist rechtlich noch nicht abschließend geklärt.
Für den Großteil der Teilzeitkräfte – Eltern und pflegende Angehörige – ist die Regelung stark. Für die kinderlose Teilzeit aus Lebensstil-Gründen ist sie es nicht.
Die große Schwäche: Beamte
So rund die Golden BU für Angestellte, Selbstständige und Akademiker ist – bei einer Gruppe schwächelt sie spürbar: den Beamten. Die Bedingungen enthalten keine echte Dienstunfähigkeitsklausel. Das bedeutet, die LV 1871 übernimmt den Bescheid des Dienstherrn über die Dienstunfähigkeit nicht automatisch, sondern prüft die Berufsunfähigkeit eigenständig nach ihren eigenen Maßstäben.
Für Beamtinnen und Beamte ist die fehlende DU-Klausel zunächst ein möglicher Nachteil, in der Praxis allerdings meist unkritisch. Wer seinen konkreten Dienst, beispielsweise als Polizist oder Lehrer, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, erfüllt in aller Regel auch die Voraussetzungen einer Berufsunfähigkeit.
Eine echte DU-Klausel würde vor allem den Nachweis im Leistungsfall vereinfachen: Wird man vom Dienstherrn wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt, kann die private Rente ohne zusätzliche BU-Prüfung fließen. Ohne diese Klausel kann es dagegen zu einer zweiten, unabhängigen Prüfung kommen. Wer verbeamtet ist oder die Verbeamtung anstrebt und Wert auf diesen vereinfachten Nachweis legt, findet am Markt Anbieter mit einer echten DU-Klausel, die in diesem Punkt besser aufgestellt sind als die LV 1871.
Zwei kleinere Punkte runden das ehrliche Bild ab: Das Recht auf anlasslose Nachversicherung endet ab 50 Jahren, und beim Kundenservice erreicht die LV 1871 in unabhängigen Erhebungen nur durchschnittliche Werte – die telefonische Erreichbarkeit wird vereinzelt kritisiert. Keiner dieser Punkte ist ein Ausschlusskriterium, aber sie gehören zur vollständigen Abwägung.
Für wen passt die LV 1871 – und für wen nicht?
Die Golden BU ist eine klare Empfehlung für:
- Akademiker und Kammerberufe – wegen der großzügigen finanziellen Angemessenheit, der Nichtanrechnung der Versorgungswerksrente bei der Nachversicherung und des Umorganisationsverzichts.
- Junge Leute, Schüler und Studenten – wegen des Start-Tarifs, der Verdoppelungs- und Zukunftsgarantie und der schlanken Online-Risikoprüfung.
- Handwerk, Industrie und MINT-Berufe – seit der Besserstufung von über 200 Berufen ist die LV 1871 hier preislich konkurrenzfähig geworden.
- Selbstständige mit kleinem Betrieb – wegen des Umorganisationsverzichts und der Karrieregarantie.
- Sicherheitsbewusste – wer Wert auf einen kapitalstarken, unabhängigen Versicherer legt, findet kaum einen solideren.
Mit Einschränkung – oder mit Blick auf Alternativen – sollten dagegen Beamte herangehen, denen die fehlende Dienstunfähigkeitsklausel zum Verhängnis werden kann.
insgesamt über 3.000 positive Bewertungen bei Google und ProvenExpert
Wie steht die LV 1871 als Unternehmen da?
Hier liegt die eigentliche Überraschung dieses Tests. Die LV 1871 ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit – sie gehört ihren Versicherten, nicht externen Kapitalgebern. Dieser Charakter schlägt sich in Zahlen nieder, die in der Branche ihresgleichen suchen.
Die Solvenzquote lag zum 31.12.2024 bei 716% – und zwar ohne jede Hilfs- oder Übergangsmaßnahme und ohne Volatilitätsanpassung. Das ist der entscheidende Punkt: Viele Lebensversicherer schmücken ihre Quote mit bilanziellen Übergangshilfen, die in einigen Jahren auslaufen. Die LV 1871 braucht diese Stützräder nicht. Ihre aufsichtsrechtliche und ihre „ehrliche“ Basisquote sind praktisch identisch. Für Ende 2025 werden sogar 798% genannt. Das Finanzstärke-Rating von Fitch bestätigt das mit einem A+ bei stabilem Ausblick (August 2026).
Beim entscheidenden Thema, der Qualität im Leistungsfall, kann die LV 1871 mit guten Zahlen überzeugen: Die Leistungsquote liegt bei 81,50% und damit leicht über dem Marktdurchschnitt von 80%. Auch die Prozessquote von 1,63% fällt niedriger aus als der Marktdurchschnitt von 2%.
Hinzu kommen gute unabhängige Bewertungen: Franke & Bornberg bewertet die LV 1871 im BU-Unternehmensrating mit „sehr gut“, während Morgen & Morgen in der Kompetenzdimension die volle Sternzahl vergibt. Auch die BaFin-Beschwerdequote lag 2025 mit rund 1,50 Beschwerden je 100.000 Verträge unter dem Branchenschnitt von 1,81. Insgesamt sprechen diese Kennzahlen für eine solide Leistungsregulierung und eine gute Qualität im Leistungsfall.
Die Ratings der Golden BU selbst sind durchweg stark:
- Franke & Bornberg (2026): Höchstnote „FFF+ / Hervorragend“ für die Golden BU inkl. AU-Baustein.
- Morgen & Morgen (08/2026): fünf Sterne in allen Kategorien – Gesamt, Bedingungen, Kompetenz, Beitragsstabilität und Antragsfragen.
- Stiftung Warentest / Finanztest (2026): „Sehr gut“ (1,5) – geprüft wurde allerdings die etwas ältere Fassung 02/2025.
- DFSI / FocusMoney (2026): in der BU-Berufestudie Bedingungen in allen Modellfällen „Hervorragend“; in einer FocusMoney-Auswertung „Hervorragend“ bei sieben von neun Berufsbildern, bei Finanzberatern und Finanzbeamten nur „Sehr gut“. DFSI veröffentlicht mehrere Schnitte – die genaue Trefferzahl hängt also von der jeweiligen Studie ab.
- IVFP SBU-Rating (2025): „Exzellent“ in allen sechs Berufsgruppen.
Dass die LV 1871 2025 stärker gewachsen ist als die Branche, rundet das Bild eines Hauses ab, das trotz seiner Größe im Biometrie-Geschäft weit über seiner Gewichtsklasse boxt.
Was kostet die LV 1871 BU?
Der Beitrag hängt immer vom individuellen Profil ab – Beruf, Eintrittsalter, Rentenhöhe, Laufzeit und Gesundheit.
Damit du ein Gefühl für die Kosten bekommst, zeigen wir dir einige konkrete Beitragsbeispiele für die Golden BU der LV 1871.
Bei allen Beispielen läuft die Absicherung bis zum vollendeten 67. Lebensjahr. Zudem wird davon ausgegangen, dass die versicherte Person keine Vorerkrankungen hat.
| Profil | Tarif | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| Medizinstudent, 20 Jahre, 1.500 € BU-Rente, Nichtraucher | Golden BU | 42,52 € |
| Maschinenbauingenieur, 30 Jahre, 2.500 € BU-Rente, Nichtraucher | Golden BU | 67,29 € |
| Architekt, 30 Jahre, 3.000 € BU-Rente, Nichtraucher | Golden BU | 96,95 € |
| Softwareentwickler, 35 Jahre, 3.000 € BU-Rente, Nichtraucher | Golden BU AU | 111,06 € |
| Tischlermeister, 25 Jahre, 2.000 € BU-Rente, Nichtraucher | Golden BU | 158,94 € |
Preislich positioniert sich die LV 1871 als Qualitätsanbieter, nicht als Billiglösung.
Seit der Besserstufung von über 200 Berufen im Juli 2025 (Beiträge teils bis zu 15% günstiger) ist sie in Handwerk, Industrie und MINT deutlich wettbewerbsfähiger.
In einzelnen Berufen – etwa beim Gymnasiallehrer – fällt die reine Beitragsbewertung dagegen nur durchschnittlich aus.
Wer den günstigsten Beitrag am Markt sucht, wird nicht immer bei der LV 1871 landen. Wer ein ausgewogenes Verhältnis aus Bedingungen, Flexibilität und Finanzstärke sucht, sehr wohl.
Fazit zur LV 1871 Berufsunfähigkeitsversicherung
Die LV 1871 Golden BU ist eine der durchdachtesten Berufsunfähigkeitsversicherungen am Markt – und ihre größte Stärke ist kein einzelnes Merkmal, sondern das Zielgruppendenken.
Für Akademiker und Kammerberufe, für junge Leute und für Selbstständige mit kleinem Betrieb gibt es jeweils eigene, kluge Regeln, die im Leistungsfall den Unterschied machen.
Dazu ein modernes Bedingungswerk, eine außergewöhnliche Flexibilität über die Jahrzehnte und eine Finanzstärke, die durch den Vereinscharakter abgesichert ist und ohne bilanzielle Hilfsmittel auskommt.
Ein Punkt trübt das Bild, und den benennen wir bewusst: Für Beamte fehlt die echte Dienstunfähigkeitsklausel. In der Praxis ist das zwar meist unkritisch, dennoch bieten andere Versicherer hier einen Vorteil bei der Leistungsprüfung. Das ändert nichts daran, dass die Golden BU für die meisten Erwerbstätigen eine erstklassige Wahl ist, nur eben nicht für jeden.
Wenn du wissen willst, wie unsere Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung abläuft, kannst du dir gerne den verlinkten Artikel durchlesen. Bei Vorerkrankungen führen wir grundsätzlich eine anonyme Risikovoranfrage durch, um vorab zu prüfen, zu welchen Konditionen eine Absicherung möglich ist. In unserem Tarifvergleich berücksichtigen wir dabei selbstverständlich auch die LV 1871.
insgesamt über 3.000 positive Bewertungen bei Google und ProvenExpert
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